Montag, 28. Januar 2013

Standpunkt 527 - Nachrichten-Ticker, 27.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Finanzkrise vs. Theorie – Europa – EU-Jugendarbeitslosigkeit – Egan-Jones


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Die Finanzkrise im Licht der Wirtschaftstheorie
(heise/telepolis.de) Diagnosen und Lösungswege der Neoliberalen Ökonomik, der "Modern Monetary Economics" (MME) und der "Österreichischen Schule".
Das Problem ist hinlänglich bekannt und liegt, worüber sich etwa die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und die Boston Consulting Group einig sind – in einer Verdoppelung (bezogen auf das Sozialprodukt) der Verschuldung in den führenden Industriestaaten seit den 1980er Jahren. Betroffen sind gleichermaßen Haushalte, Unternehmen und öffentliche Haushalte, wobei das Problem durch das historisch einmalige Faktum verschärft wird, dass große Teile dieser Verschuldung nicht aus Forderungen von Vermögensbesitzern bestehen, die die Verluste im Konkursfall tragen könnten bzw. müssten, sondern von Finanzmärkten und Notenbanken organisiert wurden, wobei noch dazu für viele Privatkredite substantielle öffentliche Garantien bestehen.
Diese Schulden paralysieren nun Banken wie Schuldner. Anscheinend liegt die einzige Lösung in einer Reduktion dieser Schulden, die zudem sehr rasch erfolgen sollte, da für nicht direkt von den Finanzmärkten verursachte Probleme wie dem Klimawandel, dem Versiegen wesentlicher Rohstoffquellen und den Schwierigkeiten, weitere Produktivitätsfortschritte zu erzielen, dringend Maßnahmen erforderlich wären, die den aktuell massiv von der Überschuldungskrise beschränkten Handlungsspielraum der Politik offenbar stark überfordern.
Nun mag es gewagt erscheinen, die mittlerweile auch in sich durchaus heterodoxen Theoriegebäuden der herrschenden neoklassischen/neoliberalen Schule sowie der beiden hier behandelten Alternativen auf einige wenige Grundprinzipien herunter zu brechen. Zieht man aber jeweils eine Art von Vulgärvariante heran, dann lassen sich jeweils klar unterscheidbare Diagnosen und Lösungswege identifizieren, wie mit der Überschuldung umgegangen werden müsste. Klar ist indes, dass – obwohl die herrschende neoklassische nach wie vor Forschung, Lehre und Politik bestimmt - keiner der von den genannten Ansätzen empfohlene Lösungsweg in der Praxis derzeit auch nur annähernd verwirklicht wird, sondern alle bisherigen Lösungsversuche auf eine substantielle Schuldenreduktion verzichten und allein darauf abzielen, einen Zusammenbruch einzelner öffentlicher Schuldner und des Finanzsystems insgesamt zu vermeiden. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Hin und wieder gibt es interessante Beiträge, die sich mit Dingen hinter der Krisenkulisse beschäftigen. Dieser gehört zweifelos dazu. Alleine schon der von uns durch Unterstreichung hervorgehobene Text sollte neugierig auf den Rest machen. Zugegeben, das Ganze liest sich nicht wie ein Roman von Charlotte Link, sorgt aber im Gegenzug für reichlich Wissensvorsprung gegenüber dem üblichen BILDungsniveau in Deutschland. Da sind wir uns sicher. Unbedingt auch den Links folgen, da gibt es zusätzliches Futter für die grauen Zellen. Direkt zu den Studien der BIZ und der BCG geht es hier und hier. Ergänzend dazu noch einen Beitrag der NZZ"Ponzi-System der enormen Verschuldung", erschienen am 07.01.2013. Dort heißt es in der Einleitung: "Aus oberflächlicher Sicht hat die Finanzkrise an Kraft verloren. Doch Investoren und Analytiker befürchten weiterhin ein Platzen der riesigen Schuldenblase. Mehr hier. Der Beitrag beschäftigt sich ebenfalls mit der Studie von BCG. Wer danach immer noch nicht genug hat, für den gibt es noch zwei weitere Beiträge: Der eine, "Der Neoliberalismus als neuer Feind des Staates?", hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, ist aber trotzdem aktuell geblieben (hier). Der andere, "Die Renaissance der Ordnungspolitik", stammt aus der Feder des HWWI (hier).


Als reine Wirtschaftsgemeinschaft wird Europa scheitern
(sueddeutsche.de) David Cameron will ein anderes Europa - er und die Briten verdienen darauf eine Antwort. Es ist an der Zeit, offen darüber zu sprechen, wie Europa aussehen soll. Andernfalls steht nicht nur Großbritanniens Mitgliedschaft auf dem Spiel, sondern die ganze Union. Mehr...

Kommentar: Noch einer, der sich an Camerons Rede abarbeitet und verzweifelt versucht, ihr einen tieferen, pro-europäischen Sinn zu geben. Nur warum? Nicht erst seit dieser Rede ist es in der EU Konsens, daß mehr Integration nötig ist. Jeder Vorstoß in diese Richtung, egal ob gut oder schlecht, ist von den Briten rundweg abgelehnt worden. Keiner wurde für diskussionswürdig erachtet. Der Grund liegt auf der Hand: Großbritannien will nur eine europäische Wirtschaftsgemeinschaft, mehr auf gar keinen Fall. Aus der aber viel nehmen und nur wenig geben. Deshalb mußte jedes Zugeständnis aus London in der Vergangenheit teuer erkauft werden. Darauf gibt es nur eine Antwort: Den Weg Richtung Ausgang zeigen!


Jugendarbeitslosigkeit – Die Krise nach der Krise
(welt.de) Die Schuldenkrise scheint nahezu bewältigt. Viel größere Sorgen machen sich Wirtschaft und Politiker nun um die Jugendarbeitslosigkeit. Die EU hat bereits einen Plan zur Lösung des Problems. Mehr...

Kommentar: Was für ein Blödsinn, "die Schuldenkrise scheint nahezu bewältigt." Diese Aussage ist schon so alt wie die Krise selbst. In diesem Jahr dient sie vornehmlich als pure Wahlkampfpropaganda. Deshalb ist die Jugendarbeitslosigkeit eher eine Krise in der Krise. Verursacht durch die Krise. Zum besseren Verständnis noch einmal den folgenden Chart:  


Quelle: zerohedge.com

Eindeutig, oder? Die neuen Zahlen zu Griechenland sind raus. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt mittlerweile 56,6%, nach immerhin auch schon 46,7% im Vorjahresmonat (Stand Oktober 2012, querschuesse.de, hier), wie dieser Chart zeigt: 




Die EU hat einen Plan? Nicht wirklich, wie in dem Beitrag nachzulesen ist.


Zu kritisch: USA strafen unabhängige Rating-Agentur Egan-Jones ab
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Rating-Agentur Egan Jones hat die USA in den vergangenen Jahren dreimal herabgestuft. Nun sind US-Behörden gegen die Agentur vorgegangen. 18 Monate lang darf die Agentur keine Staatsanleihen mehr bewerten. Mehr... 

Kommentar: Neoliberalismus ist zutiefst undemokratisch, wie dieser Beitrag beispielhaft zeigt. Egan-Jones ist ein Winzling gegenüber S&P, Moody's und Fitch. Auffällig aber durch wirklichkeitsnahe Bewertungen, über die wir auch schon berichtet haben. Diese kleinen Nadelstiche ärgern natürlich die Wall Street. Noch ausführlicher zum Thema berichtet zerohedge.com: "SEC Bars Egan-Jones From Rating The US And Other Governments For 18 Months" (hier). 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.