Dienstag, 29. Januar 2013

Standpunkt 528 - Nachrichten-Ticker, 28.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Lehrmeister Island – Finanzmarkt – Wirtschaftskrise & Revolution – Peter Bofinger – Deutschland – Euro-Krise – Inflation – Mario Draghi – Japan – „Jail not bail“ – Amerika – „Brexit“


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Islands Präsident: Lasst die Banken Pleite gehen, sie sind keine heiligen Kirchen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) In Davos hat der isländische Präsident Olafur Ragnar Grimson die Europäer aufgefordert, sich nicht vor einem Ende mit Schrecken in der Schuldenkrise zu fürchten. Island habe mit radikalen Maßnahmen gute Erfahrungen gemacht. Interessant: Die Beschneidung der Macht der Banken hat den Technologie-Sektor in Island zum Blühen gebracht. Mehr... 

Kommentar: Islands Präsident zieht in Davos eine bühnenreife Show ab, die ihresgleichen sucht. Alle Achtung, das ist ganz großes Theater. Uns fällt dazu nur ein: Frechheit siegt. In unseren Augen sind die Isländer ein Volk von Freibeutern, die mit völlig überdimensionierten, unregulierten, unkontrollierten Banken Hunderttausende von Briten, Holländern und Deutschen das Geld aus der Tasche gezogen haben. Eine einmalige Chance, die Welt zu erobern (Quelle: "Einfallsinsel Island" hier). In der kurzen Blütezeit dieser Raubzüge gab es auf Island, gemessen an der Zahl der Einwohner, mehr Porsche als in den arabischen Ölförderländern. Die Isländer haben bestens davon gelebt, die Wirtschaftsleistung der Insel wurde kräftig nach oben gedrückt. Nach wie vor läßt sich die Welt von den Nachfahren der Wikinger an der Nase herumführen. Niemand interessiert sich offensichtlich dafür, daß die Isländer im Rahmen ihrer Rettung durch den IWF und die skandinavischen Staaten (Quelle: "Währungsfonds gewährt Island Milliarden-Kredit", hier) vertragsbrüchig geworden sind. Island war 2008 definitiv bankrott (Quelle: "Island vor dem Ende", hier). Auf die Schnelle wurden Milliarden-Darlehen zu äußerst günstigen Konditionen bereitgestellt. Im Gegenzug verpflichtete sich die damalige isländische Regierung gegenüber Großbritannien und den Niederlanden, von denen die Auszahlung dieser Hilfen blockiert wurden (hier), dazu,  den früheren Kunden aus diesen Ländern den Schaden wenigstens teilweise zu ersetzen. Daraufhin gaben beide Staaten ihre Blockade auf und die Milliarden wurden an Island ausgezahlt. Die Geschädigten in Großbritannien und Holland warten jedoch bis heute auf ein Angebot aus Island. Dort wurde ganz einfach in zwei Volksabstimmungen entschieden, für diese Schulden nicht aufzukommen. Auf diese Weise hat man sich einfach dieser Verpflichtung entledigt. Island hat sich, anders kann man diese Sache nicht bewerten, die Hilfen des IWF und Skandinaviens erschlichen. Eine Riesensauerei, für die das Land sich bis heute nicht verantworten muß. IWF und die skandinavischen Staaten drücken einfach beide Augen zu. Selbst dafür, d. h. für die Entscheidung in den beiden Volksabstimmungen, internationale Vereinbarungen nicht einzuhalten, wurde Island in den deutschen Leitmedien schon mehrheitlich gelobt.  Weil sie ungestraft davon kommen, halten sich die Isländer selbst für die Allergrößten (hier). Jeder halbwegs aufrechte Journalist könnte, genau wie wir, die Fakten im Internet, bevorzugt beim IWF, recherchieren. Aber scheinbar geht es gar nicht mehr um saubere journalistische Arbeit. Da fällt uns wieder das Zitat von Klaus Dittko von der Werbeagentur Scholz & Friends ein: „Es gibt inzwischen wesentlich mehr Journalisten, die in der Politik mitmischen, die Trends setzen und Meinung machen wollen.“ Der mediale Hype um Islands Rettung ist ein Beispiel dafür. Und an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Wie hätte es wohl um die hochgelobte Rettung der isländischen Bürger gestanden (Quelle: "Vorbild Island", hier), wenn es nicht nur um die Sparguthaben vieler kleinen Leute in Großbritannien und Holland gegangen wäre, sondern um die Verluste "systemrelevanter" Banken, wie bei den Rettungsaktionen in Südeuropa und Irland? 


Finanz“markt“ – eine Irreführung
(carta.info) Linke Kritiker haben kein Problem damit, den Finanzsektor einen Markt zu nennen; mögen sie doch den Markt sowieso nicht, da kommt der Finanzmarkt als besonders bösartige Variante gerade recht. Für konservative und liberale Freunde des Marktes, die seine Freiheit und Effizienz schätzen, ist ganz klar, dass es auch für Geld und dessen verbriefte Varianten einen Markt geben muss. Die Finanzbranche hat ein überragendes Interesse daran, den Unterschied zu verwischen zwischen Kredit- und Anlagegeschäft und insgesamt von Finanzmarkt zu sprechen. Und die Politik plappert es nach. So wird suggeriert, hier sei durchgängig die Rationalität des Marktes am Werk.
Aber ein Wettbüro ist kein Marktplatz. Hier wird getauscht, dort spekuliert. Es ist weltfremd und hat etwas Heuchlerisches, wenn die Politik die Wettpraktiken des Finanzsystems moralisch verurteilt. Wer im Finanzgeschäft Erfolg haben will, wird die Wege gehen, die offen sind, weil er andernfalls als unfähig dasteht. Die Tragikomik der aktuellen Wirtschaftsgeschichte liegt darin, dass der Bereich des Finanzsystems, der als Markt funktioniert und die Realwirtschaft fördern soll, ausgeblutet wird zugunsten des anderen Bereichs, der als Wettbüro läuft. Die Politik hat für diese Entwicklung die Hindernisse weggeräumt und der Spekulation zusätzliche Wege eröffnet mit dem Argument, der Finanz“markt“ würde so gestärkt. Ob Täuschung oder Selbsttäuschung, der Markt des Geldes wird dadurch gerade geschwächt, gestärkt wird die Spekulation. 

Der Markt genießt in der öffentlichen Meinung hohe Reputation. Seine historische Beziehung zu Freiheit, Fortschritt und Wirtschaftskraft müssen auch seine Kritiker anerkennen. Märkte haben einen inneren Regelungsmechanismus, der auf steigende Preise mit sinkender Nachfrage reagiert und auf sinkende Preise mit steigender Nachfrage. Man nennt das ein negatives Feedback. Wie viele Verzerrungen im konkreten Fall auch auftreten mögen, als Grundtendenz bewirkt dieser Ausgleichsmechanismus, dass Angebot und Nachfrage sich in einer Pendelbewegung aufeinander beziehen. Hier euphorisch von Gleichgewicht zu sprechen, mag den Freunden und Förderern des Kapitalismus überlassen bleiben.
Auf den ersten Blick funktioniert auch der Finanzsektor so. Bei genauerem Hinsehen zeigt er jedoch ganz unterschiedliche Gesichter, weil Geld drei verschiedene Rollen spielt als Maßstab, Ware und Eigentum. Der Bankbeamte, der Bankkaufmann und die Berater- bzw. Investmentbank repräsentieren diese drei Funktionen des Geldes. Mehr...


Kommentar: Ein Beitrag, der sich eingehend mit dem nach unserer Auffassung nicht vorhandenen Finanzmarkt beschäftigt. In so einer entlarvenden Offenheit bisher noch an keiner anderen Stelle entdeckt. Wir freuen uns über dieses "Angebot" für unsere LeserInnen, denen wir  diesen Beitrag unkommentiert überlassen. Nur das Fazit nehmen wir noch vorweg: 
"Im Finanzsektor treffen sich die Unendlichkeit des Geldes und die Notwendigkeit der Spekulation. Wenn man zum einen nie genug Geld haben und zum anderen Geld nicht anlegen kann – es sei denn, man begnügt sich mit fest vereinbarten Zinsen –, ohne zu spekulieren, dann ist völlig klar: Der Finanzbranche sind alle Möglichkeiten recht, aus Geld mehr Geld zu machen; und ihr stellt sich jede Beschränkung als ein Übel dar, weil sie eventuelle Chancen vereitelt. Vorhandene Möglichkeiten nicht auszunutzen, erscheint innerhalb des Finanzsystems als Versagen. Welcher Art die künftige Möglichkeit ist, auf die der Spekulant setzt, um sein Geld zu vermehren, kann und darf im Finanzsektor selbst keine Bedeutung haben; alles kommt in Frage, Aktien- und Devisenkurse, Staatsanleihen, Immobilien-, Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise, egal ob steigend oder fallend, es kommt auf nichts anderes an als auf den Unterschied zwischen zwei Zeitpunkten – und sei es beim Wetter. Wird das Ziel, aus Geld mehr Geld zu machen, gesellschaftlich akzeptiert – und wer wollte es, außer im Zustand der Volltrunkenheit, ächten -, dann kann sich die Auseinandersetzung nur um die Frage drehen, welche Mittel und Wege erlaubt und welche verboten sind. Eine politische Öffentlichkeit, die achselzuckend zuschaut, wie Lebensmittelpreise spekulativ hochgetrieben werden, während Menschen verhungern, hat kein Recht, sich mit dem Hinweis auf unmoralische Spekulanten aus der Verantwortung zu stehlen. Zuschauen und lamentieren oder einen gesetzlichen Riegel vorschieben, darüber muss politisch entschieden werden und bekanntlich ist nicht zu entscheiden auch eine Entscheidung.


Wirtschaftskrise und Revolution
(fuw.ch) Wann ist die Wahrscheinlichkeit eines politischen Umschwungs grösser: während der Wirtschaftskrise oder während des Booms? Intuitiv würde man eher auf die Wirtschaftskrise tippen. Wenn die Wirtschaft schlecht läuft, sind die Leute unzufrieden mit dem Regime und suchen nach radikalen Alternativen, weil sie nichts mehr zu verlieren haben. So lässt sich der Zeitpunkt der Französischen Revolution unter anderem damit erklären, dass die Ernte 1789 besonders schlecht war, was die Lebensmittelpreise in die Höhe trieb. Mehr...

Kommentar: Verwunderlich, daß sich die Schweizer Finanz und Wirtschaft noch solche Gedanken macht, wo  anläßlich des Weltwirtschaftsforums in Davos die europäische Krise wieder einmal für beendet erklärt wurde. Offensichtlich trauen unsere Nachbarn diesem Frieden nicht so recht. Schließlich war es auch die Schweizer Armee, die in einem eigens veranstalteten Manöver im vergangenen Herbst gewalttäge Unruhen in Europa simuliert hat (hier). Verständlich, täglich demonstrieren in den PIIGS-Staaten Menschen gegen die Spardiktate. Deren Frust wird noch zunehmen wenn feststeht, daß beim Sparen das Ende immer noch nicht erreicht ist. Der Beitrag zeigt in einer Grafik an Hand einem Beispiel aus der deutschen Geschichte, wie schnell sich die Dinge radikalisieren: 




Diese Entwicklung markierte das Ende der Weimarer Republik. Passend dazu noch ein Zitat: "Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." (George Santayana, 1863 - 1952, span. Philosoph und Schriftsteller) 


"Herr Bofinger, wie kommen wir aus der Krise?"
(dasinvestment.com) Ist das Schlimmste vorbei, oder kommt es noch dicker? Ein Gespräch mit Peter Bofinger, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Mehr... 

Kommentar: Bofinger ist nicht besonders entspannt, was Europas Krise betrifft, ein Ende sieht er jedenfalls nicht: "Viele glauben derzeit, dass das Schlimmste vorbei ist und jetzt alles besser wird. Ich sehe das nicht. Die Rezession wird sich fortsetzen. Vor allem in den Staaten, die jetzt schon Probleme haben, also Italien, Spanien, Portugal und Griechenland. Die Arbeitslosigkeit und die Schuldenbestandsquoten werden steigen. Ich sehe nicht, wo die Entspannung herkommen soll." Einen wichtigen Teil der Lösung sieht Bofinger in Deutschland: "Durch höhere Löhne. Das kurbelt den Konsum an. So kann Deutschlands Wirtschaft wachsen. Diese interne Aufwertung müsste nach allen Regeln der Ökonomie zu einer Abwertung des Euro führen. Von daher ist das für Deutschland vertretbar." Das mit dem Konsum durch höhere Löhne funktioniert in Deutschland einfach nicht, daran haben sich schon andere die Zähne ausgebissen. Die Deutschen brauchen andere Impulse, z. B. sichere, gut bezahlte Jobs, statt die Zunahme von Leiharbeit und Niedriglöhner. Worum auch Bofinger immer noch einen großen Bogen macht, sind die Probleme der europäischen Finanzindustrie und der von ihr verursachten Schäden, die sich nach wie vor in den Bankbilanzen und hinter ihrer Systemrelevanz verstecken. Ohne deren Lösung, gibt es auch kein Ende der Krise in Europa. Deren Probleme breiten sich sonst weiter aus wie ein Krebsgeschwür. Irgendwann, möglicherweise erst nach der Bundestagswahl im Herbst, erwischt es dann auch den "harten Kern" Deutschland.  


235 Milliarden Euro verschenkt
(taz.de) Ohne unsinnige Steuersenkungen gäbe es die aktuellen Finanzprobleme gar nicht, sagt die Linke. Mehr...

Kommentar: Das Ergebnis der Steuersenkungen seit 1998, begonnen von Rot-Grün und fortgesetzt von Schwarz-Gelb, ausnahmslos zu Gunsten der Unternehmens- und Vermögenseinkommen. Die Summe wäre ganz oder teilweise einsetzbar, um dem Binnenmarkt Impulse zu geben, beispielsweise den Investitionsrückstand der Kommunen von 100 Milliarden Euro zu finanzieren (hier). Es hätte insgesamt einige sinnvolle Möglichkeiten der Verwendung gegeben. Statt dessen haben sich die Vermögen seit 1998 nur weiter verschoben


 


Euro crisis seen taking social toll with record jobless
(ekathimerini.com) Euro-area jobless data this week will expose the social cost of last year’s debt crisis and recession on southern European economies as unemployment across the region probably rose to a record in December. Read more... 

Kommentar: Wie war das doch gleich, die Krise in Europa ist vorbei? Das liest sich in diesem Beitrag irgendwie anders.


Die Fratze der Euro-Krise
(faz.net)  Die Krise ist noch nicht vorbei. Sie hat sich nur gewandelt. Es drohen quälende Jahre ohne Wachstum und ohne vernünftige Zinsen. Wie in Japan. Mehr...

Kommentar: Ein mächtiger Beitrag, der leider wesentliche Dinge unberücksichtigt läßt. Und der Zeit voraus ist. Die Krise hat sich gewandelt? Was wird die F.A.Z. schreiben, wenn die Rettungsmaßnahmen für Spanien und Italien erst richtig losgehen, wenn Portugal ein weiteres Rettungspaket braucht und Griechenland neuen Bedarf anmeldet? Dass die Krise, was nicht vorhersehbar war, wieder zurückgekommen ist? Was passiert, wenn die ersten Banken ihre Rückzahlungen an die EZB nicht leisten können? Die vorzeitige Rückzahlung ist Augenwischerei, kaum ein Beleg für die Gesundheit der Institute. Oder wenn irgendwo auf der Welt, Europa inklusive, wieder eine Blase platzt - was dann natürlich nicht absehbar war. Oder die Aktienmärkte kollabieren? Was geschieht, wenn 1.400 Billionen Dollar Derivatehandel  auf 70 Billionen Weltjahreswirtschaftsleistung treffen? Das ist ein gigantisches Kartenhaus, den der kleinste Luftzug aus Spanien oder Italien zum Einsturz bringen kann. Darauf gibt es schlicht keine Antwort. Also stellt sich dieser Frage niemand. Das Thema Bankenhilfen erledigt sich für den Fall von alleine. Finanzielle Repressionen reichen dann nicht mehr. Inflation auch nicht. Die Enteignung der Bürger steht dann für einen Neuanfang. Ein unglaubliches Szenario? Kaum, die Risiken sind unübersehbar. Die Grafik stammt aus dem Beitrag. Wer kann daraus ernsthaft Zuversicht ableiten? Träumer. 
 



Die Inflation ist der deutsche "Soli" für Europa
(welt.de) Der Euro ist gerettet, wer auf seinen Zerfall spekuliert hatte, hat Verluste gemacht. Doch das heißt nicht, dass alles gut ist. Eine schleichende Inflation zwingt die Deutschen in die Transferunion. Von Thomas Straubhaar. Mehr...

Kommentar: Straubhaar hat den Anschluss verloren, erklärt den Euro schon für gerettet, obwohl die schwierigsten Aufgaben noch vor Europa liegen. Ihm genügt es, daß  "sich die Finanzmärkte beruhigt haben." Was schon deshalb nicht stimmen kann, weil es die nicht mehr gibt, nur noch Spekulanten. Die bereiten sich höchstens auf neue Angriffe gegen den Euro vor. Irgendwann werden sie auch die EZB und ihr unbegrenztes Anleihenkaufprogramm testen. Warum jagt Straubhaar jetzt schon die Inflationssau aus dem Stall? Schürt so die "German Angst", obwohl noch nichts auf eine ernstzunehmende Inflation hindeutet. Die Liquidität der EZB bewegt sich im Parallelkosmos der Finanzindustrie, dem weltweiten Finanzkasino. Sie kommt nur sporadisch in der Realität an. Das reicht kaum aus, um ausreichend Druck auszuüben. Ein anschauliches Beispiel ist Japan. Schon seit zwanzig Jahren wird das Land mit Liquidität geflutet, zu einer nennenswerten Inflation ist es bisher nicht gekommen.


Mario Draghi: In Europa entscheiden künftig die Ökonomen, nicht die Juristen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die europäischen Politiker spüren den Fluch der Schuldenfalle. EZB-Chef Mario Draghi sagt, dass die Ökonomen und nicht die Juristen darüber entscheiden werden, wer in Europa „systemrelevant“ ist. In Davos hat ein Minister beobachtet, wie hilflos seine Kollegen sind: Sie stehen in Schockstarre, wie das Wild, das von den Scheinwerfern eines Autos geblendet wird. Mehr... 

Kommentar: Das sind keine guten Aussichten. Bisher haben sich die meisten Ökonomen nicht mit Ruhm bekleckert, weder vor der Finanzkrise, noch in den Jahren danach. Die wenigen, die sich durch nützliche Beiträge auszeichnen, finden kein Gehör. Kaum denkbar, daß sich daran etwas ändert.


Abenomics soll Japans Wachstum beflügeln
(tagesanzeiger.ch) Japan hat die Wachstumsprognose für das Jahr 2013/2014 auf 2,5 Prozent erhöht. Grund sind die Stimulierungsmassnahmen der Regierung von Shinzo Abe. Kritik an seiner Wirtschaftspolitik weist Tokio zurück. Mehr...

KommentarErgänzung: So wird in der heutigen Zeit Wirtschaftspolitik gemacht. Die Konjunkturmaßnahmen schlagen nicht an ("Japans Geldpolitik verpufft an den Märkten", hier), trotzdem wird ganz selbstverständlich die Wachstumsprognose angehoben. Seit Jahren schon versucht die japanische Regierung die Deflation mit zahllosen Konjunkturprogrammen zu bekämpfen, ohne Erfolg. Es bleibt ein Fiasko. 


Die Unantastbaren
(sueddeutsche.de) Die US-Börsenaufsicht SEC schafft es nicht, kriminelle Finanz-Bosse hinter Gitter zu bringen - sie haben sich der Justiz entzogen. Jetzt nominierte die US-Regierung die frühere Strafverfolgerin Mary Jo White als Chefin der SEC. Das ist als Warnung zu verstehen. Mehr...
Kommentar: Ein wirklich lesenswerter Beitrag. Wir glauben noch nicht an das Wunder "Jail not Bail". Aber wir trauen den Amerikanern mehr zu als den Europäern, selbst wenn  sich Mary Jo White, wie beschrieben, schon mit den Finanzkonzernen ins Bett gelegt hat. Josef "Joe" Ackermann wird demnächst per internationalem Haftbefehl gesucht, das hätte gehörig viel Charme. 


Hope Has Changed - It Died
(zerohedge.com) Hope is dying in the US. The performance of financial markets affects everyone. For savers and investors, these markets represent the means to an improved life, at least as they define it. Savings and wealth provide options and opportunities, the quintessential aspect of being an American. These options and opportunities differentiated an American from someone who was born and destined to die in a hut or remain locked in a societal class from which there was no hope of escape.
Bonds and stocks were the primary means for savings and investments for generations of Americans. When these do not perform up to expectations, lives are changed. Plans and dreams are dashed. College educations, retirements and similar major events are deferred or never happen.
We are twelve years into this new century and Americans are losing their hopes, dreams and aspirations. Hard reality has crushed the optimistic spirit that once drove the country. The first decade rivaled the 1930s in terms of stock market performance. Twice, stock market wealth was halved in this ten-year period. Twelve years in, the S&P 500 has returned a total of 14%. That puny return has not come close to covering the decline in purchasing power of the dollar during the same period. Worse, a generation or two, has lost probably 33% of their wealth-producing years.
College graduates come out of school under-educated and buried in debt. Most cannot find a job commensurate with their education or aspirations. Taxes rise and will accelerate in the future as the federal debt and social promises become more binding. Young people find it difficult to imagine getting out from underneath their student loans or buying a home.
Outcomes in the housing and stock markets have affected millions. Equity in homes has dropped dramatically. Some have lost their homes as a result. Savings and wealth that were reasonably expected based on historical precedents did not materialize. Read more... 


Kommentar: Dieser Beitrag läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Was da steht, hat wenig zu tun mit den Hurra-Rufen auf das US-amerikanische Wirtschaftswachstum, die offizielle Arbeitslosenquote, die zweite Amtszeit des Barack Obama. Nüchtern und präzise wird Amerikas Zustand beschrieben. Ernst und irgendwie hoffnungslos. Da wartet viel Arbeit auf eine nächste Präsidentin oder einen nächsten Präsidenten. Obama kann höchstens noch Schlimmeres verhindern, für Besserung sorgt er nicht. 


Arbeiter ohne Stimme
(fr-online.de) Gewerkschaften in den USA droht die Bedeutungslosigkeit - mit gravierenden Folgen für die Arbeiter. Dafür sind auch deutsche Firmen mitverantwortlich. Mehr...

Kommentar: Noch ein Zeichen für den jämmerlichen Zustand Amerikas. 12 Millionen verlorene Jobs seit Beginn der Finanzkrise in den USA hinterlassen unweigerlich ihre Spuren. Amerikas Gewerkschaften sind krisenerprobt, untergehen werden die nicht, so viel ist sicher


"Brexit", Artikulation und Loyalität
(project-syndicate.org) Albert Hirschman, der Ende letzten Jahres starb, war ein großer Ökonom mit einer Begabung für die Vermittlung verblüffender Einsichten. Durch die Beobachtung einzelner Verhaltensweisen war er in der Lage, unsere Sichtweise einer ganzen Reihe bestimmter Probleme zu verändern. Eine seiner weitreichendsten Einsichten war sein Modell von „exit, voice, and loyalty” (deutscher Buchtitel: „Abwanderung und Widerspruch“).
In Folge einer Erfahrung mit schlechten Zugverbindungen in Westafrika erkannte Hirschman, dass sich die Effizienz eines komplexen sozialen System dann, wenn es Menschen ermöglicht, es zu verlassen (exit), verschlechtern kann. Eine bessere Lösung wäre, die Menschen bei sich zu behalten (loyalty). wodurch sie Anreize erhalten, Forderungen zu artikulieren (voice), was die Leistungsfähigkeit des Systems verbessern würde.
Mehr...

Kommentar: Der britische Wirtschaftshistoriker Harold James, immer wieder gut für einen brauchbaren Diskussionsbeitrag, beschäftigt sich intensiv mit der britischen Drohung eines EU-Austritts. Mit Hilfe des Soziologen Hirschman stellt James einige beachtenswerte Thesen auf. Als erklärter Gegner der britischen EU-Mitgliedschaft von Beginn an, gefällt uns seine folgende Feststellung aber besonders gut. Harold James findet, Großbritannien habe "seine Fähigkeit, einen effektiven Beitrag zu europäischen Reformen zu leisten, weitgehend eingebüßt." Eine treffliche Aussage. Obwohl James den Austritt Großbritanniens nicht wirklich für möglich hält.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.