Samstag, 2. Februar 2013

Standpunkt 532 - Nachrichten-Ticker, 01.02.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...  


Tagesthemen: Chart-Show 2012 – Konsumtempel Deutschland – 400.000 Einwanderer – Island – Niederlande – Frankreich – „Supernova“ – USA vs. Banken – USA im Wandel?


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Chart-Show 2012
(der-oekonomiker.blogspot.de) Es ist ein Jahresrückblick der besonderen Art. Ein Augenschmaus: An Hand vieler Charts des vergangenen Jahres zeigen augenfällig, wie fest die Finanzkrise noch immer die ganze Welt im Griff hat. Mehr... 

Kommentar: Immer noch höchst aktuell. 


Den Deutschen geht das Geld aus: Einzelhandel mit deutlichem Minus
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland haben im Dezember 2012 1,9 Prozent weniger umgesetzt als im Dezember des Vorjahres, so das Statistische Bundesamt (Destatis). Diesem nominalen Rückgang von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht ein realer Einbruch um 4,7 Prozent. Mehr...

Kommentar: Das Weihnachtsgeschäft hat, entgegen den vollmundigen Prognosen in der Vorweihnachtszeit, also doch nachgelassen. Die Deutschen sind keine Konsum-Biester, selbst wenn der GfK-Konsumklimaindex regelmäßig versucht, die ganze Welt vom Gegenteil zu überzeugen (hier). 


Einwanderer - Deutschlands neue Hoffnung
(manager-magazin.de) Deutschland steht vor der größten Immigrationswelle seit einer Generation. Ein Segen für die heimische Wirtschaft, aber auch Stress für die Boomregionen. Die Neubürger werden das Land verändern - zum Besseren. Mehr...

Kommentar: Jährlich 400.000 Zuwanderer aus den europäischen Krisenstaaten nach Deutschland. Im Kampf gegen die Überalterung der Bevölkerung. Nein, hauptsächlich im Kampf gegen höhere Lohnforderungen der Arbeitnehmer, als Abrißbirne für die letzten Grundmauern der Sozialen Marktwirtschaft und des Sozialstaats, zur dauerhaften Schwächung vieler Regionen in Europa. Südeuropa wird so zum neuen Rentnerparadies umgestaltet. Bevorzugt sollen es gut ausgebildete Leute sein, Ingenieure oder Ärzte beispielsweise, die nach Deutschland einwandern sollen. Das sorgt dann für erheblichen Druck auf die Mittelschicht, die muß dann nach Oben katzbuckeln und nach Unten treten. Der soziale Frieden, eh schon äußerst fragil, wäre endgültig futsch. Davon steht nichts in der Analyse. Auch kein Wort über die weit verbreiteten und tiefsitzenden Vorbehalte gegen den Zuzug von Ausländern hierzulande. Vielmehr sehen die Autoren "neue Chancen für Deutschland". Bleiben in dem Teil ihres Beitrag aber erstaunlich ungenau. Da zeigt sich dann doch, im Kaffeesatz lesen will gelernt sein. 


 Island siegt im „Icesave-Prozess“
(nachdenkseiten.de) Es war ein überaus wichtiger Sieg, den der Staat Island an diesem Montag vor dem EFTA-Gerichtshof erzielt hat. Grob verkürzt bedeutet das Urteil, dass Island bei seinem Weg, die Bevölkerung, und nicht die Banken, zu retten, nicht nur alles richtig gemacht hat, sondern dass der „isländische Weg“ auch mit EU-Recht konform geht. Von den deutschen Medien wurde das Urteil weitestgehend ignoriert, nur der Süddeutschen war dieses wichtige Ereignis eine Randnotiz wert. Dafür findet das Thema jedoch großen Zuspruch in den Blogs und sozialen Netzwerken – leider wird dabei jedoch meist ein unzutreffendes Schwarz-Weiß-Bild gezeichnet. Zeit, dieses wichtige Urteil einmal differenziert zu analysieren. Von Jens Berger. Mehr...

Kommentar: Wir stehen diesem Urteil und Islands Verhalten in dieser Angelgenheit äußerst ablehend gegenüber (hier). Grund genug, unsere LeserInnen auf diesen Beitrag aufmerksam zu machen, der völlig im Gegensatz zu unserer Auffassung steht und die Entscheidung des EFTA-Gerichtshofs ausdrücklich begrüßt. Bisher sind wir davon ausgegangen, daß die Forderungen gegenüber dem isländischen Einlagensicherungsfonds von Island nicht bedient worden sind. Sollte Berger recht haben, daß bereits 93,5% dieser Forderungen beglichen sind, so wäre unsere Einschätzung nicht länger haltbar. Leider bleibt Berger den Nachweis schuldig und uns selbst liegt keine Quelle vor, die seine Behauptung bestätigt. Wir bleiben dran.


Niederlande verstaatlichen viertgrößte Bank
(manager-magazin.de) Die Immobilienkrise in den Niederlanden fordert ein weiteres Opfer. Wegen fauler Kredite fängt der Staat den Finanzkonzern SNS Reaal auf und übernimmt damit seine dritte Bank. Das soll die Steuerzahler 3,7 Milliarden Euro kosten. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Wir dürfen daran erinnern: Kein Experte hatte Holland als Krisenherd auf dem Radar, da haben wir schon vor Entwicklungen gewarnt, die mittlerweile im Land tiefe Spuren hinterlassen (beispielsweise hier). Unsere Einschätzung sehen wir bestätigt. Die Ereignisse werden noch an Dramatik zunehmen, da sind wir uns absolut sicher. Holland bekommt eine ausgewachsene Bankenkrise, ähnlich der in Dänemark (hier). Österreichs DIE PRESSE nennt die Dinge schon jetzt beim Namen und sieht eine "Schwere Bankenkrise in Holland". Das Blatt schreibt: "Kosten der Notverstaatlichung der viertgrößten Bank könnte die Niederlande das Triple A kosten. Die Aktionäre der Bank gehen jedenfalls leer aus. Rettung kostet den niederländischen Steuerzahler 3,7 Mrd. Euro." Mehr hier.


Frankreich wird zum neuen kranken Mann Europas
(focus.de) Frankreich rutscht immer tiefer in die Krise. Die Stimmung der französischen Industrie ist so schlecht wie seit Jahren nicht. Die Stadt Dijon versteigerte aus Geldnot schon Bestände aus ihrem Weinkeller. Mehr...

Kommentar: Noch so eine vorhersehbare Entwicklung, über die wir frühzeitig berichtet haben. Die Einschläge rücken näher. Noch schlägt sich Deutschland wacker in der Krise. Von Dauer ist das nicht. Frankreich ist nach wie vor Deutschlands wichtigster Handelspartner. Nachdem Holland und Frankreich endüglitg in der Krise angekommen sind, halten in der Eurozone nur noch Österreich und Deutschland einigermaßen dagegen. Wie lange noch? 


Pimco-Chef: Finanzmärkte stehen vor einer „Supernova“-Explosion
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Bill Gross, Gründer und Managing Director bei dem größten Vermögensverwalter der Welt, sieht das Finanzsystem an seinem Ende angekommen. Gross verwaltet für Pimco 1,9 Billionen an Vermögenswerten. Seine Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, da bei mehreren europäischen Banken die ersten Derivaten-Bomben hochgehen. Mehr...

Kommentar: Was Gross beschreibt, ist höchst wahrscheinlich. Nur sollte man seinen Anlageempfehlungen nicht unbedingt Folge leisten. Den Investoren erklärt er, "die Staaten werden im Crash-Fall alles konfiszieren, was ihrer Politik dienen kann." Warum dann aber Staatsanleihen? Und dann auch noch von Staaten, die in der Krise stehen, wie Italien oder Australien, oder wo die Krise absehbar ist, wie Kanada? Das erschließt sich uns nicht. Wahrscheinlich ist auch Bill Gross nicht unfehlbar. 


US-Senatsausschuss gegen faktische Immunität der Großbanken
(heise/telepolis.de) Republikaner und Demokraten im Bankenausschuss einig, dass die Bankster nicht ungeschoren davonkommen dürfen. Mehr...

Kommentar: Ein Lippenbekenntnis, mehr nicht. In Wahrheit lautet die Devise "Bail not Jail" (hier). An anderer Stelle haben wir geschrieben: "Man kann es nicht anders formulieren: Die Entscheidung der US-Justiz ist ein ungeheuerlicher Vorgang, der die Täter belohnt und die Opfer, vorneweg über 300 Millionen Amerikaner, verhöhnt. Sie zeigt eindeutig, wer in den USA tatsächlich die Macht besitzt und davon konsequent Gebrauch macht. Nur, machen wir uns nichts vor: Die Macht dieser „kriminellen Vereinigung Finanzindustrie“ reicht auch nach Europa. Die führenden Politiker der westlichen Industrienationen sind die Hampelmänner und –frauen einer kleinen Gruppe von Strippenziehern, die weiter ihr Unwesen treiben dürfen." ("US-Justiz verschont Goldman Sachs", hier).


Bill Moyers and Matt Taibbi: Everyone Pays If the Banksters Don't Go to Jail
(alternet.org) Journalist Matt Taibbi assesses the Obama Administration’s approach to holding banks accountable for their behavior, and early indications are not promising. Taibbi tells Bill that fearing another economic calamity is no excuse for turning a blind eye to shockingly unethical decisions and management. Read more...

Kommentar: Eine passende Ergänzung zum vorangegangenen Beitrag. Da müssen wir nichts kommentieren, Matt Taibbi vom US-Rolling Stone bringt die Dinge auf den Punkt. Bill Moyers ist ein bekannter US-Journalist und war in grauer Vorzeit Pressesprecher von Präsident Lyndon B. Johnson.


Eine neue Progressive Ära in Amerika?
(project-syndicate.org) Im Jahr 1981 erklärte US-Präsident Ronald Reagan anlässlich seiner Amtsübernahme: „Der Staat ist nicht die Lösung unseres Problems. Der Staat ist das Problem.” Diese Ära scheint nun, 32 Jahre und vier Präsidenten später nach der jüngsten Angelobungsrede Barack Obamas, in der er nachdrücklich für eine größere Rolle des Staates bei der Lösung der vordringlichsten Probleme Amerikas – und der Welt – plädierte, zu Ende zu gehen.  
Reagans Äußerung des Jahres 1981 war außergewöhnlich. Damit wurde signalisiert, dass der neue amerikanische Präsident weniger interessiert war, die Probleme der Gesellschaft mit Hilfe des Staates zu lösen, als vielmehr die Steuern zu senken, wovon hauptsächlich die Wohlhabenden profitierten. Noch wesentlicher ist der Aspekt, dass mit seiner Präsidentschaft eine „Revolution“ der politischen Rechten eingeläutet wurde, – gegen die Armen, die Umwelt, Wissenschaft und Technik – die drei Jahrzehnte dauern sollte, wobei die Grundsätze dieser Zeit mehr oder weniger von allen Reagan folgenden Amtsinhabern eingehalten wurden: George H. W. Bush, Bill Clinton, George W. Bush, und in mancherlei Hinsicht auch von Obama während seiner ersten Amtszeit.
Diese „Reagan-Revolution“ umfasste vier Hauptbestandteile: Steuersenkungen für die Reichen; Ausgabenkürzungen in den Bereichen Bildung, Infrastruktur, Energie, Klimawandel und Berufsausbildung; massive Erhöhungen des Verteidigungsbudgets und wirtschaftliche Deregulierung, einschließlich der Privatisierung von Kernaufgaben des Staates wie der Betrieb von Militärbasen und Gefängnissen.  Obschon als Revolution des „freien Marktes“ deklariert, weil man das Zurückdrängen des Staates in Aussicht stellte, war diese Entwicklung jedoch der Beginn eines Angriffs wohlhabender Partikularinteressen auf die Mittelschicht und die Armen.   
Zu diesen Partikularinteressen zählten die Wall Street, Big Oil, die großen Krankenversicherungen und die Waffenproduzenten. Sie verlangten Steuersenkungen und bekamen sie auch. Sie verlangten eine Einschränkung des Umweltschutzes und bekamen das auch. Sie verlangten und bekamen das Recht, die Gewerkschaften anzugreifen. Und sie verlangten lukrative Staatsaufträge, auch für paramilitärische Operationen, und setzten auch diese Forderung erfolgreich durch. 
Über mehr als drei Jahrzehnte hinterfragte niemand wirklich die Folgen einer Entwicklung, im Rahmen derer politische Macht in die Hände der Meistbietenden übertragen wird. Unterdessen entwickelte sich Amerika von einer Gesellschaft der Mittelschicht zu einem zunehmend von der Kluft zwischen Arm und Reich geprägten Staat. Konzernmanager, die früher etwa 30 Mal so viel verdienten, wie der durchschnittliche Arbeiter, bekommen nun etwa 230 Mal so viel. Obwohl einst weltweit führend im Kampf gegen Umweltzerstörung, war Amerika die letzte große Volkswirtschaft, die die Realität des Klimawandels anerkannte. Die Deregulierung des Finanzsektors machte zwar die Wall Street reich, aber Betrug, übermäßige Risikobereitschaft, Inkompetenz und Insiderhandel führten in eine globale Wirtschaftskrise.
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Kommentar: Der US-Ökonom  Jeffrey D. Sachs versucht sich daran, für die zweite Amtszeit Obamas ein bisschen Zuversicht zu verbreiten. Ausgerechnet die zweite Antrittsrede des Präsidenten nimmt er dafür zum Anlass. Die ist voller Pathos, aber enthält kaum sachdienliche Hinweise. Wir bleiben dabei: Barack Obama wird nichts ausrichten für die Amerikaner und als friedensnobelpreisdekorierter, wirkungs- und führungsloser Präsident in die US-Geschichte eingehen.  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.