Sonntag, 3. Februar 2013

Standpunkt 533 - Nachrichten-Ticker, 02.02.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Klaus von Dohnanyi vs. Eurokrise – Trennbanken


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Unbegrenzte Schulden-Solidarität? Ein Unding!
(welt.de) Die EU ist gezwungen, sich endlich der Globalisierung zu stellen. Das bedeutet keineswegs eine weitere Zentralisierung. Im Gegenteil: Womöglich, sollten die Mitgliedsstaaten ihre Macht behalten. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag macht klar, aus Klaus von Dohnanyi wäre nie ein großer Staatsmann geworden, weder ein deutscher, noch weniger ein europäischer. Von Dohnanyi fehlen Visionen, er will die alten Zustände verwalten statt die Zukunft gestalten. Am Alter kann es nicht liegen, wie Alt-Kanzler Helmut Schmidt und Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher beweisen, die heute noch kraftvoll für Europa und den Euro eintreten. Folgt man seinen Argumenten und besieht sich seine Fakten, dann erkennt man von Dohnanyi's Seelenverwandschaft mit den ultra-konservativen, nationalistischen Kräften um Starbatty, Schachtschneider, Henkel, Issing, Sinn, Gauweiler, usw. Alles Leute, die mit Europa zurück wollen in die Kleinstaatlichkeit des 18. Jahrhunderts, in der Hoffnung, Deutschlands wirtschaftliche Vormachtstellung in Europa auf diese Weise sichern zu können. 
Wir haben schon zigfach die Hintergründe der Krise in Europa erläutert. Deshalb wollen wir heute nichts davon wieder aufwärmen. Wer zu diesem Thema noch Aufklärungsbedarf hat, der nutze bitte am Schluss dieses Tickers die Links zu unseren wichtigsten Blog-Beiträgen. Lieber zitieren wir aus einem Interview mit Hans-Dietrich Genscher, abgedruckt im stern 51/2012, in dem Genscher, übrigens im gleichen Alter wie von Dohnanyi, mit nachvollziehbaren Argumenten für Europa und den Euro eintritt. Genscher ist  besorgt, daß die Deutschen Europa und den Euro leichtfertig auf Spiel setzen, "weil bei uns Stimmen ertönen, die sich über die Konsequenzen eines Scheiterns des Euro nicht im Klaren sind. Sie haben nicht begriffen, dass zur historischen Begründung - nie wieder Krieg in Europa - ein zweiter Aspekt hinzugekommen ist: Wir sind in eine neue Weltordnung eingetreten mit großen globalen Mitspielern, denen gegenüber keiner der europäischen Staaten, nicht einmal Deutschland als größter, allein bestehen könnte." Stellung bezieht Genscher auch zu der Frage, ob die Deutschen "die D-Mark auf französischen Druck für die deutsche Einheit" hätten "opfern müssen". Das Gegenteil sei richtig. Er "habe im Februrar 1988 eine Denkschrift für die Währungsunion veröffentlicht, und schon im Mai wurde auf dem Europäischen Rat in Hannover ein entsprechender Beschluss gefasst. Nun behaupte niemand, er habe damals schon gewusst, dass im November 1989 die Mauer fällt." Klaus von Dohnanyi behauptet, "die Wurzel der Krise sei der Euro". Dazu Genscher: "Wenn wir für Deutschland die Vorteile und Verpflichtungen aus der Zugehörigkeit zur EU betrachten, dürfen wir nicht nur einen Ausschnitt herausgreifen, nämlich die Zahlungen für den Haushalt der EU. Wir müssen auch die enormen Vorteile sehen, die wir aus einem Binnenmarkt von 500 Millionen Menschen ziehen - ein Markt, der in Euro-Europa frei ist von Währungsschwankungen. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als Abwertungen in Italien und Frankreich plötzlich zu einer enormen Verteuerung der deutschen Exporte führten - mit einschneidenden Folgen für die deutschen Arbeitsplätze. Die Chinesen stützen den Euro ja nicht aus Nächstenliebe, sondern sie wissen, dass eine zweite Welt-Reservewährung neben dem Dollar enorm wichtig ist - für die ganze Welt." Zum Thema "Grexit" bezieht Genscher ebenfalls klar Stellung. Er hält es für richtig, Griechenland in der Eurozone zu halten. "Ein Herausbrechen Griechenlands würde bedeuten, dass sich die Spekulation das nächste Opfer sucht. Wenn man eine Bastion verteidigt, muss man zuerst das schwächste Glied stärken." Genscher erwartet auch nicht, dass die Deutschen eines Tages für alles zahlen müssten. Dieser Tag käme nur dann, "wenn wir auf die Funtamentalkritiker hören würden, die gar keine Alternative anzubieten haben!" Zur Rolle Deutschlands im heutigen Europa gibt es von Hans-Dietrich Genscher noch eine Aussage Adenauer'schen Zuschnitts: "Je größer das Gewicht eines Landes ist, desto größer sind nicht seine Rechte, sondern desto schwerer wiegt seine Verantwortung." Solche Aussagen würden wir uns auch von Klaus von Dohnanyi wünschen, statt rumzuquengeln und die deutschen Stammtische mit den üblichen Phrasen zu bedienen: "Solidarität - nur im Ausnahmefall." Norbert Walter, der kürzlich verstorbene frühere Chef-Ökonom der Deutsche Bank, sah das ganz anders: „Es gibt für uns keine Alternative zur Solidarität mit Europa.“ 


Bankenverband lehnt Trennbanken ab
(handelsblatt.com) Die Trennung von Investmentbanking und dem Privatkundengeschäft war von der Politik angeregt worden. Die Krise habe gezeigt, dass Universalbanken stabiler seien als spezialisierte Institute, argumentiert der Verband. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Natürlich versucht die Finanzindustrie die Vorschläge der Liikanen-Kommission zu verhindern. Dann käme nämlich ans Licht, wieviel wertloser Müll in den Bilanzen der Banken noch schlummert und wie marode das ganze System eigentlich ist. Die wichtigsten Argumente der Gegner einer Trennung sind schlicht erfunden. Das heutige Universalbankensystem hat nichts gemeinsam mit den Universalbanken früherer Tage, zu Zeiten eines Alfred Herrhausen beispielsweise, auf die sich aber ausdrücklich berufen wird. Außerdem ist vielfach, gerade in jüngster Zeit, wieder bewiesen, dass die Banken nichts aus der Krise gelernt haben. Höchstens, ihre kriminellen Machenschaften noch besser vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Wer sich näher mit der Haltung des Bankenverbandes beschäftigen möchte, dem empfehlen wir ein Interview mit dem Präsidenten, Andreas Schmitz, das kürzlich in der Frankfurter Rundschau erschienen ist: "Das Bild in der Öffentlichkeit ist miserabel". Schmitz spricht über  "die Gier, das Gute und die Occupy-Bewegung". Mehr hier


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.