Montag, 4. Februar 2013

Standpunkt 534 - Nachrichten-Ticker, 03.02.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...  


Tagesthemen: IWF vs. Eurokrise – Deutschland – Amerika


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen Ausgabe gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.


CEPR: IWF bleibt unbelehrbar
(heise/telepolis.de) Während die volkswirtschaftliche Abteilung des IWF sich mittlerweile zu einer realistischen Weltsicht durchringt, ignoriert der IWF weiter die eigenen Erkenntnisse. 
Die Ökonomen Mark Weisbrot und Helene Jorgensen vom einflussreichen "Center for Economic and Policy Research" (CEPR) in Washington D.C. haben die Empfehlungen inhaltlich untersucht, die der IWF regelmäßig im Rahmen des "Artikel IV-Programms" an die EU-Mitgliedstaaten erteilt. Damit wollten sie der Frage nachgehen, inwiefern diese Empfehlungen zur aktuellen Misere Europas beitragen, die immerhin von einem Mitglied der über das Schicksal der europäischen Krisenstaaten entscheidenden "Troika" aus IWF, EU-Kommission und EZB kommen. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag verdient die ungeteilte Aufmerksamkeit unserer LeserInnen. Jedenfalls von denen, die noch nicht aufgegeben haben, sich des "eigenen Verstandes zu bedienen", wie es schon Immanuel Kant empfahl. Die Studie, um die es in dem Beitrag geht, belegt die dauerhafte Unfähigkeit des IWF, zur Lösung irgendeiner Krise in der Vergangenheit, etwas nützliches beigetragen zu haben. Vielmehr hat der IWF keine Möglichkeit ausgelassen eine Krise zu verschärfen, wenn es den Interessen der westlichen Industriestaaten, allen voran natürlich den USA, dienlich war. Offensichtlich ist diese Tatsache nicht länger zu verbergen, so daß der Chef-Ökonom des IWF, Olivier Blanchard, mit Blick auf die Eurokrise und den vom IWF empfohlenen Maßnahmen zur Beendigung der Krise, die Flucht nach Vorne antritt und seinem Haus kein gutes Zeugnis ausstellt. Wer über hinreichende Englischkenntnisse verfügt, der sollte unbedingt einen Blick in die Studie des CEPR (hier) und das IMF-Working Paper von Blanchard (hier) werfen. Olivier Blanchard jedenfalls erscheint uns ein seltenes Beispiel dafür zu sein, dass der Akademikergeist nicht immer dazu neigt, "an einmal aufgenommenen Meinungen festzuhalten und sich dabei als Hüter der Wahrheit vorzukommen", wie der Franzose Claude Henri Saint-Simon, Graf de Rouvroy, bereits Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts, befürchtete. Die kürzlich leider verschiedene Financial Times Deutschland nannte bereits im Mai 2010 Blanchard einen "Revolutionär im IWF" (hier). 


Erfrieren in bester Gesellschaft 
(zeit.de) Ein Mann liegt mit erfrorenen Füßen mitten in der Stadt, es geht ihm schlecht. Niemand nimmt Notiz davon. Leserin Susanne Schmidt hat ihm geholfen. Mehr...

Kommentar: Wir möchten mit diesem Beitrag zeigen, daß auch in Deutschland das Elend nicht weit weg ist - auch wenn kaum jemand davon Kenntnis nimmt. Und eine Statistik dazu erst gar nicht geführt wird. Eine wunderbare Lösung in Deutschland, dem Land wo nach Aussagen der Regierung reichlich "Milch und Honig" fließen:: keine Statistik, keine Fälle, nichts. Obdachlose gibt es hierzulande nicht. Basta. 


Die Soziale Marktwirtschaft stellt den Menschen in den Mittelpunkt
(arbeitgeber.de) Im Zentrum der Sozialen Marktwirtschaft steht der Mensch als Träger der unveräußerlichen Freiheitsrechte, mit einem natürlichen Drang nach persönlicher Entfaltung und wirtschaftlicher Existenzsicherung. Untrennbar damit verbunden ist das Prinzip der Eigenverantwortung eines jeden Menschen für seine Lebensführung und seine existenzielle Sicherung. Eigenverantwortung ist der grundlegende Beitrag eines jeden Menschen zur Gemeinschaft. Mehr...

Kommentar: Die Definition des Begriffs "Soziale Marktwirtschaft" aus Sicht der deutschen Arbeitgeber 2013. Da hat der Mann aus dem vorangegangenen Beitrag von Susanne Schmidt irgendwann in seinem Leben wohl die falsche Abzweigung genommen. Scheinbar hat er die Sache von der Eigenverantwortung nicht verstanden, oder die Werteordnung der Gesellschaft nicht verinnerlicht. Es kann aber auch einfach nur sein, dass es mit der Bildung nicht so recht geklappt hat und er deshalb ohne jede Chance war, sich in der neuen Begriffsbestimmung zurechtzufinden. Menschenverachtung - auch 2013 wesentlicher Bestandteil der Gesellschaft. Die Krise in Europa wird sie zusätzlich befeuern, wie die Entwicklung in den betroffenen Ländern schon zeigt. 


Das Versagen Amerikas 
(zeit.de) Der Streit um die US-Staatsfinanzen offenbart eine tiefere Krise: 200 Jahre lang war Amerika ein hochgradig leistungsfähiges Land. Das wird gerade verspielt. Mehr...

Kommentar: Der Autor dieses Beitrags, Daron Acemoglu, ist kein unbeschriebenes Blatt, wie einige seiner Veröffentlichungen beweisen. Deshalb wiegt seine Kritik an den US-amerikanischen Verhältnissen schwer. Vor allen Dingen vor dem Hintergrund, dass es die USA sind, die vor allen anderen Krisenregionen ihre Hausaufgaben machen müssen, damit die Weltwirtschaft wieder nachhaltig Fahrt aufnimmt. Was Acemoglu beschreibt, ist kaum zu widerlegen, die enorme Zunahme der gesellschaftlichen Ungleichheit ist Fakt. "Das oberste eine Prozent der reichsten Amerikaner strich früher mal zusammen ein Zehntel des Nationaleinkommens ein, aber heute ist es fast ein Viertel." Er glaubt, mit besseren Chancen durch mehr Bildung sei dem Problem beizukommen. Das mag sein, nur werden wir auf absehbare Zeit in keiner westlichen Industrienation erleben, dass sich die Bildung verbessern wird. In den USA hat man bereits Ende der 1950er Jahre damit begonnen, die Bildung breiter Schichten zurückzuführen. Diese Entwicklung hat sich in den vergangen Jahr nur noch verschärft, tausende Lehrkräfte wurden entlassen. In Deutschland hat man sich bis in die 1980er Jahre damit Zeit gelassen. Großbritannien ist dem Beispiel der USA gefolgt und bietet ebenfalls seit Jahrzehnten beste Bildung nur den "oberen Zehntausend" an. So oder ähnlich verhält es sich in allen westlichen Staaten. Der Grund ist leicht zu durchschauen: Schlecht ausgebildete Bürger lassen sich leichter (ver-)führen, und - besonders wichtig - widerspruchslos in weit entfernte Kriege schicken. Das alles zeigt deutlich, Acemoglu's Amerika ist Teil einer weltweiten Fehlentwicklung. Deshalb ist letztlich doch höchst wahrscheinlich, dass sich die USA wieder an die Spitze der Wirtschaftsmächte setzen werden - nicht weil die Amerikaner die besseren Ideen haben, sondern weil die Europäer heillos zerstritten sind, die Chinesen alle Hände voll damit zu tun haben ihre fragile Wirtschaft zu stabilisieren, Russland nach alter Kommunistenmanier immer noch gegen das Volk regiert wird und die übrigen Schwellenländer von allen anderen abhängig sind. Das sollten Kapitalanleger beachten, bevor sie ihr Geld nach China, Russland, Indien, Australien, Kanada, oder Südamerika, usw., auf die Reise schicken. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.