Dienstag, 5. Februar 2013

Standpunkt 535 - Nachrichten-Ticker, 04.02.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Banker-Haftung – NRW füttert Goldman Sachs – Griechenland – Berlusconi vs. Italien – Großbritannien – Immobilienkrise Schweiz – Liquiditätsschwemme – Japan – Argentinien


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen Ausgabe gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


London und Berlin rücken gegen Banker vor
(manager-magazin.de) Für Banker ist dies eine heiße Woche: In Berlin liegt der Entwurf für eine schärfere Regulierung auf dem Kabinettstisch, die Topmanager der Branche im schlimmsten Fall hinter Gitter bringen kann. In London diskutiert die Regierung ernsthaft über Berufsverbote und Zwangsaufspaltungen. Mehr...

Kommentar: Sollte tatsächlich ein erster Anfang gemacht werden? Oder ist es nur eine Finte, mit der Aktionismus vorgetäuscht werden soll? In Großbritannien, weil die Banken dort jüngst endgültig den Bogen überspannt haben. In Deutschland, weil im September Wahlen anstehen und der vorläufige Kanzlerkandidat der SPD versucht, dieses Thema zu besetzen (hier). Jahrelang herrschte Funkstille in Europa, es gab Lippenbekenntnisse, sonst nichts. Ganz im Gegenteil. Den internationalen Großbanken wird mit Milliarden geholfen ihr Finanzcasino am Leben zu erhalten, während dafür in den betroffenen Staaten die Staatsschulden durch die Decke gehen, die Wirtschaftsleistung dramatisch einbricht und in der Folge Elend und Tod Einzug halten. Die Krise wird damit nur verschärft. 


Das Milliardengeschenk von NRW an Goldman Sachs
(Olaf Storbeck) Mehr Markt, weniger Staat – die Privatisierung der  Wohnungsgesellschaft LEG war eines der Prestigeprojekte der schwarz-gelben NRW-Landesregierung von Jürgen Rüttgers (CDU).
Mitte 2008 verkaufte das Land das Unternehmen an die  US-Investment-Bank Goldman Sachs. “Es ist uns gelungen, die LEG zu einem guten Preis zu veräußern”, sagte der damalige NRW-Finanzminister Helmut Linssen und heutige CDU-Bundesschatzmeister damals. 
Heute ist klar: Genau das Gegenteil war der Fall . Der Preis war gut, aber nur aus Sicht des Käufers. Die nordrhein-westfälischen Steuerzahler machten ein extrem schlechtes Geschäft, wie der heutige Börsengang der LEG deutlich macht. Goldman zahlte vor fünf Jahren 787.1 Millionen Euro für die LEG – an der Börse ist das Unternehmen heute drei mal so viel wert, rund 2,3 Milliarden Euro. Mehr...

Kommentar: Während sich die Stammtischführer in ganz Deutschland, unterstützt von den heimatlichen Leitmedien, immer wieder über neue Korruptionsfälle, bevorzugt natürlich in Griechenland, ihre Gemüter erhitzen, passieren sehr viel schlimmere Dinge direkt vor ihren Augen, aber keiner regt sich auf. Obwohl der Betrug damals öffentlich gemacht wurde, wie der Beitrag beweist. Aber die Zeiten waren günstig, gerade fand die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz statt. Prima geeignet, dieses Geschäft hinter dem Rücken der fußballverrückten Öffentlichkeit erfolgreich durchzuschieben. Wird Deutschland regiert von Idioten, die sich über den Tisch ziehen lassen? Kaum, es sind machtbesessene, höchst geldgeile, mit allen Wassern gewaschene Politiker, denen nicht das Wohl der Allgemeinheit, sondern ausschließlich ihr eigenes, am Herzen liegt. Von dem in diesem Beitrag beschriebenen Ereignis ist es nicht weit zu den Milliardenhilfen für die Banken in Europa und der verweigerten Solidarität mit den Krisenstaaten. 


Bauern drohen Griechenland "lahmzulegen"
(diepresse.com) Die Landwirte fordern niedrigere Treibstoffpreise. Sie drohen die Autobahnen vollständig zu blockieren. Auch die Seeleute streiken weiter, Inseln ohne Flughäfen sind praktisch abgeschlossen. Mehr...

Kommentar: Wir warten eigentlich täglich auf das Eingreifen des Militärs. Die Lage spitzt sich in Griechenland weiter zu und es ist nach unserer Einschätzung nur eine Frage der Zeit, bis die Regierung versuchen wird das Militär einzusetzen, um die sogenannte "öffentliche Ordnung" wieder herzustellen. In Deutschland findet diese Meldung übrigens keine Beachtung. 


Berlusconi verspricht Strafnachlass für Steuersünder
(wirtschaftsblatt.at)  Im Ringen um die Stimmen der noch unentschlossenen Wählerschaft verspricht der italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi jetzt auch einen allgemeinen Strafnachlass für Steuersünder. Mehr...

Kommentar: Wir waren uns sicher, Berlusconi ist chancenlos. Aber er kämpft, wir hätten es wissen können, mit allen Mitteln für seine Rückkehr in die Politik. Es ist halt doch angenehmer, noch einmal als Ministerpräsident zu amtieren, als für mehrere Jahre in den Knast zu wandern. Es könnte noch einmal eng werden für Italien. 


Großbritannien: Was haben die Europäer je für uns getan?
(presseurop.eu) Eigentlich ziemlich viel, meint eine Kolumnistin in The Independent, nachdem die britischen Pro-Europäer sich vergangene Woche versammelten, um den abscheulichen Euroskeptikern eine neue Organisation entgegenzusetzen. Eine würdige Hommage an den zwar subtilen aber zugleich auch tiefgreifenden Einfluss den die EU auf England ausübt. Auszüge. Mehr...

Kommentar: Ein wohltuend sachlicher Beitrag von der Insel. Dessen Fazit bestätigt unsere Einschätzung: Großbritannien bleibt in der EU. Bis die Briten das akzeptieren gibt es aber noch viel Wind um nichts. Die Karikatur zum Beitrag wollen wir unseren LeserInnen nicht vorenthalten: 




Kreditblase am Schweizer Immobilien-Markt
(format.at) Die Ungleichgewichte auf dem Schweizer Immobilienmarkt nehmen weiter zu. Der UBS Immobilienblasenindex stieg nach Angaben der Großbank vom Montag im vierten Quartal 2012 gegenüber dem Vorquartal um 0,09 Indexpunkte auf neu 1,11 Zähler und stieß damit weiter in die Risikozone vor. Mehr...

Kommentar: Wir können es unseren Leserinnen nicht ersparen: Die Schweiz ist keine risikofreie Zone. Ganz im Gegenteil. Auch wenn die Unbelehrbaren hierzulande gerne an diesem Märchen festhalten und es weitererzählen. Natürlich versuchen die Schweizer die Probleme so lange wie möglich unter ihrer Decke zu halten. Der Immobilienmarkt ist nur ein Teil der kommenden Schwierigkeiten. Sehr viel schwerer wiegt die unkontrollierte Beteiligung der beiden Großbanken am Derivatehandel. Die folgende Grafik zeigt augenfällig, wie wenig der solide Ruf der Schweiz gerechtfertigt ist: 
Quelle: manager-magazin.de


Der Zentralbank-Sozialismus der Angelsachsen
(welt.de) Mit lockerer Geldpolitik machen Bank of England und Fed der heimischen Wirtschaft das Leben leichter. Doch damit verhindert sie auf lange Sicht auch nötige Anpassungen der Unternehmen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es ist schon erstaunlich, mit was die deutschen Leitmedien ihren Wirtschaftsteil füllen. Wann hört endlich die Täuschung auf, dass die nahezu unbegrenzte Liquidität der Notenbanken der jeweiligen Wirtschaft zu Gute kommt? Natürlich sitzen in den USA auch die Konzerne auf prall gefüllten Geldsäcken. US-Schätzungen gehen von insgesamt 2 Billionen US-Dollar aus. In der Wirtschaft bewirken sie nichts. Es gibt keine ausreichenden Arbeitsplätze, das Lohn- und Gehaltsniveau ist schlecht, die Qualität der Jobs auch, die Steuereinnahmen gehen zurück, ganze Regionen versinken in Armut. Selbst der niedrige Dollarkurs ändert nichts an dem massiven Leistungsbilanzdefizit der USA. Dafür gibt es nur einen Grund: Die Konzerne in Amerika setzen ihre Liquidität lieber zur Spekulation ein. In Großbritannien verhält es sich nur geringfügig anders. Dort muss die Finanzindustrie nicht teilen, sie behält das Geld gleich komplett. Positive Impulse für die Wirtschaft gibt es auch in Großbritannien nicht. Die Drückung der Lohnstückkosten oder die Abwertung des Pfund zeigen nachweislich keine Wirkung. Als Gegenentwurf beschreibt der Beitrag die Maßnahmen der Eurozone. Die "Europäer machen ihre Wirtschaft leistungsfähiger" heißt es. "Sie liberalisieren die Arbeitsmärkte, erhöhen ihre Wettbewerbsfähigkeit und bauen Leistungsbilanzdefizite ab – auf die harte Tour, fast ohne die Hilfe der Druckerpresse." Eine ziemlich dreiste Behauptung vor dem Hintergrund, dass die EZB den Banken in zwei Tranchen knapp 1 Billion Euro Liquidität zur Verfügung gestellt hat. Außerhalb der Rettungspäckchen, die die Staaten immer wieder bereitstellen. Der Beitrag ist ursprünglich bei wallstreetjournal.de erschienen (hier). Daraus stammt die folgende Grafik: 





Mit Niedrigzinsen und öffentlichen Investitionen aus der Deflation?
(sozialismus.de) Seit dem Platzen der Immobilien und Vermögensblase 1989/90 ist Japan von rückläufiger Teuerung (Deflation) und geringem Wirtschaftswachstum oder Stagnation der wirtschaftlichen Leistung geprägt. Die jahrzehntelang regierende liberaldemokratische LDP hat über massive Konjunkturprogramme immer wieder versucht aus dieser Blockade der Akkumulationsdynamik auszubrechen — ohne Erfolg. Mehr...

Kommentar: Auch jetzt ist es wieder die LDP, die mit ihrem uralten Rezept  versucht, Land zu gewinnen. Diese Analyse beschreibt, warum auch dieser neue Versuch nicht funktioniert. Die japanische Bazooka bleibt wirkungslos. Das Fazit ist eindeutig: "Die Hoffnung, dass eine tiefes Zinsniveau und umfangreiche Konjunkturpakete Japan aus der Stagnation herausführen, wird sich nicht erfüllen. Die Wachstumsraten werden nach kurzem Aufblühen weiter tief bleiben. Den Preis für die schleichende Schwächung der Währung und die Verstärkung der Überkapazitäten im japanischen Unternehmenssektor wird in Form von sinkenden Realeinkommen von den japanischen BürgerInnen gezahlt. Insbesondere die Nullzinspolitik, die die Signal- und Allokationsfunktion des Zinses außer Kraft setzt, erhöht die Gefahr, dass strukturelle Verzerrungen im Kapitalstock zementiert werden. Mit dem tendenziellen Rückgang des Zinsniveaus in Japan lässt sich keine Revitalisierung der Kapitalakkumulation auf den Weg bringen. 


Argentinien rechnet Inflation und BIP schön
(derstandard.at) Die Inflationsdaten, die Argentinien an den IWF liefere, seien erheblich geringer, als Statistiken unabhängiger Experten, tadelt der IWF. Mehr...

Kommentar: Natürlich macht Argentinien das seit Jahren so. Frühe LeserInnen unseres Blogs konnten aber bereits im Oktober 2011 folgendes lesen: "Das immer wieder gerne zitierte Beispiel Argentinien für eine gelungene Sanierung nach einer Staatspleite ist wie der Vergleich zwischen Äpfel und Birnen. Das Land war nicht Teil einer Währungsunion, sondern Opfer einer verfehlten Finanz- und Wirtschaftspolitik der damaligen größenwahnsinnigen Regierung. Pleite ging Argentinien jedoch erst durch die Rettungsmaßnahmen des IWF und verschiedener „interessierter“ Staaten (USA, Spanien), die ihre Hilfskredite an drakonische Sparprogramme banden. Das Ergebnis: Das Land wurde zahlungsunfähig, das Tafelsilber hauptsächlich an Konzerne aus Spanien und den USA unter Wert verscherbelt, danach die vielen in- und ausländischen (Klein-) Anleger per Schuldenschnitt zur Kasse gebeten. Davon hat sich Argentinien auch nach 20 Jahren noch nicht erholt, so liegt beispielsweise die Inflationsrate aktuell bei über 30%!" (hier). 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.