Donnerstag, 7. Februar 2013

Standpunkt 537 - Nachrichten-Ticker, 06.02.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Fed – Währungskrieg – Standard & Poor’s – Trennbankensystem – Land Grabbing


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen Ausgabe gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Schuld ist die Fed
(project-syndicate.org)  Angesichts der nun publik werdenden peinlichen Enthüllungen über die Risikoeinschätzung der Fed am Vorabend der Finanzkrise, sehen Kritiker der US-Notenbank ihren großen Tag gekommen. Die Fed ist nämlich per Gesetz verpflichtet, die Protokolle der Sitzungen ihres Offenmarktausschusses (FOMC) mit einer Verzögerung von fünf Jahren zu veröffentlichen.
Obwohl die große Krise erst mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 ausbrach, war bereits im Sommer 2007 klar, dass auf den Kreditmärkten, wo immer seltsamere Entwicklungen einsetzten, etwas gewaltig in die falsche Richtung lief. Doch viele Vertreter der Fed verkannten ganz klar die Bedeutung dieser Entwicklungen. Ein Gouverneur meinte, dass die beginnende Sorge der Märkte hinsichtlich der Subprime-Hypotheken als gutes Zeichen zu werten sei.  Ein anderer argumentierte, dass sich der sommerliche Stress auf den Märkten höchstwahrscheinlich als geringfügiges Problem erweisen würde.
Verschiedene Kritiker führen derartige Äußerungen als Beweis für das Unvermögen der Fed ins Treffen und meinen, dass man ihre Unabhängigkeit beschneiden oder noch drastischere Maßnahmen ergreifen sollte. Das ist Unsinn. Ja, man hätte manches besser machen können und sollen, aber es ist grotesk, Gouverneure der Fed herauszupicken, um der ganzen Institutionen die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben, dass man die nahende Katastrophe nicht erkannt hatte.
Außerdem stand die Fed nicht alleine da. Die wenigsten Marktteilnehmer, nicht einmal diejenigen mit Zugang zu Bergen von Information und einem breiten Spektrum an Expertengutachten, hatten im August 2007 wirklich eine Ahnung davon, was los war. Gewiss war auch der US-Kongress ratlos. Seine Mitglieder waren immer noch mit Lobbyarbeit für die staatlich unterstützten Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac beschäftigt, wodurch sie die Lage noch verschlimmerten.
Ebenso wenig bekleckerte sich der Internationale Währungsfonds mit Ruhm. Im April 2007 veröffentlichte der IWF seinen berühmten schönfärberischen Jahresbericht World Economic Outlook, in dem man erklärte, dass sämtliche Probleme in den Vereinigten Staaten und anderen Industrieländern, die Anlass zur Sorge gaben, übertrieben wären. Mehr...


Kommentar: Dieser Beitrag des US-Ökonomen Kenneth Rogoff macht deutlich: Mitten in der Krise hatte das Fed davon noch keine Ahnung. Für diesen Zustand der Ahnungslosigkeit müssen wir aber vollstes Verständnis haben, schliesslich hatten auch alle anderen Experten keinen blassen Schimmer von dem begonnenen Unheil. Die wenigen, die durchgeblickt haben, hatten einfach nur Glück, kollektive Dummheit ist nämlich die Regel. Die Unfähigkeit der Experten, 1 und 1 so zusammenzuzählen, dass tatsächlich 2 herauskommt, ist weiter ungebrochen. Deshalb können wir auch nicht damit rechnen, dass Notenbanker, Ökonomen und Politiker endlich Lösungen für die Finanzkrise und ihre vielen kleinen "Folgekrisen" finden, sondern erklären sie statt dessen einfach schon seit Monaten für beendet. Mit dem Ergebnis, dass sich die Dinge weiter verschlimmern. Da macht sich Hoffnungslosigkeit breit, oder? 


World Risks ‘Perfect Storm’ on Capital Flows, Carstens Says
(bloomberg.com) A “perfect storm” may be forming in the world economy as signs of a recovery spur capital flows to emerging markets and some advanced nations that may lead to asset bubbles, Banco de Mexico Governor Agustin Carstens said. Read more...

Kommentar: Trübe Aussichten...


S&P: "Selbst Deals von Kühen hätten ein Rating erhalten"
(diepresse.com) Standard & Poor's wird in der Klage des Justizministeriums mit zynischen Mails konfrontiert. Die Analysten wussten, dass ein Crash unausweichlich ist. Mehr...

Kommentar: Hochgradig kriminell. Wann wird solchen Leute endlich vor einem internationalen Finanzverbrechertribunal der Prozeß gemacht? Jedem Einzelnen. Sicher, das würde Jahre dauern, aber diese Zeit wäre gut investiert. Die Klage gegen das Unternehmen schützt die verantwortlichen Mitarbeiter und führt letztlich nur zu Strafzahlungen. Die fallen, gemessen am Schaden, viel zu gering aus. Und das kriminelle Spiel geht einfach weiter. Eine groß angelegte Augenwischerei. 


Kabinett bringt Trennbankensystem auf den Weg
(manager-magazin.de) Die Bundesregierung prescht vor: Während die Beratungen über eine europaweite Bankenregulierung noch laufen, hat das Kabinett bereits ein Gesetzespaket beschlossen. Das Schreckgespenst der Branche, das Trennbankensystem, nimmt Gestalt an. Mehr...

Kommentar: Nach wie vor hegen wir unsere Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Bundesregierung für dieses Vorhaben. Viel mehr geht es darum, mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst, vor dem politischen Gegner dieses Thema zu besetzen und gegenüber der Öffentlichkeit Handlungswillen zu zeigen. Die Widerstände gegen die Bankentrennung sind enorm (hier) und in Europa gibt es dazu noch keinen ausreichenden Konsens. Nur erste zaghafte Versuche (hier). Da kann es gut sein, dass sich die Bundesregierung  schon bald wieder hinter ihre eigene Linie zurückfallen lässt. 


"Die übertriebene Deregulierung war ein Fehler"
(faz.net)  Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat das umstrittene Trennbankengesetz verteidigt, das die Regierung heute auf den Weg gebracht hat. Es sei eine Konsequenz aus der Finanzkrise 2008. Die „übertriebene Deregulierung“ sei ein „Fehler“ gewesen. Mehr...

Kommentar: Schäuble verteidigt ein bisschen das neue Gesetz, während gleichzeitig die Bankenverbände dagegen Sturm laufen.  "Der Gesetzentwurf schwächt in vielen Teilen den deutschen Finanzplatz und das bewährte deutsche Universalbankensystem", sagte der Präsident des Bankenverbandes, Andreas Schmitz: "Er ist vor allem dem anstehenden Wahlkampf geschuldet". Was Schmitz verschweigt. Das "bewährte deutsche Universalbankensystem" wurde auf Wunsch der Banken mit der "übertriebenen Deregulierung" zu Grabe getragen, um im internationalen Wettbewerb noch konkurrenzfähiger zu werden. 


The Top 5 Land-Grabbing Countries
(motherjones.com) British, American, and Chinese investors are racing to snag prime agricultural land in war-torn, malnourished countries. Read more...

Kommentar: Diese Entwicklung wird befeuert von der nahezu grenzenlosen Liquidität, die den Spekulanten zur Verfügung steht. Liquidität, die in den USA und Großbritannien angeblich der Wirtschaft zugute kommen soll, um neue Arbeitsplätze zu schaffen, den Konsum anzukurbeln und die Steuereinnahmen zu erhöhen. Daraus wird nichts. Bitte unbedingt lesen und auch den Links folgen, es lohnt sich. Das Thema wird an Dramatik zulegen. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.