Montag, 11. Februar 2013

Standpunkt 541 - Nachrichten-Ticker, 10.02.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...  


Tagesthemen: US-Unternehmen und die Steueroasen – Bluff EU-Gipfel – Libor-Skandal  – USA – Berlusconi


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen Ausgabe gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


USA: Unternehmen verstecken Milliarden in Steueroasen
(neopresse.com)  Der Forschungsarm des US-Kongresses schlägt Alarm: US-Unternehmen machen zunehmend von Steueroasen Gebrauch, um den US-amerikanischen Fiskus zu umgehen. Demnach weisen sie in ihren Geschäftsberichten unrealistisch hohe Gewinne für Aktivitäten aus, die sie in diesen kleinen Ländern angeblich getätigt haben.
“Es gibt genügend Beweise dafür, dass in großem Stil Profite verschoben werden. Die Einkommensschätzungen schwanken zwischen etwa zehn Milliarden und 60 Milliarden US-Dollar jährlich”, warnt Jane G. Gravelle, eine führende Wirtschaftsexpertin, in einem neuen Bericht des überparteilichen Forschungsdienstes des US-Kongresses (CRS). Sie schätzt die damit für den US-Staat verbundenen Verluste auf jährlich bis zu 90 Milliarden Dollar. Steuerhinterziehungen durch Einzelpersonen schlagen laut CRS mit 70 Milliarden Dollar zu Buche.
Hochrechnungen auf Grundlage der neuen CRS-Daten legen ferner nahe, dass sich US-Unternehmensgewinne, die etwa von den Bermudas berichtet werden, zwischen 1998 und 2008 sogar verfünffacht haben. Die neuesten Zahlen stammen aus dem Jahr 2008.
Am meisten überraschte die Wissenschaftler die Dreistigkeit, mit der US-Firmen ihre Gewinne im Ausland verfälscht darstellen. Für ihre Analyse hat Gravelle fünf relativ kleine, aber gut bekannte Steueroasen ausgewählt: Bermuda, Irland, Luxemburg, die Niederlande und die Schweiz. Sie untersuchte daraufhin den Anteil der Gewinne, den US-Firmen 2008 aus diesen Staaten gemeldet hatten. Mehr... 

Kommentar: Eine Ergänzung zu dem gestrigen Beitrag "Jesse Jackson und der 1700 Milliarden-Vorschlag" (hier). Es wird gelogen und betrogen für ein einziges großes Ziel: Steuern zu hinterziehen. Einer der Gründe, warum Amerika seine Rechnungen nicht bezahlen kann.


EU-Gipfel: Der große Bluff
(format.at) Der EU-Finanzgipfel ist ein großer Erfolg - zumindest für die Polit-Strategen in der deutschen Regierung und in Großbritannien. Denn wie gewünscht übernahmen viele Medien die Diktion, dass am Freitag in Brüssel ein "Sparhaushalt" beschlossen worden sei. Das kommt in den nördlichen EU-Staaten gut an in Zeiten, in denen nationale Haushalte konsolidiert werden müssen. In Wahrheit werden die tatsächlichen EU-Ausgaben bis 2020 nicht sinken, sondern steigen. Schattenhaushalte und Inflationsausgleich werden von Politikern nicht kommuniziert, dadurch steigt aber der "Spar-Etat" der EU auf 1,1 Billionen Euro. Mehr...

Kommentar: Schön, dass da jemand genauer hingesehen hat. Machen wir uns nichts vor: Es sind die vielen großen und kleinen Lügen, die Europa am Leben halten. Das Ergebnis des EU-Finanzgipfels ist nur eine mehr. Belogen werden die Bürger Europas, denen diese Lügen langsam aber sicher auf die Nerven gehen. Und die sich zu wehren wissen, um den Politikern irgendwann ihre Lügen um die Ohren zu hauen. 


Die Libor-Bande
(faz.net)  Nach und nach kommt heraus, mit welch krimineller Energie Banken über Jahre den Zins manipulierten. Jetzt wehren sich die Opfer. Mehr... 

Kommentar: Ein Bankenprofessor spricht von "organisierter Kriminalität". Da sollte es nicht so schwer sein, die Verantwortlichen zu bestrafen - in der Theorie. In der Praxis würde es uns allerdings überraschen, wenn persönliche Rechenschaften gezogen werden. Bestenfalls werden die beteiligten Banken Schadenersatz leisten. Wer sich bisher noch nicht mit den Einzelheiten des Libor-Skandals beschäftigt hat, der findet in diesem Beitrag eine nützliche Zusammenfassung. 


So retten wir Amerika
(zeit.de) Zum Jahreswechsel hätte der Krach der US-Parteien um die Staatsverschuldung fast eine Rezession ausgelöst. Und nun? In dieser Woche dazu zwei prominente Republikaner. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Tatsächlich? Wir haben da unsere Zweifel. Was Norquist (über Norquists ultra-rechte Gesinnung mehr in der englischen Ausgabe von Wikipedia, hier), den die Financial Times Deutschland einmal als "Obamas gefährlichster Gegner" beschrieb (hier), gerade wieder aus dem Hut zaubert, ist das Wahlprogramm, mit dem die Republikaner bei der Präsidentschaftswahl punkten wollten und kläglich gescheitert sind. Den Wählern saß die Angst im Nacken vor dem was dessen Verfasser, der Kandidat für die Vizepräsidentschaft, Paul Ryan, sich ausgedacht hatte. Die SZ schrieb dazu im August 2012: "Zurück in die fünfziger Jahre: Paul Ryan könnte Vizepräsident der USA werden. Seine radikalen Vorstellungen von Finanzpolitik brächten eine konservative Revolution - deutlich weniger Steuern für Reiche und das Ende der bisherigen Krankenversicherung für Rentner. Es geht in dem Programm um nichts weniger als "die Rücknahme wesentlicher Sozialreformen der Dreißiger- und Sechzigerjahre." Es trägt den Namen "Der Weg zum Wohlstand" ("The Path to Prosperity"). Aus: "Wie Paul Ryan Amerika verändern will", hier. Die ZEIT schrieb, "Paul Ryan ist ein Extremist der Marktwirtschaft". Die ZEIT weiter: "Ryans Vorschlag sieht vor, dass quasi alle Bundesausgaben mit Ausnahme der Verteidigung gestrichen würden: Dabei verschlingt der Verteidigungshaushalt heute allein fast fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Nicht einmal Ausgaben für die grundlegende Infrastruktur wie Autobahnen oder Flughäfen, die Ryan ausdrücklich gutheißt, wären dann noch finanzierbar. In Ryans Welt verdrängt der Staat mit seinen Aktivitäten bloß den Markt, der größeren Wohlstand schaffen und die sozialen Probleme besser lösen kann." Mehr hier. Geht es nach Ryan/Norquist, dann soll Amerika privatisiert werden. So beginnen beispielsweise die ersten republikanischen Gouverneure  damit, in ihren Bundesstaaten die Gefängnisse zu privatisieren. Straßenbau und Schulen könnten folgen. Ryans Vorbild ist die US-Philosophin Ayn Rand. Über die der SPIEGEL bei Ryans Vorstellung als Kandidat schreibt:  "Das ist jene Philosophin, die Ende der Fünfziger die krude Kapitalistenbibel "Atlas Shrugged" veröffentlichte. Dort werden Eigennutz und Selbstsucht als moralische Prinzipien gefeiert, das Allgemeinwohl aber als Kollektivismus verdammt." Eines ihrer berühmt-berüchtigten Zitate lautet: "Allgemeinwohl' ist die Wohlfahrt derer, die sie nicht verdienen; jene, die sie verdienen, haben keinen Anspruch auf Fürsorge" (Ayn Rand, "Atlas Shrugged"). Der Ryan-Plan mit seinen Sozialkürzungen wirkt wie die Übersetzung Rands in praktische Politik. Aus: "Der talentierte Mr. Ryan", hier. Die folgenden Charts zeigen, dass Norquist/Ryan die weiter entlasten wollen, die sowieso schon seit Jahren bestens bedient werden. Die Mittelschicht gehört nicht dazu. 


Quelle: theburningplatform.com


Quelle: Stefan L. Eichner


Quelle: Stefan L. Eichner

Quelle: heise/telepolis.de


Der zweite Vorschlag stammt von Martin Feldstein und gibt sich moderater. Er behauptet: "Es ist gefährlich, jetzt kompromisslos die Staatsausgaben zu kappen. Amerika muss sparen – aber nicht zu hastig!" Dabei geht Feldstein von völlig falschen Annahmen aus: "Die USA haben weiterhin einen effizienten Arbeitsmarkt, starken Unternehmergeist und ein Finanzsystem, das neue und wachsende Unternehmen stützt." Muss er auch, sonst macht er sich mit seinem Vorschlag lächerlich. Weiter macht er für die schlechte Verfassung, Amerikas "fehlgeleitete Konjunkturprogramme und das Versagen der Politik, die anhaltenden Probleme auf dem Immobilienmarkt anzugehen", verantwortlich. Feldstein setzt noch einen drauf: "Präsident Obamas Ziel in seiner ersten Amtszeit war die soziale Umverteilung, und er hat die private Initiative geschwächt, indem er Unternehmer und Großverdiener angegriffen hat." Was Feldstein in seinem Beitrag behauptet, hat mit der Wirklichkeit absolut nichts zu tun. Obamas angebliche "soziale Umverteilung" ist in den Startlöchern hängen geblieben, die maßlose Liquidität, gedacht um die Wirtschaft anzukurbeln und Millionen neuer Jobs zu schaffen, ist in der Finanzindustrie und bei den Konzernen hängen geblieben und wird munter dazu verwendet, vogelwild zu spekulieren und neue Blasen zu schaffen. Nicht verwunderlich, schließlich sitzen in den Chefetagen überwiegend Anhänger der Republikaner, kaum der Demokraten. Wer genau hinsieht wird erkennen, dass auch Martin Feldstein die wenigen sozialen Errungenschaften einreissen will, die Amerika in den 1930er und 1960er Jahren geschaffen hat. In den 1930er Jahren waren es genau die Maßnahmen, mit denen Präsident Roosevelt, ein Demokrat, als Teil des New Deal erfolgreich die Great Depression bekämpft hat. Das ist es, was den USA auch heute fehlt, ein New Deal 2.0. 


The U.S. Economy Is Now Dangerously Detached From Reality
(zerohedge.com) Recently I was asked to give a presentation on the current state of the global economy to a local group of concerned citizens here in Northwest Montana.  I was happy to oblige but when composing my bullet points I realized that, in truth, there were no legitimate economic numbers to examine anymore.  You see, financial analysts have traditionally used multiple indicators of employment, profit, savings, credit, supply, and demand in their efforts to divine the often obscured facts of our financial system.  The problem is, nearly every index we used in the past, every measure of capital flow and industry, is absolutely useless today.
We now live in an entirely fabricated fiscal environment.  Every aspect of it is filtered, muddled, molded, and manipulated before our eyes ever get to study the stats.  The metaphor may be overused, but our economic system has become an absolute “matrix”.  All that we see and hear has been homogenized and all truth has been sterilized away.  There is nothing to investigate anymore.  It is like awaking in the middle of a vast and hallucinatory live action theater production, complete with performers, props, and sound effects, all designed to confuse us and do us harm.  In the end, trying to make sense of the illusion is a waste of time.  All we can do is look for the exits…
There is some tangible reality out there, but it is difficult to find, and there are few if any mainstream numbers to verify.  One has to remember always that the fundamental world of money and trade revolves around real people and real circumstances.  No matter how corrupt our economic system is, as long as there are human beings, there will always be supply and demand that cannot be hidden.  We have to look past the “official numbers” and look at the roots of trade.  Where has demand fallen?  Where has supply diminished? Where are the tangible goods and needs and how have they changed?
Let’s first start with the mainstream version of our system, looking at each aspect of the economy that no longer represents the truth of our situation… Read more...


Kommentar: Dieser Beitrag kommt ohne aus, da sind wir uns sicher. Was beschrieben wird hat wenig zu tun mit dem, was hierzulande in den Medien zu sehen, hören oder lesen ist. Deutsche Medien verbreiten wie immer - unkritisch die offizielle Lesart.  


Wie Wirtschaftsbosse Berlusconi verhindern wollen
(sueddeutsche.de) Italien steht vor einer entscheidenden Wahl. Erstmals mischen sich die Wirtschaftsbosse offen in die Politik ein. Nicht aus Leidenschaft, sondern aus Angst vor dem wirtschaftlichen Niedergang - und um Berlusconi zu verhindern. Mehr...

Kommentar: Zum Schluss noch ein Beitrag aus Europa. Nach wie vor glauben wir fest daran, dass sich die Italiener nicht noch einmal auf Berlusconi einlassen. Aber offensichtlich bestehen im Land selbst erhebliche Zweifel. Es bleibt spannend.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.