Dienstag, 12. Februar 2013

Standpunkt 542 - Nachrichten-Ticker, 11.02.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Journalismus in Deutschland – faule Kredite in Europa – Versicherungen = Schattenbanken  – Zensur in Griechenland – USA


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Journalismusforschung: "Ganz auf Linie mit den Eliten"
(heise/telepolis.de) Eine neue Studie analysiert die Berichterstattung von deutschen Spitzenjournalisten. Wie eng verbunden sind deutsche Spitzenjournalisten mit anderen Eliten unserer Gesellschaft? Und spiegelt sich die Verbundenheit zwischen Top-Journalisten und anderen Eliten auch in der Berichterstattung wieder? Mehr...

Kommentar: Ein aufschlussreicher Beitrag, mit einigen überraschenden Erkenntnissen über die enge Zusammenarbeit von Journalismus und Politik. Erklärt auch, warum die Leitmedien längst nur noch unkritisch berichten. 


The GOP Plan to Flush Your State’s Economy Down the Toilet
(alternet.org) The GOP has plans for a comeback. But it may cost you a lot. The idea is to capitalize on recent Republican state takeovers to conduct an austerity experiment known as the new “red-state model” and prove that faulty policies can be turned into gold. There will be smoke. There will be mirrors. And there will be a lot of ordinary people suffering needlessly in the wake of this ideological train wreck. We already have a red-state model, and it’s called Mississippi. Or Texas. Or any number of states characterized by low public investment, worker abuse, environmental degradation, educational backwardness, high rates of unwanted pregnancy, poor health, and so on. Now the GOP is determined to bring that horrible model to the rest of America. Read more...

Kommentar: Ein Nachtrag zum gestrigen Beitrag "So retten wir Amerika" der beiden Republikaner Norquist und Feldstein (hier). Eine Analyse aus der Mitte Amerikas. Der Beitrag hält, was die Überschrift verspricht.


Europas Banken haben faule Kredite in Billionenhöhe
(handelsblatt.com) Immer weniger Unternehmen und Privatleute im Euro-Raum zahlen ihre Darlehen fristgerecht. Das Volumen an faulen Krediten erreicht die Rekordsumme von fast einer Billion Euro. Deutsche Institute stehen noch recht gut da. Mehr...

Kommentar: Damit das klar ist: Es geht in der zitierten Studie nicht um den Bilanzmüll, der seit 2008 in den Bilanzen europäischer Banken schlummert und mehr als 18 Billionen Euro ausmacht (hier). Daran hat sich nichts geändert. Und es geht auch nicht um die möglichen Verluste aus dem Derivatehandel, die jede Vorstellungskraft sprengen (hier). Die faulen Kredite um die es geht, sind vornehmlich entstanden aus der europäischen Sparpolitik und ihrer Folgen. Sie werden täglich mehr. Deutschen Banken geht es nur gut, soweit es die notleidenden Kredite hierzulande betrifft. Werden die Engagements in den PIIGS-Staaten dazu gerechnet, dann ergeben sich wesentlich höhere Ausfallrisiken. Unseren LeserInnen muss bewußt sein, dass die Banken Tricksen und Täuschen auf höchstem Niveau, um die Wahrheit zu verschweigen. Insofern ist selbst die Studie von Ernst & Young mit äußerster Vorsicht zu genießen. 


"Europäische Banken sind Wertvernichter"
(wirtschaftsblatt.at) Bank-Austria-Chef Cernko über die schwache Rentabilität der Retailbanken, teurere Kredite, die Verschärfung des Strafrechts für Banker sowie die Schließung von Filialen ab dem kommenden Jahr. Mehr...

Kommentar: Ein höchst bemerkenswertes Interview. Bank Austria ist die größte Bank Österreichs und Teil des italienischen Unicredit-Konzerns. Hinter diesem Interview mit Willibald Cernko versteckt sich die Erkenntnis, warum die europäischen Großbanken ihren Geschäften mit großer krimineller Energie nachgehen: Sie können nur damit noch nennenswerte bilanzfähige Gewinne erwirtschaften. Natürlich fühlt sich Cernko unwohl bei dem Gedanken an mögliche strafbare Handlungen. Andererseits hält er das geltende österreichische Strafrecht für ausreichend, um kriminelle Kollegen abzuurteilen. Das gilt auch für das deutsche. 


Versicherungen sind die neuen Schattenbanken
(format.at) Mit grundsoliden Staatsanleihen lässt sich in Europa kein Geld mehr verdienen – und das wird auf absehbare Zeit so bleiben. Die großen Lebensversicherer, die ihren Kunden vor Jahren üppige Zinsen auf deren Policen versprachen und nun liefern müssen, haben das längst erkannt. Sie sitzen auf Billionen von Kundengeldern, die sie lukrativ anlegen wollen – und stoßen nun verstärkt ins klassische Bankgeschäft vor. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag beschreibt neue unkalkulierbare Risiken, die entstehen. Regularien und Aufsicht fehlen. 


"Wir wissen eigentlich nicht, wie wir aus der Krise kommen sollen"
(format.at) Die europäischen Finanzminister wollen wieder Schwung in ihr Krisen-Management bringen. Die Entwicklung an den Märkten zeigt, dass die seit drei Jahren andauernde Krise noch lange nicht vorbei ist. “Wir wissen eigentlich nicht, wie wir aus der Krise kommen sollen”, sagte Wolfgang Franz, scheidender Chef des Sachverständigenrats von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel. “Wenn die Krise ein Marathon ist, haben wir zwei Drittel der Strecke hinter uns. Aber das letzte Drittel ist immer das schwerste.” Mehr...

Kommentar: Na also, geht doch. Zuzugeben, was offensichtlich ist: Ratlosigkeit trifft auf andauernde Krise. Alle Erklärungen der vergangenen Wochen über das Ende der Krise sind endgültig Makulatur. Was wir prophezeit haben. 


Die "verbotene" Nachricht
(heise/telepolis.de) In Griechenland wird Zensur als Mittel der Politik eingesetzt. Seit einigen Tagen ist es in Griechenland gegen Androhung von Strafe verboten, im Fernsehen Bilder von verwahrlosten Bürgern zu zeigen. Der Medienaufsicht gemäß sollen es die Sender unterlassen, die Krisenfolgen anhand personifizierter Beispiele zu präsentieren. Dass dadurch für Medienkonsumenten ein real nicht existierendes Paralleluniversum, in dem lediglich die Parolen der Regierung vom angeblich nahenden Wirtschaftswachstum geschaffen wird, scheint dem Rundfunkrat nicht nur egal zu sein, sondern das dürfte eher beabsichtigt sein. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag spricht für sich selbst. Wir können ihn unseren LeserInnen nur dringend empfehlen. 


Warum es in den USA besser läuft
(tagesanzeiger.ch)  Die Wirtschaftspolitik der Regierung Obama und die Geldpolitik der Notenbank waren erfolgreich – allen Attacken zum Trotz. Das sagen Analysen von namhaften Ökonomen. Mehr...

Kommentar: Schönfärberische Propaganda vom US-Ökonom Alan Blinder. Der Ökonomieprofessor kommt zum Schluss, dass sowohl die Regierung von Präsident Barack Obama als auch das Fed insgesamt einen guten Job verrichtet hätten. In die gleiche Richtung argumentiert Larry Summers: "Die Wachstumshindernisse der Finanzkrise weichen langsam, und im Energiebereich, im Immobiliensektor und in der heimkehrenden Industrie warten große Möglichkeiten wie schon lange nicht mehr. Wie in den 1990er-Jahren könnte die Wirtschaft bald in einen positiven Feedback-Zyklus von Vertrauen, Wachstum und Defizitabbau geraten." Die Herren sind der Zeit weit voraus. 

 
Show This To Anyone That Believes That "Things Are Getting Better" In America
(zerohedge.com) How can anyone not see that the U.S. economy is collapsing all around us?  It just astounds me when people try to tell me that "everything is just fine" and that "things are getting better" in America.  Are there people out there that are really that blind?  If you want to see the economic collapse, just open up your eyes and look around you.  By almost every economic and financial measure, the U.S. economy has been steadily declining for many years.  But most Americans are so tied into "the matrix" that they can only understand the cheerful propaganda that is endlessly being spoon-fed to them by the mainstream media.
As I have said so many times, the economic collapse is not a single event. The economic collapse has been happening, it is happening right now, and it will continue to happen.  Yes, there will be times when our decline will be punctuated by moments of great crisis, but that will be the exception rather than the rule.  A lot of people that write about "the economic collapse" hype it up as if it will be some huge "event" that will happen very rapidly and then once it is all over we will rebuild.  Unfortunately, that is not how the real world works.
We are living in the greatest debt bubble in the history of the world, and once it completely bursts there will be no going back to how things were before.  Right now, we are living in a "credit card economy".  As long as we can keep borrowing more money, most people think that things are just fine.  But anyone that has lived on credit cards knows that eventually there comes a point when the game is over, and we are rapidly approaching that point as a nation.
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Kommentar: Dieser Beitrag hat keine Gemeinsamkeiten mit den Aussagen von Blinder und Summers im Artikel davor. Immerhin beschreibt er die Wirklichkeit. Eine lange Liste bitterer Wahrheiten. Eine andere: Noch ist Amerika nicht bereit für eine Trendwende. Wir sind uns aber sicher, dass sie kommt, nur nicht mehr unter dem aktuellen Präsidenten. Trotzdem gilt: Die USA bieten beste, zukunftssichere Investitionsmöglichkeiten. Wer sich hier engagiert, wird zum Krisengewinner. Von keiner anderen Region in der Welt kann man Vergleichbares behaupten. Wir halten es mit Winston Churchill: "Amerika wird es immer richtig machen, aber erst nachdem alle anderen Optionen ausgeschöpft sind."


Households On Foodstamps Rise To New Record
(zerohedge.com) While hardly presented by the mainstream media with the same panache dedicated to the monthly ARIMA-X-12 seasonally-adjusted, climate-affected, goal-seek devised non-farm payroll data, the three month delayed Foodstamp number is according to many a far greater attestation to the "effectiveness" of the Obama administration to turn the economy around. And far greater it is: since his inauguration, the US has generated just 841,000 jobs through November 2012, a number is more than dwarfed by the 17.3 million new foodstamps and disability recipients added to the rolls in the past 4 years. And since the start of the depression in December 2007, America has seen those on foodstamps and disability increase by 21.8 million, while losing 3.6 million jobs. End result: total number of foodstamp recipients as of November: 47.7 million, an increase of 141,000 from the prior month, and reversing the brief downturn in October, while total US households on foodstamps just hit an all time record of 23,017,768, an increase of 73,952 from the prior month. The cost to the government to keep these 23 million households content and not rising up? $281.21 per month per household. Read more...

Kommentar: Schon wieder ein neuer Rekord im November 2012. Es ist tragisch. Der folgende Chart stammt aus dem Beitrag und macht die Situation augenfällig: 





"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.