Donnerstag, 14. Februar 2013

Standpunkt 544 - Nachrichten-Ticker, 13.02.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Bankenrettungsmaschine – Deutschland und die USA – USA – Freihandel – Wasser – Krugman vs. deutsche Sparpolitik – Eurokrise – Währungskrieg – OECD vs. Steuertricks


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Bankenrettungsmaschine
(jungewelt.de) Die europäischen Regierungen zwingen einander zur Solidarität zwecks Stabilisierung der Euro-Zone: Ein Tribut an das Finanzkapital. Von Lucas Zeise. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag ist Pflichtlektüre für unsere LeserInnen. Er erläutert, was falsch läuft in Europa. Nennt die Hintergründe für Massenarbeitslosigkeit, Zwangsräumungen, Armut, Not, Elend und Tod. Der Autor versucht zum Schluss, ein wenig Optimismus zu verbreiten. Den teilen wir nicht. Was Zeise nämlich nicht auf dem Plan hat, ist der billionenschwere wertlose Müll, mit dem die Bilanzen der Banken randvoll sind, die Risiken aus dem Derivatehandel und die kriminelle Energie, mit denen die Finanzindustrie weiter ihre Geschäfte betreibt.


"Ein deutsches Jahrzehnt"
(manager-magazin.de) China und die Schwellenländer werden Wirtschaft und Politik beherrschen, sind sich Beobachter einig. Doch man sollte die westlichen Industrieländer nicht vorschnell abschreiben: Die Bedeutung Deutschlands und der USA wird trotz Chinas Aufstieg noch zunehmen. Mehr...

Kommentar: Ein Mutmacher. Mit Prognosen ist das so eine Sache. Es ist leicht, daneben zu liegen. Wir glauben, Deutschlands Bedeutung wird gerne überschätzt. Vor allen Dingen von den Deutschen selbst. Während die Amerikaner unterschätzt und mitleidig belächelt werden. Da werden sich aber viele demnächst noch erstaunt die Augen reiben. Davon sind wir überzeugt. 


Kampf gegen die Krise ist "Aufgabe unserer Generation"
(sueddeutsche.de) Die schwächelnde Wirtschaft ist das Hauptthema von US-Präsident Obama bei seiner Rede zur Lage der Nation. Von den Republikanern fordert er Kompromissbereitschaft - etwa im Haushaltsstreit und beim Mindestlohn. Zudem spricht er sich für ein schärferes Waffenrecht, ein Freihandelsabkommen mit der EU und für den Kampf gegen die Erderwärmung aus. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Viel Zeit bleibt Obama nicht. Zwei Jahre sind es in der zweiten Amtszeit. Danach kann er nur noch die Missstände verwalten. Sein Problem sind die Republikaner, die ihn auf jeden Fall alt aussehen lassen wollen. Außerdem seine Schwäche, dass er wortgewaltigen Ankündigungen kaum Taten folgen lässt. Wieder hat er die Latte sehr, sehr hoch gelegt. Nehmen wir beispielsweise die 9 Dollar Mindestlohn.  Hätte in vielen Bereichen zur Folge, dass die Löhne um mindestens 50% steigen. Unmöglich durchsetzbar. Obama muss das wissen. Trotzdem macht er diese Forderung öffentlich: "Barack Obama fordert Mindestlohn von neun Dollar und 50 Milliarden für US-Infrastruktur" meldet  Österreichs Format und schreibt, der Präsident "hat sich für seine zweite Amtszeit ehrgeizige Ziele gesteckt und den tiefgespaltenen Kongress zur Zusammenarbeit aufgefordert." Mehr hier. Die Wirtschaftswoche geht kritisch mit Obamas Plänen um: "In einer aggressiven, leidenschaftlichen Rede an die Nation malt US-Präsident Barack Obama das Bild von einem Land, das zwar zerstritten ist, wo es aber immer noch am besten ist zu leben und Geschäfte zu machen. Schön wär’s. Und titelt dazu treffend "Obamas Kraftakt im Kampf gegen die Krise". Mehr hier. Die SZ findet "Obama umwirbt den gesunden Menschenverstand" und fasst ihre Eindrücke von Obamas Rede zur Lage der Nation so zusammen: "Mindestlohn, Einwanderungsreform und moderne Bildung: Barack Obama erklärt, wie er die US-Wirtschaft in Schwung bringen will. Auch wenn er beim Klimawandel notfalls allein handeln will, ist sein Ton
gegenüber den Republikanern versöhnlich. In Erinnerung bleiben nur die letzten Minuten, in denen er emotional über Amerikas Waffen-Obsession spricht." Mehr hier.
Hoffentlich nehmen die Amerikaner ihren Präsidenten nicht beim Wort. Die Enttäuschung wäre groß. 



"Freier und fairer Handel über den Atlantik"
(handelsblatt.com) US-Präsident Barack Obama startet seine zweite Amtszeit mit einer Wirtschaftsoffensive. Dazu zählt ein transatlantisches Freihandelsabkommen. Die USA rückt an die EU – um die Arbeitslosigkeit im eigenen Land zu senken. Mehr...

Kommentar: Wenigstens mit dieser Idee könnte Obama punkten. Wenn die Gespräche nicht zu lange dauern. Die EU wird ihm dabei entgegenkommen. Schliesslich ist es ursprünglich eine europäische Idee. Hoffentlich wird Europa die eigenen Interessen hartnäckig vertreten, statt Obama vorschnell zu einem ersten Erfolg zu verhelfen


Markt im Wasserwerk
(faz.net) Deutsche und Österreicher laufen Sturm gegen vermeintliche EU-Pläne, die Wasserversorgung zu privatisieren. Dabei will die Kommission lediglich die Vergabe öffentlicher Aufträge transparenter gestalten. Mehr...

Kommentar: Bei diesem Beitrag tropft das Lobbying aus jeder Zeile. Wieder einmal soll es der Markt richten. In Wahrheit hat der aber nur ein Interesse: sich ein Milliardengeschäft unter den Nagel zu reissen. Damit das weitestgehend reibungslos funktioniert, wird dieses Ziel vor der Öffentlichkeit gut getarnt. Und mit Hilfe von Teilen der Leitmedien entsprechend kommuniziert. Wir jedenfalls wünschen der Initiative "Wasser ist ein Menschenrecht" viel Erfolg. Mehr dazu hier


Krugman: Deutsche Sparpolitik in Griechenland ist verrückt
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Griechenlands Handlungsspielraum ist derzeit sehr begrenzt. Das Land muss sich an die deutschen Forderungen halten, kritisiert der Ökonom. Aber die derzeitige Sparpolitik in Europa ist falsch, sie ist ein „unethisches Experiment am Menschen“. Mehr...

Kommentar: Der Keynesianer Krugman kommt auf den Punkt. Leider ist er aber bei seinem Lösungsansatz ungenau. Es genügt nicht, mehr Geld auszugeben, "um die Wirtschaft wieder zum Laufen zu bringen". Das genau versuchen die Amerikaner schon seit Jahren - ohne jeden Erfolg. Es fehlen die Programme, vergleichbar denen des New Deal, mit dem Präsident Franklin D. Roosevelt die USA ab 1933 aus der Weltwirtschaftskrise geführt hat. Bisher beschränkt sich die US-Regierung darauf, mit Hilfe des Fed die Finanzindustrie mit reichlich Liquidität zu versorgen. In der Hoffnung, davon kommt etwas in der realen Wirtschaft an. Leider hat die Finanzindustrie mit der Liquidität aber ganz andere Pläne. Europa versucht es mit dem Gegenentwurf des rigorosen Sparens - ebenfalls erfolglos. Unterm Strich werden sich aber die Amerikaner damit leichter tun, irgendwann den Hebel umzulegen und sich zu einem New Deal 2.0 durchzuringen. 


Christoph Leitl: "Europas Situation ist wie vor dem Tsunami" 
(format.at)  "Die Leute sitzen noch am Strand, während die Welle schon anrollt." Mehr...

Kommentar: Wieder einmal ein Blick über die Grenze zu unseren österreichischen Nachbarn, wo sich die Unternehmer gerade Sorgen machen über den deutschen Vorschlag einer 30-Stunden-Woche, der auch in Österreich Befürworter findet, oder höhere Eigentumssteuern als "Diebstahl" bezeichnen. Im Zusammenhang mit der Verkürzung der Wochenarbeitszeit ist von "Blödheiten" die Rede, im übrigen bestehe natürlich die Gefahr  "vor einem wirtschaftlichen Zurückfallen Europas gegenüber der USA und vor allem gegenüber dem asiatischen Wirtschaftsraum". Worum es geht ist klar: Leitl fordert u.a. eine Eindämmung der "exorbitanten Lohnnebenkosten", über die der "Moloch Staat" Kaufkraft absaugen würde. Aha, so ist das, auch die Österreicher sollen endlich klein beigeben und ihre sozialen Errungenschaften zur Disposition stellen. 


"Eine Lenkung des Yen nach unten, verstößt gegen internationale Regeln"
(format.at) Nach Auffassung von "Mr. Yen", Eisuke Sakakibara, wird sich Japan wegen der Verbalinterventionen für einen schwächeren Yen die Kritik seiner Handelspartner zuziehen. Mehr...


Kommentar: Der G-20-Gipfel ist in Vorbereitung und die Claims werden abgesteckt. Ausgehen wird er wie das Hornberger Schießen.


OECD-Chef will Steuertricks der Weltkonzerne stoppen
(spiegel.de) Es ist keine Analyse, es ist eine Kampfansage: In einem Bericht zeigt die OECD, wie globale Großkonzerne den Fiskus um viele Milliarden prellen - mit legalen, aber unsozialen Steuertricks. In einem Interview geißelt der Chef der Industrieorganisation die Praktiken nun als riesiges gesellschaftliches Problem. Mehr...

Kommentar: Wir erinnern uns: Kürzlich fiel der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson mit dem Vorschlag auf, die Gewinne der US-Konzerne steuerfrei zu belassen, wenn sie diese in der Heimat investieren, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. Mehr dazu hier, am Schluss. Da gefällt uns die Idee der OECD schon besser. Nur darf es nicht jahrelang dauern, bis die Pläne umgesetzt sind. "Zeit ist Geld" gewinnt in diesem Zusammenhang an Bedeutung. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.