Freitag, 15. Februar 2013

Standpunkt 545 - Nachrichten-Ticker, 14.02.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Griechenland – Kinderarmut – Währungskrieg – Japan – Italien – USA


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.


Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland steigt auf 60 Prozent
(zeit.de) Die Arbeitslosenquote in Griechenland steigt immer weiter in Richtung der 30-Prozent-Marke. Bei jungen Griechen unter 24 Jahren ist die Situation besonders dramatisch. Mehr...

Kommentar: Es hört einfach nicht auf. Seit der Lehman-Pleite gehen die Arbeitslosenquoten in den europäischen Krisenländern steil nach oben. Nachdem sie vorher, durch die Einführung des Euro, kontinuierlich zurückgegangen sind. Der folgende Chart zeigt diese Entwicklung am Beispiel Griechenlands und Spaniens anschaulich: 


Quelle: zerohedge.com

Eine schauerliche Situation, für die Europas Krisenmanager keine Lösung finden wollen. Milliarden werden hergegeben, um den Banken unter die Arme zu greifen, da bleibt für menschenwürdige Arbeitsplätze kein Geld mehr übrig. Ganz im Gegenteil, im Gegenzug zu den Bankenhilfen müssen sich die Menschen in den betroffenen Ländern auf einen regelrechten Sparwahn einlassen. Eine Perversion. Die Folgen sind absehbar und täglich auf CNN zu besichtigen: Die Zunahme gewalttätiger Unruhen. Die deutschen Leitmedien berichten darüber nicht mehr, aus guten Gründen. 


Children of Europe's debtor countries pushed into poverty, charity says
(ekathimerini.com) Almost a third of children in Greece, Ireland, Portugal, Italy and Spain have been pushed to the brink of poverty by austerity designed to bring down public debt, the global charity Caritas said on Thursday. Italy and euro zone countries that have received international loans are creating a generation of poorly-fed young people with low morale and few job prospects as the number of children at risk of poverty continues to rise, the charity said, citing EU statistics. "This could be a recipe not just for one lost generation in Europe but for several lost generations," Caritas said. Read more...

Kommentar: Armut in ihrer höchsten Form als Preis der Bankenhilfen in den betroffenen Ländern. Und es ist noch lange nicht zu Ende. Schließlich wurde in Europa eine regelrechte Bankenrettungsmaschine installiert (hier), die ihre Arbeit rund um die Uhr verrichtet. Das Problem dabei ist nur, dass die wahren Schwierigkeiten noch immer in den Bilanzen der Banken schlummern: "too big to rescue". Die sind es, die in der Zukunft das gesamte System zum Einsturz bringen und die Staaten einfach unter sich begraben. 


Quelle: toonpool.com
 

Währungskrieg bedroht Erholung Südeuropas
(manager-magazin.de) Devisenmanipulationen sind das zentrale Thema beim Treffen der G20, das morgen in Moskau startet. Die Industriestaaten - besonders die geplagten Länder Südeuropas - fürchten das Schreckensszenario Währungskrieg. Die Hände reiben sich derweil andere: Spekulanten wie George Soros. Mehr...

Kommentar: Eine gute Beschreibung dessen, was gerade passiert. Nur die Erholung Südeuropas ist davon nicht betroffen, die findet nämlich nicht statt. Die wahren Nutznießer stehen bereits fest: Die Spekulanten. Daran wird der G-20-Gipfel keinen Deut ändern.


Japans Wirtschaft überraschend erneut geschrumpft 
(fr-online.de) Die japanische Wirtschaft ist überraschend im dritten Quartal in Folge geschrumpft, doch die Talsohle scheint erreicht. Wie die Regierung am Donnerstag bekanntgab, sank das Bruttoinlandsprodukt der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zwischen Oktober und Dezember um eine hochgerechnete Jahresrate von 0,4 Prozent. Ökonomen hatten mit einem leichten Wachstum gerechnet. Ihrer Ansicht nach dürfte die Wirtschaft im laufenden Vierteljahr jedoch wieder auf den Wachstumspfad zurückgefunden haben. Auch die japanische Zentralbank hob ihre Einschätzung der Lage an und befand, dass sich die Wirtschaft offenbar nicht mehr weiter abschwäche. Mehr...

Kommentar: Vielleicht ist es noch zu früh, um sich festzulegen, wir tun es trotzdem: Japan wird nicht die Kurve kriegen, allen Hurrarufen zum Trotz. Japan fehlen Absatzmärkte. Die bisherigen sind nahezu gesättigt und mit China befindet sich Japan in einem kriegsähnlichen Zustand, was den japanischen Konzernen schon erhebliche Verluste eingebracht hat. 


Ein Funke genügt: G7 bekommen Währungskrieg nicht unter Kontrolle
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Zwar haben die G7 beteuert, dass niemand die Absicht habe, einen Währungskrieg zu beginnen. Doch die Gefahr ist hoch wie nie, dass das gesamte Finanzsystem zerbricht. Die Eigeninteressen der rivalisierenden Nationen sind zu stark. Mehr... 

Kommentar: Dieser Währungskrieg ist es nicht, an dem das Finanzsystem zerbricht. Da passen die Protagonisten schon auf. Trotzdem werden sie viel Schaden anrichten und damit ihre Ziele konterkarieren.  


Quelle: presseurop.eu
 

Eine Wirtschaftsagenda für Italien
(project-syndicate.org) Ende des Monats werden italienische Wähler eine neue Regierung wählen, von der sie Arbeitsplätze erwarten und eine bessere Chancenverteilung auf dem wirtschaftlichen Spielfeld. Italiens europäische Partner wiederum erwarten Strukturreformen und steuerliche Redlichkeit. Wie soll die wirtschaftspolitische Agenda der neuen Regierung aussehen?
Um die Staatsverschuldung reduzieren, die 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes beträgt, und gleichzeitig schmerzhafte Anpassungen vornehmen zu können, braucht Italien Wirtschaftswachstum – etwas, das die politischen Entscheidungsträger in den vergangenen Jahren nicht hervorgebracht haben. Tatsächlich betrug Italiens jährliche Wachstumsrate seit Beitritt in die Wirtschafts- und Währungsunion 1999 anämische 0,5 Prozent, das liegt weit unter dem Durchschnitt der Eurozone von 1,5 Prozent. In den vier Jahren seit Beginn der globalen Finanzkrise fiel die Wachstumsrate auf -1,2 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Eurozone von -0,2 Prozent, und sie wird wohl auch in diesem Jahr im Minusbereich bleiben.
Die größte Herausforderung der neuen Regierung wird die Umsetzung der Reformen sein, die Italiens Wirtschaftsleistung nach Jahren verfehlter Politik und Vernachlässigung wieder auf Kurs bringen sollen, damit das Land seine Nachbarn einholen kann. Dafür braucht man verstärkte Investitionen in Innovation und Humankapital. Mehr...


Kommentar: Der Beitrag von Paola Subacchi beschreibt einige nette Ideen, die Italien bedingt helfen können. Leider befinden sich Italiens Handelspartner ausnahmslos in einer Rezession oder auf dem direkten Weg dorthin. Die Konsumneigung der Italiener ist kaum geeignet, für einen Ausgleich zu sorgen. Die hohe Arbeitslosigkeit, Armut und Elend lassen sich nicht mit den üblichen neoliberalen Arbeitsmarktreformen bekämpfen. Gerne würden wir daran glauben. Wettbewerbsfähigkeit entsteht dadurch auch nur auf dem Papier. Der Vergleich mit den skandinavischen Ländern hilft auch nicht wirklich weiter. Eine Angleichung an die dortigen Verhältnisse würde zu wesentlich höheren Staatsausgaben führen, was Europas Sparwahn nicht erlaubt. Die Autorin hat deshalb gute Gründe, mit ihrem Fazit wachsweich zu bleiben: "Die neue italienische Regierung muss Führungsstärke beweisen und eine Vision haben, um die Wirtschaft auf Wachstumskurs zu bringen, den Abwärtskurs des Landes zu stoppen und die wachsenden sozialen Spannungen auflösen. Aber wichtiger noch ist die Tatsache, dass eine wirtschaftliche Erneuerung davon abhängt, wie bereit und fähig die nächste Regierung ist, die institutionelle Schwäche zu beheben, die ein gemeinsames Handeln immer dringender macht." Das liest sich eher wie ein Appell.


USA gewinnen einstige industrielle Macht zurück
(welt.de) China ist out, neuerdings investieren Konzerne ihr Geld lieber in Werke in den USA. Denn so günstig wie dort sind Produktionsbedingungen fast nirgends. Auch deutsche Firmen mischen kräftig mit. Mehr...

Kommentar: Da ist wohl der Wunsch der Vater des Gedanken. Mit der Wirklichkeit hat das, was dieser Beitrag beschreibt, nichts zu tun. Zum Ende hin schürt der Beitrag selbst erhebliche Zweifel an seiner in der Überschrift formulierten Behauptung. Die postulierten 1 bis 2 Millionen Jobs reichen nicht aus, um den USA die industrielle Macht zurückzubringen. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.