Sonntag, 17. Februar 2013

Standpunkt 547 - Nachrichten-Ticker, 16.02.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...  


Tagesthemen: Währungskrieg – US-Konsum mies – Eurozone – Arbeitszeitverkürzung – BaFin vs. Schulden- und Bankenkrise


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


"Es gibt keinen Währungskrieg!"
(handelsblatt.com) Harmonisches Ergebnis eines G20-Gipfels, der unter dem Schlagwort „Währungskrieg“ firmierte: Japans Inflationspolitik wurde nicht gerügt, Linien verabschiedet, Kompromisse erzielt – nur das Sparen blieb auf der Strecke. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir hatten es prophezeit: Der Gipfel geht aus wie das Hornberger Schießen. Statt schmerzhafte Wahrheiten zu diskutieren, gab es gegenseitiges Schulterklopfen und die Versicherung, alles sei halb so wild. Ein Beispiel dafür, wie die weltweit wichtigsten Politiker jede Krise heute bewältigen: Sie wird einfach ignoriert. Das österreichische Wirtschaftsblatt titelt folgerichtig "G20 verleugnet Währungskrieg":  Beim Treffen der Finanzminister der G20 einigen sich die Länder darauf, "Wechselkurse nicht an Wettbewerbsgesichtspunkten" auszurichten, schreibt das Blatt. Weiter heißt es dort: Wie sich schon zu Beginn des G-20-Treffens in der russischen Hauptstadt abzeichnete, wurde Japan im Communique nicht an den Pranger gestellt. Die Regierung in Tokio hatte mit einer massiv expansiven Geld- und Finanzpolitik den Yen auf Talfahrt geschickt und damit die jüngste Wechselkursdebatte maßgeblich ausgelöst. Mehr hier. Es ist wieder das Wirtschaftsblatt, in dem die Wirklichkeit analysiert wird: "Die Selbstzerstörung der Währungen" heißt es: Abwertungen. Die G20 versuchen sich dagegen zu stemmen, doch Worte können an einem Währungskrieg wenig ändern. Die Auswirkungen könnten auf Dauer allerdings fatal sein. Das Fazit des Beitrags ist deutlich: Der Währungskrieg, er könnte sich in den kommenden Monaten zum mitunter nervigen Dauerthema entwickeln - doch er ist nicht zu unterschätzen. Er hat einen direkten Einfluss darauf, wie viel das Geld des kleines Mannes wert ist und bestimmt gleichzeitig über Exportchancen für Unternehmen. Noch sind die Auswirkungen für die Eurozone gedämpft, aber das könnte sich bald ändern. Mehr hier


G20 Gipfel: Hinter den Kulissen tobt weiter der Währungskrieg 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Beim Treffen der G20 in Moskau erteilten die Staatschefs einem globalen Währungskrieg offiziell eine Abfuhr. Tatsächlich ist dieser Krieg schon längst im Gang. Die Staaten können ihn gar nicht mehr gemeinsam stoppen, weil den Staaten das Wasser bis zum Hals steht. Bester Beleg: Japan wurde auf dem Gipfel nicht wegen seiner aggressiven Geldpolitik gerügt. Mehr...

Kommentar: Außer Japan hätte man dann auch die USA und Großbritannien rügen müssen. Ein Unding. Jedem dieser Länder sitzt das Hemd näher als die Hose. Die Europäer müssen diese Kröte schlucken. Und sich ganz schnell überlegen, ob sie ihre dogmatische Haltung, den Euro nicht schwächen zu wollen, tatsächlich durchhalten können. Andererseits zeigt die Entwicklung in den USA und Großbritannien, dass die grenzenlose Liquidität den Finanzsektor überschwemmt, aber keinen Wirtschaftsaufschwung generiert. Japan wird zum x-ten Mal die gleiche Erfahrung machen. Arbeitslosenquoten von über 20% in den USA (vgl. hier) und Südeuropa zerstören jede Nachfrage und führen geradewegs in die Rezession. 200 Millionen verhältnismäßig gut verdienende Chinesen können diese Einbrüche nicht ausgleichen, während schätzungsweise 800 Millionen von knapp 1.000$ im Jahr leben müssen. Von den Indern, Brasilianern oder Russen gar nicht zu reden. Von denen verdienen insgesamt nur wenige Millionen genug, um ein bisschen Nachfrage zu erzeugen. 


USA widersetzen sich deutschem Spareifer
(zeit.de) Wie viele Schulden dürfen Staaten noch machen? Auf dem G-20-Gipfel in Moskau wächst der Widerstand gegen Deutschlands ehrgeizige Sparpolitik. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die Amerikaner stehen mit dieser Haltung nicht alleine. Es könnte schon bald einsam werden für Deutschland. Bisher lehnen sich nur die Südeuropäer gegen weitere Sparzwänge auf (hier). Diese Proteste werden sich demnächst über Italien bis nach Frankreich ausdehnen.


Wal-Mart Says February Sales "Total Disaster", Worst Monthly Start Since 2006; Stock Drops
(zerohedge.com) Wal-Mart shares are plunging as the firm reports a 'total disaster' in its February sales. Read more...

Kommentar: Das war wohl nichts mit dem Verbrauchervertrauen in den USA, von dem die deutschsprachigen Leitmedien schon seit Monaten regelmäßig berichten. Tatsächlich ist steigender Konsum bei den Amerikanern weit und breit nicht in Sicht, wie der weltgrößte Einzelhändler gerade bestätigt. 


Eurozone muss sich weiter anpassen
(derstandard.at)  Die Anpassungsprozesse in Europa sind noch lange nicht zu Ende. Davor warnt eine Gruppe von Ökonomen in einer Studie zu den Ungleichgewichten in der Eurozone, die dem Standard exklusiv vorliegt. Während die wirtschaftlichen Anpassungen in Irland schon fortgeschritten seien und auch Spanien sich bei der Produktivität verbessert, liefen die Prozesse in Portugal und Griechenland "langsam" ab. Mehr...

Kommentar: Was auch dieser Analyse fehlt, ist der Hinweis darauf, dass ohne eine tiefgreifende Restrukturierung des Finanzsektors eine nachhaltige Erholung durch bloße Anpassungsprozesse nicht zu erreichen ist. Davon abgesehen stellen sich die Ökonomen  vom unabhängigen europäischen Sachverständigenrat EEAG im Umgang mit der Krise in Europa klar gegen die deutsche Haltung: "Die Länder um Deutschland müssen verstehen, dass die südlichen Länder nur dann Wettbewerbsfähigkeit gewinnen, wenn sie selbst Wettbewerbsfähigkeit verlieren." Und: "Höhere Löhne und höhere Inflation in Nordeuropa würde bei der Anpassung helfen." Undenkbar für den Exportmeister Deutschland. Die folgende Grafik stammt aus dem Beitrag: 





Faule Finnen? Kürzer arbeiten statt Zeit absitzen
(diepresse.com) Kein Volk in Europa ist effektiv kürzer in der Arbeit als die Finnen, trotzdem  sind sie höchst erfolgreich. Der Grund: Niemand arbeitet flexibler. In Österreich gibt es auf dem
Weg zu mehr Flexibilität mehrere Hürden. Mehr...

Kommentar: Ein aufschlussreicher Beitrag zum Thema Arbeitszeitverkürzung, das aktuell auch in Österreich intensiv diskutiert wird. Es gibt gute Gründe, den Umgang mit dem Vorschlag einer 30-Stunden-Woche nicht so kompromißlos wie Heiner Flassbeck zu handhaben (hier).


Bafin: Schuldenkrise und Bankenkrise sind bei weitem nicht gelöst
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der Chef der deutschen Finanzaufsicht Röseler sieht keinen Ausweg aus der Schuldenkrise. Er sagt, dass die Staatsschuldenkrise trotz aller Liquidität nicht gelöst ist. Die Staaten Europas hätten noch nicht einmal eine Strategie, wie sie ihre Schulden verringern sollen. Mehr...

Kommentar: Klare Worte, mit denen sich Röseler gegen die jüngsten Aussagen der europäischen Krisenmanager stellt, die das Schlimmste bereits für überstanden halten. Bemerkenswert. 


Quelle: mw.nl


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.