Montag, 18. Februar 2013

Standpunkt 548 - Nachrichten-Ticker, 17.02.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Währungskrieg – G20-Gipfel und die Folgen – Notenbanken vs. Inflation – Spanien  – Portugal – USA vs. Jobs – Wall Street 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Ein Währungskrieg und keiner geht hin
(sueddeutsche.de) 20 Nationen, ein Treffen, ein Thema: Währungskrieg. Die Finanzminister der G 20 beschäftigen sich in Moskau mit einem Kampfbegriff, der Emotionen weckt und wenig aussagt. Warum ist die Politik davon so elektrisiert? Die Gründe hierfür reichen bis zur Weltwirtschaftskrise zurück. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die SZ schreibt mit ihrem Ausflug in die Geschichte der Weltwirtschaftskrise das Problem klein. Die Ökonomen stützen diese Verniedlichung.  Die Lage mag schwierig sein, aber einen Währungskrieg gibt es sicher nicht. Harm Bandholz, Chefvolkswirt von Unicredit in New York, sagt: "Es gibt eben das Problem, dass es den USA und mit Abstrichen Europa besser geht, anderen, also Japan und Großbritannien, dagegen nicht. Dass in diesem Fall die Geldpolitik auseinanderdriftet, ist doch normal". Das Ganze sei "viel Lärm um Nichts". 

Im Kleinreden ist auch die Chefin des IWF, Christine Lagarde, spitze. Sie spricht lediglich von Währungsbesorgnissen, wie der Schweizer Tages-Anzeiger berichtet: "Wie die G-20 den Währungskrieg verhindern wollen". Er schreibt u. a.: "Mit einer unerwartet deutlichen Erklärung und einer klaren Absage an Wechselkursziele versucht die Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20), die Debatte über einen Währungskrieg zu beenden. (...) "Wir waren uns alle einig, dass wir nicht in einen Währungskrieg geraten wollen", sagte Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici. Sein britischer Kollege George Osborne erklärte: "Die G-7 hat ein sehr klares Statement abgegeben." Auch im G-20-Text werde nun deutlich gemacht, dass Währungen kein Mittel für einen Abwertungswettlauf sein sollten. "Länder sollten nicht den Fehler der Vergangenheit machen und Währungen als Instrument der wirtschaftlichen Kriegsführung einsetzen", sagte er." Mehr hier

Wir sehen diese Entwicklung keinesfalls so entspannt wie die "Berufsweichspüler". Beschränken uns aber darauf, unseren LeserInnen primär reichlich Informationen an die Hand zu geben, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Aufgebracht hat das Thema die neue japanische Regierung mit ihren massiven Konjunkturprogrammen und weitestgehender Lockerung der Geldpolitik. Der Chef der japanischen Notenbank, Shirakawa, ist dieser Maßnahme bereits zum Opfer gefallen ist: Regierungschef Abe wird seine Amtszeit nicht mehr verlängern. Deshalb bieten wir drei Beiträge auf, die sich mit den japanischen Plänen beschäftigen. 

"Japan erklärt den Währungskrieg" überschreibt die ZEIT am 24.01.2013 einen Beitrag auf ihrem Herdentrieb-Blog: "Die neue Regierung Japans versucht, sich aus der Deflationsfalle zu befreien, in der das Land seit vielen Jahren steckt. Sie unterscheidet sich darin nicht von ihren zahlreichen Vorgängerinnen. Für ein Land, das einen großen Außensektor hat und dessen Währung aus fundamentalen Gründen tendenziell meistens aufwertet, gibt es ein probates Mittel, wie sich das bewerkstelligen lässt – indem die eigene Währung durch den Kauf von Dollar und Euro wertloser gemacht wird, also abwertet. Da Japan prinzipiell in beliebiger Menge Yen in die Welt setzen kann, lässt sich jeder denkbare Wechselkurs erreichen. Wenn eine solche Abwertungsstrategie lange genug durchgehalten wird, kommt es nicht nur an den Devisenmärkten, sondern auch im Inland zu einem Verlust an Kaufkraft, also zu Inflation. Das Ziel wäre erreicht.
Nur mögen das die anderen Länder nicht so sehr: Sie verlieren nämlich im Gegenzug an internationaler Wettbewerbsfähigkeit und importieren gewissermaßen Japans Deflation. Daher fällt in diesen Tagen immer wieder das Wort vom Währungskrieg, den Japan angezettelt habe. Wenn die USA oder Euroland zurückschlügen, also ihrerseits ohne Limit Yen kauften, um die Aufwertung der eigenen Währungen zu verhindern, hätten sie die Kriegserklärung angenommen. Vor allem die USA haben natürlich noch ein anderes Druckmittel, mit dem sie die Japaner zur Raison rufen können – ihren militärischen Schutz gegenüber China, der neuen Weltmacht. Restriktionen des Handels und Kapitalverkehrs sind andere Optionen, die die Vereinigten Staaten, aber auch die Europäische Union ins Spiel bringen können. Ich vermute allerdings, dass die bisherige Abwertung des Yen noch akzeptabel ist: Seit Mitte November beläuft sie sich auf 10,5 Prozent gegenüber dem Dollar, und auf 14,7 Prozent gegenüber dem Euro. Der Rest der Welt hat schließlich auch ein Interesse daran, dass Japan endlich wieder in Schwung kommt, und sei es mit Hilfe eines unterbewerteten Wechselkurses. Die Kriegserklärung wurde daher noch nicht angenommen, aber die Warnschüsse in Richtung Japan häufen sich." Spannend das Fazit des Autors: "Ich behaupte, dass die japanische Deflation nur besiegt werden kann, wenn es zu einer umfassenden Lösung der Schuldenprobleme kommt, also zu einem Schuldenschnitt. Das schließt eine umfangreiche Enteignung der Sparer ein. Leider haben die in einer rapide alternden Gesellschaft politisch ein so großes Gewicht, dass sie das verhindern können. Das Thema wird in Japan im Übrigen auch gar nicht diskutiert. Es wird erst mal bei einer Politik des Durchwurstelns bleiben. Ein schwacher Yen ist die einzige realistische, wenn auch schwache Hoffnung. 
Mehr hier.

"Währung als Waffe" schreibt am 14.01.2013 das Handelsblatt zum Thema: "Weltweit setzen Regierungen und Notenbanken alles daran, die eigene Währung zu schwächen. Der Abwertungswettlauf ist längst im Gange, er könnte dieses Jahr einen neuen Höhepunkt erreichen. Am Ende gibt es nur Verlierer. Das Fazit dieses Beitrags: "Kurzfristig mag sich ein Land einen Vorteil durch einen günstigeren Wechselkurs erkaufen. Aber langfristig gibt es in einem Währungskrieg, so die Auffassung des US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers Joseph Stiglitz, nur Verlierer. Die Handelsbeziehungen der Länder untereinander leiden, was die Weltwirtschaft insgesamt belastet - also genau das, was die Welt gerade nicht gebrauchen kann." Mehr hier. 

"Japans Währungskrieg" überschreibt Peter Symonds seinen Beitrag, am 29.01.2013 bei "World Socialist Web Site" erschienen. Symonds schreibt: "Japans neue liberaldemokratische Regierung verfolgt an zwei Fronten ein aggressives nationalistisches Programm. Der Ausbau des Militärs wurde von verfassungsmäßigen Beschränkungen befreit, und dies wird nun durch eine einseitige Währungspolitik ergänzt. Diese soll den Yen schwächen und so die Exporte auf Kosten der japanischen Konkurrenten fördern.
Unter starkem Druck von Ministerpräsident Shinzo Abe gab die Bank von Japan (BoJ) am Dienstag bekannt, sie werde das Inflationsziel „so schnell wie möglich“ von einem auf zwei Prozent hochsetzen. Sie wolle das durch den unbeschränkten Ankauf von Staatsanleihen und anderer Wertpapiere erreichen. Diese Politik wird von der amerikanischen Federal Reserve als „quantitative Lockerung“ bezeichnet.
Die Zentralbank hatte bisher gegen die Forderungen nach einer Lockerung der Geldpolitik immer Widerstand geleistet. Auch jetzt verschob sie den Ankauf von Staatsanleihen auf Januar nächsten Jahres. Die Märkte reagierten dementsprechend. Aufgrund der Erwartung von Abes neuer Geldpolitik war der Wert des Yen seit November gegenüber dem Dollar um zwölf Prozent gefallen, doch nach der Ankündigung der BoJ wetteten die Märkte auf einen höheren Kurs.
Abe lobte die Entscheidung der Bank und sagte, sie sei “ein Schritt zu mutiger Lockerung“. Dieser Schritt wird aber nicht der letzte sein. Abe hatte im Wahlkampf letztes Jahr gewarnt, er werde, wenn nötig, gesetzgeberisch aktiv werden und die BoJ zwingen, seine Geldpolitik umzusetzen. Er hat außerdem die Möglichkeit, im März einen neuen Notenbankgouverneur zu berufen, da dann die Amtszeit des gegenwärtigen ausläuft.
Die Entscheidung der BoJ veranlasste die Wirtschaftsrivalen Japans sofort zur Warnung, dass sie zu weiteren konkurrierenden Abwertungen führen könnte, d.h. zu einem „Währungskrieg“. Der Gouverneur der Bank von England, Mervyn King, sagte, wenn andere Länder dem Beispiel folgten, dann sei es „schwer zu glauben, dass die daraus resultierenden Spannungen leicht unter Kontrolle zu halten seien“. Michael Meister, ein führendes Mitglied der CDU, warnte, dass die Entscheidung eine Spirale in Gang setzen könnte, „die uns alle schmerzt“. Er wies darauf hin, dass Berlin um die Hilfe der G-20 nachsuchen könnte, um Druck auf Japan für einen Kurswechsel auszuüben.
Gegenüber der Financial Times wies der japanische Wirtschaftsminister Akira Amari die Bedenken von Bundesbankpräsident Jens Weidmann gegen die „schwere Verletzung“ der Unabhängigkeit der BoJ zurück. Dabei erklärte Akira: „Deutschland ist das Land, dessen Exporte am meisten von den festen Wechselkursen der Eurozone profitiert hat. Er ist nicht in der Position, Kritik zu üben.“ Der Informationsgehalt des Beitrages ist ordentlich, das Fazit rund um die "internationale Arbeiterklasse" entbehrlich. Mehr hier


Aktuell hat sich Max Otte zu Wort gemeldet: "Währungskrieg: Briten und Amerikaner wollen sich auf Kosten der restlichen Welt sanieren" überschreibt "deutsche-wirtschafts-nachrichten.de" ein Interview mit dem Professor und Anlageberater aus Worms. "Der Banken- und Börsenexperte Max Otte sieht die Angelsachsen in Sachen Währungskrieg ganz klar in der stärkeren Position. Er rechnet damit, dass die EZB bald wieder Geld in den Markt pumpen muss, da die Politik nicht mehr in der Lage ist, auf die Auswirkungen der Schuldenkrise zu reagieren." So heißt es in der Einleitung des Beitrags. Mehr hier. Otte sieht sich häufig als Interessenvertreter seiner Kundschaft als Anlageberater, was auch in diesem Interview deutlich wird. 
 
Nicht vergessen: Europa kann schon seit 2009 ein Lied davon singen, wie es ist, in einen Währungskrieg verwickelt zu sein. Die Auseinandersetzung lautet Dollar versus Euro, was sogar dem CDU-Europa-Parlamentarier Elmar Brok aufgefallen ist: "US-Kräfte haben uns den Währungskrieg erklärt", meldete Anfang 2012 die WELT und fasst zusammen: "Agenturen und Investoren aus den USA wollen die Euro-Zone zerschießen, sagt Elmar Brok. Der CDU-Europa-Parlamentarier gilt als exzellenter Kenner der USA." Mehr hier. Brok wurde dafür belächelt. Er wird im Nachhinein noch Recht bekommen. 


Norway Enters The Currency Wars 
(zerohedge.com)  While the G-20 and the G-7 haggle among each other, all (with perhaps the exception of France) desperate to make it seem that Japan's recent currency manipulation is not really manipulation, and that the plunge in the Yen was an indirect, "unexpected" consequence of BOJ monetary policy (when in reality as Richard Koo explained it is merely a ploy to avoid the spotlight falling on each and every other G-7/20 member, all of which are engaged in the same type of currency wars which eventually will all morph into trade wars), Europe's energy powerhouse Norway quietly entered into the war. From Bloomberg: "Norges Bank is ready to cut interest rates further to counter krone gains that interfere with the inflation target, Governor Oeystein Olsen said. “If it gets too strong over time, leading to inflation that’s too low, we will act,” Olsen said yesterday in an interview at his office in Oslo.
The problem for Norway is that on one hand it, too, seeks to boost its export-business in an imitation of the beggar-thy-neighbor policies adopted by every other government, or artificial monetary union, with a printing press, while on the other, its property market which is overheating due to Norway's perceived status as one of Europe's safest money parking locations (alongside Switzerland) will merely heat up even more should the Norges Bank cut rates as it appears set to do, in order to preserve its front in the global currency war. Read more...


Kommentar: Während alle Welt von einem Währungskrieg nichts wissen will (wir erinnern noch einmal daran, IWF-Chefin Lagarde spricht verniedlichend von "Währungsbesorgnissen"), reagiert Norwegen auf den von Japan neu entfachten Abwertungswettlauf. Entspanntheit sieht anders aus


Das Glaubwürdigkeitsproblem der G20
(wirtschaftsblatt.at)  Was auf G20-Treffen versprochen wird, wird nicht immer eingehalten. Doch es fehlt eine Alternative zu dem Zusammenschluss. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag fängt stark an, um am Schluss leider stark abzubauen. Dort heißt es nämlich: "Als im November 2008 erstmals die Chefs der 20 führenden Wirtschafts- und Industrieländer in Washington zusammenkamen, steckte das Weltfinanzsystem mitten in seiner tiefsten Krise seit Jahrzehnten, in einer Art Todeskampf. Das konnte mit maßgeblichem Beitrag der G20 bewältigt werden." Das ist blanker Nonsens. Vor mehr als einem Jahr hat die gleiche Zeitung geschrieben: Sanio: "Rückbau des Finanzsystems hat nicht stattgefunden". Wir hatten dieser Meldung damals einen eigenen Beitrag gewidmet (hier). Diese Feststellung von Jochen Sanio hat bis heute Gültigkeit. Im November 2008 hatte der G20-Gipfel in Washington aber genau das versprochen. Die F.A.Z. meldete seinerzeit: "Wirtschaftsmächte vereinbaren Reformfahrplan" und schreibt: " Die führenden Wirtschaftsmächte haben eine Reform des internationalen Finanzsystems auf den Weg gebracht. Bei ihrem Gipfeltreffen in Washington verständigten sich 20 Staats- und Regierungschefs am Samstag darauf, die Finanzmärkte mit einem lückenlosen Überwachungsnetz zu versehen." Mehr hier. Dieser Reformbeschluss blieb bis heute folgenlos. Dodd-Frank Act, Volcker Rule und Basel III wurden bisher in den USA, unterstützt von der europäischen Finanzindustrie, erfolgreich verhindert. Die G20-Gipfel dienen der großen Show, mehr nicht. 


Deutsche Bundesbank will Finanzaufsicht an sich reißen 
(wirtschaftsblatt.at) Laut Medienberichten strebt die Deutsche Bundesbank an, die Kreditinstitute allein zu kontrollieren - und würde damit die Bankenaufsichtsbehörde umgehen. Mehr...

Kommentar: Wieder wird ein Streit mit der EZB provoziert. Es darf nicht Aufgabe der Bundesbank sein, die heimischen Kreditinstitute zu kontrollieren. Wir sehen darin eine Interessenkollision, weil die Bundesbank sowieso primär die Interessen der Banken vertritt. Natürlich glauben wir auch nicht, dass die EZB der geeignete Standort für die Kontrolle der Banken ist. 


Androsch: Hypos "Spielzeug von Landeshauptleuten"
(diepresse.com) Fimbag-Aufsichtsrat Androsch glaubt, dass es noch fünf Jahre bis zum verlustminimierenden Verkauf der Hypo Kärnten dauern wird. Die Landeshauptleute bezeichnet er als "abgehoben". Mehr...

Kommentar: Was in Deutschland die Landesbanken, sind in Österreich offensichtlich die Landes-Hypos: Manövriermasse der jeweiligen Landesregierungen. Das wird demnächst ins Auge gehen. Noch halten sie sich wacker, vor allen Dingen mit Staatshilfen. Die weitere Krise in Europa wird bei diesen Banken noch tiefe Spuren hinterlassen. Die Entwicklung in Osteuropa wird zusätzlich Druck auf die österreichischen Banken machen. Unsere LeserInnen in Österreich müssen damit rechnen, dass der Staat sich in naher Zukunft gezwungen sieht, seinen Bürgern in die Tasche zu greifen, sie ganz oder wenigstens teilweise zu enteignen. 


Gefährliche Revolution in den Notenbanken: Wenn Inflation keine Rolle mehr spielt...
(format.at) Regierungen, die mit einem halb so hohen Wachstum wie vor der Krise und hartnäckig hoher Arbeitslosigkeit kämpfen, setzen auf eine neue Gruppe Notenbankpräsidenten, die mit Worten – und wie die Politiker hoffen, auch mit Taten – aggressiver sind als ihre Vorgänger. Mehr... 

Kommentar: Der Beitrag schürt wieder einmal die Angst vor der Inflation. Wem nützt das? Der Diskussion über die europäische Krise kaum. Sehr viel gefährlicher ist  "The Deflationary Spiral Bogey", ein Beitrag, auf den wir vor zwei Tagen hingewiesen haben (hier). Außerdem sollten wir uns nichts vormachen, ohne eine gehörige Portion Inflation wird sich keine der bestehenden Krisen lösen lassen. Sie ist als Teil der Lösung schon fest eingeplant.


"Unsere Opfer wandern in die Taschen der Diebe: Der Banker und Politiker"
(format.at) Tausende Menschen sind am Samstag in Spanien und Portugal gegen sozialen Abstieg und die harten Sparmaßnahmen ihrer jeweiligen Regierung auf die Straße gegangen. Mehr...

Kommentar: Alles Tricksen und Täuschen hilft nichts mehr. Die Menschen beginnen zu begreifen. Und setzen sich zur Wehr. Zum Glück. 


Massiver Aufschrei gegen Zwangsräumungen 
(heise/telepolis.de) Zahllose Menschen demonstrierten am Samstag in ganz Spanien gegen Zwangsräumungen und für das Recht auf eine würdige Wohnung. Mehr...

Kommentar: Rajoy wird abgewickelt, da sind wir uns sicher. Die Spanier haben die Geduld mit der Regierung in Madrid verloren und machen Druck. In diesem Beitrag haben wir eine Aussage entdeckt, die uns besonders gut gefallen hat. Es geht um die Höhe der notwendigen Hilfen für die spanischen Banken: "Damit wäre klar, dass die 100 Milliarden Euro nicht reichen, mit denen spanische Banken aus dem europäischen Rettungsfonds gestützt werden." Noch einmal: Wir erwarten 300 Milliarden Euro Bedarf für die Banken in Spanien.Davon abgesehen, ein lesenswerter Beitrag. 


Spaniens Staatsschulden massiv gestiegen
(derstandard.at) Nach Angaben der Zeitung "El Pais" um 146 Milliarden Euro gestiegen - Gesamtschulden bei 882 Milliarden Euro. Mehr...

Kommentar: Das Ergebnis monatelanger Sparpolitik der spanischen Regierung - nach deutschen Vorgaben. Mies, oder? 


Mort Zuckerman: "America Remains In A Jobs Depression"
(zerohedge.com) Jobs! President Obama has set a record. In his speech to Congress on Tuesday, he uttered the word "jobs" more than in any of his previous four State of the Union addresses. His 45 mentions were more than double the references to any of the other policy ambitions encapsulated in his speech by such words as health, education, immigration, guns, deficit, debt, energy, climate, economy, Afghanistan, wage, spend or tax (the runner-up).
If only the president's record on unemployment were as good. After four years America remains in a jobs depression as great as the Great Depression. But the crisis isn't seen in that light because the country isn't confronted daily by scenes of despair like the 1930s photographs of bread lines and soup kitchens and thousands of men (very few women then) waiting all day outside a factory in a forlorn quest for work.
But the jobless are still in the millions across the land, little changed in their total since the 1930s: 12.3 million today officially fully unemployed compared with 12.8 million in 1933 at the depth of the Depression.
Yes, the U.S. population is much larger now, but 12 million out of work still means 12 million lives devastated. And that number masks the true vastness of the modern disaster.
The jobless today are much less visible than they were in the 1930s because relief is organized differently. Today in the "recovery," the millions are being assisted, out of sight, by government checks, unemployment checks, Social Security disability checks and food stamps.

More than 48 million Americans are in the food-stamp program - an almost incredible record. That is 15% of the total population compared with the 7.9% participation in food stamps from 1970-2000. Then there are the more than 11 million Americans who are collecting Social Security checks to compensate for disability, also a record. Half have signed on since President Obama came to office. In 1992, there was one person on disability for every 35 workers; today it is one for every 16. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Nicht zu vergessen, Mort Zuckerman's Fazit: "Ordinary Americans are looking for leadership and renewal. They know that a job is the most important family program, the most important economic program, and the most important national program that America could have. They also know that, by this standard, we have failed." Wovon Zuckerman schreibt, zeigt diese Grafik: 




Das hat wenig zu tun mit dem, was mittels der Leitmedien verbreitet wird. Anspruch und Wirklichkeit finden nicht zusammen. Jedenfalls nicht unter Barack Obama. Die Kassen der Konzerne sind randvoll gefüllt mit Liquidität. Die wird aber leider für andere Zwecke eingesetzt. 


Wall Street geht wieder auf Einkaufstour
(spiegel.de) Ein neuer Reigen von Übernahmen, von Ketchup über Fluggesellschaften bis zum Großhandel mit Arzneien: Die großen Deals kehren zurück an die Wall Street - nach sechs Jahren Pause. Mehr...

Kommentar: Das Ergebnis grenzenloser Liquidität, bereitgestellt durch die US-Notenbank, und pfiffiger Steuersparmodelle: Die Kassen sind randvoll mit geschätzten 2 Billionen US-Dollar. Mit dem größten Teil davon sollten eigentlich neue Jobs geschaffen werden. Finanzindustrie und Großkonzerne haben jedoch ganz andere Pläne. Mit neuen Jobs lassen sich keine überdurchschnittlichen Gewinne erzielen, ergo auch keine millionenschweren Boni "verdienen". Wann begreifen das die Amerikaner und gehen endlich auf die Straße, so wie es in weiten Teilen Europas schon täglich praktiziert wird? Offensichtlich ist die Diskussion um eine Verschärfung des Waffenbesitzes prima dazu geeignet, von den wahren Problemen im Land abzulenken.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.