Dienstag, 19. Februar 2013

Standpunkt 549 - Nachrichten-Ticker, 18.02.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Konjunkturerholung in Deutschland – Währungskrieg – Euro – Finanzkrise  – DGB – Italien – Dänemark – Schweden – Konsum in den USA


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.


Bundesbank erwartet schnelle Konjunkturerholung
(boerse-online.de) Die Bundesbank rechnet nach dem Konjunktureinbruch Ende 2012 mit einer schnellen Erholung der deutschen Wirtschaft. Bereits im ersten Quartal könne aus heutiger Sicht wieder ein Wirtschaftswachstum erzielt werden, hieß es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Bundesbank. Mehr...

Kommentar: Wer traut sich da zu widersprechen, wenn die Bundesbank positive Signale für die Konjunktur sendet. Ifo-Geschäftsklimaindex und GfK-Konsumklimaindex werden es schon richten. Den Rest organisieren die Leitmedien mit ihrer Berichterstattung. Schließlich sind im Herbst Bundestagswahlen und die Kanzlerin soll bleiben was sie ist, Angie I., Kaiserin von Europa (unser Dossier zum Thema gibt es hier). Wir erinnern noch daran, die Bundesbank erwartet für 2013 ein Wachstum von 0,4% hierzulande, nach ursprünglich 1,6% (hier). Diese Schätzung halten wir für sehr realistisch und finden, nur notorische Optimisten halten das für Wirtschaftswachstum. Aber natürlich, im Vergleich zu den Nachbarn sieht dieser Wert hervorragend aus. Da kann in der Eurozone nur Österreich mithalten. Die Österreicher schätzen ihr 2013er Wirtschaftswachstum auf "stolze" 0,5% (hier). Interessant: Selbst das Münchner Ifo-Institut hält sich erst einmal zurück und erwartet für Deutschland nur ein Wirtschaftswachstum von 0,7% in 2013 (hier). 


"Aus Sicht der Märkte wurde damit die Geldpolitik Japans zur Schwächung des Yen abgenickt"
(format.at) Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditbewertung Japans nach der Lockerung der Geldpolitik des Landes auf der vierthöchsten Stufe "AA-" bestätigt. Der Ausblick für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt bleibe weiterhin auf "negativ", hieß es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung. S&P gab damit als erste der führenden Ratingagenturen ein Krediturteil zu Japan ab, nachdem die neue Regierung unter Ministerpräsident Shinzo Abe versucht, die lahmende Wirtschaft des Landes stärker in Schwung zu bringen. Die Maßnahmen der neuen Regierung unter Shinzo Abe zu Beginn der Amtszeit dürften "äußert wichtig" sein, um den andauernden Verfall der Kreditwürdigkeit zu stoppen, hieß es weiter in der Mitteilung von S&P. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Leider beschäftigt uns Japans Währungspolitik noch ein bisschen länger als erwartet. S&P befürwortet die Maßnahmen der neuen japanischen Regierung, gibt sie doch den Spekulanten die günstige Gelegenheit auf satte Gewinne und tolle Boni. George Soros hat es seinen Kollegen bereits vorgemacht (hier). Der G20-Gipfel kam am Wochenende zu folgendem Ergebnis: "Wir sind uns alle einig, dass wir nicht in einen Währungskrieg geraten wollen" titelt der österreichische Format. "Mit einer unerwartet klaren Absage an Wechselkursziele versuchten die Finanzminister und Notenbankchefs beim G-20-Treffen in Moskau die Debatte über einen Abwertungswettlauf oder gar einen Währungskrieg zu ersticken." So die Wirtschaftszeitung weiter. Wir müssen aktzeptieren, dass sich die Herrschaften als wahre Gipfel-Stürmer erweisen und von da oben die Dinge anders sehen als in den Niederungen der Wirklichkeit. 


Quelle: truthdig.com


Wie Notenbanken eine Währungskrise provozieren
(handelsblatt.com) Wirtschaftliche Probleme mit der Notenpresse zu lösen, ist genauso falsch, wie pleitebedrohte Staaten auf diese Weise zu retten. Weltweite Turbulenzen könnten die Folge sein, warnt der Degussa-Chefökonom. Mehr...

Kommentar: Ein wirklich geschickter Beitrag von Thorsten Polleit, dem früheren Barclays Bank-Chefvolkswirt. Eigentlich fehlt nur noch der Satz: "Kauft Gold!" Wer genau liest, findet diesen Hinweis aber zwischen den Zeilen. Wir fassen zusammen: Viel Analyse, null Lösung. Gerne würden wir bei ihm lesen, wie er sich den Umgang mit der Krise hinter der Krise, der Bankenkrise, vorstellt. Die von Polleit an anderer Stelle empfohlene neue Geldordnung hilft dabei nicht (hier). Die würde einhergehen mit einer Währungsreform, die jeder einzelne Bürger fürchten muß wie der Teufel das Weihwasser. Deren Folge wäre eine völlige Enteignung seiner Ersparnisse. Dazu gehören auch die persönlich angelegten Goldvorräte. Garantiert. 


"Der Euro ist zum Scheitern verurteilt"
(format.at) Lars Seier Christensen, der Co-Vorstandschef der dänischen Saxo Bank, hält die jüngste Rally des Euro für trügerisch. Die Gemeinschaftswährung wird aus seiner Sicht scheitern, weil die Mitgliedsländer sie nicht mit einer Fiskalunion untermauert haben. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir kennen einige Gründe, warum der Euro scheitern könnte, die fehlende Fiskalunion gehört definitiv nicht dazu. Der Murks mit den Maastricht-Kriterien, die von Anfang an veraltete Aufgabenstellung der EZB, die Kumpanei von Politik und Finanzindustrie, die Notenbanken als Interessenwahrer der Banken, die Umdeutung der Bankenkrise in eine Staatsschuldenkrise und die anschließenden milliardenschweren wirkungslosen Rettungsbemühungen für die Banken, sind eine kleine Auswahl der Ursachen für ein Scheitern der Gemeinschaftswährung. Auch nicht zu vergessen, die Folgen der menschenverachtenden Sparpolitik, zu verantworten alleine von Deutschland. Auf der anderen Seite ist der Euro ganz eindeutig Weltreservewährung, immer noch werden 25% des Welthandels damit abgerechnet, vor der Krise waren es sogar über 30%. China hält einen erheblichen Teil seiner Währungsreserven in Euro und hat wenig Neigung zu einem Umtausch in den US-Dollar. Eine andere Währung kommt dafür nicht in Frage, denen fehlt schlicht die Wirtschaftskraft. Was ist die Folge? Eine Rettung des Euro um jeden Preis! Die Boston Consulting Group (BCG) hat es schon einmal vorgerechnet: 33% Zwangsabgabe auf alles und der Deal steht. Die Gemeinschaftswährung ist gerettet. Einzelheiten hier. Leider hat die Sache einen Haken. Die Abgabe genügt nicht, um den Giftmüll in den Bilanzen der Banken und die Risiken aus dem Derivatehandel zu vergemeinschaften. Was soll damit geschehen? Diese Frage, da sind wir uns sicher, bewegt Tag für Tag Finanzindustrie und Politik gleichermaßen. So lange die Antwort darauf nicht gefunden ist, geht das Elend mit der Euro-Krise weiter. Bemerkenswert die Aufmerksamkeit, die Christensens Äußerungen in den USA erhalten: European Bank CEO Admits: "The Whole Thing Is Doomed" (hier). 


"Machen Sie sich nicht zu viel Hoffnung"
(capital.de)  Robert Arnott ist bekannt für unbequeme Wahrheiten: die USA - in Gefahr; die Renditeerwartungen - zu hoch; der Boom bei Indexfonds - eine Blase. Im Capital-Interview malt der US-Kapitalmarktforscher ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Zukunft der Industrienationen. Mehr...

Kommentar: Ein erstaunliches Interview. Bestens geeignet für alle, die über den viel zu kurzen Tellerrand der deutschen Leitmedien hinaussehen wollen


DGB stellte Streikbrecher
(jungewelt.de) Gewerkschaftseigene Leiharbeitsfirma sabotierte 2011 und 2009 Arbeitskampf bei Supermarktkette. Konsequenzen nach Pressebericht: Betrieb wird eingestellt, Prokurist muß gehen. Mehr...

Kommentar: Erstaunlich, das Ganze. Es zeigt, wie heruntergewirtschaftet die deutschen Gewerkschaften mittlerweile sind. Nicht verwunderlich, dass sie sich aus der Krise in Europa weitestgehend heraushalten und die Maßnahmen der Bundesregierung kritiklos hinnehmen. Ergänzend dazu verweisen wir auf den folgenden Beitrag: "Vom Klassenkampf zum Wettbewerbskorporatismus", erschienen in der aktuellen Ausgabe der Blätter für deutsche und internationale Politik, hier. Der Autor, Frank Deppe, beschreibt "die große Transformation der Gewerkschaften". 


Land im Koma
(sueddeutsche.de) Wenn die Italiener kommende Woche ein neues Parlament wählen, steht viel auf dem Spiel: nicht allein das Aufbäumen gegen den Niedergang, sondern auch die Zukunft des Euro. Wie kann eine neue Regierung diesen Herausforderungen begegnen? Der Abstieg des Landes geht unvermindert weiter - ökonomisch, moralisch und gesellschaftlich. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein Beitrag, jenseits des üblichen Wahlkampfgetöses. Er schürt unsere Befürchtung, dass auch die nächste Regierung das Land nicht stabilisieren wird. Dazu passt die Meldung "Italien: Banken sind fest in der Hand der politischen Parteien". Weiter heißt es: "Die EU brüstet sich, die Banken kontrollieren zu wollen. Am Beispiel Italiens sieht man: Oft sind die Banken die nächste Karriereleiter für Politiker, die vom Banking nichts verstehen, jedoch meist eine knallharte Interessen-Politik für ihre ehemaligen Parteifreunde verfolgen." Mehr hier


Ugliest Danish Banks Find No Buyers in Toxic Asset Trap
(blomberg.com) The man who correctly predicted the failures that triggered Denmark’s banking crisis two years ago is now warning that a surge in bad loans will drag down more regional lenders too far gone to attract buyers.
Aggregate impairments will continue to rise this year, with fatal consequences for the country’s weakest banks, according to Nicholas Rohde, founder of Copenhagen-based Niro Invest Aps. It was Rohde’s financial model that identified the noxious cocktail of bad assets lurking on the balance sheet of Amagerbanken A/S well before its 2011 failure. The event triggered Europe’s first senior bondholder losses in a state- backed resolution, and Rohde says more bail-ins can’t be ruled out. Legislation designed to spur mergers and avoid creditor losses will probably fall short as potential buyers balk at the prospect of absorbing toxic debt, he said.
“There are some banks that are unattractive, either because they’re small or in a remote part of Denmark,” Rohde said in a telephone interview. “Or because it’s not clear how many skeletons remain in the closet.”
One lender fighting for life is Vestjysk Bank A/S, Denmark’s ninth-largest. The Financial Supervisory Authority’s most recent visit uncovered additional writedowns that left the Lemvig, Denmark-based lender only 350 million kroner ($62 million) shy of being shut down, the bank said in a Feb. 1 statement to the stock exchange. Read more...


Kommentar: Wir warnen schon seit Monaten vor der dänischen Krise. Die Sache spitzt sich zu, wie dieser Beitrag beschreibt. 


Debt Bubble Born of Easy Cash Prompts Swedish Rule Review
(blomberg.com) Sweden’s financial regulator says it’s ready to tighten restrictions on mortgage lending to stop banks feeding household debt loads after a cap imposed during the crisis failed to stem credit growth.
“Swedish households today are among the most indebted in Europe and we cannot have household lending that spirals out of control,” Martin Andersson, the director general of the Financial Supervisory Authority, said in an interview in Stockholm. “If that would happen, we can utilize the two tools we do have again, or look at other alternatives.”
The FSA is ready to enforce a cap limiting home loans relative to property values to less than the 85 percent allowed today, Andersson said. Banks may also be told to raise risk weights on mortgage assets higher than the regulator’s most recent proposal, he said. The watchdog has other measures up its sleeve should these two prove inadequate, he said.
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Kommentar: Noch ein Blick nach Skandinavien. Wenig vertrauenserweckend, die Situation in Schweden. Schon vor Monaten warnte der schwedische Finanzminister Anders Borg vor einer Immobilienblase. Wir haben bereits im Juli 2011 zum ersten Mal unsere Bedenken geäußert (hier). Stärke zeigt in in Skandinavien nur noch Norwegen.


Fröhliche US-Konsumenten
(format.at) Die Verbraucherstimmung in den USA hat sich überraschend kräftig aufgehellt. Mehr...

Kommentar: Vor zwei Tagen haben wir über die desaströsen Verkaufszahlen bei Wal-Mart berichtet (hier). Zur gleichen Zeit wird die Stimmung schöngeschrieben. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.