Sonntag, 31. März 2013

Standpunkt 590 - Nachrichten-Ticker, 30.03.

Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: EZB versus Sparer – EU versus Luxemburg und Malta – Zypern versus Sparer – EU plündert – „Baron Münchhausen“ Wolfgang Schäuble – Interview mit Günter Verheugen – Großbritannien – Barack Obama- China’s Banken im Renditerausch 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Quelle: nilsoskampblogspot.de


EZB bestätigt: Die Bank-Guthaben in Europa sind nicht sicher
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der niederländische EZB-Mann Klaas Knot bestätigt: Die Enteignung von privaten Bank-Guthaben wird künftig Teil der „europäischen Liquidierungs-Politik sein“. Die EZB will, dass die Banken ihre Bilanzen in Ordnung bringen. Der einfache Sparer sollte sich nun gut überlegen, wie viel Geld er auf welcher Bank belassen will. Mehr...

Kommentar: Die Aussage von Knot ist eindeutig:  „Es gibt an den Aussagen von Dijsselbloem nichts auszusetzen. Der Inhalt seiner Bemerkungen bezieht sich auf einen Weg, der schon länger in Europa diskutiert wird. Dieser Weg wird Teil des Prozesses sein, wie in Europa Banken liquidiert werden.“ Knot bezieht sich auf eine Aussage, die manager magazin zu folgender Meldung verarbeitet hat: "Dijsselbloem erklärt Zypern-Plan zur neuen EU-Direktive" (hier). Davon werden auch die Bank-Guthaben bei deutschen Banken betroffen sein. Ohne Ausnahme. Garantiert. 


Die nächsten Haircuts drohen in Luxemburg und Malta
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Regierungen von Luxemburg und Malta setzen alles daran, die Stärke ihres Bankensektors zu betonen. Die Deutsche Bank warnt jedoch. Beide Länder ähneln Zypern sehr und könnten leicht Bankrott gehen. Mehr...

Kommentar: Die EU hat es eilig. Weder Malta noch Luxemburg haben bisher für ihre Banken Hilfen beantragt. Trotzdem wird bereits von deutschen Politikern darüber spekuliert, dass die Banken beider Länder mit dem "Zypern-Modell" abgewickelt werden können. Diese Diskussion zeugt von wenig Sachverstand. Beispiel Luxemburg. Die Banken in Luxemburg sind, mit einer Ausnahme, Töchter ausländischer Banken oder Investoren. Hauptsächlich französischer, belgischer, niederländischer, arabischer und chinesischer. Für uns ist kaum vorstellbar, dass unter diesen Umständen ein Haircut wie in Zypern durchsetzbar ist. In Luxemburg sind ganz andere Interessen betroffen. Ähnlich sehen wir die Situation für Malta. Eine Übersicht der Banken auf Malta gibt es hier. Wir befürchten deshalb, dass die nächsten Exempel statuiert werden sollen. Dieses Mal könnte es peinlich werden für die Krisenverschlimmerer in Berlin, Brüssel, Frankfurt und beim IWF in Washington.  


Deutlich höhere Verluste für Bankkunden in Zypern
(wirtschaftsblatt.at) Kunden der Bank of Cyprus mit Spareinlagen von mehr als 100.000 Euro müssen sich auf einen Verlust von rund 60 Prozent einstellen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Lesen lohnt sich. Der Beitrag zeigt, wie wenig verlässlich die Angaben sind, die im EU/EZB/IWF-Rettungsplan für Zypern gemacht wurden. Tatsächlich wird es für die Kunden sehr viel teurer. Das ist die reine Willkür. Die Amerikaner kommen noch zu einem ganz anderen Ergebnis: "And Scene: Big Cypriot Depositors Facing Complete Wipe Out" überschreibt zerohedge.com einen spannenden Beitrag. Einleitend: "9.9%? 30%? 60%? 80%? Nope - according to the latest from Reuters, the cash-on-cash return to all uninsured depositors in the healthy, i.e., only remaining big Cyprus bank, will be a big, fat doughnut." Read more. Unbedingt auch den verlinkten Reuters-Beitrag lesen. Fazit: Es bleibt spannend im Feldversuch Zypern.


Ruiniert: Wenn die EU über Nacht das Firmen-Konto plündert  
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Das Beispiel eines zypriotischen IT-Unternehmens zeigt, wie der Bailout wirkt. Das Geschäftskonto ist geplündert. Die Firma ist ruiniert. Die Mitarbeiter müssen entlassen werden. Mehr...

Kommentar: Das also kommt heraus, wenn Deutschland seine helfenden Hände ausstreckt. Irgendwie hat es was von Krieg mit anderen Mitteln: Rein ins Land, die Finanzen und die heimische Wirtschaft zerstören, raus und sich um den Rest nicht mehr kümmern. Zypern erlebt das gerade. So wie Griechenland vorher und andere Länder danach. Sogar die SZ hat entdeckt "Finanzkrise erreicht Zyperns Wirtschaft" und schreibt in der Einleitung: "Entlassungen, Lohnkürzungen, ruinierte Betriebe: Die Finanzkrise erreicht die Wirtschaft Zyperns schon wenige Tage nach der Verabschiedung des Rettungspakets." Das ist unmißverständlich. Mehr dazu hier


Schäuble: "Euro ist stabiler als noch vor drei Jahren"
(diepresse.com) Der deutsche Finanzminister sieht in der Zypern-Rettung kein Vorbild für andere Länder und betont: "Die Spareinlagen in Europa sind sicher." Mehr...

Kommentar: "Baron Münchhausen" Wolfgang Schäuble at its best. Wer diesem Mann und seiner Kanzlerin vertraut, der wird sein persönliches Blutbad erleben. 


Europas Krisenpolitik: Günter Verheugen warnt vor Unregierbarkeit und Verelendung
(querschuesse.de) Man muss wohl erst aus der Europäischen Kommission ausgeschieden sein, um als „Insider“ der Krisenpolitik Europas – bzw. der sogenannten Troika (EU-Kommission, EZB und IWF) – öffentlich ein verheerendes Zeugnis ausstellen zu können.
Günter Verheugen (SPD), ehemaliger EU-Kommissar und bei der Europäischen Kommission zunächst für die Erweiterung der Europäischen Union und zuletzt für die europäische Industriepolitik zuständig, hat es heute in einem Interview mit deutlichen Worten getan. Das ist bemerkenswert.
Im Gespräch mit dem Deutschlandradio konstatierte er, „dass die Art und Weise, wie in den letzten drei Jahren mit der Krise umgegangen worden ist, einige große Schwächen enthüllt“. Mehr...


Kommentar: Wir geben unumwunden zu, bisher konnte uns Verheugen absolut nicht begeistern. Für uns war er ein verbohrter EU-Bürokrat, mehr nicht. Dem es zu keiner Zeit gelungen ist, die Ideen hinter der EU in Deutschland begreiflich zu machen. Für dieses Interview verdient er unsere Achtung: "Günter Verheugen erklärt damit die bisherige europäische Krisenpolitik für gescheitert. Was Alternativen anbelangt, so grenzt er den Lösungsraum insofern ein, als er sich gegen eine Rückkehr zu nationalen Währungen sowie zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch gegen eine gemeinschaftliche Haftung für Schulden ausspricht." So zitiert ihn SLE in seinem Beitrag. Am Beispiel der politischen Situation Italiens erklärt er außerdem, warum Verheugen mit seiner Einschätzung genau den Punkt trifft. Sein Fazit stimmt: "Den Politikern kann man nur empfehlen, den Italienern glaubwürdig eine klare, neue Perspektive aufzuzeigen. Gibt es Politiker in Italien und Europa, die dies zu tun vermögen? Das ist die entscheidende Frage für Europa." Andernfalls erleben wir Verhältnisse wie in der Weimarer Republik in Europa. Warum gerade Italien? Das Land ist im Moment unregierbar und steuert auf eine Neuwahl zu.


Großbritannien: Zurück in die Siebziger 
(blogs.faz.net) Die siebziger Jahre waren in Großbritannien das Jahrzehnt des wirtschaftlichen Niedergangs mit Inflationsraten bis 26,9 Prozent, schwindsüchtiger Produktivität und steigender Arbeitslosigkeit. Das Land durchlief eine schwere Krise, erlebte aber ab den achtziger Jahren einen Aufschwung, der nicht zuletzt mit der Politik der Premierministerin Margaret Thatcher verbunden wird. Wie andere Länder wurde Großbritannien im Jahre 2007 von der Finanzkrise erfasst. Seitdem läuft die Wirtschaft nicht mehr richtig. Sechs Jahre nach Ausbruch der Krise fragen sich ernsthafte Leute auf der Insel, ob Großbritannien davor steht, in eine Malaise wie in den siebziger Jahren zurück zu fallen. Mehr...

Kommentar: Das Land ist am Ende. Wer seine Zweifel hat, der kann sich an diesem Beitrag schon ein Stück weit abarbeiten.  Auch den Links folgen. 


Obama will viel Geld in Infrastruktur stecken
(faz.net) Amerikas Präsident Obama hat in einer Rede seine Absicht bekräftigt, durch die Sanierung von Straßen, Brücken und Flughäfen die Wirtschaft anzukurbeln. Dadurch sollen vor allem Arbeitsplätze entstehen. Mehr...

Kommentar: Sollte uns Barack Obama doch noch eines Besseren belehren? In uns keimt ein klein wenig Hoffnung. Mehr aber noch nicht. Eigentlich halten wir ihn immer noch für zu schwach die Dinge zu tun, die dringend nötig wären. Was er in seiner Rede vorstellt, wäre auf jeden Fall ein Anfang. Seine Gegner sind klar: die Republikaner. 


Banken in China sind Rendite-Weltmeister 
(format.at) Chinesische Banken schlagen ihre Konkurrenten in Europa und den USA bei der Eigenkapitalrendite deutlich. Die vier größten Banken in China haben das sechste Jahr in Folge Rekordgewinne eingefahren und glänzen mit einer Eigenkapitalrendite (RoE) von 21 Prozent, mehr als doppelt so viel wie die Konkurrenz in Europa und den USA. Mehr...

Kommentar: Und dabei sind sie durch und durch marode. Das Eine schließt eben das Andere nicht aus. Dafür gibt es im Westen genügend Beispiele.    

   
"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.

 

Samstag, 30. März 2013

Standpunkt 589 - Nachrichten-Ticker, 29.03.

Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: Krise im Bundestag – Kapitalverschiebungen in Europa – Zypern hungert – Hundt beisst Merkel – Deutschen-Hass


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


"Drei Viertel des Bundestags verstehen die Krise nicht"
(zeit.de) Trotz der Krise kann sich die Linke nicht als Alternative profilieren. Ihr Finanzexperte Axel Troost warnt nun, dass die Eurorettungspakete auf falschen Annahmen beruhen. Mehr...

Kommentar: Ein über weite Strecken bemerkenswertes Interview. Troost findet deutliche Worte. Deshalb möchten wir es unseren LeserInnen, vor allem den deutschen, wärmstens empfehlen. 

Derivate: Das alte Versteckspiel
(zeit.de) Neue Regeln sollen die Finanzbranche in der EU sicherer machen. Aber ausgerechnet sie könnten die nächste Krise auslösen. Mehr...

Kommentar: Was in diesem Beitrag beschrieben wird, zeigt, dass jede Regulierung von der Finanzindustrie unterlaufen wird. Den USA und der EU geht es offensichtlich nicht wirklich darum, funktionierende Regeln einzuführen, sondern nur, die Öffentlichkeit zu beeindrucken. Dazu kommt, dass die offiziellen Angaben der BIZ zum Volumen des weltweiten Derivatehandels,  aktuell 640 Billionen Dollar, bestenfalls die Hälfte des tatsächlichen Volumens ausmachen. Nicht dabei sind die Geschäfte aus dem Bereich der unkontrollierten Schattenbanken, die nicht erfasst werden können. US-Schätzungen gehen deshalb von mindestens 1.200 Billionen Dollar Gesamtvolumen aus (hier). Es ist und bleibt die ultimative Massenvernichtungswaffe.  Alleine die Deutsche Bank hat einen Großteil davon gebunkert. Ebenso UBS und CS in der Schweiz. Mehr dazu in unserem Beitrag "Desaster Derivatehandel", hier. Das Problem: Trotz des riesigen Volumens weltweit, genügen lediglich Ausfälle im zweistelligen Milliardenbereich, um diese Blase endgültig zum Platzen zu bringen. Das war der Grund dafür, dass im Fall des griechischen Haircuts nur für einen geringen Teil der Verluste der Leistungsfall erklärt wurde. Bei den Gläubigern entstanden so, trotz 100%iger Absicherung, unerwartet hohe Verluste. Ein entsprechender Haircut in Spanien oder Italien und der Drops ist gelutscht. Endgültig. Was folgt ist ein Blutbad. 


Auf Zypern-Rettung folgt europaweite Kapitalverschiebung
(format.at) Die Sorge in der Eurozone, dass Zypern zum Vorbild für weitere Rettungs-Aktionen wird, breitet sich aus. Das führt zur Verschiebung von Anlage- und Investorengeldern – vor allem weg von Banken aus schwächeren Euroländern und verschärft die Krise. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die Befürchtungen sind berechtigt, die EU-Kommission will aus dem "Zypern-Modell" für alle zukünftigen Hilfsaktionen ein Gesetz zimmern. Die Kapitalverschiebungen innerhalb Europas sind jedoch völliger Quatsch. Das erleichtert den Krisenverschlimmerern nur ihr Geschäft, diese Gelder in den bekannten Kapitalsammestellen abzugreifen. Selbst die Schweiz wird rausrücken, was ihren Banken auf diese Weise zugeflossen ist. Es gibt in Europa keinen sicheren Platz mehr, um sich vor einer Enteignung zu schützen. Übrigens, nicht nur die Kunden der zyprischen Laiki Bank werden kräftig gerupft. Die Kunden der geretteten Bank of Cyprus müssen gleichfalls bluten. Österreichs DIE PRESSE schreibt in einem Beitrag: "Bei Konten über 100.000 Euro sollen 37,5 Prozent des Guthabens in Anteile der Bank umgewandelt werden. Weitere 22,5 Prozent sollen nicht verzinst werden." Mehr dazu hier. Da bleibt kein Auge trocken. 


Menschen vertrauen nur mehr Lokalbanken
(derstandard.at) Skandal- und Pleitebanken wie Hypo Kärnten, Meinl Bank und Kommunalkredit sind bei ihnen unten durch.  Am meisten Vertrauen bringen die Österreicher den Bausparkassen und den lokalen Raiffeisenbanken und Sparkassen entgegen. Privatbanken und ausländische Banken finden sich eher am unteren Ende der Vertrauensskala. Mehr...

Kommentar: Sorry, liebe ÖstereicherInnen, was soll der Quatsch? Es gibt keine Sicherheit mehr, egal welche Bank. Das sollte begreiflich sein. Natürlich hantieren Politik und Banken weiter mit der Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Nur, wer glaubt ernsthaft, die Banken in Österreich könnten alle heimischen Milliarden-Sparguthaben absichern? Es geht nämlich um die volle Summe, wenn die Krise in Österreich aufschlägt. Die kommt unausweichlich, diskussionswürdig ist höchstens noch WANN


"Dieses Volk wird in den Hunger geführt. Ist so etwas partnerschaftliches Handeln?"
(heise/telepolis.de) Zypern: Erzbischof Chrysostomos II im Exklusivinterview: Seine Heiligkeit Erzbischof Chrysostomos II, so der offizielle Titel, ist der am Meisten gesuchte Gesprächspartner in der kriselnden Inselrepublik. Regierungsmitglieder, Investoren und russische Unterhändler geben sich bei ihm die Klinke in die Hand. Er soll in letzter Sekunde retten, was noch zu retten ist und die Fehler der Politiker und Banker geradebiegen. Anders als die rein geistliche Rolle der griechischen Erzbischöfe oder des Papstes in Rom, hatte Zypern in jüngster Vergangenheit bereits einmal einen amtierenden Erzbischof als Staatschef. Es war Erzbischof Makarios, der sein Land von der Kolonie in eine unabhängige Republik wandelte und auch nach der türkischen Besetzung des Nordteils der Insel den Wiederaufbau maßgeblich in Gang brachte. Offenbar trauen viel Zyprioten ihrem aktuellen Kirchenvater eine gleiche Initiative zu. Mehr...

Kommentar:  Wir haben heute noch ein interessantes Interview anzubieten. Die Antwort auf die Frage des Erzbischofs überlassen wir unseren LeserInnen. 


Hundt rechnet mit Merkel ab
(sueddeutsche.de) Fundamentalkritik an der Kanzlerin: Die Union regiere nicht im Sinne der Wirtschaft, schimpft Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Er wirft Merkel eine Politik des Populismus vor. Auch Rot-Grün sei keine Alternative. Für FDP-Standpunkte kann sich Hundt schon eher erwärmen. Mehr...

Kommentar: Nichts als Theaterdonner, den der Arbeitgeberpräsident veranstaltet. Nach Kohl und Schröder ist es Merkel, die sich dem Wohl der Wirtschaft ganz besonders verpflichtet fühlt. Sogar mehr noch als ihre Vorgänger. Nicht ohne Anlass sorgt sie sich als "Kaltmamsell des Kapitals" (O-Ton Urban Priol) um die Einführung einer "marktkonformen Demokratie" in der gesamten Eurozone. Offensichtlich geht es Hundt aber nicht schnell genug. Erstaunlich nur, dass die Gewerkschaften diesem Treiben schon seit Jahren tatenlos zusehen, ohne signifikant an Mitgliedern zu verlieren. 


Deutschen-Hass im Ausland macht Bürger fassungslos
(focus.de) Die angeschlagenen Euro-Staaten reagieren mit Beleidigungen auf Deutschlands Hilfe – Demonstranten auf Zypern zeigen Angela Merkel mit Hitler-Bärtchen. Die Deutschen haben dafür kein Verständnis. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Doch, wenn man dem Beitrag Glauben schenkt, 40% schon. Logisch aber auch, dass eine Mehrzahl von CDU/CSU-Anhängern kein Verstädnis hat. Und eine Überraschung, dass die Anhänger der Links-Partei in so hoher Zahl die Haltung in den betroffenen Staaten verstehen. Wir tun es auch. Zorn und Wut brauchen ein Ventil. Die dummen Sprüche deutscher Politiker aus dem Regierungslager sind prima geeignet, die Gemüter der Menschen nur noch weiter anzuheizen. Wer mit Lügen Wind sät, der wird Sturm ernten. Nichts stimmt von dem, was diese Brandschatzer von sich geben. Der sächsische Ministerpräsident Tillich (CDU) behauptet, "dass die Bewältigung der Zypern-Krise eine gemeinsame Entscheidung der Finanzminister gewesen sei." Woher will er das wissen? Von der Kanzlerin? Oder Wolfgang Schäuble? Tillich jedenfalls war nicht dabei. Die beteiligten Finanzminister anderer Staaten geben einen anderen Eindruck über das Zustandekommen des Zypern-Plans wieder. Wir haben in den vergangenen Tagen davon berichtet. Oder Gesundheitsminister Bahr (FDP), der behauptet, „Deutschland ist deswegen so erfolgreich, weil wir wissen, dass man nur das Geld ausgeben kann, was vorher erwirtschaftet wurde.“ Das ist dumpfbackiges Geschwätz was aber, wie wir gleich sehen werden, noch steigerungsfähig ist. Vorher zeigen wir aber noch einmal eine Übersicht der Defizite aller 17 Euro-Länder seit 2000 im Vergleich. Alles selbsterklärend. 


Quelle: tagesanzeiger.ch
 

Die WELT schlägt in die gleiche Kerbe wie der FOCUS und meldet: "German-Bashing" – Comeback für Europas Buhmann. Weiter schreibt die Zeitung in der Einleitung: "In Zypern wird Merkel für rigide Auflagen zur Abwendung des Staatsbankrotts verunglimpft. Viele Deutsche sind diese Anfeindungen leid. Brüderle kritisiert die Schläge 'auf unsere helfenden Hände'." Mehr dazu hier. Natürlich darf sich niemand wundern, dass Brüderle seine Kritik auf eine offensichtliche Lüge stützt. In Wahrheit hat nämlich Deutschland bis heute keinen einzigen Cent eigenes Geld in eine der Hilfspakete für die Krisenländer gesteckt. Die Zinseinnahmen aus gegebenen Darlehen übersteigen deutlich alle bisher eingegangenen Verpflichtungen. Das ist längst bewiesen. Wer von unseren LeserInnen andere Fakten hat, der darf sie uns gerne nachweisen. Wir werden sie veröffentlichen und außerdem Abbitte leisten. Wirklich Geld gekostet hat die deutschen Steuerzahler lediglich die bisherigen Rettungsmaßnahmen für die Hypo Real Estate (HRE) und die Commerzbank. Ach ja, die Postbank nicht zu vergessen, über die sich auch die Deutsche Bank im Verborgenen ein Stück vom innerdeutschen Rettungskuchen abgeschnitten hat. Im Ausland sind diese Umstände hinreichend bekannt. Deutsche Politiker sollten die Menschen in den Krisenstaaten nicht an sich selbst messen und für ungebildet und dumm halten. Wenn Brüderle behauptet,  die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel "bemüht sich wie keine andere Regierung um Stabilität in Europa", dann ist das schon die nächste Lüge. Den höchsten Pro-Kopf-Beitrag in die Hilfspakete zahlen beispielsweise die Luxemburger. Dass Gerhard Schröder die Kanzlerin lobt, verstehen wir nicht als Auszeichnung. Schröder ist nach unserem Verständnis der Bundeskanzler, der wie kein anderer in der Geschichte der Bundesrepublik gegen die Interessen des Volkes regiert hat. "Wer führt, wird kritisiert" heißt es noch in dem Beitrag der WELT. Dieser Spruch ist höchstens gut für 3 Euro ins Sparschwein sonntags beim "Doopelpass live" in Sport1. Es ist Fakt, dass es die europäische Krisenpolitik unter Führung der Deutschen ist, die Not und Elend über die Menschen in Südeuropa gebracht hat. Massenarbeitslosigkeit, Armut, mangelnde Gesundheitsversorgung, steigende Selbstmordraten sind die unmittelbaren Folgen. Gerade wegen der nachgewiesenen krisenbedingten Selbstmorde und der fehlenden medizinischen Versorgung Todkranker in den Krisenstaaten haben führende deutsche Politiker "Blut an ihren Händen". Keine einzige politische Entscheidung darf diese Folgen rechtfertigen. Im Vergleich dazu können die Schmähungen gegen die Kanzlerin nur als Lappalie abgetan werden.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.
 

Freitag, 29. März 2013

Standpunkt 588 - Nachrichten-Ticker, 28.03.

Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: Zahlt Krisenmanager! – Es ist soweit: Enteignung durch EU-Gesetz! – EU-Kapitalverkehrskontrollen kommen – Sparer sind Gläubiger – Zypern – Euro – Aufschwung Deutschland?


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.


Nach Zypern – Krisenmanager an den Kosten beteiligen
(neuewirtschaftswunder.de) Kleiner Nachklapp in Sachen Zypern-Desaster. Wie Forsa im Auftrag des Stern ermittelt hat, glauben 54 Prozent der Deutschen nicht an die Zusage der Kanzlerin, dass die Spareinlagen in Deutschland sicher sind. Unfassbar, was unsere Wahnsinns-Retter da in so kurzer Zeit völlig unnötig und grob fahrlässig angerichtet haben.
Vor zwei Wochen war (vergleichsweise) Ruhe im Eurokrisen-Karton, da hat der Deutsche geruhsam vor sich hin gespart und sich darüber gefreut, sich gelegentlich ordentlich über die instabilen Südländer furchtbar aufregen zu dürfen. Jetzt zweifeln selbst die Deutschen an der Sicherheit ihrer Ersparnisse (sie sagen das zumindest). Das ist “financial contagion” at its best (or worst).
Das trägt schon kriminelle Züge, wenn man – wie mit der Ankündigung, nun die Sparer zu schröpfen – derart lernresistent die falsche Krise bekämpft: in einer Finanz- und Bankenkrise geht es darum, alles zu garantieren, was irgendwie zu wackeln beginnt. Weil sonst nach Kurzem alles wackelt. Das haben ein paar hundert Jahre Finanz- und Bankenkrisen nunmal schlicht und einfach immer wieder gezeigt. (...) Vielleicht sollte man einfach mal im besten Sinne des Anreizgedankens darüber nachdenken, einen Mechanismus zu finden, die Herrschaften von IWF, EZB und EU-Kommission, ebenso wie Frau Merkel und Herrn Schäuble an den Kosten der Kriseneskalation zu beteiligen – statt Sparer, die nichts dafür können, dass die Retter die Krise immer schlimmer machen. Mehr...

Kommentar: Dank an Thomas Fricke. Endlich mal ein vernünftiger Vorschlag der das Zeug dazu hätte, der Krise in Europa zu einem einigermaßen "guten" Ende zu verhelfen. Genau genommen der beste überhaupt. Einen Personenkreis hat er leider vergessen. Es sind die Verantwortlichen in der Finanzindustrie, die sich immer noch Milliarden-Boni einstecken, mit denen leicht kleinere Länder wie Irland, Griechenland, Portugal, Zypern und demnächst Belgien, Luxemburg, Malta, Dänemark, oder Finnland aus ihren Bankenkrisen geholfen werden könnte. Dafür sollte so schnell wie möglich ein "Modell" geschaffen werden. Diese Leute sind es auch, die bis heute mit Hilfe der Politik erfolgreich verhindern, dass durch eine Zerstörung der "too big to bail"-Banken (ein Trennbankensystem ist dafür zu wenig: "Tückische Trennkost", hier), der Erschaffung neuer - tiefgreifend regulierter und dauerhaft kontrollierter - Finanzmärkte, die Eindämmung - für die Realwirtschaft - nutzloser Spekulationsgeschäfte, die anduernden Krisen in Europa und der Welt beendet werden. Alles Dinge, die von den Regierungen der G20-Staaten schon lange versprochen worden sind. 


EU will Großanleger bei Bankpleiten zur Kasse bitten
(manager-magazin.de) Die EU will schon bald Großanleger systematisch für die Sanierung und Abwicklung von Banken zur Kasse bitten können. EU-Binnenmarktkommissar Barnier kündigte einen entsprechenden Gesetzesentwurf an. Sparkonten bis 100.000 Euro sollen aber gesetzlich geschützt sein. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die Zeit drängt. Die nächsten Länder stehen zur Abwicklung an. Zypern ist schliesslich überall in Europa. Schon Stunden, nachdem der neue Eurogruppenchef für die wahrheitsgetreue Ankündigung dieser Maßnahme aus den eigenen Reihen heftig kritisiert wurde, geht die EU damit an die Öffentlichkeit.  Während die Sparer in Deutschland immer noch an das Wunder glauben, Angie werde sie vor einer Enteigung schützen, wird bereits ein entsprechendes Gesetz auf europäischer Ebene vorbereitet. Das hat dann auch in Deutschland Gültigkeit. Unabhängig davon lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen, was überhaupt abgesichert ist. Der finanztip.de schreibt dazu: "Zu den geschützten Einlagen zählen insbesondere Sichtgelder auf Girokonten, Termingelder (z.B. Festgeld), Spareinlagen (damit auch Guthaben in Bausparverträgen) und auf den Namen lautende Sparbriefe. (...) Da ein Wertpapierdepot von der Bank nur verwaltet wird und die Wertpapiere sich im Eigentum des Bankkunden befinden, ist eine Sicherung eines Depots kein Bestandteil der Einlagensicherung." Mehr dazu hier. 

Der Begriff "Großanleger" dient der Irreführung. Genauso wie der Begriff "Kleinsparer" bei Beträgen bis 100.000 Euro. Als Kleinsparer fühlen sich natürlich 99% der Europäer und deshalb nicht betroffen von dem neuen Gesetz. Ein kapital(vernichtend)er Irrtum! Wir werden in unserem Update zum Thema Enteignungen demnächst (erscheint im April) ausführlich darauf eingehen. Übrigens, von der Einlagensicherung nicht betroffen sind auch die "Bundesschätzchen" (hier), für die steht der deutsche Staat angeblich gesondert gerade. Eine trügerische Sicherheit. In der deutschen Vergangenheit wurden solche Papiere kurzerhand für wertlos erklärt und jede Zahlung darauf eingestellt. 

Die EU hat, unter Führung der Bundesregierung, mit der Zypern-Hilfe eine üble Machenschaft begonnen, die erst ihr Ende findet, wenn in der EU alle Ersparnisse/Vermögen, weitgehend konfisziert sind. Deutschland bleibt da keine Ausnahme! Nur die Superreichen, das oberste 1%, bleiben weitgehend verschont - wie schon in der Vergangenheit. Denen werden Gesetzeslücken angeboten, durch die sie mit dem größten Teil ihres Vermögens schlüpfen können. Schliesslich sind es deren Schultern, die das gesamte kapitalistische System tragen. Die müssen entlastet werden. Der ganze Rest wird "ins Gras beißen". Selbst die Rentner, anders wie früher, müsen ihren Beitrag leisten. 

Wer bis hierher gelesen hat, ohne dass ihn vorher schon der Mut verlassen hat, dem empfehlen wir noch den Beitrag "When Will Deposit Haircuts Take Place In Other European Countries?" zu lesen. Daraus ein Auszug: "When all is said and done, what happened in Cyprus over the past two weeks, is nothing but the culmination of re-marking the "assets" in the country's financial system (which as noted previously, were a preponderance of worthless Greek bonds and countless other non-performing loans), long priced at assorted "myth" levels, to a long overdue reality. As a result of delaying resolving the mismatch between non-performing assets and liabilities for years, the resolution was one which saw some €16 billion of the total asset base impaired, which in turn necessitated the impairment of billions of deposits: the primary liability funding the Cypriot financial system. Furthermore, as a result of the "Freudian Slip" by the Eurogroup's new head earlier this week, we know that Cyprus will be the template for all future bank resolutions, which seek to avoid a democratic popular vote of depositor self-impairment (a vote which is now known will never actually pass) and proceed to restructuring the banking sector a la carte, by liquidating bad banks and impairing liabilities to the point where the balance sheet is once again viable (however briefly). Read more... Noch Zweifel, dass es sich in Europa längst um ein totalitäres System handelt? Oder immer noch davon überzeugt, dass sich Angie schützend vor die deutschen Sparguthaben stellt? Schade, schade, das wäre ein fataler Irrtum. Die folgende Grafik aus dem Beitrag von zerohedge.com zeigt eindrucksvoll, wo die wirklichen Probleme in Europa sitzen: 


 


Wie lange lassen sich Sparer hinhalten?
(tagesanzeiger.ch) Zyperns Banken werden mit Kapitalkontrollen vor dem Schlimmsten geschützt. Doch schon bald müssen diese aufgehoben werden. Und dann beginnt das grosse Zittern erst. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Was für ein grandioser Irrtum, dem der Autor aufsitzt. Ohne Kapitalverkehrskontrollen funktioniert die in dem voran gegangenen Beitrag beschreibene Enteignung der Sparer, die in der EU Gesetz werden soll, nicht. Bekanntlich wurden in Zypern Konten geräumt, obwohl die Banken geschlossen und nach offizieller Lesart keinerlei Verfügungen möglich waren. Daraus lernen Europas Krisenverschlimmerer. Noch verstoßen Kapitalkontrollen gegen EU-Recht. Das "Enteignungsgesetz" wird das ändern und auch eine maximale Kapitalverkehrskontrolle vorsehen, sonst bleibt der Raubzug gegen die Konten weitgehend wirkungslos. Wir halten Regelungen für möglich, die weit über das hinausgehen, was in der Vergangenheit praktiziert worden ist. Deshalb können wir uns auch nicht vorstellen, dass sich am Zustand in Zypern noch etwas ändert. "Kapitalverkehrskontrollen in Zypern könnten Jahre anhalten" meldet konsequenterweise die WELT. Mehr dazu hier. In Island, das ist einer von Europas neuen Musterknaben, wurden während der Pleite des Landes in 2008 Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, die bis heute gültig sind (Quelle: "Was sind Kapitalverkehrskontrollen?", dw.de, hier).


Endstation Zypern
(heise/telepolis.de) Die vorläufige Stabilisierung der beschaulichen Steueroase im Mittelmeer offenbart die Schwachstelle im System: Sparer sind Gläubiger. Aber warum eigentlich?
Mit der Teilenteignung der Sparer auf Zypern wird enthüllt, was eigentlich für die breite Öffentlichkeit verborgen bleiben sollte: Die Sparer sind in Wahrheit Gläubiger. Dies ist allerdings kein zypriotischer Sonderweg, sondern langjährige globale Realität - auch hier in Deutschland.
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Kommentar:  Das ist eine Pflichtlektüre. Nicht sehr unterhaltsam, aber schafft freie Sicht auf wesentliche Dinge rund um das eigene Geld und dessen gefährliche Beziehung zur Bank.


Zyprischer Fallout
(heise/telepolis.de) Die geopolitischen und wirtschaftlichen Folgen der kompromisslosen Haltung Berlins während der Zypern-Krise zeichnen sich bereits deutlich ab. Mehr... 

Kommentar: Eine Analyse, die man in dieser Form in den deutschsprachigen Leitmedien nicht finden wird. Selbst wer den "Zypern-Plan" gut findet, sollte seinen Geist möglichen Folgen öffnen. Wir empfehlen, auch den diversen Links zu folgen. 


Schäuble weist Zyprer zurecht
(n-tv.de) Für viele Zyprer sind Deutschland und die EU Schuld an den schmerzhaften Einschnitten im Hilfspaket für ihre Insel. Einige verunglimpfen Bundeskanzlerin Merkel gar als neuen Hitler. Für Finanzminister Schäuble sind dagegen die Zyprer selbst schuld an ihrer Misere – ihr Geschäftsmodell ist schlicht gescheitert. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Wir haben uns in den vergangenen Tagen schon ausführlich mit Wolfgang Schäuble beschäftigt. Wer sich dafür interessiert, der möge bitte in unseren Tickern nachlesen. Umso mehr gibt es noch einmal zu dem gescheiterten zyprischen Geschäftsmodell zu sagen. Dazu nutzen wir einen Beitrag, der gerade zu diesem Thema erschienen ist. "Zypern - Die Mär vom bösen Geschäftsmodell" titelt das CAPITAL und schreibt dazu: "Denn es bleibt festzuhalten, dass in Zypern keine wildgewordenen Spekulanten am Werk waren, die sich mal wieder verzockt haben. Die dortigen Banken haben im Kern genau das getan, was Europas Politiker (und viele Journalisten) noch vor kurzem als besonders vernünftig und vorbildlich gepriesen haben: Sie investierten massiv in griechische Staatsanleihen. In angeblich mündelsichere Papiere, für die keinerlei Eigenkapital als Risikopuffer vorgehalten werden muss. Als es zum Haircut kam und die Gläubiger des griechischen Staates auf einen Teil ihres Geldes verzichten mussten, wurden Zyperns Banken eben auch entsprechend rasiert. Die harte Wirtschaftskrise in Griechenland traf sie dann noch zusätzlich. Dieser Zusammenhang war schon im Moment des griechischen Haircut bekannt, aber die Europäer haben es trotzdem zugelassen, dass sich daraus über Monate ein hochexplosives Polit- Gemisch entwickelte." Mehr dazu hier. Falsch ist es wenn in dem Beitrag behauptet wird, die zyprischen Banken hätten keine ausreichende Risikovorsorge getroffen. Alle, wirklich alle Papiere waren durch Derivate abgesichert und diese auch bezahlt. Als es dann zu dem griechischen Haircut kam, wurde von der ISDA für geschätzte 70% der derivategesicherten Investments der Leistungsfall verweigert. Das Ergebnis zeigt diese Grafik: 

Quelle: zerohedge.com
 
 
Hey, die Zypern-Rettung zeigt, wie stark der Euro ist
(blogs.faz.net) Müssen wir uns nach der Zypern-Rettung um unser Geld sorgen? Nein. Nach Zypern bekommt die positive Deutung der Euro-Krise mehr Gewicht. Hier kommen sechs Argumente von einem unerschütterlichen Optimisten, die zeigen: Der Euro ist offenbar schon wesentlich stabiler und die Krise der Währungsunion weiter überwunden als gedacht. Schon gegen Ende des vergangenen Jahres sagten einige, das Schlimmste liege hinter uns. Sie haben wohl recht behalten. Mehr...

Kommentar: Geradezu aberwitzig, wie die "Zypern-Rettung", die sich als das genaue Gegenteil herausstellen wird, hier und da schöngedeutet wird. Dieser Beitrag ist das beste Beispiel dafür. Am Ende steigert er sich noch: Von Aberwitz in Schwachsinn, hey.


Noch in 2013 OECD erwartet raschen Aufschwung für Deutschland
(manager-magazin.de) Die OECD traut der Bundesrepublik ein starkes Comeback zu: Noch in diesem Jahr erwarten die Experten mehr als 2 Prozent Wachstum - ein Vielfaches dessen, was deutsche Ökonomen vorhersagen. Im Rest der Euro-Zone kommt die Erholung nur im Schneckentempo voran. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Alles ist gut in Deutschland, bestätigt die OECD. Das ist phänomenal, aberwitzig, schwachsinnig. Warten wir ab, welches der Attribute zutreffen wird. Wo sogar der deutsche Sachverständigenrat seine Prognose noch einmal revidiert hat - nach unten, versteht sich - ohne aber Konsequenzen zu ziehen: "Sachverständigenrat senkt Konjunkturprognose – Mieses Wachstum, doch die Politik tönt: 'Deutschland geht es gut'." Weiter heißt es: "Obwohl der Sachverständigenrat seine Konjunkturprognose vom Herbst um 0,5 Prozentpunkte auf eine jahresdurchschnittliche Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts für 2013 auf magere 0,3 Prozent senkt, gibt er keinerlei Alarmzeichen. Seine Devise scheint: Deutschland geht es gut, solange der Staat nichts dafür tut." Mehr dazu hier. Die folgenden zwei Charts stammen aus dem Beitrag:







Deutschland: reale Einzelhandelsumsätze mit -2,2%
(querschuesse.de) Das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete heute Morgen wieder latent schwache deutsche Einzelhandelsumsätze für den Monat Februar 2013. Die nominalen Einzelhandelsumsätze bei den unbereinigten Originaldaten sanken um -1,0% zum Vorjahresmonat und die unbereinigten realen Umsätze sanken um -2,2% zum Vorjahresmonat. Der Februar 2013 hatte allerdings mit 24 Verkaufstagen einen Verkaufstag weniger als der Februar 2012. Berücksichtigt man die Saison- und Kalendereffekte (Census X-12-ARIMA Verfahren) stiegen im Vergleich zum Vormonat die Einzelhandelsumsätze nominal um +0,5% und real um +0,4% zum Vormonat! Weiter dokumentieren die Daten für Deutschland eine langanhaltende Konsumschwäche der privaten Haushalte, denn immer noch liegen die saisonbereinigten und realen Einzelhandelsumsätze um -0,6% unter dem Niveau von 2000 und um -0,8% unter dem Jahr 1994, dem Beginn der langen Datenreihe! Mehr...

Kommentar: Ein bisschen Wirklichkeit kann nicht schaden. Ein paar Daten zum "starken" Binnenkonsum und den Einkommen in Deutschland. Das Fazit ist eindeutig: "Bei dieser lahmen Entwicklung der durchschnittlichen realen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat erscheinen seit 19 Jahren darbende reale Einzelhandelsumsätze nur konsistent." Noch zwei Charts aus dem Beitrag: 

 








"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.