Samstag, 2. März 2013

Standpunkt 560 - Nachrichten-Ticker, 01.03.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...  


Tagesthemen: US-Haushaltskrise – Brasilien schwächelt – China – Portugal in Aufruhr – Europa – Grafik des Tages


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Sparprogramm brutal: Haushaltsstreit stürzt USA in die Dauerkrise
(focus.de) Jetzt wird es ernst in den USA: Ab sofort muss im Staats-Etat ohne Sinn und Verstand gespart werden. Die wenigsten Bürger haben bislang das Ausmaß der Kürzungen begriffen. Doch das dürfte sich bald ändern. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Obama auf dem Weg in die Resignation: „Ich bin kein Diktator. Ich bin der Präsident.“ Statt seine Präsidentschaft endlich zu gestalten, liefert er sich Grabenkämpfe mit den Republikanern. Zu Lasten "seiner" Bürger. Der in dem Beitrag befürchtete Stillstand ist längst charakteristisch für die US-Politik, spätestens seit Sommer 2011. 
Der Präsident gibt sich angreifbar. "Romney rügt Präsident Obamas Provokationen" meldet die WELT und fasst zusammen: "Obamas unterlegener Herausforderer bricht sein Schweigen: Im ersten Interview nach der Wahlniederlage hat der Republikaner Mitt Romney den US-Präsidenten für seine Rolle im Haushaltsstreit gescholten." Mehr hier.
Die zwanghafte Schuldenbremse trifft auf eine rezessive Entwicklung in den USA. Österreichs DIE PRESSE meldet besorgt:  "US-Einkommen mit stärkstem Rückgang seit 20 Jahren". Die Zeitung schreibt: "Höhere Steuern haben die Einkommen der US-Bürger im Jänner so stark gedrückt wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Die Einkommen fielen um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Inflationsbereinigt ging das Nettoeinkommen sogar um vier Prozent zurück. Einen stärkeren Rückgang hat es seit Anfang der Aufzeichnungen im Jahr 1959 nicht gegeben, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg." Mehr hier. Zur gleichen Zeit geht es auch ganz anders: "20 Milliarden Dollar für Wall-Street-Banker" meldete erst vor wenigen Tagen der stern. Die Einzelheiten: "Die Bonuszahlungen an der Wall Street sind nach amtlichen Schätzungen 2012 gestiegen, haben aber noch nicht wieder das Niveau aus Zeiten vor der Krise erreicht. Auf insgesamt 20 Milliarden Dollar seien die Sonderzuwendungen in der New Yorker Finanzbranche im vergangenen Jahr angewachsen, teilte der dortige Rechnungshof am Dienstag mit. Dies sei der höchste Stand seit 2010 und im Vergleich zu 2011 ein Plus von acht Prozent. Trotz der weiterhin köchelnden Schuldenkrise und einer strengeren Bankenregulierung verdienen die Finanzjongleure in New York City blendend: Für das vergangene Jahr dürfte ein Wall-Street-Banker im Schnitt einen Cash-Bonus von 121.900 Dollar (rund 93.000 Euro) kassiert haben, erklärte New Yorks oberster Finanzbeamter Thomas DiNapoli am Dienstag. Das sei neun Prozent mehr als im Jahr zuvor." Mehr hier
Wie schlecht es dem Land geht, zeigt auch der GM-Indikator: "The 'Stuffing' Is Back As GM's February Dealer Inventory Soars To Second Highest Ever" meldet zerohedge.com: "For those technical analysis aficionados who enjoy charts that go "from the lower left to the upper right" as much as the next predictor of the future, may we recommend some deep OTM calls on GM's now endless channel-stuffing (a topic we have discussed to death and back here), which saw the bailed out company from the currently bailed out city, a near record 743K cars with dealers - the second highest ever. This is obviously an indication of soaring, if inverse, demand for the cars only federally-funded NINJAs can love." Read more. Der folgende Chart aus dem Beitrag zeigt, was los ist: 





Wachstum in Brasilien bricht ein
(zeit.de) Die sechstgrößte Volkswirtschaft schwächelt: 2012 legte Brasiliens Wirtschaft nur noch um 0,9 Prozent zu. Staatliche Gegenmaßnahmen sind bislang wirkungslos verpufft. Mehr...

Kommentar: Die anderen können es auch nicht besser. Jeder zahlt den Preis der Globalisierung. Die Rezession verteilt sich über die Welt. Deutschlands außereuropäische Handelspartner schwächeln. Die Insel der Glückseligkeit gerät in Gefahr. 


"China rennt die Zeit davon"
(fuw.ch) Michael Pettis, Finanzprofessor an der Universität Peking, zweifelt, ob China fähig sein
wird, eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik durchzusetzen. Mehr...


Kommentar: Dieses Interview nährt unsere Zweifel an Chinas Erfolg und seiner Fähigkeit, der Weltwirtschaft nachhaltige Impulse zu geben. Unseren LeserInnen möchten wir den Beitrag ausdrücklich empfehlen. China werden in dem deutschen Mainstream geradezu übernatürliche Wirtschaftskräfte angedichtet. Pettis entzaubert.  


"Herrgott, befreie uns von den korrupten Schweinen"
(heise/telepolis.de) Die Empörten gehen in ganz Portugal am Samstag gegen Sparprogramme, Verarmung, steigende Arbeitslosigkeit und Korruption auf die Straße. Mehr...

Kommentar: Europas Top-Krisenmanager loben Portugal regelmäßig für seine Sparleistungen in der Krise, während das Land in Wahrheit vor die Hunde geht. Offensichtlich lassen sich die Portugiesen diese Politik nicht mehr länger bieten. Die Proteste verschärfen sich, die Stimmung wird aggressiver. Selbst das Militär macht mit, wenn auch leiser. Wir halten es für möglich, dass sich die Portugiesen demnächst eine Militärregierung wünschen. Die aktuelle Regierung versucht verzweifelt, sich über die Runden zu retten und verhandelt mit der Troika über einen Zahlungsaufschub für die Rettungsmilliarden und mehr Zeit für das Erreichen des Defizitziels. Die Zustimmung der EU gilt als sicher.


Italiens Präsident öffnet die Schatzkammer Europas
(welt.de) Giorgio Napolitano macht in der Berliner Humboldt-Universität das Feuer spürbar, das von der Europa-Idee einmal ausgegangen ist. Und er macht deutlich: Die EU braucht eine politische Union. Mehr...

Kommentar: Vor dem Hintergrund des italienischen Wahlergebnisses ist die Rede des Staatspräsidenten zur Europäischen Union nicht ohne Sprengkraft. Napolitano ist souverän damit umgegangen und hat sich - deutlicher als kürzlicher der Bundespräsident - hinter Europa und die EU gestellt. Ganz Politiker fordert er natürlich kräftig Gas zu geben auf dem Weg zu mehr Integration in Europa, hin zu einer politischen Union der EU. Nicht unerwartet reibt sich der Autor an den italienischen Verhältnissen, er vermisst "eine gemeinsame politische Linie und Handlungsfähigkeit" im Land. Miteinander zu tun hat das nichts. Das Wahlergebnis ist der verfehlten Sparpolitik geschuldet, nicht dem Willen der Italiener, die EU oder die Eurozone zu verlassen. Vergessen werden darf aber auch nicht, dass in den vergangenen Jahrzehnten die italienischen Wahlergebnisse selten eindeutige Mehrheiten hervorgebracht haben. In dieser Hinsicht ist Italien in Europa einmalig. So haben die Italiener seit 1946 immerhin 25 Ministerpräsidenten verschlissen (Aus: "Politisches System Italiens", Wikipedia, 02.03.2013, hier). 

Den heutigen Ticker möchten wir mit einem amüsanten Rückblick auf die jüngste Geschichte der Finanzkrise beschließen. Es ist die Liste der sichersten Banken 2008, dem Jahr der Lehman-Pleite. 


Grafik des Tages:


Quelle: zerohedge.com
  
Die aktuelle Liste der sichersten Banken weltweit von GLOBAL FINANCE gibt es hier. Selbst die hat einen gewissen Charme, von den systemrelevanten Banken sind nur wenige dabei. Die klangvollen Namen fehlen komplett.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.