Montag, 4. März 2013

Standpunkt 562 - Nachrichten-Ticker, 03.03.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Soros vs. Deutschland – Portugal – Niederlande – USA


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.


Soros: "Deutsches Spardiktat hat Europa in Existenzkrise getrieben"
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) George Soros warnt Deutschland: Wenn Berlin weiter auf Sparprogramme in Europa dränge, würden auch die Deutschen in den Abgrund gerissen. Er fordert mehr Wachstums-Impulse. Mehr...

Kommentar: Eine Ergänzung zu dem Beitrag "Merkels Europa", über den wir gestern berichtet haben (hier). Soros' Erwartungen für Deutschland sind eindeutig: Er "warnt davor, dass Deutschland bald selbst in Schwierigkeiten geraten werde. Der Abwertungswettlauf der Währungen in den USA und in Japan werde den Wert des Euro steigen lassen und somit die deutschen Exporte außerhalb der Eurozone verteuern. Innerhalb der Euro-Zone ist die Nachfrage bereits am Boden. Wenn nun noch der Export in den Rest der Welt einbrechen würde, könnte das für Deutschland fatale Folgen haben. „Nach den Bundestagswahlen im September wird sich die Einstellung der Deutschen ändern“, behauptet Soros, bis dahin befinde sich Deutschland nämlich selbst in der Rezession.Es muss sich vor allen Dingen die Einstellung der Kanzlerin ändern, der die Deutschen - geschichtsverbunden wie sie sind - bedinungslos folgen. Auf Dauer wird es nicht funktionieren, dass sich die Schuldnerstaaten  "ihren Gläubigern unterordnen" müssen und zu "Mitgliedern zweiter Klasse degradiert" werden. Die Menschen in diesen Schuldnerstaaten werden sich dagegen auflehnen, gerade gut in Portugal zu beobachten.


Massenproteste in Portugal – "Zum Teufel mit der Troika"
(format.at) Hunderttausende Portugiesen haben gegen die Sparpolitik ihrer konservativen Regierung protestiert. Nach Angaben der Veranstalter nahmen an den Kundgebungen am Samstag in mehr als 30 portugiesischen Städten insgesamt 1,5 Millionen Menschen teil. Mehr...

Kommentar: Bei 10,6 Millionen Einwohnern eine stolze Zahl (hier). Die Portugiesen haben die Schnauze voll, sehen die Schmerzgrenze erreicht. Sie verlangen den Rücktritt ihrer Regierung und ein Ende der Sparauflagen. Dafür werden die Portugiesen früher oder später sogar eine Militärregierung in Kauf nehmen. Die Militärs haben Portugal schon einmal befreit. Dieses Ereignis ist als "Nelkenrevolution" in die Geschichte des Landes eingegangen (hier). 


Niederlande: PKW-Neuzulassungen mit -26,8%
(querschuesse.de) Die niederländische Automobilvereinigung (De Rijwiel en Automobiel Industrie Vereniging/RAI) berichtete gestern aus einem weiteren Kernland der Eurozone, von einem heftigen Einbruch bei den PKW-Neuzulassungen. Im Februar 2013 brachen die PKW-Neuzulassungen um -26,8% zum Vorjahresmonat ein, auf schlappe 32’151 PKWs. Dies waren die schwächsten PKW-Neuzulassungen in einem Februar seit Februar 1993! In den Niederlanden purzeln nicht nur die Immobilienpreise heftig, sondern eben auch die PKW-Neuzulassungen und die Einzelhandelsumsätze, was unweigerlich in Richtung der Entwicklung der Südperipherie hinweist. In Bezug auf die PKWs wird es immer enger auch für den Produktionsstandort Deutschland, denn mit jedem europäischen Land wo die Neuzulassungen Monat für Monat einbrechen, steigt auch das Risiko für deutsche Autowerke immens! Die Einbrüche in Europa können von den Märkten in den USA und den BRIC-Staaten nicht gepuffert werden, denn für diese Märkte wird bereits primär vor Ort produziert und somit drohen europäischen Herstellern gewaltige Überkapazitäten und diese werden auch das deutsche Kernsegment der Industrieproduktion treffen. Mehr...   

Kommentar: Das ist ein deutliches Signal über das miese Konsumklima in den Niederlanden. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern, eher im Gegenteil. Die niederländische Regierung versucht gegenzusteuern, bisher ohne Erfolg. Das Fazit: "Die realwirtschaftlichen Schäden in der Eurozone werden stetig maximiert, weiten sich auf immer mehr Länder aus und Deutschland wird sich diesem rezessiven Strudel nicht entziehen können, abseits der Jubelpropaganda und gemessenen Stimmungsindikatoren." Stimmt genau. Wie der folgende Chart aus dem Beitrag zeigt, sind die Neuzulassungen in Holland auf den Wert von 1983 zurückgefallen, seit 1980 nur noch unterboten von Februar 1982 und 1993.  
 
 

Total Debt + Equity = USA Bubble #1
(zerohedge.com) Most of the time, when economists or Wall Streeters present a continuum of who's worst (or best) in the world, they show just a part of the whole: whether it is total sovereign (public) bonds, total corporate bonds, securitized or non-securitized bank loans, or in some cases, equities, as a percentage of the host nation's economic output, or GDP. The reality is that all these are merely a part of the greater whole, and showing one independent of the others tells at best a small part of the story. (...) In short: think US is the biggest financial bubble in the world? You are right. Read more... 

Kommentar: Anders ausgedrückt: Riesige Probleme in den USA treffen auf einen schwachen Präsidenten, der bei den Verhandlungen um die Erhöhung der Schuldenobergrenze primär Wahlkampf betrieben hat, statt endlich damit zu beginnen, die Not der Amerikaner zu lindern. Ihm ist es nur darum gegangen, den Republikanern "eins auszuwischen". Dieser Chart  aus dem Beitrag, macht das Problem augenfällig:



16 Signs That The Middle Class Is Running Out Of Money
(zerohedge.com) Is "discretionary income" rapidly becoming a thing of the past for most American families? Right now, there are a lot of signs that we are on the verge of a nightmarish consumer spending drought.  Incomes are down, taxes are up, many large retail chains are deeply struggling because of the lack of customers, and at this point nearly a quarter of all Americans have more credit card debt than money in the bank. Considering the fact that consumer spending is such a large percentage of the U.S. economy, that is very bad news. How will we ever have a sustained economic recovery if consumers don't have much money to spend?  Well, the truth is that we aren't ever going to have a sustained economic recovery.  In fact, this debt-fueled bubble of false hope  that we are experiencing right now is as good as things are going to get. Things are going to go downhill from here, and if you think that consumer spending is bad now, just wait until you see what happens over the next several years. Read more... 

Kommentar/Ergänzung: Unser Fokus liegt, neben Europa und China, sehr stark auf den USA. Dort spielt die Musik wenn es darum geht, der Weltwirtschaft neue Impulse zu geben oder den Druck auf Europa abzuschwächen. Ganz aufhören wird die Spekulation gegen den Euro nie, so lange die Europäer sich nicht auf ihre wirtschaftliche Stärke besinnen und Deutschland damit aufhört, sich auf Kosten der anderen Eurozonenstaaten, in dieser Krise Vorteile zu verschaffen. Die aufoktroyierten Austeritätsmaßnahmen in Europa dienen primär nur zwei Zielen: 
  • Stabilisierung europäischer Großbanken, mit ganz vorne dabei die Deutsche Bank, durch die dauerhafte Vergemeinschaftung ihrer dringendsten Probleme, 
  • Stärkung deutscher Handelsbeziehungen mit den BRIC-Staaten, den vermeintlich neuen Zukunftsmärkten.
Ganz nebenbei lassen sich mit den Speuklationen gegen den Euro fette Gewinne einstreichen und die Bilanzen aufhübschen. Das Geld dafür liefern treu und brav die Notenbanken, die sich der Finanzindustrie verpflichtet fühlen, nicht der Allgemeinheit. 

Wir warten auf den Tag, an dem Amerikas Mittelschicht der Kragen platzt und sie mit Massendemonstrationen ihren Unmut gegen die Zustände im Land äußert. Sie erkennt, dass es einfach nichts wird mit den versprochenen neuen Jobs, weniger Armut, mehr Konsum, Sicherung ihrer Renten, weniger Zwangsversteigerungen durch Stabilisierung des US-Immobilienmarktes, usw., usw. Erst unter dieser Voraussetzung besteht die Chance, dass sich die US-Regierung, angeführt von Barack Obama (oder wem auch immer) gegen die Wall Street durchsetzt und einen "New Deal 2.0" auf den Weg bringt. Die US-Geschichte und Keynes lehren, wie es funktioniert. Die Trickle-Down-Theorie ist gescheitert und gehört in die Abstellkammer. Erst wenn Amerika mit diesem "gutem Beispiel" voran geht, besteht berechtigte Hoffnung für einen weltweiten Wirtschaftsaufschwung. Übrigens, die von den Politikern hüben wie drüben angestrebte Freihandelszone zwischen den USA und Europa alleine genügt dafür nicht (hier und hier).  

Drei Grafiken zeigen, wie deprimierend sich die Dinge in Amerika entwickelt haben, bzw. entwickeln:











"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.