Freitag, 8. März 2013

Standpunkt 566 - Nachrichten-Ticker, 07.03.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Menschenpreis – Obdachlos in New York – korrupte Regierung – Industrieaufträge schwächeln – Draghi vs. Krise  – Draghis Licht am Ende des Tunnels – Spanien – Troika vs. Irland – Großbritannien leidet - Börsenrausch


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
 Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


The Human Cost Of Fiscal Mismanagement of Government
(zerohedge.com) During the Great Depression, there were countless suicides. People jumping out of buildings because they lost everything and could not face a future that was destitute. (...) The same is taking place throughout Southern Europe today and it is a cry for fiscal responsibility upon government. In Italy, just since the start of the year, 23 entrepreneurs have committed suicide. Politicians are responsible for these economic declines. It was their corruption allowing NY bankers to do whatever they feel like as long as they fund their elections. These are people you would not give a $20 bill to and send to the store for an errand to by $5 of something because they sure as hell would not return with any change. Yet we elect these people who have NO experience whatsoever, make promises they have no intention to keep, and then they always blame us for their mess. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Wir haben selbst schon mehrfach über die Zunahme der Selbstmorde in den Krisenländern Griechenland, Spanien und Italien berichtet. Es waren alles Menschen, die sich wegen der gnadenlosen Spardiktate und ihrer Folgen das Leben genommen haben. Hierzulande geht man damit locker um. Das "BILD"-ungsbürgertum in Deutschland kennt in dieser Hinsicht kein Mitleid. Mitverantwortung dafür schon gar nicht. 

In diesem Zusammenhang möchten wir auf einen Beitrag aus den USA hinweisen, der uns gerade erst aufgefallen ist. Er stammt von  Noam Chomsky. Der stellt die berechtigte Frage "Can Civilization Survive Capitalism?". Ein Auszug: "There is “capitalism” and then there is “really existing capitalism.” The term “capitalism” is commonly used to refer to the U.S. economic system, with substantial state intervention ranging from subsidies for creative innovation to the “too-big-to-fail” government insurance policy for banks. The system is highly monopolized, further limiting reliance on the market, and increasingly so: In the past 20 years the share of profits of the 200 largest enterprises has risen sharply, reports scholar Robert W. McChesney in his new book “Digital Disconnect.” “Capitalism” is a term now commonly used to describe systems in which there are no capitalists: for example, the worker-owned Mondragon conglomerate in the Basque region of Spain, or the worker-owned enterprises expanding in northern Ohio, often with conservative support – both are discussed in important work by the scholar Gar Alperovitz. Some might even use the term “capitalism” to refer to the industrial democracy advocated by John Dewey, America’s leading social philosopher, in the late 19th century and early 20th century. Dewey called for workers to be “masters of their own industrial fate” and for all institutions to be brought under public control, including the means of production, exchange, publicity, transportation and communication. Short of this, Dewey argued, politics will remain “the shadow cast on society by big business.” The truncated democracy that Dewey condemned has been left in tatters in recent years. Now control of government is narrowly concentrated at the peak of the income scale, while the large majority “down below” has been virtually disenfranchised. The current political-economic system is a form of plutocracy, diverging sharply from democracy, if by that concept we mean political arrangements in which policy is significantly influenced by the public will. There have been serious debates over the years about whether capitalism is compatible with democracy." Read more. Wer sich von unseren LeserInnen tiefgründig mit diesem Thema auseinander setzen möchte, der wird mit diesem Beitrag bestens bedient. 


New York: Obdachlosigkeit erreicht Stand der Großen Depression
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die USA auf dem Weg zum Entwicklungsland: Eine Rekordzahl von 50.000 Menschen verbringt jede Nacht in den Obdachlosen-Asylen der Stadt. Der Anteil der Familien mit Kindern ist stark gestiegen. Die Entwicklung ist die Folge der steigenden Ungleichheit bei der Verteilung des Wohlstandes. Mehr...

Kommentar: Amerika fällt zurück in die Zeiten der Great Depression. Es ist nicht nur die Obdachlosigkeit, die einen neuen Rekord markiert, die echte, ungeschönte Arbeitslosigkeit befindet sich ebenfalls auf dem Great Depression-Niveau. Nach wie vor will die Öffentlichkeit in den USA diese bitteren Wahrheiten lieber nicht wahrhaben und die Mittelklasse hält sich fest an den Resten ihrer alten Stärke. Und übersieht dabei völlig, dass sie längst in der Luft hängt - ohne jede Bodenhaftung. Das alles geschieht vor dem Hintergrund, dass die Börse an der Wall Street gerade ein neues Allzeithoch markiert. Ausgelöst durch eine nahezu unbegrenzte Liquidität, die eigentlich hauptsächlich dazu verwendet werden sollte, Hundertausende neuer Jobs zu schaffen. US-Regierung und Wall Street verhöhnen das amerikanische Volk, von dem sie sich auch noch die Zeche bezahlen lassen. Die folgenden Grafiken veranschaulichen das Dilemma: 











Krisenverursacher kassierten Millionen
(manager-magazin.de) Für Berater war die Finanzkrise ein lukratives Geschäft. 100 Millionen Euro Honorar zahlte der staatliche Bankenrettungsfonds an Honoraren. Dabei kassierten auch große Geldinstitute, die die Krise mit verursacht hatten. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Niemand regt sich über solche Nachrichten noch auf. Dabei zeigt dieser Beitrag unmissverständlich, wie stark Politik und Banken miteinander verzahnt sind. Die offizielle Version über die Bezahlung dieser Honorare ist für uns wenig glaubhaft. Die Politik lässt sich ohne Not abkochen und rechtfertigt diesen Umstand gegenüber der Öffentlichkeit als alternativlos. Für uns hat das ausgeprägte Züge einer Bananenrepublik. Die Kanzlerin nennt es lieber beschönigend "marktkonforme Demokratie". Tatsächlich wird damit die echte Demokratie abgeschafft. Eine Demokratie, für die Deutschland von Anfang an große Opfer gebracht hat. 
Nicht nur Deutschland hat diesen Weg eingeschlagen. "G20-Gipfel kapituliert vor dem Finanzsektor" betitelt heise/telepolis.de bereits im Sommer 2010 einen Beitrag. Der Autor, Jens Berger, schreibt in der Einleitung: "Anstatt Banken und Spekulanten an die Kandare zu nehmen, buhlen die Mächtigen der Welt um ihre Gunst. Die Hoffnungen, dass es beim G20-Gipfel im kanadischen Toronto (hier) an diesem Wochenende (gemeint ist der 26. und 27. Juni 2010, ergänzt durch Blog-Red.) zu wegweisenden Entscheidungen kommen würde, waren von vornherein nur gering. Die Abschlusserklärung ist jedoch sogar im Angesicht der niedrigen Erwartungshaltungen mehr als enttäuschend. Eine strengere Regulierung für Banken und Hedge-Fonds? Vertagt! Höhere Eigenkapitalanforderungen? Vertagt! Eine Finanzmarkttransaktionssteuer? Wird es nicht geben! Eine global koordinierte Bankenabgabe? Wird es nicht geben! Volkswirtschaftliche Koordinierungsversuche? Auf freiwilliger Basis, ohne Verpflichtung, ohne Kontrolle, ohne Sanktionierung. In Toronto unterzeichneten die Staatschefs der führenden Volkswirtschaften die bedingungslose Kapitulation der Nationalstaaten vor dem Finanzsystem und den Marktkräften." Mehr hier. Alle G20-Staaten lassen sich, so viel steht fest, von der Finanzindustrie korrumpieren. Berger hat damals mit seinem Fazit Weitsicht bewiesen: "Während alle Staaten immer noch mit den Folgen der Finanzkrise kämpfen, hat sich das kurze Handlungsfenster für echte Reformen bereits wieder geschlossen. Die Mächtigen dieser Welt wollen - oder können - den Finanzsektor nicht mehr bändigen. Damit sind die Weichen gestellt. Die nächste Krise wird kommen. Dann wird es zwar ein neues Handlungsfenster geben, ob die Staaten dann allerdings überhaupt noch das Geld haben, die Weltwirtschaft ein weiteres Mal vor dem Zusammenbruch zu retten, ist ungewiss. Dies ist wohl der Preis der selbst gewählten Handlungsunfähigkeit." Noch einmal: Der zitierte Beitrag stammt aus dem Sommer 2010. Bei solchen Gelegenheiten fällt uns immer das Zitat von Johannes Rau ein: "Nicht wir Politiker machen die Politik, wir sind nur die Ausführenden. Was in der Politik geschieht, diktieren die internationalen Großkonzerne und Banken." Man mag von Rau halten was man will, jedenfalls gehörte er zu den erfahrendsten Politikern im Nachkriegsdeutschland.


Deutscher Industrie brechen die Aufträge weg
(welt.de) Böse Überraschung: Die deutschen Unternehmen sind mit einem kräftigen Auftragsminus ins Jahr gestartet. Vor allem aus der Euro-Zone blieben die Orders aus. Doch noch bleiben die Experten optimistisch. Mehr...

Kommentar: Das ist, ähnlich wie vor der Krise 2008, die Hauptaufgabe der Experten, Optimismus zu verbreiten. Im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl eine besonders wichtige Aufgabe. Dabei müssen sich diese Experten in den kommenden Monaten bis zur Wahl mächtig ins Zeug legen. Die Entwicklung wird sich nämlich verschärfen. Noch sind die europäischen Nachbarn Deutschlands wichtigste Handelspartner. Die stecken aber alle in der Rezession oder stehen kurz davor. 


Draghi kann Krise nicht stoppen: "Es gibt wenig, was die EZB tun kann"
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die EZB scheint am Ende mit ihrem Latein zur Krisen-Lösung. Bei der routinemäßigen Pressekonferenz wirkte Mario Draghi ratlos und gereizt. Die EZB habe alles getan. Nun liege der Ball bei den Regierungen und den Banken. Mehr...

Kommentar: Draghi hat vor Monaten der Politik ausreichend Zeit verschafft, um der Lösung der Krise ein gutes Stück näher zu kommen. Damals entschied die EZB, unter bestimmten Auflagen unbegrenzt Staatsanleihen der Krisenländer zu kaufen (hier). Die Spekulanten zeigten sich davon einigermaßen beeindruckt und hielten eine Weile still. Diese Zeit geht unweigerlich zu Ende, ohne dass die Politik damit etwas Nützliches angefangen hat. Die deutsche Regierung unter Angela Merkel konnte das erfolgreich verhindern. Warum das so ist, hat der Kabarettist Urban Priol einmal so formuliert: Für ihn ist Merkel "die Chefin, die sich um alles Unangenehme drückt und herumwandelt als „unbeflecktes Verhängnis“ (Quelle: Mainpost, 29.07.2010). 


Draghi sieht Aufhellungen gegen Ende 2013
(tagesanzeiger.ch) Die Europäische Zentralbank lässt den Leitzins für die Eurozone unverändert bei 0,75 Prozent. Mario Draghi beurteilt die Lage besser als zu Beginn des letzten Jahres. Mehr...

Kommentar: Mario Draghi glaubt an ein Wunder? Nein, er redet für die Öffentlichkeit nur die Lage schön. Wo der Chef der EZB Besserung erwartet, hat sich die Krise in Europa nur noch weiter verschlechtert. 


Spaniens Banken kaufen mit EZB-Geld Staatsanleihen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)  Die Rendite für langfristige, spanische Staatsanleihen ist auf ihren tiefsten Wert seit zwei Jahren gesunken. Dank der Geldschwemme der EZB verfügen die spanischen Banken noch immer über ausreichend Mittel, um die Staatsfinanzierung niedrig zu halten. Mehr...

Kommentar: Ohne diese Käufe wäre der Druck auf Spanien unerträglich, weil die Zinsen sonst in astronomische Höhe steigen. Diese Maßnahme anzuprangern ist reichlich scheinheilig. Alle EZB-Liquiditätsprogramme dienen u. a. diesem Ziel. Das ist hinreichend bekannt. Nimmt der Druck auf Spanien unkontrolliert zu, während in Italien noch eine Regierungsbildung versucht wird, würde sich die Krise für alle anderen betroffenen Staaten schlagartig verschärfen. 


"Die Troika hinterlässt in Irland nur Ruinen"
(welt.de) Ende des Jahres läuft Irlands Hilfsprogramm aus. Doch für die Menschen ist die Krise längst nicht vorbei, sie kämpfen gegen "ökonomische Euthanasie". Der IWF warnt: Die Erholung in Irland ist fragil. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Treffender als in dieser Überschrift kann man die Situation in Irland nicht beschreiben. Auch sonst ist diese Analyse brauchbar. Einer von Europas Musterschülern steht auf äußerst wackeligen Beinen. Genau wie alle anderen auch, die der Öffentlichkeit als vorbildlich beschrieben werden. Irland wird seinen Zeitaufschub bekommen. Portugal im übrigen auch. Ergänzend zur Situation in Irland noch ein Beitrag von querschuesse.de über die wirtschaftlichen Verhältnisse: "Irland: Industrieproduktion mit -3,5% zum Vorjahresmonat". Der Autor schreibt einleitend: "Wie das irische Central Statistics Office (CSO) heute mitteilte, ist der unbereinigte Output der breit gefassten Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe), im Januar 2013 um -3,5% zum Vorjahresmonat gesunken. Saisonbereinigt zum Vormonat ging es um -1,1% abwärts. Damit glänzt auch Irland nicht mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, gemessen an der Industrieproduktion, nur mühsam gelingt bestenfalls eine Seitwärtsbewegung. Intressant, für das Verarbeitende Gewerbe wird auch ein Umsatzindex veröffentlicht. Hier ging es im Januar 2013 erneut kräftig abwärts, unbereinigt um -8,9% zum Vorjahresmonat (-10,9% im Dezember), während die hergestellte Menge, das Volumen im Manufacturing nur unbereinigt um -3,1% zum Vorjahresmonat fiel. Viel steiler als der erzielte Output sinkt also bereits der erzielte Umsatz." Mehr hier. Der folgende Chart stammt aus dem Beitrag:






"Gar nichts hat sich in Großbritannien verbessert"
(format.at) Die Wirtschaft in Großbritannien kommt nicht in die Gänge. Daran konnten bislang auch die massiven Liquiditätsspritzen der Bank of England nichts ändern. Immer mehr Hedgefonds nehmen das Pfund Sterling ins Visier. Das Pfund hat in den ersten zwei Monaten dieses Jahres den stärksten Kursrückgang unter den führenden Währungen der Welt verzeichnet. Die Abwärtsbewegung könnte sich nach Einschätzung von Pacific Investment Management Co. (Pimco) und des Hedgefonds FX Concepts weiter fortsetzen. Denn das Pfund ist noch immer überbewertet. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Weil das so ist, ruft Regierungschef Cameron auch schon wieder nach der Bank of England. "Großbritannien: Cameron fordert die Notenbank zum Handeln auf" meldet Österreichs FORMAT und fasst zusammen: "Großbritanniens Premierminister David Cameron hat die Notenbank zur Schützenhilfe im Kampf gegen die Konjunkturflaute aufgefordert. Die Währungshüter müssten die Erholung der Wirtschaft stärken, ohne die Finanzstabilität zu riskieren, sagte er am Donnerstag nach der Entscheidung der Notenbank, den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent zu lassen und auch die Anleihen-Käufe nicht auszuweiten. Experten gehen aber davon aus, dass die Notenbank in den kommenden Monaten wieder einen lockeren Kurs einschlägt." Mehr hier. Schon seit 2010 erklären wir, dass die einstige Weltmacht Großbritannien pleite ist, nur noch über Wasser gehalten wird von der Londoner City und der Bank of England. Diese Grafik erklärt die Situation leicht verständlich: 


 


Die Aussichten sind kaum besser. Separiert sich Schottland, fallen auch die Einkünfte aus der Ölförderung weg. Was Großbritannien dann noch bleibt? Die Finanzindustrie, die Restbstände an Industrie sind kaum noch der Rede wert. Die Industrieproduktion ist mittlerweile auf das Niveau von 1992 zurückgegangen, wie der folgende Chart eindrucksvoll zeigt:







Die Börsen sind im Drogenrausch
(wirtschaftsblatt.at) Es ist vollbracht: Nach Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise bzw. trotz eben dieser hat der US-Leitindex Dow Jones wieder ein neues Allzeithoch markiert, der deutsche DAX steht kurz davor. Dies, obwohl viele Probleme noch lange nicht gelöst sind und die Weltwirtschaft nur langsam in die Gänge kommt. Nicht wenige Beobachter schütteln deshalb den Kopf und verstehen die Welt nicht mehr. Jedenfalls nicht die der Börsianer. Tatsächlich spricht vieles für weiter steigende Aktienmärkte - darunter auch eben die schwache Konjunktur. Denn, so paradox es klingt: Wenn die Wirtschaft richtig anzieht, könnte an den Börsen Schluss mit lustig sein. Die Börsen sind auf Drogen, in einer Art Rauschzustand, die Droge heißt Geld und die Dealer heißen Ben Bernanke, Mario Draghi, Mervyn A. King oder Haruhiko Kuroda. Mehr...

Kommentar: Jeder sollte wissen was passiert, wenn der Rausch vorbei ist. In diesem besonderen Fall helfen weder Medizin noch Omas Hausmittelchen. Es wird richtig, richtig wehtun. Gut möglich, dass dieser Rauschzustand noch eine Weile anhält, wie verschiedene Experten vermuten. Einer von ihnen, der Amerikaner Martin A. Armstrong, erwartet zum Beispiel einen Anstieg des Dow Jones innerhalb der nächsten vier Jahre auf bis zu 25.000 Punkte. Seinen aktuellen Beitrag "The Dow High Nobody Believes" gibt es hier. Armstrong glaubt an eine gigantische Kapitalflucht: Die globale Staatsschuldenkrise und in Panik geratenes Kapital aus Europa dürften beim Anstieg des US-amerikanischen Leitindex massive Schützenhilfe leisten. Behält er Recht, dann wäre es bitter für die Weltwirtschaft insgesamt und für Europa im Besonderen. Eine Freihandelszone zwischen den USA und Europa würde diese Entwicklung sicherlich noch fördern. Die Menschen hüben wie drüben, insbesondere der Mittelstand, blieben bei dieser Entwicklung auf der Strecke. Die Umverteilung des Vermögens macht aber in dem Fall große Fortschritte. "Middleclass in trouble" betitelt alternet.org diese Karikatur:


 

Javier Solana hat kürzlich dieser Freihandelszone das Wort geredet und ganz euphorisch so beschrieben: "Der europäisch-amerikanische Traum". In seinem Beitrag nennt er viele gute Gründe für diese Vereinbarung, zwingend sind sie nicht. Einleitend schreibt Solana: "Gegenwärtig sind drei europäische Länder unter den sieben größten Volkswirtschaften der Welt. In zehn Jahren werden es nur noch zwei sein. Im Jahr 2030 wird sich nur noch Deutschland auf der Liste halten und 2050 kein europäisches Land mehr. Tatsächlich werden die Vereinigten Staaten dann der einzige westliche Vertreter unter den sieben größten Wirtschaftsnationen sein. Das bedeutet, dass die europäischen Staaten zu klein sind, um in der Welt des einundzwanzigsten Jahrhunderts jeder für sich wirtschaftlich konkurrenzfähig zu sein. So einfach ist das. Der Weltbank zufolge werden im Jahr 2030 zwei Milliarden Menschen mehr, vorwiegend Asiaten, der Mittelschicht angehören. Auf den Ressourcen des Planeten, auf Rohstoffen, Wasser und Nahrung, wird enormer Druck lasten und eine weltweite Umverteilung wird praktisch unvermeidlich. Und in einer Welt, die von gegenseitiger Abhängigkeit und kontinuierlichem Wandel geprägt ist, wird Europa feststellen, dass Einigkeit stark macht. Wenn die Europäer die europäische Integration nicht voranbringen, werden sie möglicherweise erleben, wie ihnen Schwellenländer in Bezug auf technologische Entwicklungen, die Schaffung von Arbeitsplätzen, Produktionskosten, Nachwuchskräfte und Kreativität den Rang ablaufen. Die Europäische Union ist immer noch der Ort, an dem wirtschaftliche und soziale Institutionen eine bessere Lebensqualität sicherstellen. In diesem Sinne besteht eindeutig Interesse an einer europäischen Stimme in der Welt – der ehemalige brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bezeichnete die EU als „einzigartiges internationales Erbe“ – weil sie für die Werte einsteht, die Humanität in ihrem besten Sinne verkörpern.Mehr hier. Was Solana beschreibt, verlangt zuallererst nach einer Stärkung Europas von Innen heraus. Basierend auf einer starken EU mit einer eigenen Währung und einem großen Binnenmarkt, den alle europäischen Staaten gleichermaßen nutzen dürfen. Deutschland muss sich dabei zurücknehmen. Eine Herkules-Aufgabe. Europa würde so auf Jahre hinaus eine wichtige wirtschaftliche und politische Rolle in der Welt spielen. Eine Rolle, die sich Europa selbst auch schon zugedacht hat und die primärer Grund für die Einführung der Gemeinschaftswährung gewesen ist. Es ist ausschliesslich deutsches Gedankengut, die Einführung des Euro als Angriff der Nachbarn, unter Führung der Franzosen, auf die wirtschaftliche Stärke Deutschlands zu begreifen. Dagegen spricht schon die Tatsache, dass Deutschland, mit weitem Abstand vor allen anderen großen europäischen Ländern, von der Einführung des Euro profitiert hat. Der Mythos von unschlagbarer deutscher Ingenieurskunst und Qualität "Made in Germany" war da schon längst Geschichte. Schafft Europa diese Einigung durch Solidarität und Augenmass, wäre anschliessend eine Freihandelszone mit den USA wahrscheinlich nützlich. Kommt sie zu früh, bleibt Europa immer Amerikas kleiner Juniorpartner. Solana nimmt Bezug auf die "Einheitliche Europäische Akte" (EEA), in Kraft seit 1. Juli 1987 (hier). Ein Papier, dessen Studium auch deutschen Politikern gut zu Gesicht stehen würde


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.