Sonntag, 10. März 2013

Standpunkt 568 - Nachrichten-Ticker, 09.03.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: CSU-Dobrindt wittert Morgenluft –Italien – China lobt Europa – China – Immobilienblasen voraus  – US-Arbeitsmarkt – Food Stamps auf Allzeithoch – US-Banken fit


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.


CSU macht Austritt der Griechen wieder zum Thema
(welt.de) Die CSU hat einen möglichen Euro-Austritt Griechenlands wieder auf die Agenda gesetzt. Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte, es müsse für das Krisenland einen "Weg außerhalb der Euro-Zone geben". Mehr...

Kommentar: Geradezu logisch, dass Dobrindt den Ball freudig aufnimmt, der von Brüderle mit Italien in dieser Woche bei Maybrit Illner live ins Spiel gebracht wurde (hier). Für diese Vorlage hat er sicherlich voller Dankbarkeit in der nächstgelegen Kirche eine Kerze aufgestellt. Es ist geradezu tragisch, dass Deutschland nur noch von einem Haufen PolitikerInnen regiert wird, die lediglich das heimische "BILD"-ungsbürgertum und die Stammtischmeinung bedienen wollen. Der Druck für die angestammten Parteien wird in Zukunft noch größer, nach dem sich die neue Anti-Euro-Partei "Alternative für Deutschland" installiert hat. Bis zur Bundestagswahl wird man sich gegenseitig mit wertlosen Vorschlägen überbieten, es geht schliesslich um jeden Punkt hinter dem Komma. Irgendwann haben wir mal gelesen, dass höchstens 1% der Menschen in Deutschland verstehen, was in Zusammenhang mit Finanz- und Euro(pa)-Krise wirklich passiert (Leider können wir dafür keine Quelle nennen). Offensichtlich spiegelt sich diese Vermutung bei den Politikern wieder. Den größten Verstand finden wir bisher da wo keiner hinguckt, bei den Linken. Die machen leider zu wenig daraus, wie Oskar Lafontaine bei Maybrit Illner unter Beweis gestellt hat (hier). Dabei hat er ein positives Beispiel in seiner unmittelbaren Nähe, Sahra Wagenknecht (Beispiel hier, am 27.02.2012 bei Markus Lanz).


Italien: Bye-bye oder Buy?
(fuw.ch) Für Albert Edwards, den bekannten Querdenker unter den Anlagestrategen, ist die Protestbewegung von Grillo das Beste, was Italien passieren konnte. Das Land müsse nicht sparen, sondern wachsen. Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag, der Deutschlands Mainstream-Krisendeutern kaum gefallen wird. So etwas lesen die erst gar nicht. Aus unserer Sicht gespickt mit viel Wahrheit. Daran gibt es nichts rumzudeuteln: "Austerität ist das Letzte, was Italien braucht", "Der italienische Staat ist bankrott - die anderen sind bankrotter", "Strukturreformen vertragen keine Austerität", zum Beispiel. Ganz wichtig ist, dass Edwards fundiert begründet, was ihn von den deutschen Top-Experten um Hans-Werner Sinn herum, unterscheidet. Nur von seinem Anlagetip würden wir die Finger lassen. Italien haben die Spekulanten auf dem Kieker, da ist die Gefahr viel zu groß, unter die Räder zu geraten. Die folgende Grafik aus dem Beitrag unterstreicht die Aussage "der italienische Staat ist bankrott - die anderen sind bankrotter"






Peking hat „volles Vertrauen" in Europas Zukunft
(wirtschaftsblatt.at) China signalisiert den Euro-Staaten weiter Rückendeckung im Kampf gegen die Schuldenkrise. Mehr...

Kommentar: Wir halten Chinas Rolle als Lokomotive für die Weltwirtschaft für völlig überbewertet. Außerdem stört uns die deutsche Abhängigkeit vom chinesischen Markt und der Ausverkauf wertvoller deutscher Unternehmen nach China. Was uns aber gefällt ist der Druck, den China auf die Europäer dabei ausübt, den Euro über die Krise zu retten. Wir haben die Hoffnung, dass die chinesische Haltung den Anti-Euro-Fanatikern keine Chance lässt. Die Signale jedenfalls sind deutlich: "Wir hoffen und glauben, dass Europa die Chancen in der Krise nutzen und neue Fortschritte in seiner Entwicklung machen kann", sagte der chin. Außenminister Yang Jiechi. Die Volksrepublik hat selbst großes Interesse, dass sich die Schuldenprobleme in der Eurozone nicht erneut zuspitzen. Sie braucht Europa als Absatzmarkt und hat dort zudem viel Geld investiert.


Verfrühter Jubel über Chinas Konjunktur
(wirtschaftsblatt.at) Industrieproduktion und Einzelhandel wuchsen zum Jahresanfang langsamer als erwartet, dafür legte die Inflation zu. Mehr...

Kommentar: Ja, wir können es nicht lassen und gegenüber Chinas Wirtschaftsentwicklung regelmäßig auf die Bremse zu treten. China leistet sich für die Entwicklung seiner Konjunktur den Einsatz erheblicher finanzieller Mittel, was die europäischen Krisenmanager und der IWF den gebeutelten PIIGS-Staaten konsequent verweigern. 


Unpopped Housing Bubbles Abound
(zerohedge.com) Though much has been written about the popping of the housing bubble in the U.S. and Ireland, remarkably little has been written about the many housing bubbles that remain unpopped. As a rule, speculative bubbles pop and revert to their pre-bubble levels, so we can anticipate the eventual popping of all remaining housing bubbles. Mehr... 

Kommentar: Dieser Beitrag zeigt, dass da noch viel Luft ist, der Krise in Europa weiter Auftrieb zu geben. Deutschland gehört definitiv dazu, ein Pulverfass. Sehr lehrreich dazu auch die Charts im Beitrag. 


US-Arbeitsmarkt floriert wieder
(derstandard.at) Die US-Wirtschaft hat im Februar weit mehr Stellen geschaffen als erwartet, die Beschäftigtenzahl stieg um 236.000. Mehr...

Kommentar: Wetten, dass die Zahlen in Wahrheit nicht so rosig sind, wie in diesem Beitrag dargestellt? Wir glauben eher John Williams' Shadow Government Statistics (sgs). Dessen aktuelle Ergebnisse sehen so aus: 




Danach befindet sich die Arbeitslosenquote auf dem Niveau der Great Depression ab 1929. In diesem Zusammenhang lohnt sich außerdem ein Blick auf die Entwicklung der Zahl von Bedürftigen in den USA: 


USA: Food Stamps mit neuem Allzeithoch
(querschuesse.de) Laut den offiziellen Daten des US-Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture) von gestern Abend, stieg die Zahl der Food Stamps Bezieher im Dezember 2012 auf ein neues Allzeithoch mit 47,791996 Millionen. Mit diesem erneuten Anstieg zeigt sich weiter die miese Qualität der bisherigen wirtschaftlichen Erholung in den USA, welche keine positiven Auswirkungen auf die Zahl derjenigen ausstrahlt, die in Armut leben und auf staatliche Lebensmittelhilfen angewiesen sind. Vor allem wirft die Zahl der Bedürftigen auch einen Schatten auf die Fratze (Qualität) des monatlichen US-Arbeitsmarktberichts, dessen offizielle Arbeitslosenquoten – vor allem Ergebnis erbärmlicher statistischer Verbiegungen sind. Mehr...

Kommentar: Steffen Bogs bringt es wieder einmal auf den Punkt. Hervorragend auch seine grafische Aufbereitung:  


 
Bleiben da noch Fragen offen? Über die Verwendung der unbegrenzten Liquidität durch die US-Notenbank? Die nachhaltige Zerstörung der US-Mittelklasse? Die Job-Situation? Die Entwicklung der Armut? Die Arbeit des leistungslosen, friedensnobelpreisgekrönten US-Präsidenten Barack Obama? Amerikas Wirtschaftspolitik wird die Welt retten müssen, nur sehen wir nicht, dass Barack Obama dabei eine führende Rolle spielen wird. Dazu noch einen Blick auf eine der Grafiken von Steffen Bogs: 






US-Banken sind bei der Bewältigung der Krise besser
(diepresse.com) In Europa steigen die faulen Kredite, in den USA geht es den Banken wieder blendend. Ein Grund: In der EU werden viele Krisenbanken am Leben erhalten. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein kapitaler Joke. Die US-Banken bewältigen nicht die Krise besser, sondern sind höchstens ein Stück weit kreativer im Umgang mit den Bilanzrichtlinien, um die eigene Not zu verstecken. Den Preis zahlen die regionalen Banken, denen diese Möglichkeiten nicht zur Verfügung stehen und die auch nicht auf Hilfen aus Washington hoffen können. In diesem Beitrag wird der Tod dieser Banken als Beweis dafür genommen, dass in den USA die Bankenkrise besser bewältigt wird. Die Zusammenhänge klärt ein Blick auf die Liste der FDIC über die pleitegegangenen US-Banken seit der Lehman-Pleite 2008, hier. Es erstaunt uns immer wieder, wie schlecht recherchiert Journalisten ihre Beiträge schreiben. Oder ignorieren sie immer wieder ganz bewußt die Fakten? Nachgeplappert wird auch von der WELT: "US-Großbanken sind fit für die nächste Krise" heißt es da. Es geht um den aktuellen Stresstest der Notenbank Fed. Der Artikel kommuniziert, "fast alle großen US-Banken haben ihre Hausaufgaben gemacht." Ihnen sei ein "gutes Zeugnis" ausgestellt worden. Nur eine sei durchgefallen. Mehr hier. Unseren LeserInnen können wir nur dringend empfehlen, diesen Aussagen nicht auf den Leim zu gehen. Bisher erfüllt keiner der Stresstests hüben wie drüben seine Aufgabe. Daran hat sich nichts geändert. Ein Placebo.


Amerika diskutiert über „too big to jail“
(faz.net) Die Vereinigten Staaten debattieren über die Größe von Banken. Justizminister Holder warnt davor, dass eine Bank zu groß sein könnte, als dass man sie noch strafrechtlich verfolgen könne. Mehr...

Kommentar: Was in diesem Beitrag ergebnisoffen beschrieben wird, ist längst Realität. Es ist schlicht Fakt, dass die Großbanken in den USA geschont werden. Selbst die Geldstrafen tun denen nicht besonders weh. Nicht zu vergessen das gigantische Rettungspaket Ende 2008, von der folgenden Karikatur treffend umgesetzt: 


Quelle: creators-syndicate

Die Umsetzung der in dem Beitrag zum Schluss beschriebenen Finanzmarktreform 2010 wird bis heute von der US-Finanzindustrie erfolgreich verhindert. Leider ist auch Europa noch nicht soweit, den Banken empfindliche Strafen aufzubrummen. Von Vorschlägen zu einer Finanzmarktreform, die diesen Namen verdient, ganz zu schweigen


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.