Montag, 11. März 2013

Standpunkt 569 - Nachrichten-Ticker, 10.03.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Steuer-Paradies Florida? – Zypern – Computer-Patzer bei der RBS? – Goldverbot – Schließfächer sind tabu  – Lehrmeister Deutschland – Krugman vs. Austerität – New Deal? – Blutspur des Geldes in Europa – Lagarde vs. Europa-Krise - US-Arbeitsmarktbericht gefakt


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.

Aus den letzten Tagen sind noch einige interessante Artikel liegen geblieben, die wir unseren LeserInnen heute vor den aktuellen Beiträgen vorstellen


Miami wird die neue Schweiz
(spiegel.de) Unter wachsendem Druck wandern deutsche Steuerflüchtlinge aus der Schweiz ab. Ein neues Ziel könnte ausgerechnet Florida sein. Denn die USA gingen zwar wie kein anderes Land gegen die Steueroase Schweiz vor. Die Privatsphäre ihrer eigenen Bankkunden aber schützen sie umfassend. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es ist offensichtlich: Intelligenz und Geld haben grundsätzlich nichts miteinander zu tun. Scheinbar wollen Deutschlands Steuerflüchtlinge einfach nicht begreifen, wo die Reise hingeht: Weltweit verschwinden die Bankgeheimnisse und die Steueroasen, überall und definitiv. Es ist nur eine Frage der Zeit. Die Betroffenen werden überrascht sein, wie schnell das geht. Wer sich nicht der Steuersparmodelle à la Volkswagen oder Siemens bedienen kann, der MUSS die Finger von solchen Spielchen lassen. Dabei geht es gar nicht darum, ob der im Beitrag beschriebene Weg nach Florida tatsächlich dazu führt, dass die US-Behörden die Konten von Ausländern vor dem Zuggriff des heimischen Finanzamts schützen. Also genau dieses Modell zu Hause zuzulassen, das sie gegenüber der Schweiz und Liechtenstein so vehement bekämpft haben. Und das von Ihnen auch gegenüber Singapur bereits in Angriff genommen worden ist. Daran haben wir erhebliche Zweifel. Problematisch ist doch bereits der Transfer des Geldes aus den bisherigen Steueroasen Schweiz/Liechtenstein/Luxemburg/usw. in die USA. Niemand ist in der Lage, das Geld in einen Koffer zu packen und per Flugzeug oder Schiff nach Amerika zu schaffen und dort bei einer Bank "seines Vertrauens" bar einzuzahlen. Also bleibt nur der übliche Weg von Bank zu Bank. Egal, über wie viele Stationen das Geld transferiert wird, die Wege sind immer nachvollziehbar und, wie mittlerweile üblich, leicht auf eine CD zu brennen und in Deutschland zum Kauf anzubieten. Nahezu jeder Mitarbeiter, der von einer der Schweizer Banken im IT-Bereich demnächst entlassen wird, dürfte sich problemlos diese Daten "sichern" können. Übrigens, dass deutsche Steuerhinterzieher in Florida zu denen gehören, die einen besonderen Schutz genießen, halten wir für eine Zeitungsente. In diesem Fall stammt sie von der Schweizer Handelszeitung, auf deren Artikel "Miami: Das Steuerparadies im Sonnenstaat" stützt der SPIEGEL seinen Beitrag. Die Handelszeitung glaubt, Florida sei ein "sicherer Hafen für Steuerbetrüger". Mehr hier. Wer das Gefühl kennenlernen möchte, ins offene Messer zu laufen, der macht dabei mit. Alle anderen haben hoffentlich die Lektion aus dem Steuerkrieg USA vs. Schweiz/Lichtenstein/Luxemburg gelernt und suchen sich bessere Lösungen.


Bankkunden fliehen mit ihrem Geld aus Zypern
(welt.de) Die Frage der Zypernhilfe ist offen, auch weil nicht geklärt ist, ob und wie sich Anleger an der Hilfe beteiligen müssen. Diese bringen ihr Geld lieber in Sicherheit, doch wer stopft die Löcher? Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag, der am Beispiel Zypern die ganze Scheinheiligkeit beschreibt, mit der die selbsternannten Krisenmanager in Europa zu Werke gehen. Erst kürzlich meldete der österreichische STANDARD, die EU-Hilfe für Zypern werde an die Bedingung geknüpft, "Reiche und Russen sollen bei Zypernpaket mitzahlen". Die Zeitung schreibt, es werde über mögliche Modelle nachgedacht: "Die laut Handelsblatt 'radikalste Option' wäre eine Nutzung der Spareinlagen, die auf den Bankkonten des Landes liegen." Außerdem seien höhere Steuern im Gespräch. Mehr hier. Was ist das sonst, als ein Frühwarnsystem für die "Reichen und Schönen" aus Russland und der Welt, die ihre Kohle in zypriotischen Banken deponiert haben? So sorgen die Politiker für ihre wahren Günstlinge. Vor den Augen der Öffentlichkeit, aber von dieser unbemerkt. Hauptsächliche Nutznießer sind die Banken in den europäischen Kernstaaten. Belastet wird das Euro-System. 


Computer-Crash: Millionen Briten kommen nicht mehr ans Bargeld
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Eine Computerpanne hat am Mittwoch Abend dazu geführt, dass Millionen Kunden der staatlichen britischen Royal Bank of Scotland keine Überweisungen tätigen und kein Bargeld abheben konnten. Niemand weiß, was hinter dem Crash steckt. Mehr...

Kommentar: Test, Test, Test. Das ist die simple Antwort auf die Frage, was dahinter steckt. Die Technik soll funktionieren, wenn es mit den Repressionen losgeht, allen voran mögliche Bankfeiertage. 


The Number 1 Problem When Owning Gold
(zerohedge.com) In official testimony before Congress in December 1912, just three months before his death, J.P. Morgan stated quite plainly: "[Credit] is not the money itself. Money is gold, and nothing else." Of course, this testimony came only 253 days before H.R. 7837, better known as the Federal Reserve Act, was introduced on the floor of Congress. The Federal Reserve Act went on to become law and pave the way for the perpetual fraud of fiat currency which underpins our modern financial system. And if unbacked paper currency isn't bad enough, we award dictatorial control of the money supply to a tiny handful of people, and then simply trust them to be good guys. Between the four of them, Masaakai Shirakawa (Bank of Japan), Mario Draghi (European Central Bank), Mervyn King (Bank of England), and Benjamin Shalom Bernanke (US Federal Reserve) control an astounding $8.85 trillion. And given the speed with which they are printing currency and expanding credit, it's a number that's only going to increase. Morgan was right. Credit is not money. The word credit comes from the Latin 'credere', which means 'to believe or trust.' And when it comes to maintaining the purchasing power of their currencies, these guys have an absolutely stellar long-term track record, completely unblemished by success. In short, they have given us no reason to trust them. Owning gold is the same as voting against this system, turning your paper currency into something that they cannot inflate or conjure out of thin air. Yet there's one problem. While the world's central bankers have given us absolutely no reason to trust them, our governments have given us every reason to NOT trust them. Governments, especially the bankrupt insolvent ones, have a long history of theft, deceit, and plunder. As we have discussed so many times before, confiscation and/or criminalization of gold is not exactly a zero-risk prospect. Read more...

Kommentar: Dieser Beitrag gibt uns Gelegenheit, wieder einmal auf die Gefahr eines Goldverbots hinzuweisen. Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass es flächendeckend in Europa dazu kommen wird. Selbst Nicht-EU-Staaten werden freundschaftlich davon überzeugt, dieses Goldverbot durch geeignete Maßnahmen wenigstens zu unterstützen. Die Schweiz, Liechtenstein und Norwegen werden sich beispielsweise dem nicht verweigern. Sonst drohen Repressalien, wie den Verlust von Vergünstigungen aus dem Wirtschaftsabkommen mit der EU. Goldverbot ist eine gut eingeübte Maßnahme. In den USA dauerte es über vierzig Jahre (1933 bis 1974), bis sie wieder abgeschafft wurde. Viele andere Länder, auch Deutschland, haben damit ihre Erfahrungen gemacht. Die Folgen: Umtausch zu einem per Gesetz bestimmten Kurs, bei Verstoß Geld- oder Gefängnisstrafe, Handelsverbot. Goldbesitz wird kriminalisiert. Seine Verwendung für die Dauer des Verbots unmöglich gemacht. Natürlich bestreiten alle, die am Verkauf von Gold großes Interesse haben, die Gefahr eines Goldverbotes. Darauf zu hören ist mindestens fahrlässig. Wer unbedingt Edelmetall zu Hause haben möchte, der sollte sich mit Silbermünzen, bevorzugt ehemalige Zahlungsmittel, beschäftigen. Die sind von einem Verbot nicht bedroht. Lediglich China hatte vor überlanger Zeit eine silberbasierte Währung.  


Krisenangst: Boom bei Schließfächern für Wertsachen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Bei der Entscheidung für Gold spielt neben der Angst vor der Krise und der Geldentwertung auch der Vertrauensverlust den Banken gegenüber eine wichtige Rolle. Ein Wiener Unternehmen sorgt für Furore bei Edelmetallbesitzern. Mehr...

Kommentar: Quatsch, was die Firma zu den Überlegungen der österreichischen Regierung behauptet. Die Schließfächer werden geknackt, auch in Österreich. Wie bei dem Goldverbot wird es wenigstens EU-weit eine entsprechende Regelung geben. Großbritannien ist bereits vorgeprescht, in Deutschland ist ein entsprechendes Gesetz in Vorbereitung. Bis dahin ist der Zugriff im Rahmen der Terrorbekämpfung jederzeit möglich. Selbst in Österreich. Wir warnen ausdrücklich: Schließfächer sind kein sicherer Aufbewahrungsort für Wertsachen. Nirgends, auch nicht in der Schweiz, Liechtenstein oder Luxemburg!  


Von Deutschland lernen
(project-syndicate.org) Vor zehn Jahren galt Deutschland als kranker Mann Europas. Während sich der Rest Europas erholte, steckte seine Wirtschaft in der Rezession. Die Arbeitslosenrate lag höher als der Durchschnitt in der Eurozone. Aufgrund übermäßiger Haushaltsdefizite brach man europäische Budgetregeln und das deutsche Finanzsystem befand sich in der Krise. Ein Jahrzehnt später gilt Deutschland als Vorbild für alle anderen. Zu Recht? Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Was ist los, Daniel Gros? Deutschland als Vorbild für die Krisenländer in Europa? Der Beitrag liest sich wie eine Rechtfertigung für die von Deutschland initiierte Austeritätspolitik. Eine Politik, die deshalb versagt, weil sie Massenarbeitslosigkeit, Armut, Elend und Tod über viele Menschen gebracht hat. Oder ist es eine Lobpreisung auf zehn Jahre Agenda 2010, die in Deutschland als notwendig und Vorbild für den Rest der Welt gefeiert wird? Dann übersieht Gros, dass im Gegenzug dafür die Steuern für Unternehmen und Vermögen massiv gesenkt wurden. Außerdem hat man der Finanzindustrie Deutschland durch den Abbau aller Regularien auf dem Tablett serviert. Beides auf Initiative der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder und seinem Co Joschka Fischer. Zu Ende gebracht von der schwarz-roten Koalition unter Angela Merkel. Wenn diese Politik, Gros nennt sie auch Reformen, so erfolgreich ist, warum frißt sich die Krise dann immer weiter durch Europa? Warum bleibt sie nicht wenigstens nur beschränkt auf die PIIGS-Staaten? Also muss etwas falsch sein an den Argumenten von Daniel Gros. Wie ordnet er beispielsweise die enormen Leistungsbilanzüberschüsse des langjährigen Exportweltmeisters Deutschland ein? Von denen Deutschland auch in Zukunft keinen Jota abgeben wird. Wie sollen sich die Krisenländer dagegen behaupten? Woher soll in diesen Ländern Wirtschaftswachstum kommen, wenn es keine Jobs gibt? Was sollen diese Länder unternehmen gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit? Die Hilfsgelder an Irland, Portugal und Griechenland sind einfach durchgereicht worden, an Banken und die EZB zur Begleichung offener Rechnungen. Hängen geblieben ist in den jeweiligen Ländern kein Cent, um die Wirtschaft oder irgendetwas anderes anzukurbeln. Ein Taschenspielertrick, für den die betroffenen Länder zusätzlich bluten müssen. Die Senkung der Lohnstückkosten steht ganz oben auf der Agenda der Reformen. Verwunderlich nur, dass in Griechenland die Löhne und Gehälter um mindestens 25% gesenkt wurden, ergo hätten entsprechend auch die Lohnstückkosten zurückgehen müssen. Scheinbar ist das nicht geschehen, die Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands hat sich nicht verbessert. Logisch, wenn nichts mehr produziert wird und reihenweise Firmen schliessen. In Spanien, eigentlich noch am Anfang der Rosskur, findet die gleiche Entwicklung statt. Dagegen begehren die Spanier auf: "Gewalt ist, wenn man 600 Euro Gehalt bekommt" titelt Österreichs FORMAT einen Bericht über Proteste, bei denen in ganz Spanien zahllose Menschen "erneut gegen Kürzungen bei den Sozialleistungen und Rekordarbeitslosigkeit" auf die Straße gegangen sind. "Die Demonstranten forderten eine 'dringende, radikale Wende' in der Sparpolitik der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy, verlangten aber auch von der Europäischen Union einen Richtungswechsel", schreibt die Zeitung. Mehr hier. Daniel Gros gehörte bisher zu unseren "Lieblingsökonomen", mit diesem Beitrag rüttelt er an seinem Nimbus. 


Was der Markt besagt
(acemaxx-analytics) Paul Krugman befasst sich in seiner lesenswerten Kolumne (“The Market Speaks“) am Freitag in NYTimes mit Warnungen von Experten vor einer hohen Inflation und stark steigenden Zinsen. Vor vier Jahren, als ein neu gewählter Präsident begann, sich zu bemühen, um die Wirtschaft zu retten und die soziale Sicherheit zu stärken, warnten konservative Experten vor einer bevorstehenden Katastrophe. Das sind Leute, die behaupten, dass sie die Märkte verstehen und wissen, wie man sie zufrieden stellt. Aktien, erklärten sie, würden abstürzen, während die Zinsen durch die Decke schiessen würden. Der Dow Jones Index ist diese Woche auf Allzeit-Hochs geklettert, während die Rendite der US-Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit heute um die Hälfte tiefer notiert als vor vier Jahren. O.K. Jeder macht hin und wieder eine schlechte Prognose. Aber der wichtige Punkt ist, dass sie von Leuten kommen, die den Zorn der Märkte ständig als einen Grund sehen, der politischen Beratung durch die Märkte zu folgen. Mehr... 

Kommentar: Richtig, es betrifft die USA. Aber es lässt sich auf Europa übertragen. Selbst gute Leute, wie Daniel Gros, beginnen mürbe zu werden und falsche Diagnosen zu stellen, die zu falschen Lösungen führen (siehe oben). Krugman's Ruf in Europa ist beschädigt, weil er mit höheren Staatsausgaben die Krise bekämpfen will. Ein Keynesianer also. Die weitere Entwicklung auf beiden Seiten des Atlantiks wird ihm aber bald schon Recht geben. Es wird kolportiert, der italienische Wahlgewinner Beppe Grillo habe sich neben Stiglitz auch die Unterstützung von Krugman versichert. Gut möglich also, dass sich Italien demnächst für einen anderen Weg entscheidet, die Krise zu bewältigen. Direkt zur Kolumne von Paul Krugman geht es hier.    


Ein globaler “New Deal”?
(project-syndicate.org) Dass der Internationale Währungsfonds schließlich zugegeben hat, den negativen Einfluss der Sparmaßnahmen auf die Wachstumsraten der Europäischen Union stark unterschätzt zu haben, verdeutlicht den selbstverteidigenden Charakter “orthodoxer” Rezepte zur Bekämpfung der Gründe der Schuldenkrise nach dem Finanzcrash von 2008-2009. Die konventionelle Theorie besagt, ein einzelnes Land (oder eine Gruppe von Ländern), das seine Finanzen konsolidiert, könne mit niedrigeren Zinssätzen, einer schwächeren Währung und einer verbesserten Handelsposition rechnen. Da dies aber nicht für alle großen Volkswirtschaften gleichzeitig geschehen kann – wenn ein Land (oder eine Gruppe von Ländern) spart, hat es weniger Nachfrage für die Produkte anderer Länder – führen solche Maßnahmen schließlich zu “Beggar-thy-neighbor”-Situationen. Tatsächlich war es diese Dynamik – die von John Maynard Keynes bekämpft wurde – die die Große Depression der 1930er so schwer machte. Die heutigen Probleme sind dadurch gekennzeichnet, dass die mangelnde private Nachfrage – insbesondere der Konsum der Privathaushalte – in den Industrieländern die Verluste aus den Sparmaßnahmen nicht ausgleichen kann. Während der beiden letzten Jahrzehnte wurde das Wirtschaftswachstum dieser Länder vom Konsum getrieben, dessen Anteil am BIP historische Höchststände erreichte. Mehr... 

Kommentar: Ein Appell aus Griechenland. Gute Ideen aufgrund richtiger Analyse. Leider aber ohne Chance auf Verwirklichung. Es ist Währungskrieg und alle machen mit. Da ist kein Platz für Vernunft. Jeder denkt nur an sich allein. Der letzte G20-Gipfel ist dafür ein prima Beispiel. Am Ende gab es ein nichtssagendes Kommuniqué, ohne Saft und Kraft. Unter dem Motto: Wir machen weiter wie bisher. Nach Ansicht des Verfassers, Yannos Papantoniou, ist aber gerade internationales Handeln notwendig, um die Probleme zu bannen. Das scheitert jedoch bereits an der Durchführung weltweiter Finanzreformen, die von den G8- und G20-Staaten-Regierungschefs schon Ende 2008/Anfang 2009 wortreich versprochen wurde. Passiert ist nichts, die betroffene Finanzindustrie verhindert bis heute jedes noch so kleine Reförmchen. Die USA scheitern bei dem Versuch einer erfolgreichen Vorreiterrolle: Der über 800 Seiten starke Dodd-Frank Act staubt seit 2010 vor sich hin. Europa hat vergleichsweise noch viel weniger auf die Beine gestellt. Finanzreformen wären der erste Schritt. Sind sie erfolgreich, was längst nicht ausgemacht ist, dann besteht in Europa die Chance auf eine gemeinsame Wirtschaftspolitik. Die Europäer müssen sehen, dass die Macht der Finanzindustrie gebrochen wird und nicht, was bisher geschieht, immer noch weiter zunimmt. Papantoniou glaubt, "die Zeit ist reif für eine neue weltweite Übereinkunft, die für Wachstum sorgt, die Krisenbedingungen in einigen Teilen der Welt verbessert und die Weltwirtschaft wieder ins Gleichgewicht bringt, um sie erneut auf den Pfad starken und stetigen Wachstums zu bringen." Die Zeit schon, aber nicht die verantwortlichen Politiker und die Eiserne Lady, Angela Merkel. 

Damit schliessen wir für heute den Nachtrag und beschäftigen uns noch mit einigen tagesaktuellen Beiträgen: 


Die Blutspur des Geldes
(sueddeutsche.de) Von Irland bis Spanien, von Großbritannien bis Zypern: Die Banken nehmen mit ihren Problemen ganz Europa in Geiselhaft. Die Steuerzahler blechen dafür - mit 1600.000.000.000 Euro. Die Politik muss sich von dieser modernen Pest befreien. Mehr...

Kommentar: Was ist denn bei der SZ passiert? Wo kommt der Mut her für so einen Artikel? Wir sind platt. Wenigstens ein Anfang, dem andere Leitmedien gerne folgen dürfen. Der Beitrag hat so wenig Schwächen, es lohnt sich nicht darauf einzugehen. Diese Analyse darf nicht durch kleinliche Kritik herabgesetzt werden. Unbedingt lesen


Lagarde: Höhere Löhne gegen die Krise
(tageblatt.lu) WF-Chefin Christine Lagarde hat die Europäische Zentralbank im Kampf gegen die Schuldenkrise zu einer weiteren Zinssenkung aufgefordert. Mehr...

Kommentar: Madame sollte wissen, höhere Inflation und höhere Löhne sind mit Deutschland nicht zu machen. Besonders nicht in Zeiten, in denen gerade die Agenda 2010 ihr Zehnjähriges feiert und Frankreich beispielsweise aufgefordert wird, es mit Reformen Deutschland endlich gleichzutun. Die Medien unterstützen die Bundesregierung dabei tatkräftig: "Frankreichs Wirtschaft wird zur Zeitbombe" meldet gerade der österreichische STANDARD. Die Zeitung fasst zusammen: "Rekordarbeitslosigkeit und soziale Spannungen werfen ihre Schatten. Doch die Regierung in Paris schreckt vor nötigen Reformen zurück." Als Beweis zeigt der STANDARD die folgende Grafik über die Entwicklung der Lohnstückkosten: 


 

Pech für Frankreich, dass es von einem überraschend schwachen Francois Hollande regiert wird, der diesen Forderungen nicht mit stichhaltigen Argumenten entgegentritt, sondern rat- und tatenlos die Dinge laufen lässt. Schade, es gäbe gute Argumente gegen das Frankreich-Bashing der Nachbarn (hier, bitte auch den Links folgen). 


USA: positiver Arbeitsmarktbericht?
(querschuesse.de) Auch der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Februar 2013 zeigt abseits der postulierten Aufschwungspropaganda, erneut die miese wirtschaftliche Erholung in den USA, denn gemessen in der Relation zum Bevölkerungszuwachs, gibt es keine positiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Notenbankliquidität und Staatsdefizite erhalten gerade einmal den Status Quo und treiben die Finanzmärkte, generieren aber äußerst schwache realwirtschaftliche Fortschritte. Mehr...

Kommentar: Es war nicht anders zu erwarten: Die US-Arbeitsmarktdaten sind ein einziger Fake. Steffen Bogs geht in seinem Beitrag den Zahlen auf den Grund und befördert die Wahrheit ans Licht. Nur zwei davon: Die Erwerbsquote liegt auf dem Niveau von 1983 (Grafik 1). Mehr als 90 Millionen Erwerbsfähige ab 16 Jahre stehen dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zur Verfügung (Grafik 2). Die beiden Charts stammen aus dem Beitrag:



 
 

Die deutschsprachigen Medien, ohne Ausnahme, berichten vor diesem Hintergrund über eine unerwartet gute Entwicklung des US-Arbeitsmarktes. Das ist skandalös


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.