Mittwoch, 13. März 2013

Standpunkt 571 - Nachrichten-Ticker, 12.03.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Rezession trifft VW – Inflation in Deutschland (zu niedrig) – Deutsche und die Wirtschaft – EU stirbt – Italien  – Reichtum ohne Wert – Europa in Not – Europa vs. Finanzkapital – China’s Schwierigkeiten – Afrika vs. China-Kolonialismus


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.


Krise in Südeuropa bremst VW aus
(reuters.com) Die Absatzkrise in Südeuropa und schrumpfende Verkäufe in Südamerika machen Volkswagen zu schaffen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die Krise nimmt Kurs auf die deutschen Autohersteller. Nachdem es die übrigen europäischen Hersteller längst erwischt hat, am schlimmsten Peugeot mit 5 Milliarden Euro Verlust für 2012, dem größten Verlust der Firmengeschichte (hier), erhält VW eine erste Warnung. Audi hat sich seinen guten Umsatz für das vergangene Jahr durch erhebliche Preisnachlässe erkauft (hier). Die europäische Wirklichkeit macht nicht vor den deutschen Fabrikhallen halt, davon sind wir überzeugt. Die Krise in Europa wird durch die Spardiktate für Südeuropa nicht gelöst, sondern verschlimmert. Österreich, dessen Wirtschaft sich gerne mindestens auf der Höhe der deutschen sieht, bekommt ebenfalls Magenschmerzen. Österreichs Automarkt: "Größtes Minus seit 40 Jahren", titelt DIE PRESSE in Österreich. Die Zeitung faßt die Entwicklung so zusammen: "Nach den schwachen Februar-Zahlen läuten nun die Alarmglocken. In zehn März-Tagen sind die Neuanmeldungen um 23 Prozent eingebrochen."  Die Wirtschaftskammer Wien sieht eine "ernste Situation für die Volkswirtschaft". Mehr hier. Wir sind gespannt, wie es in der Mitte Europas weitergeht. 


Deutsche Teuerung auf dem Rückzug
(derstandard.at) Die Inflation in Deutschland ist trotz hoher Stromkosten weiter auf dem Rückmarsch. Die jährliche Rate sank von 1,7 Prozent im Jänner auf 1,5 Prozent im Februar, wie das Statistische Bundesamt mitteilte und damit vorläufige Zahlen bestätigte. Das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2010. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es wird einfach nichts, mit der ständig viel beschworenen Inflation in Deutschland. Noch nicht einmal für die von der EZB gewünschte Zielgröße von 2% reicht es. Die Tarifpartner hätten also Platz für einiges mehr als den üblichen Inflationsausgleich bei den Tarifverhandlungen. Leider nutzt man diese Möglichkeit nicht, der Krise so ein wenig zu Leibe zu rücken. Statt dessen verlangt man von den Krisenstaaten Arbeitsmarktreformen mit dem Ziel, Löhne und Gehälter bis zu 25% zu kappen und, wie in Griechenland, den Öffentlichen Dienst um 150.000 Jobs zu "entlasten". Österreichs FORMAT titelt dazu: "Bedingung für weitere Milliarden: Griechenland muss 150.000 Beamte loswerden". Die Zeitung schreibt: "Griechenland muss die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Sektor in diesem Jahr um 25.000 reduzieren, um sich dem vereinbarten Ziel von 150.000 Stellenstreichungen bis Ende 2015 anzunähern – ausgehend vom Stand im Jahr 2010. (...) Dieser 'Meilenstein”'von 150.000 Stellenstreichungen bestimmt, ob Griechenland in diesem Monat die nächste Tranche im Umfang von 2,8 Mrd. Euro ausgezahlt bekommt." Mehr hier.


Deutsche haben von Wirtschaft keine Ahnung
(handelsblatt.com) Vielen Deutschen fehlt das nötige Wissen, um sich in der Wirtschaftswelt zurechtzufinden. Das ist das Ergebnis einer Studie von drei Berliner Forschern. Bei den Fragen ging es um einfache Fakten und Zusammenhänge. Mehr...

Kommentar: Das könnte erklären, warum die Bundeskanzlerin für ihre durchwegs schädliche Politik nach Innen und Außen trotzdem einen so großen Rückhalt bei den Wählern genießt. In unseren Gesprächen stellen wir immer wieder fest, dass dringend notwendiges Wissen über die Zusammenhänge tatsächlich kaum vorhanden ist. Satt dessen treffen wir bestenfalls auf "Minimal-Wissen" und die angelesene geringe "Meinungsvielfalt" der deutschen Leitmedien: Krise? Welche Krise? Die gibt es nur bei den anderen und Deutschland muss dafür zahlen. Ein Mißverständnis mit bitteren Folgen.


Die Europäische Union stirbt
(wiwo.de) Frankreich wird das Eurosystem vor Probleme stellen, die auch EU-Schattenkanzler Mario Draghi per Druckerpresse nicht lösen kann. Mehr...

Kommentar: Das wurde der Eurozone bereits aufgrund der Lage in Spanien und Italien prophezeit. Bei Italien ist es noch gar nicht lange her: "Italien ist die Achilles-Ferse des EZB-Plans zur Euro-Rettung" meldete Ende Februar beispielsweise Österreichs FORMAT. In der Einleitung wird Spanien gleich noch mit einbezogen: "Mit der wieder aufflackernden Eurokrise rückt neben dem neuen Brandherd Italien auch Spanien wieder in den Fokus. In einer am Donnerstag veröffentlichten Reuters-Umfrage sagen 44 von 55 befragten Ökonomen, das Wahlpatt in Rom und die damit verbundene Verunsicherung der Märkte mache ein Eingreifen der EZB in der Eurokrise wahrscheinlicher. Diese hat zur Rettung der Gemeinschaftswährung angekündigt, Staatsanleihen von unter den Rettungsschirm schlüpfenden Staaten aufzukaufen. 22 Ökonomen erwarten, dass das von Schulden- und Konjunktursorgen geplagte Spanien noch dieses Jahr Hilfe beantragen wird." Mehr hier. Das sind nach Deutschland die drei größten Volkswirtschaften in Europa. Trotzdem ist es Nonsens, daraus schon das Ende der EU abzuleiten. Wahrscheinlicher ist, dass sich die EU politisch und wirtschaftlich verändern wird. Anpassen könnte man es auch nennen. Aber leider zum Nachteil der Menschen, die in ihr leben. Die werden durch die Krise und ihre Folgen so mürbe gemacht, dass sie irgendwann zu jeder Schandtat bereit sind. Die Luft ist schon raus aus Europa


Quelle: presseurop.eu


In Italy, 1000 Companies Go "Belly Up" Each Day
(zerohedge.com) Since a government austerity plan intended to reduce the risk of a debt crisis and ensure the backing of the ECB took hold last year, Italy's economy has tumbled into one of worst recessions of any euro zone country, and as NY Times reports, among Italy’s estimated six million companies, businesses of all sizes have been going belly up at the rate of 1,000 a day over the  last year, especially among the small and midsize companies that represent the backbone of Italy's shrinking economy. Read more...

Kommentar: Vor dem in diesem Beitrag beschriebenen Hintergrund ist das italienische Wahlergebnis kaum noch verwunderlich. Selbst das gute Wahlergebnis Berlusconis lässt sich damit erklären. Eher hätte man noch ein klareres Votum gegen die europäische Sparpolitik erwarten können. Das ist nicht passiert, weil die Italiener nach wie vor am Euro festhalten wollen. Es ist wie ein Jo-Jo-Effekt: Manchmal glauben wir noch, Angela Merkel und ihre Lakaien werden mit ihrer "marktkonformen Demokratie" für Europa nicht durchkommen. In Deutschland haben sie es schon geschafft.


Der Reichtum tröpfelt nicht nach unten
(derstandard.at) Geht es den Wohlhabenden gut, geht es allen gut? Eine bestechende Idee, allein sie scheint nicht recht zu funktionieren Die Idee ist bestechend: Mit der Wirtschaft geht es
aufwärts, den Unternehmen geht es gut, der Wohlstand wächst – und alle haben etwas davon. Jahrelang haben viele Ökonomen die Theorie mit Hingabe wiederholt. Vor allem dann, wenn Kapitalismuskritiker auf die unübersehbare Armut in der Welt hinwiesen. Die Flut hebt alle Boote, davon zeigten sich viele dennoch felsenfest überzeugt. Der möglichst wenig regulierte Kapitalismus werde ganz von selbst dafür sorgen, dass sich die ungleichen Lebensverhältnisse angleichen. Weltweit, aber auch innerhalb der einzelnen Länder. Durch die Globalisierung steige Wachstum und Wohlstand in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Auch wenn anfangs davon nur die oberen Zehntausend profitieren, sickere der neue Reichtum nach und nach auch nach unten durch, so die These. Angelsächsische Ökonomen haben dafür den Begriff "trickle down effect" geprägt. Mehr...

Kommentar: Langsam setzt sich durch, was längst offensichtlich war: Die "trickle down"-These ist als wirtschaftswissenschaftliche Theorie völlig gescheitert. Der Beitrag zitiert mehrere Studien, die - unabhängig von einander - zu ähnlichen Ergebnissen kommen. So leben heute fast drei Viertel aller Armen in Staaten, die gemessen an ihrem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen im weltweiten Mittelfeld liegen. "In den Industriestaaten haben in den vergangenen Jahrzehnten die oberen Zehntausend vom Wirtschaftswachstum vergangener Jahrzehnte profitiert: Die Menschen, die mehr Geld haben als die restlichen 99 Prozent der Bevölkerung, beziehen heute rund ein Fünftel des gesamten Einkommens. Bis Ende der 1970er Jahre waren es weniger als halb so viel. Betrachtet man die wohlhabendsten 0,01 Prozent der Menschheit, so entfallen auf sie heute mehr als fünf Prozent des gesamten Einkommens. Vor 30 Jahren war es nur rund ein Prozent. Die Annahme ist falsch, "je höher die Steuerlast, umso geringer das Wachstum. (...)  In den 1990er Jahren – als US-Präsident Bill Clinton die Steuern deutlich anhob, gab es eine leicht wachsende US-Wirtschaft. Nachfolger George W. Bush senkte die Steuern wieder: Die Wachstumsraten sanken ebenfalls.Diesem Irrtum hängen die deutschen Top-Ökonomen um Hans-Werner Sinn immer noch nach. 


Zwischen Superreichen und sozialen Tragödien: Zerreißprobe für Europa
(format.at) Zu Jahresbeginn schrieb ich an dieser Stelle, dass 2013 das Jahr der Sachinflation und sozialen Tragödien wird. Damals hätte ich mir nicht gedacht, dass ich bereits gut zwei Monate später diese Einschätzung mit einem doppelten Rufzeichen versehen muss. Was sich derzeit an den Märkten, in den Depots der Superreichen und den Haushalten der Superarmen abspielt, ist kaum zu fassen. Man muss sich gleich mehrmals die Augen reiben: Die Börsen erleben seit dem Spanien-Tief im Juni 2012 eine sagenhafte Hausse. Schwere Indizes wie DAX und S&P 500 weisen aktuell Kursgewinne binnen drei Quartalen von 33 bzw. 24 Prozent aus. Den Vogel schießt dabei der japanische Nikkei ab, der dank der Billionen der Bank of Japan mittlerweile ein Kursplus von über 50 Prozent erreicht. Dementsprechend dürfen sich die Superreichen dieser Welt über sagenhafte Vermögenszuwächse freuen. Die Zahl der Milliardäre steigt weltweit praktisch täglich. 2013 könnte daher zum Jahr der größten Vermögenszuwächse bei Superreichen überhaupt werden. Besonders tragisch sind in diesem Zusammenhang jedoch die Zustände an der Euro-Peripherie. Es gibt keinerlei Anzeichen der Besserung in den Euro-Problemstaaten Italien, Spanien, Portugal und Griechenland. Die Massenarbeitslosigkeit wird zum Dauerzustand, die extremen Sparauflagen treiben immer mehr Menschen von der Mittelschicht in die Armutsfalle, die Jugend ist ohne Perspektive. Tiefe Rezession ist in Südeuropa bitterer Alltag. Und: Die Peripherie breitet sich aus und droht bereits Frankreich zu erreichen. Die Protestwahl in Italien war nun die erste Ohrfeige für die herrschende Klasse. Und sie wird weit lauter schallen als vielen Beschwichtigungspredigern lieb sein kann. Denn eine Regierungsbildung in Italien ist derzeit so wahrscheinlich wie eine Wahl von Kardinal Schönborn zum Papst. Auch rasche Neuwahlen werden das Bild nicht wesentlich verbessern. Der Protest-Komiker Beppe Grillo wird weiteren Zulauf erhalten, ebenso Don Silvio. Es ist daher zu befürchten, dass sich die – noch weitgehend friedlichen – Proteste in den Problemstaaten zunehmend radikalisieren. In Griechenland versinken ganze Stadtteile bereits in völliger Anarchie. Damit steht der Euro vor der nächsten Zerreißprobe und es ist schon jetzt klar, wer das politische Versagen neuerlich kaschieren wird dürfen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Chapeau, der Autor verdient größten Dank für diesen Beitrag. Klarer und kürzer, außerdem - sehr wichtig - leicht verständlich, kann man kaum noch zusammenfassen, was gerade in Europa so alles in die Hose geht. Ebenso deutlich hat er sein Fazit formuliert: "Diesem Szenario sollten sich Europas Politiker endlich stellen. Geldschwemme und Zentralismus sind keine Antwort auf Massenarbeitslosigkeit und eine außer Kontrolle geratene Finanzwirtschaft. Daran ändern auch populistische Boni- und Gehaltsschranken für Manager nichts." Leider bestimmen aber die Banker die Politik. Und die Bundesregierung hört hauptsächlich auf die schlimmsten von allen, Goldman Sachs und Deutsche Bank (hier). 

Beeindruckend auch der Weitblick des Autors. "2013 – Jahr der sozialen Tragödien und der Sachinflation" überschreibt er den oben zitierten Beitrag vom Jahresbeginn. Geradezu prophetisch, wie der folgende Auszug beweist: "Das neue Jahr wird in Europa zu einer enormen Zunahme von Ungleichgewichten führen. Ausschlaggebend dafür sind die als "Rettung für den Euro" verschrieenen Geldspritzen der EZB, gepaart mit den harten Sparpaketen in Südeuropa. Während also die Bürger in den europäischen Krisenländer immer ärmer werden, die Arbeitslosigkeit explodiert und die Mittelschicht implodiert, führt das viele billige Geld zu einer schon jetzt deutlich erkennbaren Sachinflation. Dass aufgrund der krisenbedingten Risikoaversion Gold- und westeuropäische Immobilien-Preise kräftig steigen, ist bekannt, 2012 gesellten sich aber auch die Aktienkurse hinzu. Das mag am Beispiel Deutschlands aufgrund der exportbedingt steigenden Unternehmensgewinne seine Berechtigung haben, ansonsten fehlt allerdings die fundamentale Rechtfertigung für die sich besonders seit Herbst beschleunigende Aktienrally. Genau diese liquiditätsbedingte Börsen-Hausse ist allerdings ein Indiz für eine bedrohliche Entwicklung im neuen Jahr." Mehr hier


Vorsicht, Bank! Europas zaghafte Zähmung des Finanzkapitals
(monde-diplomatique.de) Betont optimistisch kommentierte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Vereinbarung über die Europäische Bankenunion, die der Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 14. Dezember 2012 zustande gebracht hatte: "Das Jahr war äußerst hart, insbesondere für die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Aber nun bekämpfen wir die Probleme tatsächlich an ihrer Wurzel: Die öffentlichen Finanzen sind auf dem Weg der Gesundung. Die bislang am wenigsten konkurrenzfähigen Volkswirtschaften haben die größten Fortschritte gemacht. Der Finanzsektor ist auf dem Weg der Sanierung. Die Reform unserer politischen Entscheidungsstrukturen beginnt zu greifen. Ohne selbstgefällig zu werden, können wir zu Recht optimistisch sein, und ich denke, dass die Investoren und unsere Partner diesen Fortschritt anerkennen."
Unter dem Druck einer Finanzkrise, die sie bislang nicht zu meistern wussten, hatten die Regierungen seit Monaten fieberhaft daran gearbeitet, ihr System der Bankenaufsicht zu reformieren. Beim EU-Gipfel im Juni 2012 hatten sie die Kommission mit der Ausarbeitung konkreter Vorschläge beauftragt. Im September veröffentlichte die Kommission dann einen Plan, den sie als "Quantensprung" für die Europäische Union anpries. Das Maßnahmenpaket, das die 27 EU-Mitgliedstaaten schließlich auf dem Dezembergipfel beschlossen, enthält drei wesentliche Elemente: eine durch die Europäische Zentralbank (EZB) ausgeübte Aufsicht über die Finanzinstitute, einen europäischen Einlagensicherungsfonds und eine Richtlinie zur Sanierung oder auch Abwicklung insolventer Banken.
Die Mehrheit der Mainstream-Ökonomen und der Politiker begrüßte die beschlossenen Maßnahmen als Fortschritt im Prozess der europäischen Integration. "Ein weiterer Schritt in Richtung Europa", lobte Laurence Boone, die Chefökonomin der Bank of America Merrill Lynch. Und EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sprach nach Beendigung des Gipfels gar von einem Erfolg "historischen Ausmaßes".
Diese Krise hat erneut einen fatalen Widerspruch aufgezeigt: Die europäischen Banken entwickeln sich zwar immer mehr zu internationalen Institute, hingegen ist die Finanzaufsicht wie das System der Einlagensicherung nach wie vor national organisiert. Auch die Regelungen für Insolvenzverfahren bei Banken sind bislang auf der nationalstaatlichen Ebene angesiedelt, obwohl die Insolvenz von Banken angesichts der internationalen Dimensionen ihrer Geschäfte immer systemische Risiken einschließt. Die Krisen sind also grenzüberschreitend.
In dieser Lage ist der Versuch einer europaweiten Regulierung des Bankensektors sinnvoll. Jedoch nimmt der vorliegende Plan die wirklichen Probleme, die uns die Krise eingebrockt hat, nicht gründlich genug in Angriff. Mehr...


Kommentar: Der Autor, Dominique Plihon, Professor für Finanzwissenschaft in Paris, liefert eine fundierte Analyse, die es lohnt zu lesen. Genau unser Ding. Wer keine Zeit dazu hat (eigentlich gibt es aber dafür keine Entschuldigung, zu wichtig ist das Thema!), der ist mit seinem punktgenauen Fazit bereits gut bedient: "Die auf der Ebene der Europäischen Union und der Eurozone wie auch in Frankreich eingeleiteten Reformen weisen eine große Gemeinsamkeit auf: Sie stellen weder die Macht noch das Schadenspotenzial der großen Universalbanken infrage, die nach wie vor die globale Finanzwelt beherrschen." Interessant in diesem Zusammenhang die Entwicklung in den USA. Dort bemüht sich gerade sehr engagiert, geradezu aufrührerisch, die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren darum, die bisher geschlossene Front gegen eine Verurteilung der Banker aufzubrechen. "Elizabeth Warren Wants HSBC Bankers Jailed for Money Laundering" (hier). Wir drücken ihr jedenfalls die Daumen. 


China stösst an die Decke
(fuw.ch) Mit dem Abschluss des Machtwechsels in Peking ist auch die Debatte über die Zukunft Chinas wieder aufgeflammt. Wird die Wirtschaft weiterhin in diesem hohen Tempo wachsen, oder beginnt bald die Phase der Verlangsamung? Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Frage zu beantworten. Eine elegante Methode besteht darin, Chinas relative Wettbewerbsfähigkeit auf dem US-Markt zu beobachten. Der Vorteil dieser Herangehensweise ist, dass man sich nicht auf unscharfe Schätzungen des Bruttoinlandprodukts verlassen muss und die Manipulationen der chinesischen Behörden umgehen kann. Die US-Daten zur Entwicklung der Importe sind zuverlässig. Das Ergebnis ist eindeutig. Die chinesischen Exporte haben nach einem stürmischen Wachstum die Decke erreicht. Besonders interessant ist der Vergleich zwischen China und Mexiko, weil die beiden Länder dieselben Produkte für den US-Markt herstellen, nämlich arbeitsintensive Industriegüter. Mehr... 

Kommentar: Wir sehen mit diesem Beitrag unsere Meinung gestützt, dass China nicht wirklich dafür prädestiniert ist, die Weltwirtschaft zu neuem Wachstum anzutreiben. Das Land ist randvoll mit hausgemachten Problemen und hat alle Hände voll damit zu tun, nicht selbst unter die Räder zu kommen. Mexiko war in den 1980er Jahren schon einmal wichtiger Lieferant für die USA. Diese Position will das Land in den kommenden Jahren zurückerobern. Alleine die regionale Nähe schafft Vorteile. China versucht dagegen zu halten und verhandelt mit Idaho über die Einrichtung einer Freihandelszone (hier). Noch ist offen, ob China dieses Ziel erreichen wird. Die folgende Grafik stammt aus dem Beitrag: 



Ein Kontinent sieht schwarz
(manager-magazin.de) Überall zwischen Kairo und Kapstadt sind Chinas Gesandte präsent. Systematisch sichern sie sich Rohstoffe, Absatzmärkte und Einfluss. Vor Ort wächst der Widerstand - der Westen schaut zu. Mehr...

Kommentar: Fix, die Chinesen. Während der Westen sich gegenseitig im Währungskrieg attackiert, sichert sich China bereits seit Jahren wertvolle Ressourcen. Neben riesigen Flächen für Ackerbau und Viehzucht auch gigantische Rohstoffreserven. Das ist moderner Kolonialismus chinesischer Prägung. Wir warten schon gespannt darauf, bis die ersten Schiffe von China aus in See stechen, randvoll mit chinesischen Bauern und Arbeitern, um zu bewirtschaften, was gekauft wurde. In die Infrastruktur investieren die Chinesen gerne, sie nützt in Zukunft auch ihnen. Die Auflehnung der Afrikaner kommt zu spät. Dabei nur zuzuschauen könnte sich für den Westen noch bitter rächen. Die beiden Grafiken zu dem Beitrag veranschaulichen die Situation: 






"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.