Samstag, 16. März 2013

Standpunkt 574 - Nachrichten-Ticker, 15.03.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Agenda 2010 – „Alternative für Deutschland“ – EU-Gipfel – EZB will Fortsetzung der Sparpolitik – Spanien  – Deutschbanker lügen


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben.  Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Für das Frühjahr bereiten wir deshalb ein weiteres Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-)Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.


Happy Birthday, Schweinesystem!
(heise/telepolis.de) Deutschlands Eliten aus Wirtschaft und Staat haben allen Grund, das zehnjährige Jubiläum ihrer Agenda 2010 zu feiern. Für die Lohnabhängigen ist es hingegen der Jahrestag einer historischen Niederlage.
"Wer sich vorm Arbeiten drückt, muss mit Sanktionen rechnen." Altkanzler Gerhard Schröder durfte anlässlich des zehnten Jahrestages der Agenda 2010 in der BILD-Zeitung nochmals die wichtigste Parole von sich geben, mit der seine Koalitionsregierung aus SPD und Grünen den größten Sozialkahlschlag in der Geschichte der Bundesrepublik gegen eine breite Oppositionsbewegung durchsetzte. Im Deutschen Bundestag mussten die Sozialdemokraten mitsamt ihren Juniorpartnern aus der Partei der "Grünen" hingegen keinen Widerstand fürchten, da die Agenda von der CDU wie der FDP unterstützt wurde. Mehr...

Kommentar: Diesen Beitrag können wir nicht übergehen. Eine Analyse vom feinsten. Und nur etwas für LeserInnen mit starken Nerven. Die bereit sind, schmerzhaften Wahrheiten ins Auge zu sehen. Wahrheiten, die natürlich völlig untergehen in den Hurrarufen der politischen Schickeria in Berlin. Die Agenda 2010 ist ein Verbrechen an der Menschlichkeit! Aber dabei so geschickt eingefädelt und umgesetzt, dass die Betroffenen sich nicht wehren dürfen, weil sie sonst auf das völlige Unverständnis der Anderen stossen und, was noch sehr viel schlimmer ist, sogar regelrechten Hass ernten. Zugegeben, die Gruppe der Hasser ist vergleichsweise klein, aber schon, dass es sie gibt ist eine Schande für einen Staat, der sich viele Jahre lang auf seine Soziale Marktwirtschaft und seine Wohlfahrt eine ganze Menge eingebildet hat. Heute bildet er sich viel darauf ein, diese Vorzüge konsequent und schnell entsorgt zu haben. Den Resten, die den vor zehn Jahren begonnenen Abriss noch überlebt haben, geht es jetzt endgültig an den Kragen. Damit die Deutschen schön stillhalten und brav mitmachen, werden die rüden Methoden zuerst als Lösung für die europäische Krise in Südeuropa angewendet. In Ländern also, die keine Soziale Marktwirtschaft hatten und auch keine Wohlfahrtsstaaten waren. Das deutsche "BILD"-ungsbürgertum hat sie einfach dazu erklärt. Am Beispiel Griechenland lässt sich das Ergebnis dieser in angebliche Reformen verpackte Rettungspolitik, unterstützt durch eine breit angelegte Propaganda, die an die schwärzeste Zeit deutscher Geschichte erinnert, sehr gut beobachten. Es genügt ein Blick auf den aktuellen Stand der massenhaften Jugendarbeitslosigkeit im Land: 


Quelle: zerohedge.com

In Portugal und Spanien ist die Situation vergleichbar, in Irland verlassen die gut ausgebildeten jungen Leute seit Beginn der Spardiktate das Land (während es schon wieder zum Vorbild verklärt wird: "Die Rückkehr des keltischen Tigers" meldet gerade capital.de, hier. Das sind Wahnvorstellungen), Italien folgt der Entwicklung Spaniens (siehe "Italiens Wirtschaft kämpft ums Überleben", sueddeutsche.de, hier). Was alles schief läuft in Europa, zeigt diese Grafik: 




Für Deutschland ist das Ergebnis der Agenda 2010 katastrophal, wie die folgenden drei Charts aus dem Beitrag beispielhaft zeigen:  


 


 


Die Propagandamaschine von Regierung und Medien ist in den vergangen zehn Jahren nicht müde geworden, diese Kahlschläge als Notwendigkeit (der Ausdruck "alternativlos" war da von der Kanzlerin noch nicht aus der Taufe gehoben worden) zu verkaufen, um Deutschland fit für die zukünftigen Anforderungen der Globalisierung zu machen. Tatsächlich hat eine Volksverdummung von gigantischen Ausmaßen stattgefunden. Unterstützt durch noch nie dagewesene Steuergeschenke und die völlige Deregulierung des deutschen Finanzmarktes kam es zu einer beschleunigten Vermögensumverteilung, die bis heute viele Verlierer, aber nur wenige Gewinner, hervorgebracht hat. Zwei Charts, die unsere Aussage ohne weitere Erklärung beweisen: 



 


Mit welcher Propagandamethode hauptsächlich "gearbeitet" wird, verdeutlichen wir mit dem folgenden Zitat des Gröfaz aus Österreich: "Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwerten, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Wort das Gewollte sich vorzustellen vermag.“ Warum das so gut funktioniert, können wir auch mit einem passenden Zitat belegen: “Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht stets ihr Opfer”  (Gustave Le Bon, franz. Massenpsychologe, 1841 - 1931). 


Können Marktradikale und Nationalchauvinisten eine „Alternative für Deutschland“ sein?
(nachdenkseiten.de) Da die marktradikalen Professoren rund um Hans Olaf Henkel mit dem Plan, die Freien Wähler zu übernehmen, offenbar gescheitert sind, haben sie nun ihre eigene Partei gegründet. Die „Alternative für Deutschland“ stellt sich öffentlich als Anti-Euro-Partei mit Bürgernähe dar. Schaut man sich die neue Partei etwas näher an, stößt man jedoch schnell auf einen Bodensatz aus Marktradikalismus und Nationalchauvinismus. Eine Partei wie die „Alternative für Deutschland“ (AfD) ist eine Novität im deutschen Parteienspektrum und hat große Parallelen zur amerikanischen Tea-Party-Bewegung. Für Wähler, denen die CDU zu links und die FDP nicht marktliberal genug ist, mag sie eine Alternative sein. Für alle Anderen ist sie es jedoch ganz sicher nicht. Mehr...

Kommentar: Nein, sie ist uns nicht entgangen, die neue Partei mit dem sinnigen Namen "Alternative für Deutschland". Ja, wir haben uns vorgenommen diese Ansammlung ultra-nationaler, reaktionärer, demokratiefeindlicher Selbstdarsteller, Verfechter ultra-konservativer ökonomischer Lehren, noch eine Weile zu ignorieren. Obwohl wir es besorgniserregend finden, dass scheinbar 25% der Deutschen sich vorstellen können, dieser Partei ihre Stimme zu geben. Erfreulicherweise gibt es aber bereits erste Stimmen zur AfD. Auf die Jens Berger in seinem Beitrag mit vielen weiterführenden Links ausdrücklich hinweistWir wollen die kritische Auseinandersetzung mit diesen Alternativen fördern und weisen (zähneknirschend) auch auf Beiträge hin, die diese neue Partei befürworten. Wir geben uns Mühe. Abfällige Kommentare, sorgfältig begründet, inklusive. Leute wie Hankel, Henkel, Starbatty, Schachtschneider, fordern es heraus. Wir wissen, diese Herrschaften genießen hohes Ansehen an den deutschen Stammtischen. Ein Grund mehr, ihre hanebüchenen Ansichten zu bekämpfen und ihre Argumente zu widerlegen. 


EU-Gipfel-Analyse: Gut ist es gegangen, nichts ist geschehen
(format.at)  Heute geht einer dieser EU-Gipfel zu Ende, die von allen 27 Regierungen für das heimische Publikum unterschiedlich dargestellt werden. Weil formal nichts entschieden, sondern nur über den künftigen Wirtschafts- und Finanzkurs der EU geredet wurde. Im Schlussdokument des EU-Gipfels findet sich die schön-schreckliche Formulierung, dass sich der EU-Gipfel zu einem "differenziert wachstumsfreundlichen Konsolidierungskurs bekennt" – was alles und nichts bedeutet. Mehr...  

Kommentar: Unsere österreichischen Nachbarn versuchen es mit einer ersten Analyse. Unsere Einschätzung ist wie immer: Außer Spesen nichts gewesen. Was wir meinen, drückt die folgende Karikatur sehr treffend aus: 

Quelle: economist.com


EZB: Hohe Verschuldung bremst das Wachstum
(faz.net)  Soll die Sparpolitik gelockert werden, um die Wirtschaft in der europäischen Währungsunion zu stimulieren? Nein, sagt die Europäische Zentralbank, hohe Schulden schwächen die Wachstumsaussichten. Mehr... 

Kommentar: Viele Ökonomen außerhalb Deutschlands wissen es, der IWF weiss es, sogar eine Hand voll Politiker wissen es, nur die EZB, die will es nicht wissen. Die Sparpolitik ist schuld an der weiter gestiegenen Verschuldung in den Krisenstaaten. Ausnahmslos alle melden neue Höchststände, zuletzt Spanien. Der EU-Gipfel versucht sich verbal an einer Lockerung, Portugal und Irland erhalten zusätzliche Mittel bereitgestellt. Ausreichend ist das nicht. Damit das in den anderen betroffenen Ländern klaglos hingenommen wird, bescheinigt man Portugal Fortschritte und erklärt Irland zum Musterschüler. Die Radikalisierung, die in allen Krisenstaaten zu beobachten ist, wird einfach ignoriert, während auch dort von der jeweiligen Regierung den Menschen die Maßnahmen als "alternativlos" verkauft werden. In Griechenland haben mittlerweile die Rechtsradikalen in manchen Gegenden die Macht an sich gerissen. 

Quelle: latuffcartoons


Spaniens Pferde gehen vor die Hunde
(derstandard.at) Die Wirtschaftskrise trifft auch Pferde, einstige Statussymbole in Andalusien. Viele Züchter sind pleite, Schlachthöfe zahlen einen Spottpreis, Tiere verenden qualvoll. Mehr... 

Kommentar: Was schon in Irland zu beobachten war, passiert jetzt auch in Spanien. Die Krise fordert ihren Tribut, auch bei den Tieren. Das alleine ist schon schlimm. Die Art und Weise, wie es passiert, macht es aber noch schlimmer. Der in dem Beitrag eingebettete Film des NDR gibt einen kleinen Einblick. Wen das nicht anrührt, der kann nur Investmentbanker sein.


Richter bezichtigen Topbanker der Lüge
(fr-online.de) Die Urteilsbegründung im Streit zwischen den Kirch-Gesellschaften und der Deutschen Bank hat es in sich. Das Gericht bezichtigt Topbanker wie Josef Ackermann und Jürgen Fitschen der Lüge und Absprache. Mehr... 

Kommentar: Wir finden, dieser Beitrag ist ein versöhnlicher Abschluss für unseren heutigen Nachrichten-Ticker. Das ist neu: Deutsche Bank-Top-Manger werden von einem deutschen Gericht regelrecht geohrfeigt und die Richter schreiben es auch gleich noch in die Urteilsbegründung. Das müsste eigentlich die Staatsanwaltschaft auf den Plan rufen. Erst einmal muss sich aber der BGH damit beschäftigen, die Deutsche Bank versucht es mit einer Nichtzulassungsbeschwerde, weil vom Gericht die Revision nicht zugelassen ist. Vielleicht anschliessend auch noch zum EuGH? Für uns steht fest: Josef "Joe" Ackermann hat nicht im Aufsichtsrat der Bank Platz genommen, um nicht irgendwann dem Zugriff deutscher Strafverfolgung ausgesetzt zu sein. Die Schweiz wird ihn kaum an Deutschland ausliefern. Selbst wenn dem guten "Joe" nachzuweisen wäre, dass von ihm verantwortete Geschäfte, wir denken z. B. an Rüstungsgüter (u. a. Landminen/Streubomben) und Lebensmittelspekulation, zum Tod vieler Menschen, auch Kindern, geführt haben.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.