Dienstag, 19. März 2013

Standpunkt 577 - Nachrichten-Ticker, 18.03.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: Zypernhilfe versus Enteignung versus Rechtsstaatlichkeit versus Demokratie versus Einlagensicherung


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Einleitung
Wieder bleiben die Ereignisse rund um Zypern unser einziges Thema. Die beunruhigendste Lüge kommt wieder einmal aus Berlin: Die Spareinlagen in Deutschland sind sicher. Oder muss es eher heißen: Deutsche Spareinlagen sind sicher? Das wäre ein gravierender Unterschied in der Aussage, aber nicht in der Wirkung. Wir werden unten an Hand mehrerer Beiträge zu diesem Thema nachweisen, dass die Eiserne Kanzlerin (sogar im Lügen ist sie eisern!) Angela Merkel den Sparern in Deutschland einen gewaltigen Bären aufbindet. Eiskalt lügt der Sprecher der Bundeskanzlerin der deutschen Öffentlichkeit ins Gesicht: "Berlin garantiert Spareinlagen" meldet beispielsweise n-tv (hier): "Die Garantie von Bundeskanzlerin Angela Merkel aus dem Krisenjahr 2008 für die Spareinlagen in Deutschland gilt weiter. Das versicherte Regierungssprecher Steffen Seibert: "Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt", sagte Seibert." Das ist nicht nur eiskalt, das ist skrupellos! Diesen Satz erhebt die ZEIT gleich zum Titel ihres Beitrages zum Thema: "Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt" und entdeckt eine kleine, aber feine Besonderheit dieser neuen "Merkel-Garantie": Sie stammt nicht von Merkel. "In Wahrheit hatte (...) nicht Merkel selbst ihr Versprechen erneuert, sondern lediglich ihr Sprecher Steffen Seibert – und das auch nur auf Nachfrage in der Bundespressekonferenz. Dort hatte ein Journalist gefragt: "Mich würde interessieren, ob Frau Merkel zu ihrer Zusage in Sachen deutsche Spareinlagen vom 05.10.2008 steht, dass sie sich unbegrenzt und unbefristet keine Sorgen machen müssen?" Seibert antwortete hierauf das einzig in dieser Situation Mögliche, nämlich: "Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt." Mehr hier. Seibert hält der Kanzlerin so ein Hintertürchen offen. Das gewünschte Ergebnis tritt jedenfalls postwendend ein: "Merkel erneuert Einlagengarantie" meldet u. a. das Manager Magazin aus der Bundespressekonferenz (hier), "Deutsche Sparer behalten trotz Zypern die Nerven" titelt die WELT beflissen einen Beitrag (hier).

Für Europa haben diesen Part, in jedes Mikrofon und jede Fernsehkamera zu lügen, andere übernommen, allen voran der Deutsche Jörg Asmussen von der EZB. Der Jörg Asmussen, der u. a. dafür gesorgt hat, dass der deutsche Finanzmarkt endgültig dereguliert wurde (hier, hier) und der tatkräftig mitgeholfen hat, die vollkommen bankrotte Hypo Real Estate (HRE), bereits bei ihrer Gründung durch die HypoVereinsbank/Unicredit eine Bad Bank und als solche von Anfang an gedacht, dem deutschen Steuerzahler ins Portemonnaie zu drücken (hier). Die anderen Strippenzieher waren die Bundesbank und die Deutsche Bank. Die hatten nämlich Milliardenbeträge bei der HRE (hier, hier, hier) angelegt und fürchteten Verluste. Die Deutsche Bank, unter ihrem Boss, dem Revolverschwinger Josef "Joe" Ackermann, hatte es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, außerdem die Interessen ausländischer Banken zu wahren ("Die Geretteten", Tagesspiegel, 13.09.2009, hier. Die Liste ist ein Hammer! Es ging um Ansprüche von über 83.000 Banken!). Es wurde zu einem Erfolg auf der ganzen Linie: Der deutsche Steuerzahler steht heute mit mindestens 140 Milliarden Euro bei der HRE im Obligo. Inoffizielle Quellen nennen sogar mehr als 200 Milliarden! Diese Zusammenhänge muss man wissen, wenn man für die Dinge, die demnächst in Europa passieren, das "richtige" Gefühl entwickeln will. Deshalb zwei Beiträge, die eine Übersicht der Ereignisse von 2008 geben: "Die HRE-Staatsaffäre: Chronologie eines Staatsstreichs" gibt es hier, "Eine kritische Einordnung der neuerlichen Milliarden für die HRE" mit weiterführenden Links, hier. Auch damals schon ging es nur um die Rettung der Banken, nie um die Wahrung der Interessen der Bürger und Steuerzahler! Viel schlimmer: Die Verhandlungen wurden so lange geführt, bis die italienische Unicredito aus ihrem milliardenschweren Obligo entlassen war (hier, vgl. dazu unbedingt auch das Protokoll der entscheidenden Gespräche zur Stützung der Hypo Real Estate Gruppe (HRE) vom 26.09.2008 – 28.09.2008 in Frankfurt bei der BaFin, hier). Eine Riesensauerei, die vor der Öffentlichkeit gut versteckt wurde und auch von dem späteren Bundestags-Untersuchungsausschuss, eine einzige Farce, nicht aufgegriffen wurde (hier, hier, hier, hier). Dieser Jörg A. erklärt zwar nicht die Spareinlagen für sicher, sondern versichert der staunenden Welt, Zypern sei eine einmalige Sache, die sich in Europa nicht mehr wiederholen wird. 

Zurück zur Einlagensicherung. Es kursieren unterschiedliche Zahlen über die Höhe der Spareinlagen in Deutschland. Als Einstieg werden von der WELT schon einmal 1.200 Milliarden Euro angeboten. Die Zahl stammt aus der ersten Garantieerklärung im Oktober 2008, als die Zeitung meldete: "Staat gibt Sparern größte Garantie der Geschichte" (hier). Die mittlerweile dem Steuerstreit mit den USA zum Opfer gefallene Schweizer Privatbank Wegelin errechnete damals über 3.000 Milliarden, in der Spitze, wenn wirklich alle Einlagen betroffen wären, sogar über 7.000 Miliarden Euro, die von Deutschland zu übernehmen wären. Leider steht diese Quelle online nicht mehr zur Verfügung. Alles schon damals blanker Nonsens. Niemand darf ersthaft daran glauben, dass eine dieser Summen, oder auch nur Teile davon, vom Staat übernommen werden kann. Der Staatshaushalt beträgt nur ein Bruchteil davon, selbst der Bankenrettungsfonds SoFFin, immerhin stolze 460 Milliarden Euro "schwer" könnte im Bedarfsfall von der Bundesregierung schon nicht bestückt werden. Offensichtlich sind die deutschen Sparer der Obrigkeit hörig und deshalb von einer stoischen Ruhe mit viel Gottvertrauen beseelt. Es ist noch einmal die WELT, die einige Monate später, im März 2009, meldet: "Sparer vertrauen auf die Regierungs-Garantie". Zum Beweis bezieht sich der Beitrag auf eine Studie, die dieses Sparervertrauen in die "Merkel-Garantie" bestätigt. Mehr hier. Leider funkt dann das Berliner Landgericht dazwischen. Am 15. Juni 2010 urteilt dieses Gericht ganz nüchtern gegen den "Rechtsanspruch auf Leistungen aus dem Einlagensicherungsfonds der privaten Banken" (hier der Leitsatz, hier das vollständige Urteil). Die neuen "Rechte der Sparer" beschrieb die SZ seinerzeit so: "Dann ist das Geld halt weg". In der Einleitung zu dem Beitrag heißt es: "Einlagensicherungsfonds ist ein kompliziertes Wort, suggeriert aber, das angesparte Geld der Kunden sei in jedem Fall sicher. Doch das ist ein Irrtum: Ein Gerichtsurteil kappt die Rechte der Sparer bei einer Bankenpleite." Mehr hier. Ein Ansturm auf die Banken ist ausgeblieben. Interessant ist aber, dass in der Folge, trotz der schlechten Erfahrungen mit den drei isländischen Banken, wieder viel Geld ausländischen, insbesondere russischen Instituten, anvertraut wird. Später greift die WELT das Thema wieder auf und titelt auf den Punkt: "Sichere Spareinlagen sind nur ein Mythos", verbreitet aber gleichzeitig wieder Zuversicht: "Wegen der desaströsen Folgen für das Gemeinwesen gehen wir nicht davon aus, dass der Staat eine große Bank pleitegehen lassen würde", sagt auch Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Mehr hier. Etwa zur gleichen Zeit, unter dem Eindruck eines möglichen Bankensturms in Südeuropa, meldet sich auch das Handelsblatt zu Wort: "Mein Geld ist sicher - oder nicht?" und beschäftigt sich mit den deutschen Spareinlagen bei ausländischen Banken. Mehr hier. Die jüngste Entwicklung sollte diesen Anlegern zu denken geben. 

Unser Fazit zur Merkel'schen Einlagensicherung fällt kurz aus: Eine glatte Lüge.


Quelle: wiedenroth-karikatur.de
  
Unsere österreichischen LeserInnen erhalten gleichfalls Beistand. DIE PRESSE meldet beschwichtigend: Fekter: "Wir lassen unsere Sparer nicht im Stich" und fasst zusammen: "Finanzministerin Fekter und Wirtschaftsminister Mitterlehner betonen, dass in Österreich die Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro in Kraft ist." Leider gibt aber auch Frau Fekter der Wahrheit nicht die Ehre, sondern versucht sich daran, ihre Landsleute an der Nase herumzuführen. Mehr hier. Während sie im Brustton der Überzeugung erklärt,  "Österreichs Banken stehen mit gesunden Beinen auf festem Grund", meldet DIE PRESSE schlechte Neuigkeiten: "Österreichs Banken verlieren in drei Monaten über 900 Millionen Euro". Grund: "Bank Austria, Raiffeisen und Erste Group mussten im Vorjahr bei ihren Osteuropa-Töchtern hohe Abschreibungen vornehmen", meldet die Zeitung. Mehr hier. Aus unserer Meinung zu den Risiken des osteuropäischen Geschäfts der österreichischen Banken und den Folgen machen wir schon seit Monaten keinen Hehl: Die Sache endet in einem Blutbad. Andreas Schnauder vom STANDARD meint es da schon ehrlicher und schreibt: "Zypriotische Zwangsabgabe: Einlagen waren nie sicher". Seine knappe Zusammenfassung: "Wenn Banken am Kippen sind, verfügt kein Land über ausreichende Mittel, um für die riesigen Summen geradezustehen." Da ist es nur konsequent, wenn er in seinem anschliessenden Kommentar die Maßnahme in Zypern für notwendig erklärt und deren Fortsetzung erwartet. Mehr hier.
 
Abschliessen möchten wir diese Einleitung mit einem Interview von Peter Bofinger, Ökonom und einer der deutschen Wirtschaftsweisen, der regelmäßig mit seinen Kollegen über Kreuz liegt. Es trägt die Überschrift "Die Bürger müssen um ihr Geld fürchten" und Bofinger brandmarkt darin den Zypern-Plan als "brandgefährlich". Mehr hier. 
 
Unser Fazit: Es ist ein nicht wieder gutzumachender Fehler, immer noch weiter den Kopf in den Sand zu stecken! Wir können nur die belastbaren Fakten bereitstellen und unsere Beratung anbieten, nachdenken und handeln muss jeder Einzelne. 

Wieder haben wir die Beiträge für unseren Ticker als Ergänzung zusammengestellt. Seit zwei Tagen berichten wir über den Zypern-Plan von EU/IWF/EZB. Es sind alles Beiträge, die wir für interessant bis bemerkenswert halten. Lesenswert sind sie natürlich alle. 


Das Europa, das ganz bestimmt keiner wollte
(markusgärtner.com) Sie rudern zurück, aber sie haben Europa schon zerstört. Das Vertrauen ist futsch. Was sich ausgewachsene Finanzminister in der Nacht auf Samstag gedacht haben, als sie beschlossen Kleinsparer über deren Bankeinlagen für das Zypern-Hilfspaket mit in die Pflicht zu nehmen, das wird für immer ihr Geheimnis bleiben. Kaum eine Überraschung, dass sie die Woche damit begannen, zurück zu rudern: In Zypern wird das Parlament erst am Dienstag über den Deal beraten und abstimmen. In Berlin will plötzlich weder der Finanzminister noch die Kanzlerin mit dem Raubzug in den Zypern-Konten zu tun haben. Und in der Regierung des Inselstaates wird eine stärkere Belastung der größeren Einlagen beraten und ernsthaft erwogen.
Doch das hilft nicht mehr. Jeder Bürger in Europa weiß nun, wozu die Finanzminister und Kabinettschefs bereit und fähig sind, wenn es darum geht, die Banken und das Finanzsystem zu stabilisieren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bevor das Thema Teil-Enteginung wieder auf dem Tisch ist. 

Dass hier ein einmaliger Fall vorliegen soll, müssen wir jetzt als so glaubwürdiges Versprechen betrachten wie das, das vor ein paar Wochen abgegeben wurde: Eine Abgabe der Bankkunden komme nicht in die Tüte. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Was in diesem Beitrag beschrieben wird, bestätigt ganz klar unsere Auffassung, dass es sich bei Zypern um die Blaupause für das restliche Europa handelt. In diesem Feldlabor werden die Ideen auf ihre Nützlichkeit und - vor allen Dingen - Akzeptanz bei den Betroffenen getestet. Da ist es nicht verwunderlich, wenn einfach noch einmal nachjustiert werden soll: "Zypern schnürt Rettungspaket auf und plant Freibetrag für Kleinsparer" weil die Proteste der Menschen "Wirkung zeigen" , wie das Manager Magazin schreibt. Mehr hier. Wir erleben gerade, dass hemmungslos experimentiert wird, um am Ende ein Programm stehen zu haben, anwendbar wenigstens noch auf die übrigen südeuropäischen Krisenstaaten. Das gilt es zu verhindern. Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Deshalb kann man dem Autor, Markus Gärtner, nur beipflichten wenn er am Schluss schreibt: "Es gibt nur einen Ausweg aus diesem Desaster. Das kleine Zypern hat jetzt die große Aufgabe, den völligen Dammbruch zu vermeiden. Die Enteignungen dürfen nicht stattfinden, auch nicht auf kleiner Flamme." Das grenzt an ein Wunder.


Zypern: zum Aderlass mit dem Sparer
(querschuesse.de) Die Eurozone rettet mal wieder, diesmal Zypern und wie eigentlich schon fast nicht anders zu erwarten war, wurde dabei auch eine neue Eskalationsstufe gezündet. Ein Tabu-Bruch, nicht nur der Steuerzahler in der Eurozone haftet, beim 10 Mrd. Euro Rettungspaket des ESM, im Gegenzug für eine zyprische Sanierung der maroden Banken und des Staatshaushalts, diesmal werden auch die Sparer in Zypern zur Ader gelassen. Bankeinlagen unter 100’000 Euro werden mit einer Beteiligung von 6,75% zur “Rettung” herangezogen, Einlagen von über 100’000 Euro mit 9,9%. Damit ist endgültig klar, im akuten Krisenfall sind Spareinlagen bei den Banken in der Eurozone nicht sicher und werden wie auch die Steuerzahler gnadenlos herangezogen, um das spekulative Zombie-Bankensystem zu erhalten und zu bailouten. Mehr...

Kommentar: Selbst vor dem Hintergrund, dass es wahrscheinlich einen hohen Freibetrag gibt, um die Sparer zu schützen, und sich im Gegenzug die Kosten für den ganzen Rest erhöhen, bleibt dieser Beitrag interessant. Der Autor, Steffen Bogs, beschäftigt sich nämlich auch mit den Umständen, wie diese Zypern-Hilfe zustande gekommen ist. Wir zitieren: "So lieber Michel, wenn du nicht mal jetzt aufwachst – ist dir nicht mehr zu helfen. 'Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.' Jean Claude Juncker 1999, Der Spiegel, 52/1999: 'Die Brüsseler Republik', Seite 136 bzw. bei SPON: Spiegel.de/Die Brüsseler Republik." Dieser Artikel ist ein echtes Fundstück und verdient ungeteilte Aufmerksamkeit. Außerdem glaubt Bogs an einen Rechtsbruch und zitiert  dazu die Richtlinie 2009/14 EG des Europäischen Parlaments und des Rates, in Hinblick auf die Deckungssumme der Einlagensicherungssysteme nach Artikel 7 Absatz (1a): “Ab 31. Dezember 2010 gewährleisten die Mitgliedstaaten, dass die Deckungssumme für die Gesamtheit der Einlagen desselben Einlegers auf 100000 EUR festgesetzt ist, wenn die Einlagen nicht verfügbar sind.” Genau darin liegt der Grund, warum es sich bei dieser Enteignung nicht um den vermuteten Rechtsbruch handelt: Die Einlagen, die enteignet werden sind verfügbar. Für die Einlagensicherung müssen sie nicht verfügbar sein.


Zypern – wer rettet Europa vor diesen „Eurorettern“?
(nachdenkseiten.de) „Die Sparer in Zypern zahlen. Damit löst man die heutigen politischen Probleme Deutschlands auf Kosten künftiger »Bank Runs« in anderen Eurostaaten“, so fasst der belgische Ökonom Paul De Grauwe das Ergebnis des „Rettungsgipfels“ am Wochenende kurz und knackig zusammen. Mit der Entscheidung, die zypriotischen Bankkunden über eine Sondersteuer an den Kosten zur Refinanzierung des zypriotischen Bankensystems zu beteiligen, haben die „Euroretter“ einmal mehr den Rubikon überschritten. Die Folgen werden fatal sein. Im günstigsten Falle wird das Ergebnis des letzten Rettungsgipfels „nur“ eine schwere Rezession in Zypern sein. Im ungünstigsten Falle erleben wir in den nächsten Wochen eine neue, so noch nie dagewesene, Kapitalflucht aus den europäischen „Problemstaaten“, die den Auftakt einer neuer Eskalationsstufe der Eurokrise markieren könnte. Und wieder einmal waren es drei Deutsche, auf deren Mist die fatalen Fehlentscheidungen gewachsen sind: Angela Merkel, Wolfgang Schäuble und Jörg Asmussen. Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag, den wir unseren LeserInnen nur empfehlen können. Unbedingt auch den Links folgen. Sehr schön der, wo es um die Geldwäsche-Vorwürfe geht, die eine gewichtige Rolle bei der Gestaltung des Hilfspakets für Zypern spielen. Wer nicht nachlässt, der landet hier: "Bundesregierung weiß nichts über russisches Schwarzgeld". Der Artikel ist erst wenige Tage alt und dort steht: "Berlin rückt von den umstrittenen BND-Vorwürfen gegen Zypern ab. Von Schwarzgeldkonten will die Bundesregierung ebenso wenig wissen wie von Geldwäsche - offenbar muss sie den Weg für ein Hilfsprogramm freimachen. Schon am Freitag könnten in Brüssel die Würfel fallen." Mehr hier. Die Bundesregierung lässt diesen Vorwurf einfach über den EU-Gipfel hinweg bis heute in der Öffentlichkeit stehen, benutzt ihn sogar als Argument für die Beteiligung der Sparer. An dieser Stelle unterstreichen wir noch einmal, was wir gestern schon geschreiben haben: Europas Geschicke werden bestimmt von Lügnern und Ganoven. 


"Ich bin empört über die Dummheit der EU-Eliten"
(format.at) Der Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister übt scharfe Kritik an der geplanten Beteiligung der Bankkunden am Hilfspaket für Zypern und warnt vor verheerenden Folgen wie einem Bank Run. "Ich bin empört über die Dummheit der EU-Eliten, weil sie nicht das geringste von Wirtschaftsgeschichte zu wissen scheinen", so der Ökonom. Die Euro-Politiker hätten keinen Fehler ausgelassen, der zwischen 1930 und 1933 gemacht worden sei - da wäre etwa die Sparpolitik generell, die Länder gegeneinander auszuspielen oder Volkswirtschaften, die sich als Firmen begreifen. Mehr...

Kommentar: Schön, wieder einmal etwas von dem österreichischen Ökonomen Stephan Schulmeister zu lesen und bei uns vorstellen zu können. Wir sind heute noch immer begeistert von seiner Analyse über die Deutsche Bundesbank aus den 1990er Jahren: “Die Bundesbank: Hüter der Stabilität oder des Finanzkapitals?” Köstlich zu lesen, wie Schulmeister die Bundesbank als Hüterin des Finanzkapitals entlarvt und wie sehr sie sich seit ihrer Gründung in die Politik einmischt. Wer sich dafür interessiert, unseren Beitrag dazu gibt es hier. Schulmeister begründet seine Kritik an der "Dummheit der EU-Eliten" nachvollziehbar und glaubt an eine schleichende Verschärfung der Krise in ganz Europa. Kein langes Geschwafel, gut zu lesen. 


Wind säen in Zypern
(fuw.ch) “Sparer in Italien und Spanien, in Portugal und Irland sind sich eines realen Risikos bewusst geworden.” Die teilweise Enteignung von Bankdepositären in Zypern setzt ein in Europa gefährliches Präzedenzsignal. Mehr...

Kommentar: ...schweren Sturm ernten in Europa. Dieser Kommentar aus der Schweiz erklärt, warum. 


Gibt es intelligentes Leben in der Eurozone?
(diepresse.com) Die Hauptmessage der dummdreisten Zypern-Rettung vom Wochenende lautet: Die Einlagensicherung für Sparguthaben ist ab sofort reine Fiktion. Mehr...

Kommentar: Ein trefflicher Beitrag, um unseren heutigen Nachrichten-Ticker abzuschliessen. Stellenweise attestieren wir dem Beitrag Schwächen. Es sind zu wenige, um sie zu kritisieren. Zwei Dinge nur, die wir klarstellen wollen: Ursächlich für die Probleme der zyprischen Banken ist nicht ihre verfehlte Geschäftspolitik, sondern einzig und allein die Hilfsmaßnahmen für Griechenland. Deshalb ist auch nicht nachzuvollziehen, warum russische Oligarchen bezahlen sollen. So gern es die Öffentlichkeit auch sieht. Es muss endlich nach dem Verursacherprinzip gehen. Zypern ist kein Schwarzgeldparadies, das jedenfalls hat die deutsche Bundesregierung offiziell festgestellt (noch einmal hier). Auf die grundsätzliche Aussage kommt es an: "Eine marktferne Bankenrettung à la Eurozone also. Eine, wie sie in der Eurozone durchaus die Regel ist. Dafür sorgen schon die diversen Bankenlobbys, die die Finanzministerien offenbar effizient unterwandert haben." 


Quelle:zerohedge.com
 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.