Mittwoch, 20. März 2013

Standpunkt 578 - Nachrichten-Ticker, 19.03.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: Zypernhilfe versus Enteignung versus Rechtsstaatlichkeit versus Demokratie versus Einlagensicherung - Lug und Trug - Angriff auf die Intelligenz


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Einleitung
Tag 3 der Zypern-Krise ist mit einem Paukenschlag zu Ende gegangen. Das zyprische Parlament hat gegen das EU-Rettungspaket gestimmt. Für die Parlamentarier war es "eine Frage der Ehre, Nein zu sagen". Danke. Endlich hat ein souveräner Staat souverän gehandelt und der dirigistischen Erpressung durch EU/EZB/IWF und Berlin eine Abfuhr erteilt. "Parlament lehnt Zwangsabgabe ab - Zypern vor der Pleite" meldet das Manager Magazin und hebt gleich schon warnend den Finger: "Das Rettungspaket für Zypern samt der umstrittenen Zwangsabgabe auf Bankguthaben ist im Parlament des Inselstaates durchgefallen. Mit der Ablehnung will der Zwergstaat seine EU-Partner zu weiteren Konzessionen zwingen. Ohne frisches Geld droht bereits im Juni die Staatspleite." Mehr hier. Bei der Schweizer Finanz und Wirtschaft heißt es "Zypern erteilt Europa eine Abfuhr" Die Zeitung schreibt: "Das zypriotische Parlament hat am Dienstagabend gegen die umstrittene Zwangsabgabe auf Bankkonten votiert. Die Europäische Zentralbank sagt Liquidität zu." Mehr hier. Wenigstens kann die EZB keine der ihren hängen lassen, sonst druckt sich die zyprische Notenbank die Euro einfach selbst. Wir hoffen allen Unkenrufen zum Trotz sehr, die zyprischen Politiker bleiben dabei und die rund 800.000 Zyprer geben ihnen jede notwendige Unterstützung. Einigkeit nach Innen und Außen sollte die Devise sein. 

Wir sind engagierte Verfechter eines Vereinigten Europas, der Gemeinschaftswährung EURO und einer lupenreinen Demokratie. Diese Institutionen müssen verteidigt werden. Daraus haben wir nie einen Hehl gemacht. Dabei bleibt es. Wir sind jedoch, ebenso engagiert, absolute Gegner der seit 2008 praktizierten zahllosen Bankenrettungen durch die nahezu unbegrenzte Vergemeinschaftung der Verluste aus der Finanzindustrie, die mit Lug und Trug, Tricksen und Täuschen, dauerndem Rechtsbruch, der Umgehung demokratischer Grundsätze, die teilweise schon mit diktatorischen Maßnahmen durchgesetzt werden, die die Eiserne Kanzlerin harmlos klingend "marktkonforme Demokratie" nennt, unter Europas Bürger gebracht wird. Was natürlich, findet die Kanzlerin, alternativlos ist. Gegen diese Methoden und die unlauteren Mittel, mit denen sie durchgesetzt werden, kämpfen wir mit Fakten, Fakten, Fakten, der alten Maxime von Helmut Markwort. Wir bleiben keinen Beweis, bzw. keine Quelle, schuldig. Wer uns doch einmal dabei ertappt, der soll, nein, der muss sich melden und uns dafür kritisieren. Wir werden unseren Fehler unverzüglich korrigieren.

Für uns bleibt diese Krise nach wie vor alleiniges Tagesthema. Was Europas Krisenmanager dort gerade veranstalten ist definitiv der Einstieg in eine neue Qualität des Tricksens und Täuschens. Aber auch eine neue Stufe der Kriseneskalation und der Beginn einer EU-weiten Enteignung der Sparer zu Gunsten der Finanzindustrie. Nur darum geht es nämlich bei dieser angeblichen Zypern-Rettung. Es geht überhaupt nicht um die Banken in Zypern, die sind den Krisenmanagern in Berlin, Brüssel und beim IWF in Washington schnurzpiepegal. Die würde man viel lieber sterben lassen, um bei dieser Gelegenheit Russlands Oligarchen eins auszuwischen. Bedauerlich für diese (Intelligenz-)Bestien von Politik, EZB und IWF ist aber der Umstand, dass selbst hinter den zyprischen Banken klare Interessen der internationalen "too-big-to-fail"-Banken-Aristokratie stehen. Stichwort Derivatehandel. Zyperns Banken haben sich, staatspolitischer Pflicht folgend, dummerweise zu sehr mit griechischen Staatsanleihen eingedeckt und sich gegen die absehbaren Verlustrisiken mit entsprechenden Derivaten abgesichert. Umsonst. Als Folge des Haircuts verloren diese Papiere massig an Wert, führten also zu Verlusten, aber leider zog die Versicherung nicht. Die ISDA verweigerte schlicht die Anerkenntnis als Versicherungsfall. Von rund 100 Milliarden Euro Ausfällen wurden nur ganze 30 Milliarden als Versicherungsfall anerkannt. Die Verluste der zyprischen Banken gehörten nicht dazu. 

Anders verhält es sich, wenn die Banken dort endgültig pleitegehen. Dann werden die Bilanzen auf den Kopf gestellt und nach Verwertbarem gesucht. Dann kommen auch die Derivate ans Licht. Wir haben in der Vergangenheit uns immer wieder mit den Risiken aus dem Derivatehandel beschäftigt, zwischendurch dazu auch einen Beitrag mit dem Titel "Desaster Derivatehandel" verfasst (hier). Wir sind davon überzeugt, dass wir damals die Risiken sogar noch unterschätzt haben. Heute gehen wir davon aus, dass durch eine üppige Beteiligung sogenannter Schattenbanken das tatsächliche Volumen des Derivatehandels bei 1.400 Billionen USD liegt. US-Schätzungen zufolge ist dieser gesamte Handel mit höchstens 60 Milliarden USD werthaltigem Vermögen unterlegt. Da genügen kleinste Erschütterungen und das System implodiert. Für Deutschland nicht ohne Brisanz: Schlagartig würde öffentlich, was wir bereits seit Monaten kommunizieren: Die Deutsche Bank ist bankrott. Die Commerzbank und die Landesbanken auch. Und alle geminsam "too big to rescue". D. h., eine Rettung durch den Staat unmöglich. Die Kanzlerin wird es trotzdem versuchen, davon sind wir felsenfest überzeugt. An dieser Stelle kommen die deutschen Sparer ins Spiel und der Vorschlag der Boston Consulting Group (BCG): 33% auf alles, jenseits von 100.000 Euro Freibetrag. Ob der hält, halten wir für fraglich. Einzelheiten zu der Studie von BCG, "Back to Mesopotamia? The Looming Threat of Debt Restructuring " (leider nur in Englisch verfügbar), inklusive einer deutschen Zusammenfassung gibt es hier, bei Axel Troost. Wer sich näher mit dem Hintergrund dieser Ideen beschäftigen möchte, der wird mit diesem Beitrag gut bedient: "Euro-Krise: Byzantinische Lektionen für Europa", gerade erst bei presseurop.eu erschienen. In der Einleitung heisst es: "Ob es nun darum ging, eine Einheitswährung in den Griff zu bekommen, die politische und steuerliche Einheit eines mehrsprachigen und multiethnischen Reichsverbandes zu bewerkstelligen, oder die Menschen aus einer lähmenden Rezession zu ziehen: Die Eliten des Byzantinischen Reiches erledigten so einiges. Vermutlich könnten die EU-Spitzen von der östlichsten Ecke des Römischen Reiches so einiges lernen, behauptet ein britischer Historiker." Mehr hier.

Wer dieses Szenario für eine Verschwörungstheorie hält, der wird schon bald eines Besseren belehrt. Zu spät, um dann noch vernünftig reagieren zu können. Die Schlaumeier, die uns in der Vergangenheit schon mehrfach erklärt haben, dass die Verpflichtungen aus dem Derivatehandel einfach ausgebucht werden können und deshalb folgenlos bleiben, denken ihre Idee nicht zu Ende. Prinzipiell ist das Ergebnis nämlich das gleiche. Aus dem Derivatehandel werden milliardenschwere Gewinne generiert, die dann ebenfalls auf Null gestellt werden müssen. Außerdem gehen die dem Derivatehandel zugrunde liegenden Vermögen verloren. Das Eigenkapital löst sich in Luft auf. Die Einlagen der Kunden: weg. Plötzlich fehlen Billionen in den Bankbilanzen. Die "Merkel-Garantie" müsste greifen, mindestens 1.300 Milliarden Euro nach offiziellen Schätzungen in Deutschland. Die Auswirkungen im Ausland wären ähnlich desaströs. 

Was wir gerade beschrieben haben, dürfte Berlin, Brüssel, Washington, in den übrigen Hauptstädten der Welt  und bei den betroffenen Banken längst bekannt sein. Dieses Ereignis gilt es so lange wie möglich zu verhindern. Das führt uns wieder zu Zypern. Im griechischen Teil der Insel werden gerade deutsche Interessen verteidigt.

Wir vermuten, den deutschsprachigen Leitmedien sind diese Konsequenzen längst bekannt und deshalb bemühen sie sich, die Enteignung der Zyprer schönzuschreiben, wie wir weiter unten an Hand einiger Beiträge nachweisen. 

Der deutsche Ökonom Heiner Flassbeck, bis Ende des vergangenen Jahres Chef-Volkswirt der UN-Organisation UNCTAD, macht einen, wie wir finden, ungeheuerlichen Vorgang publik: Selbst Darlehen sollten von der Enteignung, in diesem Fall wäre es endgültig Diebstahl, betroffen sein, beschreibt er in diesem Beitrag: "Zypern: es geht nicht um 'Sparer', es geht um Menschen, die zufällig über’s Wochenende Geld auf dem Konto hatten". Flassbeck nennt es zu Recht "noch viel brutaler" als die Enteignung der Sparer. Mehr hier. Er kommt zu dem Ergebnis,  "dass die Damen und Herren, die diesen Beschluss gefasst haben, einfach überfordert sind und Europa systematisch zu Grunde dilettieren." 

Mit "Geheimoperation Zypern" beschreibt der Schweizer Tages-Anzeiger, was während des EU-Gipfels in Brüssel passiert ist. Die Zeitung weiter: "Strikte Geheimhaltung, kleiner Kreis von Eingeweihten, Wille zum grossen Schlag: Wie der Plan zur Enteignung der zypriotischen Bankkunden überhaupt erst möglich wurde. (...) In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurden die Kunden von zypriotischen Banken um knapp sechs Milliarden Euro gebracht. Bankenprofessor Manuel Ammann nennt die Operation Zypern eine "handstreichartige Enteignung der Sparer". Zumindest usserst fragwürdig" nennt er das. Mehr hier. 

Obwohl für Deutschland die "Merkel-Garantie" gilt, hat sich das HANDELSBLATT gleichwohl Gedanken über die gesetzlichen Regeln gemacht,  "wie Berlin die Banken schließen könnte". Das Ergebnis:  "Rechtlich wäre ein solcher Schritt in Deutschland möglich. Eine ähnliche Situation gab es in den 70-er Jahren. Damals waren jedoch nur einige Börsen betroffen." Dazu genügt eine banale Rechtsverordnung der Bundesregierung. Mehr hier. Nach dem Zusammenbruch des Bretton Woods-System 1973, blieben in der Zeit vom 02. bis 18. März die Devisenbörsen in Deutschland, genauso wie in anderen europäischen Ländern, geschlossen. Genauso einfach funktioniert die Sache in Österreich.

Als Abschluss der heutigen Einleitung möchten wir auf ein Interview mit Marc Friedrich und Matthias Weick hinweisen, das unter der Überschrift „Die Sparer in Zypern zu beteiligen ist Diebstahl“ vor zwei Tagen vom österreichischen Wirtschaftsblatt veröffentlich wurde. "Die beiden Krisenpropheten sehen in Zypern den Vorläufer für weit schlimmere Eskalationen der Eurokrise. Sie raten, das Geld vom Bankkonto in Sicherheit zu bringen, so lange es noch geht", heisst es in der Einleitung. Mehr hier. Für alle, die gerne die Zeichen der Zeit erkennen wollen, ein äußerst aufschlussreiches Interview. 


Die folgenden Beiträge ergänzen die aus den vergangenen Tagen rund um die angebliche Zypern-Rettung. Alle sind randvoll mit Informationen, dabei ist wieder viel Bemerkenswertes und Nützliches. 


German Bankers Generously Offer Cypriots Helping Hand If They Transfer Deposits
(zerohedge.com) For a mere 0.95% handling fee, the friendly German bankers are offering Cypriot depositors the opportunity to "take fast action and secure their deposits" with a rate between 3.0 and 4.5%. Read...

Kommentar: Die honorigen deutschen Banken als großzügige Helfer in der Not. Es ist immer das gleiche System: Schuld an dem ganzen Dilemma, aber daran noch Geld verdienen, selbst wenn es sich um vergleichsweise kleine Beträge handelt. So geht modernes Raubrittertum.  


Laiendarsteller spielen Eurorettung
(stern.de) Beschließen, korrigieren, Schuld zuweisen - so verliert die EU als Institution Kapital, das mehr wert ist als all die Milliarden zur Rettung des Euro: Glaubwürdigkeit. Erklärt den Menschen Europa! Mehr... 

Kommentar: Eine im Grunde richtige Bewertung, die aber leider im Schlussteil das Märchen von den Staatsschulden verbreitet. Die breit angelegte Kritik davor, sollte wohl einen versöhnlichen Ausgang nehmen. Schade. Aber sonst kommt der Beitrag auf den Punkt. Der Begriff "Laiendarsteller" verdient einen Extrapunkt. 


PIMCO-Chef: EU hat Dynamit-Stange für Europa gezündet
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Mit der Zwangsgabe auf zypriotische Bankeinlagen haben die europäischen Politiker eine sehr gefährliche Richtung eingeschlagen. Sie haben die „Heiligkeit der Bankeinlagen“ infrage gestellt und riskieren massive soziale Unruhen, so der Chef des größten Vermögensverwalters der Welt, Mohamed El Erian. Mehr...

Kommentar: Äußerungen von Mohamed El Erian sind immer mit einiger Vorsicht zu genießen, der Mann hat - verständlich - zuallererst die Interessen seiner Klientel im Auge. Trotzdem trifft er einige bemerkenswerte Aussagen. So spricht jetzt auch El Erian von der Gefahr sozialer und politischer Unruhen, weil die Bürger "das Vertrauen verlieren" und er sieht die europäische Idee scheitern. 


Zypern-Rettung: Der Lehman-Moment der Euro-Retter
(querschuesse.de) Als der US-Finanzminister Henry Paulson im September 2008 den Daumen über die drittgrößte Investmentbank Lehman Brothers senkte und in die Pleite schickte, anstatt sie mit Staatshilfen zu retten, hatte dies fatale Konsequenzen: einen Beinahe-Kollaps der globalen Finanzmärkte, die zweite große Weltwirtschaftskrise und die teuerste weltweite Rettungs- und Stabilisierungsaktion in der Geschichte, die die Staatsfinanzen vieler Industriestaaten ruinierte und sie in eine Schuldenkrise stürzte.
Warum hatte Henry Paulson die weltweite Nummer 4 der Investmentbanken, Bear Stearns, im Frühjahr 2008 durch die mit JP Morgan Chase eingefädelte Übernahme vor der Pleite bewahrt, aber die weltweite Nummer 3 der Investmentbanken, Lehman Brothers, wenige Monate später unkontrolliert untergehen lassen? Hatte er die Risiken schlicht unterschätzt?
Das ist nach wie vor schwer zu glauben. Denn von den vier großen US-Investmentbanken überlebten die US-Subprimekrise, die sich erst auf den gesamten Hypothekenbereich ausdehnte und sich dann zu einer internationalen Finanzmarktkrise auswuchs, nur die Nummer 2, Morgan Stanley und die Nummer 1, Goldman Sachs, deren Chef Henry Paulson von 1999 bis 2006 gewesen war, bevor ihn George W. Bush 2006 zum US-Finanzminister ernannte. Wer hätte im Sommer 2008 besser als der langjährige Chef der weltgrößten Investmentbank Goldman Sachs einschätzen können, mit welchen Risiken die unkontrollierte Pleite der drittgrößten Investmentbank für den gesamten Finanzsektor verbunden war?
Es ist müßig über die Frage zu diskutieren, ob Henry Paulson nicht einfach die einmalige Gelegenheit nutzte, um Goldman Sachs einen lästigen Konkurrenten vom Hals zu schaffen. Denn dies wird sich niemals klären lassen.
Genauso wenig aussichtsreich erscheint es, klären zu wollen, wer dafür verantwortlich ist, dass die Vereinbarung zwischen Euro-Gruppe, EZB, Europäischer Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF) mit der Regierung Zyperns von Freitagabend (15.03.) eine Zwangsabgabe für ausnahmslos alle Kunden von Zyperns Banken vorsah, obwohl – in Reaktion auf die Finanzkrise von 2008, zum Zwecke der Finanzmarktstabilisierung – europaweit geregelt ist, dass Guthaben bis zu 100.000 Euro durch die Einlagensicherung vor Verlust geschützt sein sollen.
Mehr...

Kommentar: Erinnert sich überhaupt noch jemand an Details aus der Lehman-Pleite? Wenn nicht, dann wird es Zeit, wieder einmal nachzulesen (z. B. "Bankenkrise: Der dramatische Herbst nach der Lehman-Pleite", hier). Dieser Beitrag von SLE zieht nämlich interessante Vergleiche mit den Ereignissen rund um Lehman Brothers, die im September 2008 zur vorläufig ultimativen Finanzkrise geführt haben. Für Europa ist die Gefahr plötzlich ganz akut. 


Erst die EU machte Zypern zum echten Euro-Risiko
(welt.de) Obwohl Zyperns Wirtschaft winzig ist, fürchten Hunderte Millionen Sparer in ganz Europa um ihr Geld. Obendrein hat die EU das Land zu einem Systemrisiko gemacht. Eine erstaunliche Leistung. Mehr...

Kommentar: Während die meisten deutschsprachigen Leitmedien nachträglich den EU-Plan für Zypern zu goutieren versuchen, gibt es vereinzelt dazu auch kritische Stimmen. Obwohl auch dieser Beitrag auf der falschen Annahme gründet, die Krise in Europa sei eine Staatsschuldenkrise und nicht eine verdeckte Bankenkrise. Die Analyse an sich ist stimmig. 


Keine Sympathie für russische Mafia-Gelder
(fuw.ch) Der LSE-Ökonom Paul De Grauwe sieht im Gespräch mit «Finanz und Wirtschaft» Amateure beim EU-Gipfel zu Zypern am Werk. Viel Glaubwürdigkeit sei zerstört worden. Mehr...

Kommentar: Noch ein Kritiker des EU-Plans für Zypern. Und ein kompetenter außerdem. 


Alternativloses Spiel mit dem Feuer
(derstandard.at) Die Lastenverteilung dürfte bei der Zypern-Rettung fairer ausfallen als in anderen Ländern. Fragt sich, ob die Sparer dennoch in Panik verfallen. Mehr...

Kommentar: In diesem Beitrag pfeifen es die österreichischen Spatzen (heißen die da überhaupt so?) von den Dächern: Die Art und Weise der Zypern-Rettung ist ALTERNATIVLOS. Da ist es wieder, das Unwort des Jahres 2010 - zu Recht. Seit dem gibt es einen Wikipedia-Eintrag. Alle Achtung. Eine Schönschreibung, fast könnte man sagen eine Überhöhung des großzügigen EU-Plans zur Rettung Zyperns. Die Ursachen für diese Maßnahmen, eigentlich wichtig für die Beurteilung, spielen schon keine Rolle mehr. Von der Finanzkrise seit 2007/08 abgesehen, liegen die schliesslich schon einige Monate zurück, daran erinnert sich eh' keiner mehr. Kritik üben wir auch an einer anderen Stelle, den Ausführungen zu Punkt 2. Wie kann der Autor seriös schreiben, Zypern könne seine Schulden nie zurückzahlen können, wo doch die Insel über erhebliche Bodenschätze verfügt, wie erst jüngst festgestellt wurde? Das ist beispielsweise ein Punkt, der im EU-Plan überhaupt nicht berücksichtigt wurde. Warum? 


Showdown bei der Zypern-Rettung 
(spiegel.de) Die Zypern-Rettung eskaliert, wird zur Machtprobe zwischen Euro-Zone und Inselrepublik. Das Parlament des Landes hat die geplante Konten-Teilenteignung abgelehnt. Gäbe die EU dem nach, machte sie sich erpressbar. Jetzt richten sich alle Hoffnungen auf Russland. Mehr...

Kommentar: Schon wieder generiert sich der SPIEGEL als Sprachrohr der Bundesregierung und erklärt seinen LeserInnen die europäische Welt der Rettungsmaßnahmen unter deutscher Herrschaft. Schliesslich regiert "Angie I. - Kaiserin von Europa" (Unser Beitrag dazu, hier) - der ist man gerne gefällig. Vor allen Dingen, wenn es Groß gegen Klein geht. Der SPIEGEL erfüllt trefflich, was Heinrich von Kleist einst so beschreiben hat: „Journalistik ist die Kunst, das Volk glauben zu machen, was die Regierung für gut findet“. Also betreibt das Blatt ein bisschen Zypern-Bashing. Nichts steht da von "gleiches Recht für alle" oder über das Verursacherprinzip, oder davon, dass nicht Zypern die EU, sondern die EU Zypern erpresst hat. Diese angebliche Analyse würdigt wichtige Dinge überhaupt nicht, unterschlägt Fakten, deutet um, kurz, sie trickst und täuscht. Der Autor sieht die Glaubwürdigkeit der Euro-Gruppe gefährdet - Hallo, gehts noch? Die hat ihre Glaubwürdigkeit spätestens dann verloren, als ihr damaliger Chef, Jean-Claude Juncker, den Satz gesagt hat: "Wenn es ernst wird, muss man lügen." EU/EZB/IWF treten - bemerkenswerterweise unter deutscher Anleitung und Führung - europäisches und nationales Recht mit Füssen, schon seit 2009, als es mit den Schwierigkeiten in Griechenland los ging. Der frühere SPIEGEL hätte sich damals schon zu Wort gemeldet - für die Schwachen versteht sich. Der heutige SPIEGEL hält die Klappe oder rechtfertigt die Meinung der Bundesregierung. Stellenweise gibt es ein wenig verhaltene Kritik, natürlich nur bei unkritischen Themen versteht sich. Oder, wenn sie etwas schärfer ausfällt, gleich als Einzelmeinung in einen Kommentar verpackt. Wir freuen uns auf die Zeit, in der das Blatt in Erklärungsnot gerät. Wenn klar wird, was für ein Schund über die Krise in Europa und die vermeintlichen Rettungsmaßnahmen geschrieben wurde. Wenn es darum geht, den LeserInnen die Wahrheit zu erklären. Wenn rauskommt, dass alle Hilfs-, Rettungs- und Was-auch-immer-sonst-noch-für-Maßnahmen nur dem einen Zweck dienten: So lange wie möglich die Finanzindustrie, allen voran die Banken, vor dem Kollaps zu bewahren. Wir werden dann in unser Archiv einsteigen und herauskramen, was in den vergangenen Jahren von den Journalisten des SPIEGEL so alles verzapft wurde. Da wird eine Menge Mittäterschaft herauskommen. 


"Dann testen wir die Systemrelevanz"
(zeit.de) Druck machen und Schock verdauen: Wie die deutsche Politik die von ihr mitverschuldete Krise in Zypern erlebt. Mehr...

Kommentar: Deutschlands politische Elite ist beleidigt: Die Zyprer haben es gewagt, ihre Hilfe auszuschlagen, weil ihnen die Bedingungen nicht gefallen haben. Recht so. Endlich wird den deutschen Austeritätsfanatikern mal richtig eingeheizt. Natürlich machen die weiter auf dicke Hose. Recht so. Sollen die Zyprer nur bei ihrer Haltung bleiben. "Dann testen wir die Systemrelevanz" die der Unionspolitiker Norbert Barthle, Lehrer von Beruf und damit schon ausgewiesener Haushaltsexperte, großspurig tönt. Hoffentlich noch vor der Bundestagswahl. Gerne schreiben wir uns die Finger wund, um den Mist zu interpretieren, den die Euro-Retter fast täglich fabrizieren. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.