Donnerstag, 21. März 2013

Standpunkt 580 - Nachrichten-Ticker, 20.03.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: Zypernhilfe versus Enteignung versus Rechtsstaatlichkeit versus Demokratie versus Einlagensicherung


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Einleitung
Tag 4 der finalen Zypern-Krise ist vorüber. In Brüssel und Berlin wurde hauptsächlich um die Deutungshoheit rund um den EU-Rettungsplan für Zypern gekämpft, in Nikosia und Moskau um frisches Geld für die zyprischen Banken. Alle Beteiligten versuchten sich außerdem daran, den angerichteten Schaden zu begrenzen. Nicht ohne dabei neue Schäden zu verursachen. Von denen, die drumherum stehen, wurde analysiert, sinniert, interpretiert, schwadroniert, blockiert. Logisch, dass wir uns daran beteiligen.  

Was uns überrascht: Bis heute keine druckreifen Reaktionen vom Alex aus Oberbayern, aus anderen Winkeln der CDU, von den Plappermäulern der FDP, die sonst nicht stillstehen, tadelndes aus dem Konrad-Adenauer-Haus  und aus den Reihen der Opposition, in Richtung Zypern. Sollte ihnen allen das Parlament in Nikosia mit seinem konsequenten Nein die Sprache verschlagen haben? Denkbar, aber kaum haltbar. CDU/CSU/FDP arbeiten sicherlich mit Hochdruck an Plan B, dem Austritt Zyperns aus der Euro-Zone. Und die SPD überlegt verzweifelt, wie sie ihrem Kanzlerkandidaten, dem Finanz- und Euro-Krisenmitverursacher Peer Steinbrück, schnell ein paar Pluspunkte verschaffen kann, in diesen europäischen Chaostagen, made by Angela Merkel.

Fakt ist: Europa bietet in diesen Tagen der Welt ein jämmerliches Schauspiel. Eine Handvoll politischer Spekulanten in Berlin, Frankfurt und Brüssel entscheiden nicht nur über das Wohl und Weh' von 800.000 Zyprern, sondern gleich von 500 Millionen Europäern mit. So viele sind es nämlich, die davon betroffen sind, wie dieser Kleinkrieg um die Bankenrettung Zyperns ausgehen wird. Gewinnen kann ihn niemand. Längst geht es für die Beteiligten nur noch darum, das Gesicht zu wahren. EU/EZB/IWF schieben alle Schuld an der vertrackten Situation weit von sich, am liebsten bis nach Zypern und beharren weiter auf einer Enteignung der Sparer, gerne erst ab 100.000 Euro, dann aber hochprozentiger. Die Zyprer versuchen ihr Glück in Moskau, betteln um Geld gegen Hafenrechte und Bodenschätze. Weil das der EU nicht gleichgültig ist, schickte sie Barroso los, um Zyperns Verhandlungen zu torpedieren. Wir erwarten, dass EU/EZB/IWF alle Register ziehen werden, um Zypern in die Knie zu zwingen. Ohne Rücksicht auf Verluste an Vertrauen, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Freundschaft und Solidarität. Alles Dinge, die unabdingbarer Teil einer Europäischen Union seit den Anfängen in der Montanunion ab ihrer Gründung 1951 sind. Notfalls wird Zypern annektiert.

Gerne stellen wir uns vor, dass die Zyprer die Stärke aufbringen, ähnlich dem kleinen gallischen Dorf im Römischen Reich, diesen Angriffen standzuhalten. Wer nicht wahrhaben will, um was es dabei geht, weil er oder sie gerade wieder den Kopf in den Sand steckt, dem schreiben wir es unmißverständlich an dieser Stelle: Die 800.000 Zyprer kämpfen für die Interessen von 500 Millionen Europäer. Viele davon Sparer, die sich ihr kleines Vermögen hart erarbeitet haben, die auch absolut keine Schuld daran tragen, was gerade in Europa passiert. Die aber - dafür mutiert der Kapitalismus sogar für kurze Zeit zum ansonsten verhassten Sozialismus - gemeinschaftlich für milliardenschwere Euro-(Rettungs-)Pakete aufkommen sollen. Dabei bildet Zypern nur die erste Stufe. Anderswo genügen nicht 6,75, 9,9 oder gar 15%, um die Verluste zu decken. Natürlich wird der Zugriff auf die Ersparnisse scheibchenweise erfolgen. Das tut weniger weh. Glauben die Räuber. Nur die Deutschen sind es, denen man auf ein Mal alles wegnehmen kann. Die halten still, wie die Geschichte zeigt. Erst glauben sie an die schützende Obrigkeit, später an die Unabwendbarkeit der Ereignisse. Scheint genetisch bedingt.

Zyprer, bitte, lasst eure Banken pleite gehen. Für den Fall, so wird wenigstens behauptet, greift die Einlagensicherung - oder auch nicht, weil plötzlich kein Rechtsanspruch darauf besteht, wie es in Deutschland 2010 gerichtlich entschieden wurde. Es käme endlich ein Stückchen Wahrheit ans Licht. Die Wahrheit von der faktisch nicht vorhandenen Sicherung der Einlagen für die europäischen Sparer. Heraus käme auch, dass die "Merkel-Garantie" nicht das Mikrofon wert ist, in das sie gesprochen wurde. Kein Cent gibt es. Die Regierungen erklären den Notstand, gerne auch die Gefahr terroristischer Angriffe, schließen die Banken, lassen Polizei und Militär aufmaschieren und beenden erst einmal die Demokratie.

Die "Merkel-Garantie", nicht nur bedeutsam für unsere deutschen Leserinnen, geht zurück auf Anfang Oktober 2008 und hatte folgenden Wortlaut: "Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein." Der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück äußerte sich ebenfalls zur Garantie der Spareinlagen: "Ich möchte gerne unterstreichen, dass wir in der Tat in der gemeinsamen Verantwortung, die wir in der Bundesregierung fühlen, dafür Sorge tragen wollen, dass die Sparerinnen und Sparer in Deutschland nicht befürchten müssen, einen Euro ihrer Einlagen zu verlieren."  Beide Textpassagen stammen aus einem Artikel des SPIEGEL vom 06.10.2008:  "Die Spareinlagen sind sicher" (hier). Wie von der Regierung erwartet, liessen sich die Sparer beruhigen. Das funktionierte so noch einmal 2010, als Antwort auf das Gerichtsurteil, und offenbar auch in diesen Tagen, an denen diese Garantie noch einmal erneuert wurde (hier). WARNUNG: Diese Garantie ist nichts wert! Alleine in Deutschland geht es mindestens um 1.300 Milliarden Euro Einlagen, die sicher sein sollen (Quelle: "Staat gibt Sparern größte Garantie der Geschichte", DIE WELT, 06.10.2008, hier). Das gesamte deutsche Steueraufkommen für 2013 wird auf 620 Milliarden Euro geschätzt (hier). Sorry, nur unverbesserliche Spinner können unter diesen Umständen noch an die "Merkel-Garantie" glauben. 

So wertlos wie diese Einlagensicherung ist auch die Zusicherung, die Enteignung in Zypern sei eine einmalige Sache, kein weiteres Land sei davon betroffen (Quelle: "Asmussen. Lage in Zypern ist einmalig", FinanzNachrichten.de, 18.03.2013, hier). WARNUNG: Die Ersparnisse sind innerhalb Europas nicht mehr sicher, nirgends, auch nicht in der Schweiz, in Liechtenstein, Luxemburg, Norwegen oder auf den Kanalinseln und in Andorra oder Gibraltar. Es ist vorbei. Niemand darf sich mehr den Bären aufbinden lassen, in diesen Ländern sei das Geld sicher. Selbst eine Briefkastenfirma schützt nicht mehr vor dem Zugriff der heimischen Regierung/Finanzbehörde. Das ist Fakt.

Es besteht außerhalb der deutschen Leitmedien ein breiter Konsens darüber, dass Zypern die Blaupause für die großflächige Enteignung in Europa ist. Wir erwarten jedoch nicht wie andere, dass schon an Ostern in diese Richtung etwas geplant ist. Zu frisch sind die Ereignisse in Zypern und die Versprechen, dass es sich um einen einmaligen Vorgang handelt. Erst muss wieder Gras über die Sache wachsen. Eine schnelle Einigung mit Zypern käme dem natürlich entgegen. Deshalb Zyprer, haltet noch ein bisschen durch. Je länger, umso besser. 

Wie es aber weitergehen wird, beschreiben bereits die Amerikaner: "Next: Capital Controls" titelt zerohedge.com. Weiter heißt es: "As is painfully clear to even the most naive observer, the biggest threat for Europe from this point on, now that Cyprus is officially "unfixed" is what happens when... if the Cyprus banks reopen - will the deluge of bank withdrawals drain 10% of the savings as the country's central banker warned earlier today, 20%, 50% or all of it? It is certain that any and all foreign "oligarch" accounts will be promptly pulled never to be heard of again, and after being treated like third grade European citizens, we doubt the locals will care much for having their cash in a banking system that Europe has shown is equal to all the other "united" banking systems, which however also happen to be just that much more equal. And once foreign TV crews show lines of people scrambling to pull money in Cyprus to the local viewers in Greece, Italy and Spain, will those countries also get comparable ideas? That is precisely the Pandora's box that Europe has now opened, and which it is scrambling to close. How? With the dreaded "contingency plans", among which are such last ditch efforts as capital controls, including "imposing limits on daily withdrawals from bank accounts; capping the amount of money that can be electronically taken out of the country and making these transactions slower to clear; and introducing border checks to cap the amount of cash leaving in the country," most recently utilized in the banana-est of republics such as Argentina." Read here. Dieser Schritt ist nur logisch, um den Zugriff besser abzusichern. Natürlich gibt es dann auch wieder Grenzkontrollen innerhalb Europas. Es ist eine Selbsttäuschung, Gold als "Krisenwährung" überzugewichten, was von vielen Experten gerade wieder empfohlen wird. Die Regierungen werden früher oder später konsequent alle Löcher verschliessen, bevor sie endgültig enteignen. Goldbesitz gehört definitiv dazu. Die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, usw., werden sich nicht dagegen stellen, wenn EU-weit ein solcher Beschluss gefasst wird, das ist sicher. Wenn die Regierungen in Europa damit fertig sind, scheidet Gold als Zahlungsmittel in jeder Form aus. Und das nicht nur für ein paar Wochen oder Monate. Die USA haben das Goldverbot 40 Jahre durchgehalten. 

Es ist geradezu närrisch, Bargeld unter der Matratze, im Garten oder einem Schließfach "zu verwahren". Stichwort "Bargeldverbot". Völlig klar, dass die Bezahlung mit Bargeld so weit wie möglich eingeschränkt, vielleicht sogar ganz abgeschafft wird. Es gelten bereits in vielen Ländern Europas Restriktionen, auf die wir an dieser Stelle nicht im Einzelnen eingehen werden. Dazu nehmen wir ausführlich in unserem neuen Update zu den staatlichen Werkzeugen der Enteignung Stellung. Jeder sollte wissen, wie stark bereits in Deutschland der Umgang mit Bargeld eingeschränkt ist. Wer noch keine Erfahrungen hat, der sollte versuchen, ohne Ausweis 1.000 Euro auf sein eigenes Konto einzuzahlen. Die Bundesregierung kann jederzeit den Zugang zu den Schließfächern sperren. Pläne dafür gibt es bereits. "Eigentum verpflichtet" heißt es im Grundgesetz (hier). Leider wird besonders in Deutschland gerne verdrängt, dass die Regierung ihre eigene, sehr weit gehende Auslegung dieser Verpflichtung hat. Der Schutz des Eigentums gehört nicht dazu. Verfassungsrang hat er nur in den USA. 

Wir haben wieder rund um die Zypern-Krise eine Auswahl von Beiträgen zusammengetragen, die alle bisherigen ergänzen und unseren LeserInnen einiges an Gedanken-Futter bieten. Wie immer von uns kurz kommentiert.


Zypern: Europa bricht ein Tabu
(format.at) Wichtige Beschlüsse für die Menschen in Europa werden in Brüssel gerne in den frühen Morgenstunden von ermatteten Verhandlungsführern mitgeteilt. So war es auch beim Rettungspaket für das pleitebedrohte Zypern... Zehn Stunden dauerte der Poker um das Programm für Zypern mit einem Umfang von etwa zehn Milliarden Euro. Die eigentliche Bombe des Pakets präsentierte der angespannt wirkende Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem dann am Samstag nur auf Nachfrage: die Beteiligung zypriotischer Bankkunden an der lange verhandelten Rettungsaktion. Mehr...

Kommentar: ...und ein weiteres Versprechen. Neben den üblichen Details, die es anderswo auch gibt, hat der Autor etwas genauer hingesehen: "Und dann war da noch der deutsche Bundestagswahlkampf, der in offiziellen Stellungnahmen natürlich sorgsam ausgeklammert wurde. Die Forderung der SPD, dass die zypriotischen Anleger selbst die Kosten übernehmen sollen, spielte eine nicht zu unterschätzende Rolle. Finanzminister Wolfgang Schäuble gehörte laut Diplomaten zumindest zu denjenigen, die bei der Zypern-Rettung einen richtig harten Kurs fuhren." Erwähnenswert auch sein Schluss: "Die Folgen des Tabubruchs bei Zypern sind bisher kaum zu ermessen. Die Verantwortlichen versichern zwar, die von einer Bankenkrise erschütterte Insel sei ein Sonderfall, die Rettung sei keine Vorlage für andere Länder. Doch wenn der smarte Niederländer Dijsselbloem konkret gefragt wird, ob sich die Krisenländer Italien und Spanien auf das Modell Zypern einstellen müssen, wenn sie von den Euro-Partnern Geld haben wollen, lautet die lapidare Antwort: "Das wurde nicht debattiert. Darüber möchte ich nicht spekulieren." Wirklich noch Zweifel?


Cyprus’s president says his country had no option but to accept the EU-IMF bailout deal
(washingtonpost.com) Cyprus’ president said Saturday that the decision to force bank depositors to share the burden of a €10 billion ($13 billion) bailout package from its European partners and the International Monetary Fund was done to save his country from financial ruin. Despite that assurance, nervous depositors rushed to ATM machines in Cyprus on Saturday to drain their accounts. President Nicos Anastasiades said Cyprus had little option but to accept the bailout deal, which imposes a levy on the country’s bank deposits — an unprecedented step in the eurozone crisis. Without it, he said, Cyprus’ banking system would have collapsed on Tuesday. Anastasiades said that’s when the European Central Bank would have stopped providing emergency funding to Cyprus’ troubled banks. Such a collapse would have driven the country to bankruptcy and possibly out of the eurozone, he said. The president said the deposit levy rescues banks, keeps the country’s debt load manageable, and avoids the risk of deeper pay cuts and tax hikes. “We’re not aiming to gloss over the situation,” he said in his first public statement after the EU-IMF meeting in Brussels agreed on the bailout early Saturday. “The solution taken may be painful, but it was the only one” worth taking. Read...

Kommentar: Eine lupenreine Erpressung. Anastasiades konnte nur nachgeben und darauf vertrauen, dass ihm das Parlament die Verantwortung abnimmt. Das hat vorläufig funktioniert.


Raimund Brichta: Ein nächtlicher Raubzug
(n-tv.de) Nach dem Schuldenschnitt in Griechenland folgt in Zypern der nächste Staats-Streich: Um das Land vor der Pleite zu bewahren, soll das Land einen Teil der privaten Bankguthaben im Land einkassieren. Für Telebörse-Moderator Raimund Brichta kommt die Nacht-und-Nebel-Aktion wenig überraschend. Mehr...

Kommentar:  Brichta legt im Beitrag nach: "Auch wenn es also nichts anderes als ein Geldraub ist, wird es doch nicht so genannt, sondern man nennt es verschämt "Solidaritätsgebühr". Eine solche Gebühr wird ein Staat doch wohl noch erheben dürfen - und sei es über Nacht! Klar darf er, ein Staat darf im Prinzip alles, sofern er es in die Form von Gesetzen oder Verordnungen gießt. Trotzdem dürfte dieser Raub immer mehr Bürgern die Augen dafür öffnen, auf welchem Weg sich die EU und die Eurozone inzwischen befinden." Das ist klar und deutlich formuliert, für jeden sofort verständlich. Dem können wir nichts hinzuzufügen.


Cyprus, Why Now? Follow The Money
(zeroheddge.com) While the Cypriot Parliament may be dragging its feet on a proposed rescue plan for Cyprus' banks, the country ultimately faces a choice between Brussels' bitter pill... and bankruptcy. Cyprus' newly-elected President, Nicos Anastasiades, has quite accurately summed up the situation: "A disorderly bankruptcy would have forced us to leave the euro and forced a devaluation."Yes, Brussels and the IMF have finally decided to come to the aid of the tiny island, which accounts for just 0.2% of European output -- to the tune of roughly $13 Billion. But, this bailout is different. Indeed, the term "bail-in" has emerged, a reference to the fact that EU-IMF aid is conditional upon Cyprus imposing a hefty tax on its depositors. Not surprisingly, the Cypriots, among others, are less than pleased about this so-called "haircut". Still, the question lingers: Why now? The sorry state of Cyprus' banking system is certainly no secret. What's more, the IMF has supported a "bail-in" solution for some time. So, why has the EU only recently decided to pull the trigger on a Cyprus rescue plan? One reason can be found by taking a look at the composition of Cyprus' bank deposits... "A disorderly bankruptcy would have forced us to leave the euro and forced a devaluation..." Read...  

Kommentar: Ein kleiner Beitrag zu einem brisanten Thema. Der folgende Chart daraus rückt die Verhältnisse ins rechte Licht:  



Die wichtigsten  Argumente der deutschsprachigen Leitmedien brechen gerade in sich zusammen.


Die Büchse der Pandora wurde geöffnet 
(fuw.ch) Die Idee, auch Depositäre und damit Kleinsparer zur Kasse zu bitten, stellt eine gefährliche neue Eskalationsstufe dar – unabhängig davon, wie die Lösung in Zypern am Ende aussieht. Mehr...

Kommentar: Wir können diesen Beitrag nur dringend empfehlen. Er ist überschaubar, aber randvoll mit klugen Informationen und ebensolchen Links. Nutzen.


Genug der Hasardspiele
(sueddeutsche.de) Den apokalyptischen Szenarien zum Trotz: Dass Zypern bankrottiert, ist ziemlich unwahrscheinlich. Es wird eine irgendwie überbrückende Lösung geben. Die EU funktioniert nicht schlecht mit ebenjenen - und auch das zyprische Mir-san-Mir-Parlament will die Pleite vermeiden. Dennoch: Drei Lehren müssen aus der aktuellen Krise gezogen werden. Mehr...  

Kommentar: Ein Beitrag, der auf den ersten Blick viel für sich hat. Aber nur dann. Bei näherem Hinsehen fällt aber auf: Es werden auch nur die üblichen deutschen "Fakten" verwurstelt. Es ist doch längst unstreitig, dass die Ursache der zyprischen Krise in der griechischen Bankenrettung liegt. Zyperns Banken wurden Opfer von Schuldenschnitt und verweigerten Sicherheitsleistungen, für die ordnungsgemäß gezahlt worden war. Sicherheiten weg, Geld weg. Das Ergebnis unregulierter Finanzmärkte in Europa. Die fehlende Finanzregulierung ist nur ein weiteres gebrochenes Versprechen. Ginge es tatsächlich nach dem Verursacherprinzip, wie immer wieder von Politik und Medien gefordert wird, dann wären EU/EZB/IWF an der Reihe, nicht ein einziger Bankkunde. Der Autor des Beitrages fordert "Lehren aus der Zypern-Krise". Da wäre sehr viel früher anzusetzen: Bei der Finanzkrise beispielsweise, oder bei der europäischen Bankenkrise. Seit 2008 ein im europäischen Raum stehendes Versprechen. Fünf Jahre sind vergangen, ohne einen einzigen ernsthaften Versuch. Davon lesen wir nichts in diesem Artikel. Statt dessen stellt er Zypern an den Pranger, autorisiert damit die Verhandlungsmethoden der EU, gegen die sich das Land von zu Hause aus zur Wehr setzt. Wer will das ernsthaft verurteilen?


Zypern wird nachgeben müssen
(n-tv.de) Zypern braucht dringend einen Plan B, um den finanziellen Gau abzuwenden. Alle Hoffnungen ruhen auf Russland. Die Zeit drängt, aber ein Kredit ist nicht in Sicht. Andere Alternativen? Fehlanzeige. Spielraum für Nachverhandlungen mit den Geldgebern der Troika sehen Ökonomen nicht. Eher werde das Land fallen gelassen. Mehr...  

Kommentar: Klar, weil der (finanzielle) Druck unerträglich wird. Schon in Griechenland hat man den Volksentscheid sehr undemokratisch zu verhindern gewusst.


Zypern, ein strategischer Hotspot
(derstandard.at) Das Schicksal des EU-Mitglieds auf Vermögensabgabe zu reduzieren greift zu kurz. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Wer diesen Beitrag liest, der kann nicht mehr 100%ig davon überzeugt sein, dass die Zyprer kein Widerstandspotential mehr haben. Vielmehr könnte man zu der Annahme neigen, es wird irgendwie zu einem Kompromiss kommen. Wenn die EU strategisch denkt, dann sollte auf russische Finanzhilfe verzichtet werden. Es geht schliesslich um mehr: "Der Traum vom schnellen Geld" titelt der österreichische STANDARD. Was gemeint ist: "Gasfund am Meeresgrund soll Zypern entschulden helfen". Die EU kann nicht wirklich wollen, dass "europäisches" Gas in russische Hände fällt. Der nächste eiskalte Winter kommt bestimmt. Und die russische Drohung, die Gaszufuhr abzustellen. Da könnten sich die zyprischen Vorkommen nützlich machen. 

 
Was passiert, wenn die Rettung scheitert?
(stern.de)  Die Bankenkrise in Zypern droht die gesamte Eurozone in Probleme zu stürzen. Wie kann das sein? Und müssen Sparer in anderen Euro-Ländern um ihr Geld bangen? Die wichtigsten Fragen und Antworten. Mehr...
Kommentar: Eine nicht sehr tief gehende Zusammenfassung für den eiligen Leser.
  

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.