Samstag, 23. März 2013

Standpunkt 582 - Nachrichten-Ticker, 22.03.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: Zypernhilfe versus Enteignung versus Rechtsstaatlichkeit versus Demokratie versus Einlagensicherung


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Den heutigen Nachrichten-Ticker haben wir wieder auf die sonst übliche Länge reduziert. Wir fühlen uns entkräftet, die vielen schlechten Nachrichten der vergangenen Woche haben uns übel mitgenommen. Die Anzahl der Beiträge ist überschaubar, bei unseren Kommentaren fassen wir uns kurz. In den vergangenen Tagen haben wir mächtige Ticker aufgeboten. Bis oben hin voll mit hervorragenden Beiträgen und unseren ausführlichen Bewertungen. Da ist viel Zündstoff drin, der erst einmal verdaut werden muss. Finden wir. Voilà, Tag 6 der finalen Zypern-Krise, wie wir ihn sehen: 


Einleitung
Die Demokratie in Europa geht zu Ende. Einzug hält ein totalitäres System, angeführt von der Eisernen Kanzlerin, Angela Merkel, gleichzeitig "Angie I. - Kaiserin von Europa" (hier), ihrem Kettenhund (Bandog) Wolfgang Schäuble und einer Handvoll Hofschranzen und Vasallen. Der Duden erklärt "totalitär" in der Politik so:  "mit diktatorischen Methoden jegliche Demokratie unterdrückend, das gesamte politische, gesellschaftliche, kulturelle Leben [nach dem Führerprinzip] sich total unterwerfend, es mit Gewalt reglementierend" (hier). Uns erscheint diese Beschreibung zutreffend, bestenfalls könnte man über die Formulierung "es mit Gewalt reglementiernd" diskutieren. Wir meinen damit nicht die militärische Gewalt - noch nicht. Merkel macht es sehr viel unauffälliger. Aber mindestens ebenso wirkungsvoll. Übrigens, um noch ein Missverständnis aufzuklären: Wir haben den Begriff "Eiserne Kanzlerin" bisher keineswegs von Bismarck, sondern von der "Eisernen Lady" Maggie Thatcher, der eisenharten britischen Premierministerin, abgleitet! Obwohl wir auch der Meinung sind, dass Angela Merkel gegen Zypern einen Krieg führt. Was wir meinen, hat der US-Präsident John Adams (1735 - 1826) einmal so formuliert: "Es gibt zwei Wege, ein Land zu erobern und zu unterwerfen: durch das Schwert oder durch Schulden." Oder, viel später, John Maynard Keynes (1883 - 1946): "Es gibt keine subtilere und auch keine sicherere Methode, einer Gesellschaft ihre Grundlagen zu entziehen, als die Zerstörung ihrer Währung. ... und kaum einer unter einer Million versteht das wirklich." Was sonst geschieht gerade in Zypern? 

Der österreichische FORMAT meldet "EZB übernimmt die Kontrolle über die Sparkonten in Zypern" und schreibt dazu: "Zyperns Bürger sollten nach dem Willen der EZB für eine längere Zeit nur einen begrenzten Betrag an Bargeld an Bankomaten abheben können, berichtete das "Handelsblatt" an Freitag unter Berufung auf Notenbankkreise. Zusätzlich sei im Gespräch, die Spareinlagen vollständig einzufrieren und Überweisungen nur mit einer vorherigen Genehmigung der nationalen Zentralbank zu erlauben. (...) Die EZB wolle den Kapitalverkehr auch dann reglementieren, wenn Zyperns Regierung ein Rettungspaket mit der Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF) bis Anfang nächster Woche ausgehandelt habe , schrieb das "Handelsblatt". "Die Gefahr ist zu groß, dass es zu einem Ansturm auf die Banken kommt, wenn diese nach mehr als einer Woche wieder öffnen", sagte ein Notenbanker der Zeitung. Die EZB werde dafür sorgen, dass die Kapitalverkehrskontrollen "sozialverträglich" ausgestaltet würden. Jeder Bürger werde das zum Leben notwendige Geld erhalten, hieß es. Dazu gehörten auch die Auszahlung von Pensionen und anderen Sozialleistungen." Mehr hier. Was für Gutmenschen sitzen da bei der EZB in Frankfurt. Eine "sozialverträgliche" Kontosperre. Als Beobachter der Entwicklung rund um Zypern lernen wir außer "alternativlos" einen neuen Begriff im Krisenmanagement. Im übrigen sind wir gespannt, wie das gehen soll, mit der Sozialverträglichkeit. Wahrscheinlich wird auch schon die gerade in Deutschland überschwänglich gefeierte Agenda 2010 ins Griechische übersetzt und zügig in Zypern eingeführt. Als Muster für ganz Europa. 

Die F.A.Z. schiebt dieses Teufelswerk natürlich den Zyprioten in die Schuhe. Abgeschwächt heißt es dort "Kapitalverkehr in Zypern schon unter staatlicher Kontrolle": "Zypern bereitet sich auf umfangreiche Kapitalverkehrskontrollen vor und hat diese zum Teil auch schon in Kraft gesetzt. Solche Kontrollen könnten aber mit europäischem Recht kollidieren." Mehr hier. Bemerkenswert, dass der Artikel behauptet, die zyprischen Banken würden am Dienstag wieder öffnen, während "Schäuble zweifelt, ob Banken in Zypern jemals wieder öffnen können", wie deutsche-wirtschafts-nachrichten.de meldet (hier). Was auch nur wieder ein Beispiel dafür ist, wer in Europa gerade die Hosen anhat. Endlich darf Deutschland mal so richtig auftrumpfen. Ein halbes Jahrhundert wurde es von Frankreich und Großbritannien politisch in Schach gehalten. Aus gutem Grund, wie man heute sieht. Die Einführung des Euro hat Deutschland die einmalige Gelegenheit verschafft, diese Länder und auch alle anderen (sorry, liebe Österreicher, aber so weit habt ihr es nicht "getrieben") hinter sich zu lassen. Zuerst wirtschaftlich, mittlerweile auch politisch. Frankreich hielt sich dummerweise weitgehend an die vereinbarten Regeln, Großbritannien ließ sich leider mit den falschen Freunden in der Londoner City ein. Das Land steckt deshalb schon seit Jahren in der Krise, Frankreich erst jetzt, ausgelöst durch die Rezession in den südeuropäischen Krisenstaaten. So kann Deutschland heute die Muskeln spielen lassen. Wir vergleichen das Land aber mit einem Bodybuilder, der seine Muskeln mit den bekannten Aufbau-Mittelchen in weltmeisterliche Form gebracht hat. Wirkt dieses Doping nicht mehr, dann bauen Körper (= Wirtschaft) und Geist (= Politik) sehr schnell wieder ab. Für Deutschlands Bürger wird dieser Entzug ein sehr schmerzhafter Prozess.


Jetzt noch Lesestoff. Beiträge, die wir für lesenswert halten. Ergänzt um unsere Kommentare. 


Die Zuspitzung der Krise ist bewusst gemacht
(tautenhahn.blog.de) Gerade hat die EZB ein Ultimatum an die zyprische Regierung formuliert. Bis kommenden Montag muss eine Lösung her, sonst droht die Schließung des Geldhahns. Prompt reagieren die Märkte mit einer Talfahrt. Als das zyprische Parlament den mit Überraschungen versehenen Rettungsplan der Eurogruppe am Dienstagabend klar und deutlich ablehnte, blieb es an den Börsen hingegen ruhig. Wie die Eurokrise funktioniert, wird besonders in dieser Woche sehr anschaulich vermittelt.
Richtig war das Nein des zyprischen Parlaments. Damit bestand nämlich zum ersten Mal die Chance, das absurde Vorgehen und das schlechte Blatt der "Euroretter" auch für die Doofen an den deutschen Stammtischen sichtbar werden zu lassen. Leider wurde der kurze Moment des erhellenden Lichts durch das Gebrüll von bornierten Kommentatoren mit Reichweite schrill überdeckt. Dabei ist klar, kein Land der Eurozone kann pleitegehen. Die Konkursgefahr wird nur ständig herbeigeredet, um politisch Druck ausüben zu können. Mehr...


Kommentar: Der Autor analysiert in seinem Beitrag ein Szenario, das Europas Krisenmanager mit viel medialem Aufwand in den deutschsprachigen Leitmedien vor der Öffentlichkeit verstecken. Deshalb bieten wir unseren LeserInnen solche Alternativen.


Zypern mit Hilfe der EZB kurz vor dem Kommunismus
(wiesaussieht.de) In der Debatte über die Zukunft Zyperns geht es zu, wie unter Hempels berühmten Sofa. Bekanntlich geht der Druck auf eine Lösung zur Zeit von der EZB aus. Sie hat unter Hinweis auf ihre Regeln angekündigt, Zypern ab kommender Woche in den geldlosen Zustand zu versetzen. Damit würde offiziell, was jetzt schon zu bemerken ist: Die Transformation Zyperns in eine Volkswirtschaft ohne funktionierenden Zahlungsverkehr. Das wäre nun eine echte Innovation: Eine Zentralbank sieht ihre Aufgabe darin, das Geld als Zahlungsmittel de facto abzuschaffen. Mehr...

Kommentar: Noch ein Beitrag, der die Zypern-Krise hinterfragt. So in den Leitmedien natürlich nicht zu finden. 


Troika lehnt Zyperns eigenen Rettungsplan offenbar ab
(manager-magazin.de) Behalten Griechenlands Medien recht, erleben die Zyprer den nächsten Rückschlag: Erst hatte Russland Hilfe verweigert, jetzt soll die Troika den geplanten zypriotischen Solidaritätsfonds abgelehnt haben. "Zypern muss gerettet werden", appelliert Zyperns Regierung an seine Geldgeber. Mehr...

Kommentar: Souveränität ade. Die Troika übernimmt gerade die zyprische Regierung. 


"Sicherheits-Puffer: Troika fordert noch mehr Eigen-Beitrag von Zypern
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) 900 Millionen Euro mehr verlangt die Troika. Dieser soll als eine Art Sicherheits-Puffer von Zypern zusätzlich bereitgestellt werden. Damit erhöht sich die Summe die das Land selbst zum Bailout beitragen muss auf 6,7 Milliarden Euro. Mehr...

Kommentar: Parallel zur Ablehnung des eigenen Rettungsplans erhält Zypern auch gleich noch einen Troika-Nach-"Schlag". Die absolute Wilkür.   


Zypern provoziert Europa mit faulen Tricks
(welt.de) Entsetzen in Europa: Was Zypern als "Plan B" verkauft, würde weder die Staatsverschuldung drücken, noch wichtige Wirtschaftsreformen anstoßen. Deutsche Politiker nennen das schlicht eine "Frechheit". Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Faule Tricks? Irrtum, Zypern versucht es nur mit Waffengleichheit. Leider nicht sehr erfolgreich, EU/EZB/IWF legen immer noch nach. "Eine Verstaatlichung der zyprischen Pensionskassen werde Europa nicht dulden. (...)  Der Plan sei eine "Frechheit", sagte ein Unionspolitiker." So steht es in dem Beitrag. Und es ist nur eine weitere Scheinheiligkeit, die im Zusammenhang mit der Zypern-Hilfe (von Rettung reden wir gar nicht) geboten wird! Kein Wort des Widerspruchs oder der Ablehnung gab es aus Berlin, Frankfurt, Brüssel und Washington,  als sich die irische, ungarische, portugiesische, spanische, britische und belgische Regierung mehr oder weniger üppig an den Renten ihrer Bürger vergriffen haben. Schlecht informierte oder meinungsbildende Jornalisten wie Alexander Hagelüken von der SZ werfen mit Kommentaren um sich, in denen sie keinen Zweifel über die Unredlichkeit Zyperns aufkommen lassen. Hagelüken nennt es "Ein unseriöses Angebot": "Erst haben sich die verschiedenen Regierungen Zyperns verantwortungslos verhalten, nun wartet die Insel mit einem unseriösen Plan auf: einem Fonds, der mit dem Kapital von Rentenkasse oder Kirche gefüllt ist. Europas Regierungen müssen diese Mogelpackung ablehnen." Mehr hier. Was er in seinem Beitrag schreibt, ist in weiten Teilen unseriös.


Deutschland riskiert den Zusammenbruch von Zypern
(format.at) In Zypern steht es Spitz auf Knopf. Ein Euro-Austritt wird von Minute zu Minute wahrscheinlicher. Im Hintergrund sorgt Deutschlands harte Hand für immer mehr Unbehagen. Mehr...

Kommentar: Ein wohltuend kritischer Beitrag aus einem der österreichischen Leitmedien. Vergleichbar mit der berühmten Nadel im Heuhaufen. Alleine deshalb schon lesenswert. 


Zyperns Euro-Beitritt: Denn sie wussten, was sie tun
(fuw.ch) Über das aktuelle Versagen der Europäischen Kommission, der Eurogruppe und der EZB ist alles gesagt, was gesagt werden muss. Aber was die jüngste Vergangenheit anbelangt, so besteht noch viel Klärungsbedarf. Zypern beantragte am 13. Februar 2007 den Beitritt zur Eurozone. Der zypriotische Finanzsektor war damals so aufgebläht wie heute, diente als Drehscheibe für russisches Geld und war miserabel reguliert. Die grosse Empörung in den europäischen Hauptstädten ist völlig unglaubwürdig. Die entscheidende Frage ist vielmehr: Warum hat man nicht bei den Beitrittsverhandlungen vor sechs Jahren auf eine Sanierung des Bankensystems gepocht? Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag ist absolute Pflichtlektüre. Unsere Schweizer Nachbarn tragen einiges Erhellende zum Umgang mit Zypern bei. Weit jenseits des Horizonts der hiesigen Spitzenmedien. 


Quelle; zerohedge.com


JPMorgan On The Inevitability Of Europe-Wide Capital Controls
(zerohedge.com) With the Cypriot government still 'undecided' about what to 'take' and the European leaders very much 'decided' about what to 'give', the fact of the matter is, as JPMorgan explains in this excellent summary of the state of affairs in Europe, that because ELA funding facility is limited by the availability of collateral (and the haircuts applied to those by the central bank), and cutting the Cypriot banking system completely from ELA access is equivalent to cutting it from the Eurosystem making an exit from the euro a matter of time. This makes it inevitable that capital controls and a capital freeze will be imposed, in their view, but it is not only bank deposits that are at risk. A broader retrenchment in funding markets is possible given the confusion and inconsistency last weekend's decision created for investors relative to previous policy decisions. Add to this the move by Spain, which announced this week a tax or bank levy (probably 0.2%) to be imposed on bank deposits, without details on which deposits will be affected or timing, and the chance of sparking much broader deposit outflows across the union are rising quickly. Read...

Kommentar: Das ist Fakt. Seit Monaten warnen wir schon davor. Nur Narren glauben noch daran, dass dieser Kelch an Deutschland vorübergeht. Die Frage ist nur noch, WANN.  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.