Dienstag, 26. März 2013

Standpunkt 584 - Nachrichten-Ticker, 24.03.

Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthema: Zypernhilfe versus Enteignung versus Rechtsstaatlichkeit versus Demokratie - Österreich - Deutschland - Enteignungen in Spanien - US-Staatsschulden 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


In eigener Sache: Leider hatten wir in den vergangenen Stunden einige technische Probleme. Aus diesem Grund erscheint unser Ticker sehr viel später. Die Auswirkungen können noch 1 - 2 Tage anhalten. Dafür bitten wir um Verständnis. 


Einleitung
Die in der vergangenen Nacht in Brüssel beschlossene vermeintliche Zypern-Rettung schlägt alles in ihren Bann. Diesem brandaktuellen Ereignis tragen wir in unserer heutigen Einleitung Rechnung, bevor wir uns, wie üblich, mit den Beiträgen des gestrigen Tages beschäftigen. 

Eröffnet wird unser Nachrichten-Reigen mit einer Meldung aus den USA, die sich mit den jüngsten öffentlichen Äußerungen des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble zur Krise in Europa im allgemeinen und zur Rettung Zyperns im besonderen beschäftigt: "The Annotated Schaeuble Cyprus Post-Mortem" meldet zerohedge.com und untersucht Dichtung und Wahrheit seiner medialen Ergüsse: "Confused by the litany of threats, palliatives, urgings, promises and outright lies just uttered by the German's finmin wheelchair maestro? Fear not for we are here to explain it all: (...)". Read more. Das Ergebnis ist niederschmetternd und muß endgültig den letzten Rest von Glauben daran zerstören, dass in der europäischen Krise noch irgend etwas mit rechten Dingen zugeht. 

Man könnte meinen, ein Seufzer der Erleichterung geht durch Europa: "Zypern ist gerettet!" titelt freudestrahlend heute morgen Österreichs FORMAT und glaubt an ein Wunder: "Die Staatspleite Zyperns ist in letzter Minute abgewendet worden. Die Regierung des überschuldeten Euro-Landes einigte sich nach einer teilweise dramatischen Nachtsitzung mit ihren Geldgebern auf einen neuen Rettungsplan. Gläubiger und Kunden der beiden größten Banken in Zypern, der Bank of Cyprus und der Laiki Bank, werden dabei Geld verlieren – wie viel genau, steht noch nicht fest." Mehr hier. Über die Umstände, die zur Einigung geführt haben, berichtet der Beitrag nicht. Andere gehen da mit ihren Interpretationen schon etwas weiter. Die F.A.Z. meldet "Kleinanleger bleiben verschont, hohe Verluste für Großkunden" und fasst die Ereignisse so zusammen: "Ein neuer Rettungsplan für Zypern steht. Die Laiki-Bank wird aufgelöst, Spareinlagen bis 100.000 Euro nicht angetastet, Kunden der Bank of Cyprus mit höheren Einlagen sollen 30 Prozent abgeben." Mehr hier. Der Beitrag beschreibt die neue Planung zur Rettung Zyperns und nennt auch die Ziele bis 2020. Vor dem Hintergrund einer Depression, die Zypern zwangsläufig erwartet, sind die Ziele utopisch. Bereits heute steht fest, dass die Staatsschulden bis 2020 nicht bis auf 100% gedrückt werden können. Der Staat wird in absehbarer Zeit neue Hilfen benötigen. Die gibt es nicht geschenkt, erhöhen also weiter die Staatsschulden. Die Öffentlichkeit in Europa wird weiter nur belogen und betrogen! Das ist Fakt. Der Bundesfinanzminister ist damit zufrieden: "Bestmöglicher Weg aus der Krise" zitiert ihn die SZ und schreibt zusammenfassend: "Da wird eine Bank gleich ganz zerschlagen, die andere gestutzt und erstmals verlieren in der EU Sparer Geld - doch zumindest außerhalb Zyperns überwiegt Zufriedenheit. Der deutsche Finanzminister Schäuble jedenfalls lobt den gefundenen Kompromiss. Eine Sorge bleibt: Was passiert, wenn nun die Banken wieder öffnen?" Mehr hier. Natürlich weiss Schäuble auch darauf eine Antwort: "Schäuble will Banken auf Zypern nur vorsichtig öffnen" ist die Neuigkeit, gemeldet von der Frankfurter Rundschau: "Nach der Einigung auf das Zypern-Rettungspaket fürchtet Europa einen Run auf die Banken der Insel, wenn diese wieder öffnen. Finanzminister Schäuble mahnt zur Vorsicht. Das Rettungspaket für Zypern findet Schäuble trotz Zwangsabgabe für Sparer fair. (...)  Im Laufe des Tages müsse entschieden werden, wann und wie die zyprischen Banken öffnen können. Daraus dürften keine „zusätzlichen Probleme“ entstehen, sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit Blick auf die Sorgen vor einem Ansturm zyprische Sparer auf die Banken, die seit über einer Woche geschlossen sind." Mehr hier. Auffällig ist, dass die Zyprer mit der Sache offensichtlich überhaupt nichts mehr zu tun haben:  "Das Parlament in Nikosia müsse dem Kompromiss nicht erneut zustimmen", heißt es in dem Artikel der FR nämlich außerdem. Zweifel sind nicht angebracht: Europa ist totalitär, demokratische Grundregeln werden abgeschafft. 

Zu dem angeblichen Rettungspaket für Zypern, dessen Einzelheiten beispielsweise die SZ hier beschreibt: "So sieht das Rettungspaket aus", fehlt die Zustimmung der Parlamente verschiedener Staaten, trotzdem beginnt die EU bereits heute damit, in Zypern den neuen Plan umzusetzen. Österreichs Finanzministerin meldet sogleich über das heimatliche Wirtschaftsblatt: Zypern-Bank "wird noch heute abgewickelt". Die Zeitung schreibt dazu: "Laut Finanzministerin Maria Fekter hat die Laiki-Bank "keine Liquidität mehr". Sie werde daher schon heute geschlossen. "Gute Assets" kommen in die Bank of Cyprus." Mehr hier. Europa schafft Fakten ohne Mandat. Was dadurch passiert, beschreiben Deutsche-wirtschafts-nachrichten.de so: "Zypern-Deal: EU übernimmt Kontrolle über Bank-Guthaben in Europa". Einigermaßen drastisch heißt es dort: "Der Deal Zyperns mit der EU bedeutet die Übernahme der Kontrolle aller europäischen Bank-Guthaben durch die EU. Wer sein Geld auf die Bank getragen hat, hat ab sofort keine Sicherheit mehr, dass er es jemals wiedersieht. Ab sofort sind alle Banken in der Euro-Zone offizielle Hausbanken der Bürokraten in Brüssel." Mehr hier

In einer Reihe von EU-Staaten müssen die Parlamente dem Rettungspaket erst noch zustimmen. Natürlich, Berlin und Brüssel sind zuversichtlich. Der österreichische STANDARD meldet gefällig: "Zustimmung der Euro-Länder zu Paket erwartet", zitiert vorsorglich aber den Chef der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, Hannes Swoboda, so: "Sollten einige Länder nicht mitmachen, würde dies einen Bankrott Zyperns bedeuten." Mehr hier. Kaum vorstellbar, dass dann alle Aktionen, die von Europa in Zypern veranstaltet wurden, wieder zurückgenommen werden. 

Verständlich, dass der Schweizer Tages-Anzeiger die Frage stellt "Ist Zypern wirklich gerettet?" und darauf keine erfreuliche Antwort parat hat: "Was droht der Wirtschaft des Kleinstaates? Wer sind die Verlierer? Wer die Gewinner der Vereinbarung? Und weshalb dauert der (Not-)Fall Zypern an?" Mehr hier. Eine lesenswerte Analyse unserer Nachbarn. Noch deutlicher formuliert es nachdenkseiten.de: "Zypern – Nach dem Rettungspaket ist vor dem Rettungspaket". Einleitend schreibt der Autor, Jens Berger: "Nach einem zähen Verhandlungsmarathon steht die Vorlage für die ESM-Kreditvergabe an die Republik Zypern nun. Beschlossen wurde, dass die Verluste der beiden größten zypriotischen Banken von den wohlhabenden Kunden der beiden Banken übernommen werden. Die zweitgrößte Bank des Landes soll sogar kontrolliert abgewickelt werden. Ein richtiger Schritt. Nach dem Desaster vom letzten Wochenende ist jedoch der Geist aus der Flasche und dem Land stehen nun schwere Zeiten bevor. Ging es bei diesem „Zypern-Gipfel“ vornehmlich um die Banken des Landes, wird es beim nächsten „Zypern-Gipfel“ um die zypriotischen Staatschulden gehen. Und hier sieht die Zukunft pechschwarz aus, denn die realwirtschaftlichen Kröten, die das Land schlucken muss, werden erst in den nächsten Wochen von der Troika festgelegt." Mehr hier. Auch nicht schlecht, dieser Beitrag. Oder die Analyse von Heiner Flassbeck: "Zypern – eine hilfreiche Gesamtschau von Heiner Flassbeck – ergänzt um Eindrücke zur traurigen Rolle unserer Medien". Albert Müller von den nachdenkseiten.de schreibt dazu: "Heiner Flassbeck hat gestern Abend auf seinem Blog einen Beitrag veröffentlicht, den wir hier in den NachDenkSeiten nicht nur verlinken sondern übernehmen. Es ist eine treffende Analyse der jetzigen Situation im Euroraum und in Europa. Ich habe – sozusagen zu Erklärung des skizzierten Desasters unter B. “Anmerkungen zum Totalversagen der Mehrheit der deutschen Medien in der Eurokrise/Zypernkrise” hinzugefügt." Mehr hier. Absolut empfehlenswert. Ein Augenöffner. 

Wir haben die Einleitung begonnen mit einem Beitrag aus den USA und beenden sie ebenso. Obwohl der folgende Artikel seinen Ursprung in Europa, genauer in Spanien, hat: El Pais Retracts Article Alleging "Merkel, Like Hitler, Has Declared War On Europe" meldet zerohedge.com. El Pais ist die größte spanische Tageszeitung, die Überschrift selbsterklärend. Einleitend schreibt der Herausgeber: "What does it take for the Spanish "first amendment" journalistic override to kick in? Apparently, in the case of local media leader El Pais, putting up the following in print: "Merkel, como Hitler, ha declarado la guerra al resto del continente, ahora para garantizarse su espacio vital económico." For the Spanish-challeneged this translates as follows: "Merkel, like Hitler, has declared war on the rest of the continent now to secure their economic living space." Ah yes, the touchy verboten topic of German "Lebensraum" - its invocation, and ostensibly the unflattering Merkel comparison (seen so often in Greece) were enough to get the article by Juan Torres López in the Andalusia version of El Pais titled simply enough "Alemania contra Europa" taken down." Read more. Offensichtlich haben Teile Europas bereits den Eindruck gewonnen, Deutschland wolle sich nach Jahrzehnten für die erlittenen Niederlagen der beiden Weltkriege revanchieren. Ein Krieg mit anderen Mitteln. 


Quelle: economist.com

Noch einige Beiträge mehr, die wir ausfindig gemacht haben und unseren LeserInnen vorstellen wollen: 

 
Auffällig hohe Geldabflüsse aus Zypern
(faz.net)  Trotz Zahlungssperre winkt Nikosia offenbar Überweisungen durch. Das ist heikel angesichts der Absicht, inländische wie ausländische Konteninhaber für die Rettung der klammen Insel zur Kasse zu bitten. Mehr...

Kommentar: Ein unglaublicher Vorgang, aber offensichtlich wahr, wie uns bestätigt wurde. Es geht um Gelder "in Milliardenhöhe", die aus Zypern abgeflossen sein könnten,  obwohl die zyprische Notenbank, auf Geheiß der EZB, eigentlich eine Sperre ausgesprochen hat. Offensichtlich lehnt sich die zyprische Notenbank auf diese Weise gegen die Befehle aus Frankfurt auf und lässt eine Hintertür offen. Trotz der bereits vom Parlament beschlossenen Kapitalverkehrskontrollen. 


Die EU ist noch immer voller diskreter Parkplätze fürs Geld
(diepresse.com) Die EU legt gerade die Steueroase Zypern trocken, selbst innerhalb der Gemeinschaft buhlen aber noch eine ganze Reihe weiterer Länder um das (teils unsaubere) Geld von "Steuersparern". Mehr...

Kommentar: Eine lesenswerte Vorstellung aller Steuerparadiese in Europa. Da gibt es noch viel zu tun, für Europas Ausputzer aus Deutschland. Wer sich geografisch nicht so richtig orientieren kann, dem geben wir zum besseren Verstädnis die folgende Karte an die Hand:

Quelle: rezatonline


Nachtrag zur verlogenen Empörung über das „Geschäftsmodell Zypern“ – Ergänzende Informationen zum Fall Luxemburg und zum unvernünftigen Zeitdruck bei der notwendigen Konversion der Finanzsektoren
(nachdenkseiten.de)Zu meinem Beitrag vom 21. März 2013 „Empörung über das „Geschäftsmodell Zypern“ – warum erst jetzt und warum nur bei Zypern?“ erhielten wir zwei Mails von Niels Kadritzke. Sie erweitern die Informationen zum Verhältnis des Finanzsektors Zypern zu Luxemburg zum Beispiel und gehen auf den zeitlichen Druck ein, der jetzt entgegen früheren Versprechungen und auch gegen alle Vernunft auf Zypern ausgeübt wird. Dabei geht es um die Frage, wie schnell ein Land den überdimensionierten Finanzsektor abbauen, also konvertieren kann. Die Menschen, die bei Banken arbeiten, sind mehrheitlich nicht Investmentbanker mit Millionen-Vergütungen. Von Albrecht Müller. Mehr...

Kommentar: Wir hatten über den ersten Beitrag berichtet (hier), deshalb reichen wir natürlich die Ergänzung nach.


Zypern: Maximal 100 Euro je Tag
(format.at) Situation für Bürger spitzt sich zu: Die Bürger Zyperns dürfen jetzt nur noch 100 Euro pro Tag von Bankomaten abheben. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eine Kapitalverkehrskontrolle der besonderen Art. Wetten, sie trifft nur die kleinen Leute? Nur die müssen sich mit diesem Handikap herumschlagen. Gleichzeitig ist es bereits ein Blick in die nächste Zukunft der Europäer.  Verständnis für die Zyprer, wie könnte es anders sein, hat der Bundesfinanzminister. Schäuble: "Zypern wird einen schweren Weg gehen", meldet das österreichische Wirtschaftsblatt. Vergißt aber nicht, mahnend den Finger zu heben: "Zypern wird einen schweren Weg gehen - so oder so. Aber das ist nicht die Folge europäischer Sturheit, sondern eines Geschäftsmodells, das nicht mehr funktioniert", so Schäuble. "Dreh- und Angelpunkt" bei einem Hilfsprogramm für Zypern müsse die Schuldentragfähigkeit und die Verringerung der Risiken sein, die für den Staat aus dem überdimensionierten Bankensektor resultierten." Mehr hier. Wetten, dass Schäuble schon eine genaue Vorstellung hat, was in Zypern demnächst passiert? Die wenige Wirtschaft wird eine Rezession überspringen und gleich in der Depression landen. 


Why Cyprus 2013 Is Worse Than The KreditAnstalt (1931) And Argentina 2001 Crises
(zerohedge.com) The Cyprus 2013, like any other event, can be thought in political and economic terms. Read more...

Kommentar: Wer über passable Englisch-Kenntnisse verfügt, der sollte sich diesen Beitrag nicht entgehen lassen. Durchbeißen lohnt sich. Der Autor liefert einen bemerkenswerten Blick auf zwei wichtige Krisenereignisse der Vergangenheit. Ergänzend bitte auch hier und hier lesen. 


Zwischen Troika-Wahn und Zypern-Rettung: Vom Ende des Märchens von der Alternativlosigkeit
(querschuesse.de) Das vom Staatsbankrott bedrohte Zypern war bei den Verhandlungen der Euro-Gruppe über Finanzhilfen Freitagnacht vor einer Woche gezwungen gewesen, eine Zwangsabgabe auf Bankeinlagen zu akzeptieren. Im Rahmen der Einlagensicherung sind Einlagen unter 100.000 Euro vor Verlust geschützt. Trotzdem endete das Treffen mit der Entscheidung, die Zwangsabgabe auf alle Einlagen zu erheben, was bei Investoren und Bankkunden europaweit für erhebliche Verunsicherung gesorgt und die Gefahr eines Bank Runs auf in Zypern heraufbeschworen hatte. Wie hoch der dadurch angerichtete Vertrauensschaden ist, wird erst in den kommenden Wochen an Zahlen zur Höhe der Kapitalabflüsse bei europäischen Banken und, sofern Institute dadurch bedingt in Schwierigkeiten kommen sollten, an eventuell notwendig werdenden Stützungsmaßnahmen ablesen können. Zyperns Parlament hat den nachtäglich von der Euro-Gruppe zwecks Schadensbegrenzung eingeräumten Spielraum für die Ausgestaltung der Zwangsabgabe nicht genutzt, sondern das gesamte Rettungspaket abgelehnt. Regierung und Parlamentarier Zyperns sind nun im Begriff, ein eigenes, alternatives Rettungskonzept zu beschließen. Für wesentliche Bestandteile ist das bereits geschehen. Mehr...

Kommentar: Nicht alles begeistert uns, was SLE in seiner Analyse ausführt. Trotzdem, der Beitrag adressiert die Schwächen der Rettungsmaßnahmen. Die Rückschlüsse daraus überlassen wir alleine den LeserInnen. 


Analysten: "Europa ist ein völliges Desaster"
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Krise in Zypern ist nur ein Indikator dafür, dass Europa in einem Zustand des Chaos versinkt, meint der US-Analyst Joe Weisenthal. Dem System drohe der Zusammenbruch. Eine Rettung sei unmöglich, weil die Interessen der Nord- und der Südstaaten einander diametral entgegenlaufen. Mehr...

Kommentar: Wer will dieser Einschätzung mittlerweile noch ernsthaft widersprechen? Durch die unwürdigen Umstände der "Wir-wollen-Zypern-retten"-Verhandlungen ist die Krise in Europa in ein neues Stadium getreten. Eine Lösung ist in noch weitere Ferne gerückt. Das Risiko der Enteignung hat dagegen schlagartig zugenommen. Zypern als Feldversuch.


Cyprus Fallout: Is Your Money Safer in a Mattress?
(alternet.org) So it now looks as though Cyprus, a bucolic island of some 860,000 people in the heart of the Mediterranean, really does matter. Here’s how things stand: Bullied by the the European Union, the ECB and the IMF (the unholy trinity of neo-liberalism), Cyprus has now agreed to impose a levy of 20 to 25 percent on large bank accounts as it seeks to overcome final obstacles to a financial rescue and avoid a chaotic bankruptcy. The levy would be applied to deposits exceeding €100,000 at the country’s largest bank, Bank of Cyprus. In exchange, account holders would receive shares in a restructured bank, although government officials have acknowledged that this would imply sharp losses. The principle of deposit insurance, at least up to 100,000 euros, appears to be upheld. It looks like only the uninsured deposits above that threshold will be taxed. So can we now go to sleep comfortably, knowing that we don’t have to stick our hard-earned savings into what the Financial Times’ John Dizard termed “Banco de Mattress”? Almost certainly not. Read more...

Kommentar: Noch eine Einschätzung aus den USA zu den Folgen der zyprischen Enteignung. Wenig beruhigend. 


Bankomatsperren wären auch in Österreich erlaubt
(diepresse.com) Wie in Zypern dürfte die Bundesregierung Bankgeschäfte einfrieren. Das Szenario ist aber so gut wie ausgeschlossen. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag liefert einen neuen Erklärungsansatz wenn er behauptet, eine Sperre sei "im Interesse der Sparer". Kontensperrungen für Österreich als "so gut wie ausgeschlossen" zu beschreiben, verkennt die Gefahren, die auf das Land in Osteuropa lauern. Setzt sich die Krise im Westen Europas weiter fort, womit definitiv zu rechnen ist, dann kommt es knüppeldick für Österreich. Davor warnen wir vorsorglich heute schon. 


Das großgehungerte Deutschland
(heise/telepolis.de) Was die Zypernkrise über die Zustände in Deutschland und seinem Europa zutage fördert.
Wir basteln uns ein Feindbild. Folge 214: Zypern. Als Grundlage hierfür eignet sich das allgemeine Ressentiment gegen "Südeuropäer": arbeitsscheu, unzuverlässig, verschwenderisch, unsolide. Aufbauend darauf kann man auf die irrationale urdeutsche Unterscheidung zwischen dem "guten schaffenden" und dem "bösen raffenden Kapital" zurückgreifen. Zyperns aufgeblähter Finanzsektor kann doch nur Ausdruck moralischer Verkommenheit und einer ungehemmten Zockermentalität sein, oder nicht? Mehr...


Kommentar: Eine sehr ausführliche Analyse, die alle aktuellen Dinge beleuchtet und der wir nichts hinzufügen können, aber auch nichts auszusetzen haben. Lesen lohnt. 


Spaniens Sparer verlieren Teil ihrer Ersparnisse
(derstandard.at) Sparer, die Beteiligungsscheine an Kreditinstituten erwarben, müssen für Bankensanierung aufkommen. Mehr...

Kommentar: Die ersten direkten Enteignungen in Spanien. Für uns gehören aber die Zwangsräumungen von Wohnungen und Häuser, seit Beginn der Krise immerhin 350.000, bereits dazu. Besonders vor dem Hintergrund, dass der EuGH diese Verfahren für rechtswidrig erklärt hat, die spanische Regierung aber jede rückwirkende Lösung für die Betroffenen ablehnt.


Ihre Staatsschuld rechnen die Amerikaner lieber klein
(faz.net)  Die Vereinigten Staaten stellen ihr Wirtschaftswachstum gern größer dar. Nur beim Schuldenstand mögen es die Amerikaner niedrig. Die Statistik hilft dabei. Mehr...

Kommentar: Stimmt. Da sind sich auch die Kritiker der US-Politik des leichten Geldes nicht zu fein, die Schulden - gerade im Vergleich mit Europa - kleinzurechnen. Eine Korrektur haben wir aber vorzubringen: Trotzdem findet in den USA ein Ausgleich zwischen den Bundesstaaten statt, wie die folgende Grafik zeigt: 



Quelle: economist.com


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.