Dienstag, 26. März 2013

Standpunkt 585 - Nachrichten-Ticker, 25.03.

Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: Zypernhilfe versus Enteignung versus Rechtsstaatlichkeit versus Demokratie – Opfer Frankreich


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.


Einleitung
Sorry, aber auch heute geht es wieder um Zypern und die Folgen des zweiten Rettungspakets für die Zyprer und alle anderen Europäer. Ein Paket, oder wohl eher ein Päckchen, das überwiegend positiv von den deutschsprachigen Leitmedien in Österreich und Deutschland aufgenommen wurde. Stellvertretend dafür nennen wir das Handelsblatt, Deutschlands urtümlich-neoliberales Kampfblatt, mit der Meldung "Der zweite Anlauf der Zypern-Rettung sitzt" Das Blatt erklärt in diesem Kommentar: "Klüger und gerechter: So lässt sich der neue europäische Anlauf für die Rettung Zyperns überschreiben. Denn die Euro-Retter haben aus ihren Fehlern gelernt und am Ende doch noch vieles richtig gemacht." Angeblich gelang es der Eurozone sogar, "drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen." Besonders bemerkenswert, weil schlichter Nonsens, ist wieder einmal die Ursachenanalyse: Schuld sind "unglaubliche, ja kriminelle Versäumnisse von Banken und Bankenaufsehern." Mehr hier. Wäre es so, dann hätte es bereits 2008 keine Rettung der Hypo Real Estate (HRE), oder der IKB, auf Kosten der deutschen Steuerzahler geben dürfen. Die Bundesregierung hatte damals eine günstige Gelegenheit, als leuchtendes Beispiel für Europa voran zu gehen. Leider konnte sie diese Möglichkeit nicht nutzen, der Dreck in den Bilanzen dieser Banken stand hüfthoch und stank bereits gegen den Himmel. Da mußte schnellste Abhilfe her. Das klappte reibungslos nur mit den heimischen Steuerzahlern. Bitte immer daran denken, wenn es in den kommenden Monaten um neue Gaunerstücke in Europa geht.  

Feldversuch Zypern. Immerhin rund 500 Millionen Menschen werden nämlich früher (Italiener, Spanier, Griechen und Franzosen beispielsweise) oder später (Niederländer, Dänen, Österreicher und Deutsche z. B.) auf gleiche Art und Weise für die gescheiterten "Geschäftsmodelle" ihrer Banken zahlen müssen. Und für die angehäuften Staatsschulden gleich mit. Neben dem "Zypern-Modell" kursieren noch zwei weitere Anleitungen zur Enteignung der Bürger, die "durchgerechnet" sind. Einmal der Vorschlag des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) in Berlin und zum anderen die Studie der weltweit tätigen Boston Consultung Group (BCG). Bei allen Modellen geht es erst einmal nur um die teilweise Enteignung. Zwischen 10% (DIW) und 30 -33% (BCG) auf alles sollen es sein, die fällig werden. Das "DIW-Modell" sieht generell einen hohen Freibetrag von 250.000 Euro vor, das "BCG-Modell" erlaubt 100.000 Euro Freibetrag auf die gesamte Barschaft. Die Einzelheiten bitte aus den jeweiligen Vorschlägen entnehmen. Für das "BCG-Modell" steht bei der angegebenen Adresse auch eine kleine Zusammenfassung auf Deutsch zur Verfügung. Der Vorschlag des DIW füllte 2012 das Sommerloch. Die folgenden drei Beiträge aus dieser Zeit sollen beispielhaft den Umgang mit der als "Reichensteuer" bezeichneten Zwangsabgabe verdeutlichen: Leicht vorwurfsvoll titelte das Handelsblatt "Reiche sollen für Krisenländer bluten" und schreibt in die Einleitung: "Krisenländer wie Spanien kommen beim Schuldenabbau kaum voran. Helfen könnte eine Idee deutscher Ökonomen. Sie schlagen Zwangsanleihen für Reiche vor. Die Union schäumt und spricht von einem "Grusel"-Vorschlag." Außerdem wird der verantwortliche DIW-Experte Stefan Bach zitiert: "Gerade für die Krisenländer wären solche Instrumente eine sinnvolle Option, um die durchaus vorhandenen und zum Teil stark konzentrierten Privatvermögen zur Refinanzierung der Staaten heranzuziehen.“ Statistiken zeigten, dass auch in Ländern wie Griechenland, Spanien und Italien beträchtliche Privatvermögen vorhanden seien, die die Staatsschulden deutlich übersteigen." Der Aufschrei der Union kommt in diesem Beitrag von der CSU: "Dieser Sommerlochwiedergänger hat einen Bart wie seit Adams Zeiten. Hauptleidtragende dieses Schuldenmodells würde wieder einmal die Mittelschicht sein, die schon jetzt die Hauptlast der Staatsfinanzierung trägt“, sagte der Sprecher des CSU-Wirtschaftsflügels, Hans Michelbach." Sehr schön auch noch das:  "Eine solche kalte Enteignung lässt sicher sozialistischen Überzeugungstätern das Herz höher schlagen, jedem anderen kann es da eigentlich nur gruseln.“ Ach ja, die FDP bietet auch Zitierfähiges in diesem Beitrag: "Von Enteignung spricht auch der finanzpolitische Sprecher und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Volker Wissing. Mit dem Vorschlag einer Zwangsanleihe hätten die Ökonomen "ganz tief in die rote Mottenkiste gegriffen", sagte Wissing. Der Vorschlag sei "in seiner Pauschalität politisch wenig brauchbar und dient vor allem der Stimmungsmache". Wenn das DIW schreibe, dass "Zwangsanleihen später getilgt, in Vermögensabgaben oder in andere Reichensteuern überführt werden könnten", zeigt das nach Wissings Einschätzung "deutlich, dass das Ganze letztlich in Enteignung endet". Wenn das Institut auch Betriebsvermögen in die Vermögensabgabe einbeziehen wolle, mache es die vorgeschlagene Abgabe zu einem ökonomischen Experiment mit offenem Ausgang. "Wer Betriebsvermögen zusätzlich besteuern will, schwächt die Unternehmen systematisch und gefährdet Arbeitsplätze", warnte Wissing." Das zitierfähige Material in diesem Artikel des Handelsblatt ist noch nicht zu Ende. Da gibt es auch noch was von Frank Schäffler, dem FDP-Mann fürs Grobe in der Euro-Frage: Er hält nichts davon,  "einen „willkürlichen Kreis“ für die Schulden der Banken haften zu lassen. Dafür müssten vielmehr die Eigentümer und Gläubiger, die Risiken eingegangen seien, die Verantwortung übernehmen. „Die Überwälzung des Haftungsprinzips auf die Steuerzahler ist weder gerecht noch sozial gerecht, weil es die Falschen trifft und die Spekulation zu Lasten der Allgemeinheit weiter fördert“, sagte Schäffler." Mehr hier. Gerade an diese Aussage hat man sich offensichtlich jetzt wieder, im Zusammenhang mit Zypern, in Berlin erinnert. Schäffler vielleicht nicht, aber Schäuble trägt sie dieser Tage wie einen Bauchladen vor sich her. Der hat sich damals zum DIW-Vorschlag auch geäußert. Der stern meldete "Schäuble will Zwangsanleihe für Reiche nur außerhalb Deutschlands" und schreibt in der Zusammenfassung: "Wohlhabende sollen das Haushaltsloch stopfen, schlägt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung vor. Die Bundesregierung kann dem Modell für Deutschland wenig abgewinnen - für gewisse Krisenländer käme eine Zwangsanleihe allerdings infrage." Martin Kotthaus, Sprecher des Bundesfinanzministeriums, wird wie folgt zitiert: "Deutschland sei ganz solide aufgestellt und habe derzeit "keinerlei Probleme" mit dem Steueraufkommen. Das deutsche Haushaltssystem sei erfolgreich. Weitere Spekulationen verböten sich daher, zumal er die gesamten Überlegungen nicht kenne, sagte Kotthaus am Mittwoch. Er fügte aber hinzu, für andere Staaten, in denen Steueraufkommen und Privatvermögen in einem Missverhältnis stünden, stelle sich die Frage eher." Mehr hier. Eine wahrlich richtungsweisende Aussage. Durchgehend kritisch und fundiert setzt sich nachdenkseiten.de mit dem Thema seinerzeit auseinander:  "Der DIW-Vorschlag für „eine Zwangsanleihe oder eine Vermögensabgabe“ lenkt von Wichtigem ab. Es gibt bessere steuerliche Maßnahmen zur Stärkung der staatlichen Einnahmen." Der Autor, Albrecht Müller, schreibt als Einleitung: "Die Ziele des Autors Bach, dessen Studie in den NachDenkSeiten vorgestellt wurde, teile ich: die Vermögens- und die Einkommensverteilung in Deutschland ist ausgesprochen ungerecht; sie bedarf der Korrektur. Auch das Ziel, die Einnahmen des Staates zu stärken, teile ich. Aber was der Autor der Studie vorschlagen will, sagt er uns nicht hinreichend konkret. Damit bleibt im Nebel, wie er wichtige Probleme wie den Zugriff auf Spekulationsvermögen und Steuerfluchtgelder lösen will. Außerdem treten durch die Konzentration auf „eine Zwangsanleihe oder eine Vermögensabgabe“ als Mittel zum Staatsschuldenabbau andere, naheliegendere und vermutlich auch leichter umsetzbare steuerpolitische Maßnahmen in den Hintergrund." Mehr hier. Eine lohnende Lektüre. 

Nur acht Monate später gab es dann die Nagelprobe. Der Winzling Zypern, geschwächt durch die Verluste aus der letzten Griechenland-Rettung und längst verrufen als Steuerparadies russischer Oligarchen, wurde zum lohnenden Ziel der Attacke. Schlug der erste Angriff noch fehl, klappte der zweite deutlich besser. Das Ergebnis und seine Folgen kommentiert Österreichs DIE PRESSE so: "Zypern kann überall in Europa passieren". Der Beitrag kommt sofort auf den Punkt: "Der Bankensektor ist in Europa - verglichen mit den USA und Asien - viel zu groß. Mehrere Institute weisen höhere Bilanzsummen als das BIP ihrer Länder auf. Bei grober Schieflage droht da schnell der Staatsbankrott." Mehr hier. Besonders bemerkenswert ist, dass für das Zypern-Problem die halbwegs richtige Diagnose gestellt wird: "Zwei Großbanken sind, weil sie sich mit griechischen Staatsanleihen verspekuliert hatten, in die De-facto-Pleite geschlittert. Und das hat auch den Staat, der an sich nicht so schlecht dastand (die Staatsschuldenquote entsprach ungefähr der österreichischen), in die Bankrottzone gerissen." Unsere Korrektur: "Verspekuliert" heißt in Wahrheit, die Staatsanleihen wurden bei der letzten Rettungsaktion für Griechenland rasiert und die Sicherheiten, Derivate, wurden von den Sicherungsgebern nicht bedient. Der Versicherungsfall wurde einfach verweigert. Wir haben schon mehfach davon berichtet. Die Beispiele, die in dem Beitrag bechrieben werden, sind allesamt höchst anfällig gegen neue Erschütterungen, die Schweiz inklusive. 

Den Vogel schießt der neue Eurogruppen-Chef ab. Der bestätigt unbedacht, was offenkundig ist, die Rettungs-Blaupause Zypern: "Dijsselbloem erklärt Zypern-Plan zur neuen EU-Direktive" meldet das manager magazin wahrheitsgemäß und fasst zusammen: "Die Kurse der Banken-Aktien fallen, Großanlegern gehen hohe Summen flöten: Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem hat den Plan zur Eigenbeteiligung der Zyprioten an der Banken- und Finanzrettung des Landes zum neuen Generalplan der EU erhoben - zum Schreck weiterer EU-Wackelkandidaten." Wir zitieren weiter aus dem Beitrag: "Der Fall Zypern stehe Modell für den Umgang mit drohenden Bankpleiten in der Zukunft, erklärte Dijsselbloem mit der Wirtschaftszeitung "Financial Times" am Montag in Brüssel. Das saß. Jedermann in der Euro-Zone weiß nun, woran er ist. Geht eine Bank im eigenen Staat pleite, reißt diese den ganzen sStaat mit nach unten, müssen die Bürger ran. Direkt. Und Dijsselbloem nutzte die Gelegenheit, gleich eine harte´Warnung hinterherzuschieben. Auch andere Euro-Länder mit übergroßem Bankensektor müssten diesen verkleinern. Befragt nach möglichen Folgen für Luxemburg oder Malta, deren Bankensektoren ebenfalls extrem groß sind, betonte er: "Das bedeutet: Klärt das, bevor es zu Schwierigkeiten kommt. Stärkt Eure Banken, repariert die Bilanzen und seid Euch im Klaren darüber, wenn Banken in Probleme geraten, kommen wir nicht automatisch, um sie zu lösen." Krisenbanken müssten ebenso wie ihre Heimatländer damit rechnen, in Zukunft "zurückgestoßen" zu werden. "Ihr müsst Euch damit beschäftigen", wandte sich Dijsselbloem an Partnerstaaten in der Euro-Zone." Mehr hier. Wir sind schon sehr gespannt darauf, wie Dijsselbloem die massiven Bankenprobleme zu Hause in den Niederlanden lösen wird. Noch müssen wir uns ein wenig gedulden, Dijsselbloem hat europaweit einen Sturm der Entrüstung entfacht und ist erst einmal wieder zurückgerudert. Von Dauer ist das nicht.

Das sieht auch JPMorgan so. Im Zusammenhang mit den beschlossenen Kapitalverkehrskontrollen für die Zyprer meldet deutsche-wirtschafts-nachrichten.de "JPMorgan erwartet Ende des freien Bank-Kontos in Europa". Weiter heißt es in der Meldung: "Zypern wird JPMorgan zufolge kein Einzelfall bleiben. Die eingeführten Kontrollen des Geldverkehrs werden nach und nach auf andere EU-Länder übergreifen: Damit müssen sich die Europäer auf Limits bei Abhebungen und Überweisungen einstellen." Mehr hier


Quelle: nrhz-online

Für uns steht fest: Zypern war der Anfang vom Ende einer sowieso schon trügerischen Sicherheit für die Ersparnisse und Vermögen der "kleinen Leute". Die Politik ist quasi auf die Zielgerade eingebogen. Seit Beginn der Bankenrettungen 2008 war diese Entwicklung absehbar. Wer heute immer noch nicht die Zeichen der Zeit erkennen will und die richtigen Schlüsse zieht, der wird ein Blutbad erleben. Garantiert. Anders können wir es nicht beschreiben. Die Regierungen haben sich zur Aufgabe gemacht, die Verluste der Finanzindustrie im weltweiten Finanz-Casino auszugleichen, koste es was es wolle. Über die Gründe dafür gäbe es viel zu schreiben, wir verzichten heute darauf. Wir haben seit Beginn unseres Blogs regelmäßig die Zusammenhänge erklärt. Einfach sich kursorisch durch den Blog lesen. Fakt ist aber, dafür reicht das ganze Vermögen der Welt nicht aus. 70 Billionen Dollar Weltjahreswirtschaftsleistung stehen alleine 1.200 bis 1.400 Billionen Dollar (US-Schätzungen) aus dem maroden Derivatehandel gegenüber. Das kann nicht funktionieren. Trotzdem wird der Versuch unternommen. Der Grund ist leicht zu verstehen: Die obersten 1% wollen immer reicher, die restlichen 99% sollen immer ärmer werden. Dankbar nur für Lohn und Brot, oder - alternativ - Brot und Spiele. Ganz Europa ist das Versuchslabor. Unter politischer Leitung von Angela Merkel und Wolfgang Schäuble. Angeleitet von einem erlesenen Kreis aus Bankern und Technokraten, hauptsächlich Zöglinge aus dem Hause Goldman Sachs. Ohne eine geopolitische Strategie gibt es keinen Schutz mehr vor dem staatlichen Zugriff. Der wird generalstabsmäßig geplant und überfallartig ausgeführt. Die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Liechtenstein und Norwegen bilden keinen sicheren Hafen. Die Bankgeheimnisse der Schweiz und Liechtenstein werden gerade von den USA geknackt - das ist endgültig. Davon profitieren auch andere Staaten. Norwegen wird sich nicht gegen die EU stellen, das Land ist auf gute Handelsbeziehungen mit der EU angewiesen, die wird es auf keinen Fall aufs Spiel setzen. Das ist längst geklärt. Und die Kanalinseln, die Isle of Man, Monaco oder Andorra? Die Aufzählung ist vielleicht nicht vollständig, aber diese Zwerge sind sehr schnell finanziell und wirtschaftlich schachmatt gesetzt. Nach den Ereignissen um Zypern steht denen sowieso der Angstschweiß auf der Stirn. 


Wir haben noch folgende Beiträge rund um die akute Krise in Europa zusammen getragen, die wir außerdem kurz kommentieren


Das kann nicht lange gut gehen
(fuw.ch) “Dilettantisch und damit lebensgefährlich ist die momentane Gipfeldiplomatie in Brüssel.” Die Eurogruppe hat mit Zypern einen Kompromiss zur Rettung der dortigen Banken gefunden. Doch das Fehlen gegenseitiger Rücksichtsnahme schadet dem Geist der Europäischen Union, meint FuW-Redaktor Alexander Trentin. Mehr...

Kommentar: Die Verhandlungen für das Zypern-Rettungspaket offenbaren einen totalitären Machtanspruch Berlins. Wer das für übertrieben hält, der darf sich in den kommenden Monaten eines Besseren belehren lassen. 


Zypern gerettet, Europa entfremdet 
(stern.de) Der Inselstaat entgeht der Pleite. Doch wie kam der Kompromiss zustande? Zypern setzte auf Erpressung, seine Europartner auf Drohung. Europa zahlt einen hohen Preis für den Erhalt seiner Währung. Mehr...

Kommentar: Das Fazit hat uns gefallen: "Die Deutschen haben viel zu verlieren, wenn der Euro scheitert. Von uns hängt es ab, ob er überlebt. Rechthaberei und neuer Wilhelminismus werden ihn nicht retten, mögen sie im Bundestagswahlkampf auch noch so gut ankommen." Das ist bekannt, wenigstens in Berlin und Brüssel. Vor allen anderen soll diese Tatsache so lange wie möglich versteckt werden. Bis jetzt klappt das ganz gut. Wenn auch um den Preis großer Zerwürfnisse zwischen den sogenannten "Partnern" in Europa. 


"Zypern-Lösung bei Weitem nicht perfekt"
(zeit.de) Ist die Zypern-Einigung in letzter Minute ein Erfolg? Mitnichten, sagt Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden, der Fall offenbare das schlechte Krisenmanagement Europas. Mehr...

Kommentar: Man spürt die mächtigen Bauchschmerzen, die Frieden als Vertreter eines kleinen, aber bisher noch wichtigen Landes in Europa hat. Angesichts der Probleme, die nun auch in Luxemburg sichtbar werden, kann Luc Frieden mit der Entwicklung der Krise in Europa nicht wirklich zufrieden sein. Für Luxemburg wird es demnächst eng. 


Starrsinn, Machthunger, Egoismus
(spiegel.de) Das Drama der Zypern-Rettung zeigt: Der Euro-Konflikt entpuppt sich immer mehr als Kampf um die deutsche Vorherrschaft in Europa. Vordergründig scheint es Merkel und Schäuble um Wirtschaft zu gehen. In Wahrheit binden sie andere Völker mit den Fesseln der Schulden. Mehr...

Kommentar: Ein hervorragender Kommentar, an dem wir nichts zu kritisieren haben und dem wir auch nichts hinzufügen wollen. Man könnte glauben, Jakob Augstein war direkt dabei. Pflicht-Lektüre. 


Verhandlungen über Zypern-Hilfe: Feuer und Flammen
(faz.net) Die Beratungen über die Zypern-Hilfe waren der gefährlichste Balanceakt der Eurokrise. Das Protokoll einer Krisennacht: Wie Herman Van Rompuy die Zyprer vor den rüden Finanzministern zu beschützen versuchte. Mehr...

Kommentar: Noch einer der den Eindruck vermittelt, er war dabei. Lesenswert. 

 
Nach der Rettung: Zypern schrumpft seine Banken zurecht
(derstandard.at) Der marode zypriotische Bankensektor soll stabilisiert werden, die Abwicklung der zweitgrößten Bank des Landes startet laut Finanzministerin Maria Fekter noch heute. Die Staatspleite ist vorerst abgewendet. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag beschreibt, was bisher bekannt ist. Die folgende grafische Darstellung gehört dazu und hilft weiter: 





Warum Laiki nicht Lehman ist
(handelsblatt.com) Als die USA die Pleite von Lehman Brothers beschlossen, geriet das globale Finanzsystem in eine Schockstarre. Mit dem Ende der zyprischen Laiki Bank soll das nicht passieren. Handelsblatt Online analysiert die Risiken. Mehr...

Kommentar: Es scheint so einfach zu sein, was die EU, Zypern bezüglich der Laiki Bank, vorschreibt. Wir sehen in dieser Maßnahme auf jeden Fall einen Teil dessen, was für zukünftige Pläne getestet werden soll. Hin und wieder denken auch die europäischen Krisenmanager daran, dass zwischen Theorie und Praxis Welten liegen können, wie der Volksmund weiss. 


Zypern im Sturzflug
(sueddeutsche.de) Die Arbeitslosigkeit steigt, viele verlieren den Großteil ihres Vermögens, erste Selbstmordversuche werden gemeldet: Für die Zyprer wird nichts mehr so sein, wie es einmal war. Aber auch für Europa bricht ein neues Zeitalter an - denn was in Zypern geschieht, hat es bisher in keinem anderen Land gegeben. Mehr...

Kommentar: Ein aktueller Bericht von der Insel. Was uns auffällt: Schon wieder haben sie Blut an den Händen, die Kanzlerin, ihr Adlatus Wolfgang Schäuble und die anderen Helfershelfer in Brüssel, Frankfurt und Washington. Eine Schande. 


Cyprus faces years of economic hardship following EU-IMF bailout deal, say analysts
(ekathimirini.com) Cypriots face years of economic hardship due to a harsh eurozone bailout deal, while the Mediterranean island's future in the single currency remains deeply uncertain, analysts said Monday.
The fallout will begin immediately with food and medicine shortages likely in coming weeks as businesses struggle with a lack of cash in Cypriot banks, which were hammered by the agreement, said economic experts.
The tiny nation then faces two years of deep recession coupled with soaring unemployment, with few hopes of longer-term recovery as Russians and other foreign investors will steer clear of its devastated financial sector. Read more...


Kommentar: Damit beschließen wir unsere heutigen Beiträge rund um Zypern. Statt zu kommentieren, zitieren wir Wolfgang Schäuble: "Ich glaube, dass mit der Entscheidung, die wir heute Nacht gefunden haben, der bestmögliche Weg aus der Krise beschrieben ist" (Quelle: "Schäuble ist mit Zypern-Rettung hoch zufrieden", welt.de, hier)


"Nur Frankreich hat die Regeln eingehalten"
(wallstreetjournal.de) Deutschland hat seine Lohnstückkosten nicht stark genug steigen lassen. Es hat damit gegen die Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts verstoßen, sagt der deutsche Ökonom Heiner Flassbeck im Interview. Mehr...

Kommentar: Ein wenig Grundlehre zur Krise in Europa. In Berlin will die aber niemand hören. Deren Pläne sind anders. Unsere LeserInnen setzen sich hoffentlich damit auseinander. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.