Mittwoch, 27. März 2013

Standpunkt 586 - Nachrichten-Ticker, 26.03.

Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: Zypernhilfe versus Enteignung versus Rechtsstaatlichkeit versus Demokratie – Sparverein EU – Bailout with a Bang – Spanien versus Sparer – Italien – Portugal – Geldwäscher Deutschland – China-Krise voraus


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.


Einleitung
In Europa ist der Teufel los. Das Vertrauen ist futsch. Die Menschen beginnen zu begreifen, wie sich die Politik die Lösung der Krise in Europa vorstellt. Die EU-Partner trauen sich gegenseitig nicht mehr über den Weg. Eigentlich kämpft jeder gegen jeden. Aus Anlass der angeblichen Zypern-Rettung behauptet Ulrike Herrmann von der taz schon forsch "Die Währungsunion ist Geschichte". Ihr Vorwurf: "Die Deutschen genießen gerade das schönste Gefühl, das sich denken lässt: Selbstgerechtigkeit. Diese Freude wird aber nicht lange währen."  Ihr Fazit: "Es wäre gar nicht teuer, den Euro zu retten. Aber wie Zypern zeigt, sind den Deutschen sogar schon 5,8 Milliarden zu viel. Lieber werden sie moralisch und riskieren einen Euro-Crash, der sie dann weit mehr als eine Billion kosten dürfte." Mehr hier. Irrtum, Frau Herrmann. Zerbricht der Euro, dann gehen reihenweise Banken pleite, auch deutsche. Da reicht eine Billion nicht, um das Schlimmste zu verhindern. 

Der maltesische Finanzminister hat schon letzte Woche begriffen (wir haben darüber berichtet), wo die Reise für die Zwergenstaaten mit ihrem besonderen "Geschäftsmodell" hingeht: Ihre Finanzen und die Wirtschaft werden zerstört. Ihre Zukunft ist Rezession, wahrscheinlich sogar Depression. Auch das wird sich gut am Beispiel Zypern beobachten lassen. Der Weg dahin wird bereits medial vorbereitet. Die ZEIT, mittlerweile so selbstgerecht wie die Deutschen, findet die Zypern-Rettung "gerechter als alles zuvor", hegt aber wenigstens noch ein paar Befürchtungen über die Zukunft eines der jüngsten EU- und Eurozonen-Mitglieder"was jetzt aus dem Land werden soll, weiß niemand" heißt es in dem Beitrag "Land gerettet, Zukunft ungewiss" (hier). Wobei schon der erste Teil der Überschrift eher Vermutung als Gewissheit ist. Der stern verpackt die Zustimmung zum Zypern-Plan sehr subtil: "Durchbruch nach dramatischen Verhandlungen: Die EU hat sich mit Zypern auf ein Rettungspaket geeinigt. Vor allem Vermögende müssen für die Rettung des Landes bluten, Inhaber von Konten unter 100.000 Euro Einlage können aufatmen. Die Märkte reagieren erleichtert." Kommentarlos wird davon berichtet, dass  "für die neue Vereinbarung eine Zustimmung des Parlaments in Nikosia nicht nötig sei. Dort hatten die Abgeordneten am Freitag ein Gesetz zur Bankenabwicklung verabschiedet und zudem die Grundlage geschaffen, Kapitalverkehrskontrollen zu verhängen." Natürlich berichtet der Beitrag auch von dem "Steuerparadies" Zypern. Aber mit keinem Wort von den wahren Gründen hinter der Pleite der zyprischen Banken durch den Haircut als Teil der letzten Griechenland-Rettung. Mehr hier. Journalistische Qualität ist etwas anderes. Statt dessen werden Argumente in den Beitrag hineinzitiert: "Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici sagte: "An alle, die sagen, dass wir ein ganzes Volk strangulieren: Zypern ist eine Kasinowirtschaft, die am Rande des Bankrotts stand." Frankreichs Finanzminister wird auch an anderer Stelle ähnlich zitiert. Das österreichische Wirtschaftsblatt schreibt: "Pierre Moscovici, verurteilt die zypriotischen Führungspersönlichkeiten, die es verabsäumt hätten ihr Bankensystem in den Griff zu bekommen. Und nun das Volk zur Kasse bitten." Die Zeitung überschreibt ihren Beitrag mit Zyperns folgenschwere "Spielcasino-Wirtschaft" (hier). 

Neben Malta sieht auch Luxemburg - ohne weiteres mit Zypern vergleichbar - eine große Gefahr für die Finanzwirtschaft im eigenen Land. Österreichs FORMAT meldet dazu "Das ist ein Hegemoniestreben, das falsch und uneuropäisch ist" und schreibt eingangs: "In scharfen Worten hat sich Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn gegen ein deutsches Diktat in der Euro-Krise verwehrt. Angesichts sehr harter Auflagen für die Rettung des Finanzplatzes Zypern wehrte Asselborn im Reuters-Interview am Dienstag zudem Forderungen ab, nun auch andere EU-Finanzplätze unter Druck zu setzen. "Ich kann das Wort 'Geschäftsmodell' sehr schwer ertragen", sagte der Sozialdemokrat mit Blick auf die Äußerung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dass Zypern sein "Geschäftsmodell" ändern müsse. Angesichts der Sorge am Finanzplatz Luxemburg, nun selbst ins Visier der EU-Partner zu geraten, sagte Asselborn: "Deutschland hat nicht das Recht, die Geschäftsmodelle für andere Länder in der EU zu fixieren. Es darf nicht soweit kommen, dass unter dem Deckmantel von finanztechnischen Fragen andere Länder erwürgt werden." Er verwies darauf, dass auch die großen deutschen Banken allesamt in Luxemburg aktiv seien. Luxemburg wird seit Jahren vorgeworfen, dass es mit seinem Finanzplatz mithelfe, Steuerzahlungen von Firmen und Anlegern etwa in Deutschland zu unterlaufen. Das EU-Land betont dagegen immer wieder, dass es sich an alle OECD- und EU-Vorgaben halte und keine Steueroase sei." Mehr hier. Nur, letzteres konnte Zypern auch für sich in Anspruch nehmen, geholfen hat es nicht. Es wurde einfach ignoriert. Asselborn stellt in diesem Beitrag noch andere Dinge richtig. Stößt damit aber auf taube Ohren, wie die Reaktionen zeigen. In dem Beitrag heißt es: "Nach der Rettung Zyperns forderte der stellvertretende SPD-Fraktionschef Joachim Poß ein entschiedeneres Vorgehen gegen Steuerdumping auch in anderen EU-Finanzstandorten wie Luxemburg oder Malta." Wir sind gespannt, wie die deutschen Euro-Abwickler damit umgehen, dass die großen deutschen Banken allesamt in Luxemburg sehr aktiv sind. Sicherlich werden nur die einheimischen Banken zerschlagen. Was aber ein neues Problem aufwirft: Die gehören nämlich, ausgenommen die Spuerkeess (Sparkasse), hauptsächlich französischen, belgischen und niederländischen Banken. Der luxemburgische Staat hält höchstens noch die eine oder andere Minderheitsbeteiligung. Längst sind auch schon arabische Investoren beteiligt. Und die ersten chinesischen Banken haben sich installiert. Eine Gemengelage, die sich deutlich von den zyprischen Verhältnissen unterscheidet und nach unserer Einschätzung das Land davor schützt, ähnlich schlecht behandelt zu werden. Trotz des zunehmenden deutschen "Kriegsgeheuls" gegen diese luxemburger Verhältnisse. Deutschland wird sich kaum mit Arabern und Chinesen anlegen. Das hätte sofort Auswirkungen auf die Handelsbeziehungen mit diesen Ländern. Das könnte nachhaltig das deutsche "Exportmodell" stören. Der FOCUS überschreibt einen Beitrag zum gleichen Thema: Luxemburg warnt vor "deutschem Europa". Dort ist uns noch ein bemerkenswertes Zitat Asselborns aufgefallen: „Es kann nicht sein, dass Deutschland, Frankreich und Großbritannien sagen: Wir brauchen Finanzplätze in diesen drei großen Ländern und alles andere muss weg.“ Mehr hier

Was macht Wolfgang Schäuble aus dieser Kritik? Der tritt kleingeistig eine Neid-Debatte los. n-tv meldet: Schäuble nennt Kritiker "neidisch" und fasst zusammen: "Bundesfinanzminister Schäuble macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Nun geht er auf die Kritiker Deutschlands ein und sucht nach Erklärungen für deren Verhalten. Letztlich, so Schäuble, ist es nicht anders als in einer Schulklasse."  Er fabuliert von deutschen Hilfsmaßnahmen, verhöhnt die Menschen, findet, Deutschland mache "vernünftige, verantwortliche Politik." Was auf Europa noch zukommt, versteckt sich hinter dieser Aussage: "Jeder muss seine Haushalte in Ordnung bringen. Und wer zu große Risiken eingeht, trägt am Ende auch die Verluste." Mehr hier. Sicher, Herr Schäuble, haben Sie bei dieser Gelegenheit schon einen Blick in die Bilanzen von Deutsche Bank, Commerzbank oder den Landesbanken geworfen? Und deren Zweckgesellschaften und Schattenbanken? Wohl kaum. Aber wegsehen ist keine Lösung. Die sind ALLE, ohne Ausnahme, BANKROTT, Herr Schäuble. Die folgende Grafik aus dem manager magazin zeigt einen kleinen Ausschnitt des deutschen Problems. Die Risiken aus dem Derivatehandel sind nicht dabei. 



Wir unterstellen aber, er kennt die Einzelheiten und deshalb betreibt Deutschland diese im Grunde unverantwortliche Politik gegenüber seinen Nachbarn: Räumt die Konten, zerstört die Banken und sorgt für Verelendung, Massenarbeitslosigkeit und Armut. Lang anhaltende Schuldenknechtschaft eben. Bedenkt man die ansteigenden Selbstmordraten in den Ländern, dann haben Merkel und Schäuble Blut an ihren Händen. Offensichtlich ist ihnen jedes Mittel recht, um Deutschlands eigenes Ende nur länger vor sich her zu schieben. Aufzuhalten ist es nicht. Schon etwas davon gehört, dass "die Letzten die Hunde beißen", Herr Schäuble? Die Menschen in den betroffenen Ländern, nicht der Obrigkeit hörig wie die Deutschen, riechen den Braten und setzen sich zur Wehr. Ihre Mittel sind jedoch begrenzt, weil sogar die eigenen Regierungen gegen die Zerstörung durch die deutsche Krisenpolitik keinen ausreichenden Schutz bieten. Sorry, aber vor diesem Hintergrund kann man für die Vergleiche mit Nazi-Deutschland nur Verständnis aufbringen.  Hierzulande wird als Antwort darauf gleich die "Oberlehrer-Keule" ausgepackt. Die WELT schreibt entrüstet: "Den Protesten in Südeuropa fehlt der Anstand". Und klärt auf: "Fehlen Anstand und politische Kultur? Anders sind die fortwährenden Nazi-Vergleiche in den von der Euro-Krise getroffenen Staaten Südeuropas kaum zu erklären." Mehr hier. Propaganda bis zum Erbrechen: Endlich, nach Jahrzehnten der gefühlten Demütigung: Die Deutschen sind wieder die besseren Menschen.

Natürlich wird die neue deutsche Rettungspolitik von den deutschen Leitmedien unterstützt. Beispielhaft dafür nennen wir einen Beitrag der WELT: "Endlich treffen die Bankverluste die Richtigen". Weiter heißt es dort: "Der Kompromiss aus Brüssel könnte wegweisend sein. Erstmals werden die Lasten schwankender Banken nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt. Damit beginnt zugleich ein riskantes Experiment." Die Zeitung beschreibt es als "Experiment mit ungewissem Ausgang". Mehr hier. Was für ein ausgemachter Blödsinn. Zypern trifft eine jahrelange Depression (wie hier ganz gut beschrieben: Arbeitslosigkeit, Armut und eine "Zombie-Wirtschaft"), die übrigen Krisenstaaten ähnliche Maßnahmen der Enteignung. Das Ziel, die deutschen Banken zu retten, wird trotzdem nicht erreicht. Noch einmal, zur Erinnerung: Seit dem Ausbruch der Finanzkrise in Europa 2008 sind "44 Prozent der Vermögens-Werte der europäischen Banken "faul" oder unverkäuflich - in Summe 18,2 Billionen Euro", schrieb schon im Februar 2009 DIE PRESSE in Österreich: "18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken" (hier). Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wer hält an diesem Giftmüll wohl einen Löwenanteil? 

Es ist nur logisch, dass auch die deutschen Banken die neue Linie der deutschen Politik in Europa begrüßen. Schließlich muss deren "A.sch" gerettet werden. Der SPIEGEL meldet "Zwangsbeteiligung: Deutsche Bank lobt Zypern-Methode" und schreibt: "Zyperns Banken stehen am Abgrund, Gläubiger und reiche Kunden müssen sich an der Rettung beteiligen - der Chefvolkswirt der Deutschen Bank lobt das Verfahren: 'Man sollte jede Gelegenheit nutzen, Marktdisziplin wieder herzustellen'." Mehr hier. Das ist, wie nicht anders zu erwarten, eine glatte Verhöhnung. Das Handelsblatt zitiert diesen Bankster gleich in der Überschrift: "Die Gläubiger müssen herangezogen werden" steht da. Die Zusammenfassung: "Der Deutsche-Bank-Chefvolkswirt lobt das Zypern-Rettungspaket. Bevor der europäische Steuerzahler einspringt, müssten die Gläubiger von Banken und Staaten herhalten. Die Politik der EZB lehnt Folkerts-Landau dagegen ab." Mehr hier. Natürlich, so elegant geht Vergemeinschaftung, in Verbindung mit Umverteilung. Und keiner kommt in Europa ungeschoren davon. Infam.

Damit unser Standpunkt in dieser Sache klar ist: Für diese Verluste hat niemand aufzukommen, außer den Verantwortlichen. Das sind aber weder die Steuerzahler, noch die Kunden. Verantwortlich sind Vorstand, Aufsichtsrat, die Regulierungs- und Aufsichtsbehörden. Nicht zu vergessen die Politiker, die wider besseren Wissens Gesetze erlassen haben, die diese Verluste überhaupt erst möglich gemacht haben. Und die Regierungschefs der G20-Staaten, die schon vor fünf Jahren versprochen haben, die Finanzindustrie und die Finanzmärkte so zu regulieren, dass eine Wiederholung nicht möglich ist. Geschehen ist bis heute nichts. Bankenunion und Transaktionssteuer sind Placebos für die Öffentlichkeit, die Bankster lachen sich halb tot. Statt dessen gibt es weiter üppige Boni. Nur ein Beispiel von vielen: "Wall Street im Geldregen: Boni-Banker erhalten 20 Milliarden Dollar" (N24, hier). Die angeblich satten Gewinne der Banken sind gefakt, entstanden durch kreativen Einsatz der seit 2008 geltenden "neuen" Bilanzrichtlinien. Die wurden damals den entwerteten Bilanzen angepasst und - natürlich - bis heute nicht wieder korrigiert. In Europa sind die Verhältnisse nicht anders. Die neu beschlossene Deckelung der Boni? - Eine Lachnummer. 

Noch einmal zurück zum Thema "Nazi-Deutschland". Vor zwei Tagen hatten wir auf einen Beitrag der größten spanischen Tageszeitung El Pais hingewiesen, der bei zerohedge.com in Englisch erschienen war (hier, direkt vor der Euro-Karikatur). Mittlerweile hat sich auch die taz mit diesem Artikel beschäftigt. "Spanischer Merkelhitler" ist der Artikel überschrieben. Zusammengefaßt heißt es dort: "In 'El País' verglich ein Wirtschaftsprofessor die deutsche Kanzlerin mit einem ihrer Vorgänger im Amt. Sie wolle den Banken wirtschaftlichen Lebensraum sichern." Der spanische Ökonom schreibt:  "Merkel hat, wie Hitler, dem Rest Europas den Krieg erklärt, diesmal um sich wirtschaftlichen Lebensraum zu sichern", zitiert die taz. Sie schreibt weiter: "Der Text analysiert auf eineinhalb Schreibmaschinenseiten die Mitverantwortung der deutschen Großbanken an der Finanzkrise in Europa. Diese hätten ihre riesigen Vermögen, über die sie dank der immer ungleicheren Reichtumsverteilung in Deutschland verfügen, genutzt, um, 'statt den internen Markt zu verbessern und die niedrigen Einkommen zu begünstigen, die Schulden der irischen Banken, die spanische Immobilienblase und die Verschuldung der griechischen Unternehmen zu finanzieren'." Das ist eine 100% richtige Analyse des spanischen Professors. Daran gibt es keinen Zweifel. Sein Fazit zitiert die taz so:  "Die Tragödie ist die Übereinstimmung der paneuropäischen Finanzinteressen, die unsere Regierungen dominieren, die uns verraten, statt uns zu verteidigen, um als reine Statisten Merkels zu agieren." Wer will da ernsthaft widersprechen? Übrigens, El Pais hat den Beitrag längst entfernt, es gibt aber glücklicherweise eine deutsche Übersetzung im Netz: "Deutschland gegen Europa" (hier). Bitte, unbedingt lesen. Es lohnt sich für alle, die mehr sein wollen als Mitläufer in der millionenfachen Schafherde, der schon bald das Fell über die Ohren gezogen wird. 


So, jetzt noch einige Beiträge, die wir für wichtig genug halten, dass wir sie unseren LeserInnen vorstellen möchten. Natürlich kurz kommentiert. 


Jeroen Dijsselbloem, der Eyjafjallajökull der Eurozone
(format.at) Dijsselbloem ist kein Eurogruppen-Chef, er ist ein politisches Leichtgewicht. Leider aber ein sehr gefährliches... (...) Für die Politik gilt: Es kommt einfach nie etwas Besseres nach… "Bestes" Beispiel dafür ist Jeroen Dijsselbloem. Der 46-jährige holländische Finanzminister hat im Jänner Jean-Claude Juncker in seiner Funktion als Eurogruppen-Chef beerbt. Die Feuertaufe – die Rettung von Zypern – ging für den Sozialdemokraten mit dem unaussprechlichen Namen nicht nur schief, sie wurde zum Desaster. Dijsselbloem wurde damit zum Eyjafjallajökull der Eurozone – Sie wissen schon, der isländische Vulkan, der 2010 durch seine Eruptionen den Flugverkehr in Europa wochenlang lahmlegte, mit dementsprechend negativen Folgen für die Wirtschaft. Denn alles was aus dem Mund von Dijsselbloem sprudelt ist nicht nur begrenzt intelligent und widersprüchlich, sondern vor allem eines: Gefährlich! Mehr...

Kommentar: Der Autor, Jochen Hahn, analysiert treffend das Desaster "Jeroen Dijsselbloem". Zwangsläufig sein Fazit: "Dijsselbloem ist kein Eurogruppen-Chef, er ist ein politisches Leichtgewicht. Unter seinem Vorgänger Juncker wäre die Zypern-Rettung mit Sicherheit anders verlaufen. Weder wäre der historische Fauxpas passiert, dass Kleinsparer europaweit in Panik versetzt wurden, noch wären ihm derartige verbale Hoppalas passiert. Außerdem hätte Juncker Deutschland wohl etwas mehr die Stirn geboten. Schade um Jean-Claude Juncker, schade um Europa!" Wir stellen uns da nur die Frage, ob Juncker diese Entwicklung hat kommen sehen, und ist den Auseinandersetzungen mit Deutschland erst einmal aus dem Weg gegangen? Als luxemburgischer Regierungschef kann er dem sowieso nicht ausweichen. 


Zu Tode gerettet: Zypern bekommt das volle Troika-Paket
(querschuesse.de) Durch das Rettungspaket wird Zyperns Staatsverschuldung deutlich steigen, auf etwa 150 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Sie soll aber durch die vereinbarten Maßnahmen bis Ende 2020 auf 100 Prozent sinken. Mehr...

Kommentar: SLE erklärt leicht verständlich den Wahnsinn hinter dem Rettungsplan für Zypern. Alleine das Lesen treibt einem schon die Tränen in die Augen. Damit wird Zypern auf Jahre ruiniert, bleibt am Tropf der EU und wird nie die Ziele erreichen, die von der Troika verlangt werden. Als Gegenleistung für diese dauernden Hilfen, erhält Europa die Rechte an den neu entdeckten zyprischen Bodenschätzen. Das hat System und ist schon in Berlin gründlich vorbereitet. Die Menschen werden sich radikalisieren. Der Überschrift können wir nur beipflichten. 


"Die EU hat sich in einen riesigen Sparverein verwandelt"
(format.at) Stephan Schulmeister, langjähriger WIFO-Experte und Anhänger des britischen Ökonomen John Maynard Keynes, über Zypern, die falsche Navigationskarte der Politiker in der jetzigen Krise und die notwendige Rückkehr zur Realwirtschaft. Mehr...

Kommentar: Endlich wieder eine Wortmeldung des österreichischen Ökonomen, zu dessen Anhängern wir gehören. Dieses Interview ist absolut lesenswert. Schulmeister erklärt die Zusammenhänge gut verständlich, was bei seinen schriftlichen Beiträgen nicht immer der Fall ist. Nach wie vor gelten alle, von Keynes inspirierten Lösungsvorschläge, für die Krise in Europa als Teufelswerk. Aus nur einem einzigen Grund: Sie stören empfindlich das "Geschäftsmodell" der Banken, die Vergemeinschaftung ihrer Schulden und die damit verbundenen enormen Gewinne. Unmöglich. Kaum auszudenken wie wenig Profit für die Banken übrig bleibt, wenn "nur" die 100 Milliarden Euro Investitionsrückstau der Kommunen in Deutschland finanziert würden. Das ist einfach zu wenig, davon können die Bankster, pardon Banker, nicht mehr leben. Nach den üppigen Jahren der jüngsten Vergangenheit. Natürlich werden die äußerst positiven Auswirkungen dieser Investition auf den Arbeitsmarkt, die Binnennachfrage und die Steuereinnahmen unter dem Deckmäntelchen "Schuldenbremse" tunlichst verschwiegen. Wen Keynes stört, wie wäre es dann mit Ludwig Erhard und seinem "Wohlstand für alle"? Gibt es kostenlos im Netz (hier)! 


This Is How A Country Ends: Not With A Bang, But A Bailout 
(zerohedge.com) Curious how in the New Normal a nation is brought to its untimely end without a single shot being fired? Dimos Dimosthenous, who has worked at the Bank of Cyprus for over 30 years, explains: "That will be the end. Our jobs, our rights, our welfare funds will be lost and Cyprus will be destroyed." In short: not with a bang, but a bailout. Read more...

Kommentar: Das ist die Realität. Nicht, was uns die deutsche Kanzlerin und ihre Helfershelfer auf die Nase binden. Die Lösungen: Rückführung der Finanzmärkte auf die alten Standards vor 1999, Zerstörung der "too big to rescue"-Banken bis auf eine beherrschbare Größe, wer dabei pleite geht, verschwindet einfach von der Bildfläche, die Verantwortlichen werden endlich angeklagt und abgeurteilt, ihre Vermögen eingezogen, um sie mit den von ihnen verursachten Verlusten zu verrechnen. Die durch die Bankenhilfen verursachten Staatsschulden werden mit den Vermögen der betroffenen Institute abgesichert, der Rest wird einfach ausgebucht. Beispielsweise über die Notenbanken und die EZB, weil für deren Schulden niemand aufkommen muss (Quelle für diese Behauptung: "Die Milliardenlüge", nachdenkseiten.de, hier. Dieser Beitrag öffnet Horizonte!). 


Spanien übertrifft Zypern-Zwangsabgabe deutlich
(heise/telepolis.de) Kleinanleger werden nicht belastet? Hunderttausende Sparer müssen mit enormen Verlusten rechnen. Mehr...

Kommentar: Die Spanier erleben modernes Raubrittertum. Bereits bevor die Troika einmarschiert und die Konten für Europa pfändet. Dahinter stecken, natürlich, die Banken. Unter den Augen der Regierung treiben die ihr Unwesen. Schutz der Betroffenen? Null. Es gibt nur Milliarden für die Banken.


Jenseits von Zypern erwartet Europa die wahre Gefahr
(welt.de) Das kleine Zypern ist gerettet. Doch das größere Risiko liegt woanders: Das angeschlagene Italien hat keine Regierung. Die dortigen Firmenchefs warnen bereits, ihnen gehe "der Sauerstoff aus". Mehr...

Kommentar: Demnächst müssen die Deutschen, die sich, wie Schäuble versichert, ihrer Verantwortung für Europa bewußt sind, an vielen Stellen gleichzeitig sein. Hoffentlich geht ihnen dann nicht das sachkundige Personal aus. Wolfgang Schäuble und Jörg Asmussen können nicht überall gleichzeitig sein. Und die Kanzlerin kämpft um "ihre" Wähler. Die Italiener jedenfalls, da sind wir uns sicher, lassen sich die Zypern-Methode nicht gefallen. 


Zentralbank Portugal: Sparkurs verschärft Rezession massiv
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Wirtschaft Portugals ist in Folge der Krise noch weiter eingebrochen. Die Zentralbank des Landes rechnet für 2013 mit einer Kontraktion von 2,3 Prozent und korrigiert damit deutlich... Mehr...

Kommentar: Eigentlich ein alter Hut, dass der Sparkurs die Rezession verschärft. Nur in den Schaltzentralen Europas, in Berlin, Brüssel, Frankfurt und beim IWF in Washington, wird das hartnäckig ignoriert. Zumindest im Fall des IWF ist es verwunderlich. Dessen Chef-Volkswirt, Olivier Blanchard, hat diesen Zusammenhang bereits vor einigen Monaten festgestellt (hier, direkt zum IMF-Working Paper geht es hier). Wer hintertreibt die Anwendung dieser Erkenntnisse in den europäischen Krisenländern? Übrigens, die Portugiesen werden ihre Konten mit der Waffe in der Hand verteidigen, sprich unter Einsatz ihrer Streitkräften, da sind wir uns sicher. 


Germany, a safe haven for money laundering
(dw.de) Money laundering as an organized crime is increasingly becoming a problem in Germany, says a new report by the Federal Criminal Police Office (BKA). But fighting money launderers has proven to be difficult. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Ein wunderbarer Beitrag der beschreibt, wie die deutschen Banken mit Hilfe und unter dem Schutz der Bundesregierung schmutziges Geld blütenweiß waschen. In diesem Umstand ist auch der Grund zu suchen, warum trotz Bankenschließung und Kapitalverkehrskontrolle aus Zypern "Ungewöhnlich hohe Überweisungen ins Ausland" gegangen sind, wie Österreichs DIE PRESSE beispielsweise meldete (hier). Sowie die Interessen deutscher Banken im Spiel sind, findet sich garantiert ein Weg, Gesetze zu umgehen. 


Deutsche Sparer zweifeln an Merkels Garantie
(stern.de) Schwarz-Gelb bleibt klar vor Rot-Grün: Im aktuellen Wahltrend von stern und RTL gewinnt die Union einen Punkt hinzu. Kanzlerin Angela Merkel muss dennoch einen Vertrauensverlust hinnehmen. Mehr...

Kommentar: Endlich. Und zu Recht. Die "Merkel-Garantie" ist eine schlichte Lüge. Die auch nicht dadurch wahr wird, dass der Sparkassen-Präsident noch einen draufsetzt: "Einlagen bei deutschen Sparkassen sind sicher". Er ist vollkommen von Sinnen:  "Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon spricht eine freundliche Einladung an die russischen Oligarchen aus, ihr Geld doch am besten zu einer so beliebten deutschen Kreis-Sparkassen zu bringen. Sein Haus garantiere alle Einlagen unabhängig von der Höhe." Mehr hier. Das hat er tatsächlich gesagt... Wie haben wir eingangs geschrieben: In Europa ist der Teufel los. Spätestens jetzt besteht daran kein Zweifel mehr. 


Chinas Banken ausser Kontrolle
(fuw.ch) Die Verflechtung zwischen Shadow Banking und offiziellem Bankensystem wird enger. Die systemischen Risiken im chinesischen Bankensektor nehmen zu. "Das erinnert stark an das Geschäften westlicher Banken – auch schweizerischer – vor der Subprime-Krise." Mehr...

Kommentar: Da sieht man es wieder, auch im chinesischen Kapitalismus wird nur mit Wasser gekocht. D. h., auch die Fehler des Westens werden treu und brav nachgemacht. Wir waren uns schon die ganze Zeit sicher, und haben das auch immer wieder gegen die Hurra-Patrioten kommuniziert, in China knallt es. Fraglich ist nur noch, wann.  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.