Samstag, 30. März 2013

Standpunkt 589 - Nachrichten-Ticker, 29.03.

Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: Krise im Bundestag – Kapitalverschiebungen in Europa – Zypern hungert – Hundt beisst Merkel – Deutschen-Hass


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


"Drei Viertel des Bundestags verstehen die Krise nicht"
(zeit.de) Trotz der Krise kann sich die Linke nicht als Alternative profilieren. Ihr Finanzexperte Axel Troost warnt nun, dass die Eurorettungspakete auf falschen Annahmen beruhen. Mehr...

Kommentar: Ein über weite Strecken bemerkenswertes Interview. Troost findet deutliche Worte. Deshalb möchten wir es unseren LeserInnen, vor allem den deutschen, wärmstens empfehlen. 

Derivate: Das alte Versteckspiel
(zeit.de) Neue Regeln sollen die Finanzbranche in der EU sicherer machen. Aber ausgerechnet sie könnten die nächste Krise auslösen. Mehr...

Kommentar: Was in diesem Beitrag beschrieben wird, zeigt, dass jede Regulierung von der Finanzindustrie unterlaufen wird. Den USA und der EU geht es offensichtlich nicht wirklich darum, funktionierende Regeln einzuführen, sondern nur, die Öffentlichkeit zu beeindrucken. Dazu kommt, dass die offiziellen Angaben der BIZ zum Volumen des weltweiten Derivatehandels,  aktuell 640 Billionen Dollar, bestenfalls die Hälfte des tatsächlichen Volumens ausmachen. Nicht dabei sind die Geschäfte aus dem Bereich der unkontrollierten Schattenbanken, die nicht erfasst werden können. US-Schätzungen gehen deshalb von mindestens 1.200 Billionen Dollar Gesamtvolumen aus (hier). Es ist und bleibt die ultimative Massenvernichtungswaffe.  Alleine die Deutsche Bank hat einen Großteil davon gebunkert. Ebenso UBS und CS in der Schweiz. Mehr dazu in unserem Beitrag "Desaster Derivatehandel", hier. Das Problem: Trotz des riesigen Volumens weltweit, genügen lediglich Ausfälle im zweistelligen Milliardenbereich, um diese Blase endgültig zum Platzen zu bringen. Das war der Grund dafür, dass im Fall des griechischen Haircuts nur für einen geringen Teil der Verluste der Leistungsfall erklärt wurde. Bei den Gläubigern entstanden so, trotz 100%iger Absicherung, unerwartet hohe Verluste. Ein entsprechender Haircut in Spanien oder Italien und der Drops ist gelutscht. Endgültig. Was folgt ist ein Blutbad. 


Auf Zypern-Rettung folgt europaweite Kapitalverschiebung
(format.at) Die Sorge in der Eurozone, dass Zypern zum Vorbild für weitere Rettungs-Aktionen wird, breitet sich aus. Das führt zur Verschiebung von Anlage- und Investorengeldern – vor allem weg von Banken aus schwächeren Euroländern und verschärft die Krise. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die Befürchtungen sind berechtigt, die EU-Kommission will aus dem "Zypern-Modell" für alle zukünftigen Hilfsaktionen ein Gesetz zimmern. Die Kapitalverschiebungen innerhalb Europas sind jedoch völliger Quatsch. Das erleichtert den Krisenverschlimmerern nur ihr Geschäft, diese Gelder in den bekannten Kapitalsammestellen abzugreifen. Selbst die Schweiz wird rausrücken, was ihren Banken auf diese Weise zugeflossen ist. Es gibt in Europa keinen sicheren Platz mehr, um sich vor einer Enteignung zu schützen. Übrigens, nicht nur die Kunden der zyprischen Laiki Bank werden kräftig gerupft. Die Kunden der geretteten Bank of Cyprus müssen gleichfalls bluten. Österreichs DIE PRESSE schreibt in einem Beitrag: "Bei Konten über 100.000 Euro sollen 37,5 Prozent des Guthabens in Anteile der Bank umgewandelt werden. Weitere 22,5 Prozent sollen nicht verzinst werden." Mehr dazu hier. Da bleibt kein Auge trocken. 


Menschen vertrauen nur mehr Lokalbanken
(derstandard.at) Skandal- und Pleitebanken wie Hypo Kärnten, Meinl Bank und Kommunalkredit sind bei ihnen unten durch.  Am meisten Vertrauen bringen die Österreicher den Bausparkassen und den lokalen Raiffeisenbanken und Sparkassen entgegen. Privatbanken und ausländische Banken finden sich eher am unteren Ende der Vertrauensskala. Mehr...

Kommentar: Sorry, liebe ÖstereicherInnen, was soll der Quatsch? Es gibt keine Sicherheit mehr, egal welche Bank. Das sollte begreiflich sein. Natürlich hantieren Politik und Banken weiter mit der Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Nur, wer glaubt ernsthaft, die Banken in Österreich könnten alle heimischen Milliarden-Sparguthaben absichern? Es geht nämlich um die volle Summe, wenn die Krise in Österreich aufschlägt. Die kommt unausweichlich, diskussionswürdig ist höchstens noch WANN


"Dieses Volk wird in den Hunger geführt. Ist so etwas partnerschaftliches Handeln?"
(heise/telepolis.de) Zypern: Erzbischof Chrysostomos II im Exklusivinterview: Seine Heiligkeit Erzbischof Chrysostomos II, so der offizielle Titel, ist der am Meisten gesuchte Gesprächspartner in der kriselnden Inselrepublik. Regierungsmitglieder, Investoren und russische Unterhändler geben sich bei ihm die Klinke in die Hand. Er soll in letzter Sekunde retten, was noch zu retten ist und die Fehler der Politiker und Banker geradebiegen. Anders als die rein geistliche Rolle der griechischen Erzbischöfe oder des Papstes in Rom, hatte Zypern in jüngster Vergangenheit bereits einmal einen amtierenden Erzbischof als Staatschef. Es war Erzbischof Makarios, der sein Land von der Kolonie in eine unabhängige Republik wandelte und auch nach der türkischen Besetzung des Nordteils der Insel den Wiederaufbau maßgeblich in Gang brachte. Offenbar trauen viel Zyprioten ihrem aktuellen Kirchenvater eine gleiche Initiative zu. Mehr...

Kommentar:  Wir haben heute noch ein interessantes Interview anzubieten. Die Antwort auf die Frage des Erzbischofs überlassen wir unseren LeserInnen. 


Hundt rechnet mit Merkel ab
(sueddeutsche.de) Fundamentalkritik an der Kanzlerin: Die Union regiere nicht im Sinne der Wirtschaft, schimpft Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Er wirft Merkel eine Politik des Populismus vor. Auch Rot-Grün sei keine Alternative. Für FDP-Standpunkte kann sich Hundt schon eher erwärmen. Mehr...

Kommentar: Nichts als Theaterdonner, den der Arbeitgeberpräsident veranstaltet. Nach Kohl und Schröder ist es Merkel, die sich dem Wohl der Wirtschaft ganz besonders verpflichtet fühlt. Sogar mehr noch als ihre Vorgänger. Nicht ohne Anlass sorgt sie sich als "Kaltmamsell des Kapitals" (O-Ton Urban Priol) um die Einführung einer "marktkonformen Demokratie" in der gesamten Eurozone. Offensichtlich geht es Hundt aber nicht schnell genug. Erstaunlich nur, dass die Gewerkschaften diesem Treiben schon seit Jahren tatenlos zusehen, ohne signifikant an Mitgliedern zu verlieren. 


Deutschen-Hass im Ausland macht Bürger fassungslos
(focus.de) Die angeschlagenen Euro-Staaten reagieren mit Beleidigungen auf Deutschlands Hilfe – Demonstranten auf Zypern zeigen Angela Merkel mit Hitler-Bärtchen. Die Deutschen haben dafür kein Verständnis. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Doch, wenn man dem Beitrag Glauben schenkt, 40% schon. Logisch aber auch, dass eine Mehrzahl von CDU/CSU-Anhängern kein Verstädnis hat. Und eine Überraschung, dass die Anhänger der Links-Partei in so hoher Zahl die Haltung in den betroffenen Staaten verstehen. Wir tun es auch. Zorn und Wut brauchen ein Ventil. Die dummen Sprüche deutscher Politiker aus dem Regierungslager sind prima geeignet, die Gemüter der Menschen nur noch weiter anzuheizen. Wer mit Lügen Wind sät, der wird Sturm ernten. Nichts stimmt von dem, was diese Brandschatzer von sich geben. Der sächsische Ministerpräsident Tillich (CDU) behauptet, "dass die Bewältigung der Zypern-Krise eine gemeinsame Entscheidung der Finanzminister gewesen sei." Woher will er das wissen? Von der Kanzlerin? Oder Wolfgang Schäuble? Tillich jedenfalls war nicht dabei. Die beteiligten Finanzminister anderer Staaten geben einen anderen Eindruck über das Zustandekommen des Zypern-Plans wieder. Wir haben in den vergangenen Tagen davon berichtet. Oder Gesundheitsminister Bahr (FDP), der behauptet, „Deutschland ist deswegen so erfolgreich, weil wir wissen, dass man nur das Geld ausgeben kann, was vorher erwirtschaftet wurde.“ Das ist dumpfbackiges Geschwätz was aber, wie wir gleich sehen werden, noch steigerungsfähig ist. Vorher zeigen wir aber noch einmal eine Übersicht der Defizite aller 17 Euro-Länder seit 2000 im Vergleich. Alles selbsterklärend. 


Quelle: tagesanzeiger.ch
 

Die WELT schlägt in die gleiche Kerbe wie der FOCUS und meldet: "German-Bashing" – Comeback für Europas Buhmann. Weiter schreibt die Zeitung in der Einleitung: "In Zypern wird Merkel für rigide Auflagen zur Abwendung des Staatsbankrotts verunglimpft. Viele Deutsche sind diese Anfeindungen leid. Brüderle kritisiert die Schläge 'auf unsere helfenden Hände'." Mehr dazu hier. Natürlich darf sich niemand wundern, dass Brüderle seine Kritik auf eine offensichtliche Lüge stützt. In Wahrheit hat nämlich Deutschland bis heute keinen einzigen Cent eigenes Geld in eine der Hilfspakete für die Krisenländer gesteckt. Die Zinseinnahmen aus gegebenen Darlehen übersteigen deutlich alle bisher eingegangenen Verpflichtungen. Das ist längst bewiesen. Wer von unseren LeserInnen andere Fakten hat, der darf sie uns gerne nachweisen. Wir werden sie veröffentlichen und außerdem Abbitte leisten. Wirklich Geld gekostet hat die deutschen Steuerzahler lediglich die bisherigen Rettungsmaßnahmen für die Hypo Real Estate (HRE) und die Commerzbank. Ach ja, die Postbank nicht zu vergessen, über die sich auch die Deutsche Bank im Verborgenen ein Stück vom innerdeutschen Rettungskuchen abgeschnitten hat. Im Ausland sind diese Umstände hinreichend bekannt. Deutsche Politiker sollten die Menschen in den Krisenstaaten nicht an sich selbst messen und für ungebildet und dumm halten. Wenn Brüderle behauptet,  die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel "bemüht sich wie keine andere Regierung um Stabilität in Europa", dann ist das schon die nächste Lüge. Den höchsten Pro-Kopf-Beitrag in die Hilfspakete zahlen beispielsweise die Luxemburger. Dass Gerhard Schröder die Kanzlerin lobt, verstehen wir nicht als Auszeichnung. Schröder ist nach unserem Verständnis der Bundeskanzler, der wie kein anderer in der Geschichte der Bundesrepublik gegen die Interessen des Volkes regiert hat. "Wer führt, wird kritisiert" heißt es noch in dem Beitrag der WELT. Dieser Spruch ist höchstens gut für 3 Euro ins Sparschwein sonntags beim "Doopelpass live" in Sport1. Es ist Fakt, dass es die europäische Krisenpolitik unter Führung der Deutschen ist, die Not und Elend über die Menschen in Südeuropa gebracht hat. Massenarbeitslosigkeit, Armut, mangelnde Gesundheitsversorgung, steigende Selbstmordraten sind die unmittelbaren Folgen. Gerade wegen der nachgewiesenen krisenbedingten Selbstmorde und der fehlenden medizinischen Versorgung Todkranker in den Krisenstaaten haben führende deutsche Politiker "Blut an ihren Händen". Keine einzige politische Entscheidung darf diese Folgen rechtfertigen. Im Vergleich dazu können die Schmähungen gegen die Kanzlerin nur als Lappalie abgetan werden.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.