Sonntag, 31. März 2013

Standpunkt 590 - Nachrichten-Ticker, 30.03.

Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: EZB versus Sparer – EU versus Luxemburg und Malta – Zypern versus Sparer – EU plündert – „Baron Münchhausen“ Wolfgang Schäuble – Interview mit Günter Verheugen – Großbritannien – Barack Obama- China’s Banken im Renditerausch 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Quelle: nilsoskampblogspot.de


EZB bestätigt: Die Bank-Guthaben in Europa sind nicht sicher
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der niederländische EZB-Mann Klaas Knot bestätigt: Die Enteignung von privaten Bank-Guthaben wird künftig Teil der „europäischen Liquidierungs-Politik sein“. Die EZB will, dass die Banken ihre Bilanzen in Ordnung bringen. Der einfache Sparer sollte sich nun gut überlegen, wie viel Geld er auf welcher Bank belassen will. Mehr...

Kommentar: Die Aussage von Knot ist eindeutig:  „Es gibt an den Aussagen von Dijsselbloem nichts auszusetzen. Der Inhalt seiner Bemerkungen bezieht sich auf einen Weg, der schon länger in Europa diskutiert wird. Dieser Weg wird Teil des Prozesses sein, wie in Europa Banken liquidiert werden.“ Knot bezieht sich auf eine Aussage, die manager magazin zu folgender Meldung verarbeitet hat: "Dijsselbloem erklärt Zypern-Plan zur neuen EU-Direktive" (hier). Davon werden auch die Bank-Guthaben bei deutschen Banken betroffen sein. Ohne Ausnahme. Garantiert. 


Die nächsten Haircuts drohen in Luxemburg und Malta
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Regierungen von Luxemburg und Malta setzen alles daran, die Stärke ihres Bankensektors zu betonen. Die Deutsche Bank warnt jedoch. Beide Länder ähneln Zypern sehr und könnten leicht Bankrott gehen. Mehr...

Kommentar: Die EU hat es eilig. Weder Malta noch Luxemburg haben bisher für ihre Banken Hilfen beantragt. Trotzdem wird bereits von deutschen Politikern darüber spekuliert, dass die Banken beider Länder mit dem "Zypern-Modell" abgewickelt werden können. Diese Diskussion zeugt von wenig Sachverstand. Beispiel Luxemburg. Die Banken in Luxemburg sind, mit einer Ausnahme, Töchter ausländischer Banken oder Investoren. Hauptsächlich französischer, belgischer, niederländischer, arabischer und chinesischer. Für uns ist kaum vorstellbar, dass unter diesen Umständen ein Haircut wie in Zypern durchsetzbar ist. In Luxemburg sind ganz andere Interessen betroffen. Ähnlich sehen wir die Situation für Malta. Eine Übersicht der Banken auf Malta gibt es hier. Wir befürchten deshalb, dass die nächsten Exempel statuiert werden sollen. Dieses Mal könnte es peinlich werden für die Krisenverschlimmerer in Berlin, Brüssel, Frankfurt und beim IWF in Washington.  


Deutlich höhere Verluste für Bankkunden in Zypern
(wirtschaftsblatt.at) Kunden der Bank of Cyprus mit Spareinlagen von mehr als 100.000 Euro müssen sich auf einen Verlust von rund 60 Prozent einstellen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Lesen lohnt sich. Der Beitrag zeigt, wie wenig verlässlich die Angaben sind, die im EU/EZB/IWF-Rettungsplan für Zypern gemacht wurden. Tatsächlich wird es für die Kunden sehr viel teurer. Das ist die reine Willkür. Die Amerikaner kommen noch zu einem ganz anderen Ergebnis: "And Scene: Big Cypriot Depositors Facing Complete Wipe Out" überschreibt zerohedge.com einen spannenden Beitrag. Einleitend: "9.9%? 30%? 60%? 80%? Nope - according to the latest from Reuters, the cash-on-cash return to all uninsured depositors in the healthy, i.e., only remaining big Cyprus bank, will be a big, fat doughnut." Read more. Unbedingt auch den verlinkten Reuters-Beitrag lesen. Fazit: Es bleibt spannend im Feldversuch Zypern.


Ruiniert: Wenn die EU über Nacht das Firmen-Konto plündert  
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Das Beispiel eines zypriotischen IT-Unternehmens zeigt, wie der Bailout wirkt. Das Geschäftskonto ist geplündert. Die Firma ist ruiniert. Die Mitarbeiter müssen entlassen werden. Mehr...

Kommentar: Das also kommt heraus, wenn Deutschland seine helfenden Hände ausstreckt. Irgendwie hat es was von Krieg mit anderen Mitteln: Rein ins Land, die Finanzen und die heimische Wirtschaft zerstören, raus und sich um den Rest nicht mehr kümmern. Zypern erlebt das gerade. So wie Griechenland vorher und andere Länder danach. Sogar die SZ hat entdeckt "Finanzkrise erreicht Zyperns Wirtschaft" und schreibt in der Einleitung: "Entlassungen, Lohnkürzungen, ruinierte Betriebe: Die Finanzkrise erreicht die Wirtschaft Zyperns schon wenige Tage nach der Verabschiedung des Rettungspakets." Das ist unmißverständlich. Mehr dazu hier


Schäuble: "Euro ist stabiler als noch vor drei Jahren"
(diepresse.com) Der deutsche Finanzminister sieht in der Zypern-Rettung kein Vorbild für andere Länder und betont: "Die Spareinlagen in Europa sind sicher." Mehr...

Kommentar: "Baron Münchhausen" Wolfgang Schäuble at its best. Wer diesem Mann und seiner Kanzlerin vertraut, der wird sein persönliches Blutbad erleben. 


Europas Krisenpolitik: Günter Verheugen warnt vor Unregierbarkeit und Verelendung
(querschuesse.de) Man muss wohl erst aus der Europäischen Kommission ausgeschieden sein, um als „Insider“ der Krisenpolitik Europas – bzw. der sogenannten Troika (EU-Kommission, EZB und IWF) – öffentlich ein verheerendes Zeugnis ausstellen zu können.
Günter Verheugen (SPD), ehemaliger EU-Kommissar und bei der Europäischen Kommission zunächst für die Erweiterung der Europäischen Union und zuletzt für die europäische Industriepolitik zuständig, hat es heute in einem Interview mit deutlichen Worten getan. Das ist bemerkenswert.
Im Gespräch mit dem Deutschlandradio konstatierte er, „dass die Art und Weise, wie in den letzten drei Jahren mit der Krise umgegangen worden ist, einige große Schwächen enthüllt“. Mehr...


Kommentar: Wir geben unumwunden zu, bisher konnte uns Verheugen absolut nicht begeistern. Für uns war er ein verbohrter EU-Bürokrat, mehr nicht. Dem es zu keiner Zeit gelungen ist, die Ideen hinter der EU in Deutschland begreiflich zu machen. Für dieses Interview verdient er unsere Achtung: "Günter Verheugen erklärt damit die bisherige europäische Krisenpolitik für gescheitert. Was Alternativen anbelangt, so grenzt er den Lösungsraum insofern ein, als er sich gegen eine Rückkehr zu nationalen Währungen sowie zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch gegen eine gemeinschaftliche Haftung für Schulden ausspricht." So zitiert ihn SLE in seinem Beitrag. Am Beispiel der politischen Situation Italiens erklärt er außerdem, warum Verheugen mit seiner Einschätzung genau den Punkt trifft. Sein Fazit stimmt: "Den Politikern kann man nur empfehlen, den Italienern glaubwürdig eine klare, neue Perspektive aufzuzeigen. Gibt es Politiker in Italien und Europa, die dies zu tun vermögen? Das ist die entscheidende Frage für Europa." Andernfalls erleben wir Verhältnisse wie in der Weimarer Republik in Europa. Warum gerade Italien? Das Land ist im Moment unregierbar und steuert auf eine Neuwahl zu.


Großbritannien: Zurück in die Siebziger 
(blogs.faz.net) Die siebziger Jahre waren in Großbritannien das Jahrzehnt des wirtschaftlichen Niedergangs mit Inflationsraten bis 26,9 Prozent, schwindsüchtiger Produktivität und steigender Arbeitslosigkeit. Das Land durchlief eine schwere Krise, erlebte aber ab den achtziger Jahren einen Aufschwung, der nicht zuletzt mit der Politik der Premierministerin Margaret Thatcher verbunden wird. Wie andere Länder wurde Großbritannien im Jahre 2007 von der Finanzkrise erfasst. Seitdem läuft die Wirtschaft nicht mehr richtig. Sechs Jahre nach Ausbruch der Krise fragen sich ernsthafte Leute auf der Insel, ob Großbritannien davor steht, in eine Malaise wie in den siebziger Jahren zurück zu fallen. Mehr...

Kommentar: Das Land ist am Ende. Wer seine Zweifel hat, der kann sich an diesem Beitrag schon ein Stück weit abarbeiten.  Auch den Links folgen. 


Obama will viel Geld in Infrastruktur stecken
(faz.net) Amerikas Präsident Obama hat in einer Rede seine Absicht bekräftigt, durch die Sanierung von Straßen, Brücken und Flughäfen die Wirtschaft anzukurbeln. Dadurch sollen vor allem Arbeitsplätze entstehen. Mehr...

Kommentar: Sollte uns Barack Obama doch noch eines Besseren belehren? In uns keimt ein klein wenig Hoffnung. Mehr aber noch nicht. Eigentlich halten wir ihn immer noch für zu schwach die Dinge zu tun, die dringend nötig wären. Was er in seiner Rede vorstellt, wäre auf jeden Fall ein Anfang. Seine Gegner sind klar: die Republikaner. 


Banken in China sind Rendite-Weltmeister 
(format.at) Chinesische Banken schlagen ihre Konkurrenten in Europa und den USA bei der Eigenkapitalrendite deutlich. Die vier größten Banken in China haben das sechste Jahr in Folge Rekordgewinne eingefahren und glänzen mit einer Eigenkapitalrendite (RoE) von 21 Prozent, mehr als doppelt so viel wie die Konkurrenz in Europa und den USA. Mehr...

Kommentar: Und dabei sind sie durch und durch marode. Das Eine schließt eben das Andere nicht aus. Dafür gibt es im Westen genügend Beispiele.    

   
"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.