Dienstag, 30. April 2013

Standpunkt 620 - Nachrichten-Ticker, 29.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: The Biggest Derivative Junkie In The World – Zypern-Modell – Austeritätspolitik – Griechenland - Weidmann versus Euro – Studie stützt Euro – Der unbelehrbare Hans-Olaf Henkel – Spanien – Konjunktur in Deutschland


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


At $72.8 Trillion, Presenting The Bank With The Biggest Derivative Exposure In The World (Hint: Not JPMorgan)
(zerohedge.com) Moments ago the market jeered the announcement of DB's 10% equity dilution, promptly followed by cheering its early earnings announcement  [8] which was a "beat" on the topline, despite some weakness in sales and trading and an increase in bad debt provisions (which at €354MM on total loans of €399.9 BN net of a tiny €4.863 BN in loan loss allowance will have to go higher. Much higher). Ironically both events are complete noise in the grand scheme of things. Because something far more interesting can be found on page 87 of the company's 2012 financial report. The thing in question is the company's self-reported total gross notional derivative exposure. And while the vast majority of readers may be left with the impression that JPMorgan's mindboggling $69.5 trillion in gross notional derivative exposure as of Q4 2012 may be the largest in the world, they would be surprised to learn that that is not the case. In fact, the bank with the single largest derivative exposure is not located in the US at all, but in the heart of Europe, and its name, as some may have guessed by now, is Deutsche Bank. The amount in question? €55,605,039,000,000. Which, converted into USD at the current EURUSD exchange rate amounts to $72,842,601,090,000.... Or roughly $2 trillion more than JPMorgan's. Read more...

Kommentar: Hoppla, die Deutsche Bank hat ihr Engagement im Derivatehandel reduziert: Von 57,94 Billionen Euro in 2011 auf "nur noch" 55,6 Billionen Euro in 2012. Wir haben uns im Juli 2012 ausführlich mit diesem Thema beschäftigt und den Wahnsinn beschrieben, an dem die Großbanken aus Deutschland (Deutsche Bank, Commerzbank) und der Schweiz (UBS, Credit Suisse) auf Spitzenplätzen beteiligt sind. Wer den Beitrag "Desaster Derivatehandel" noch nicht kennt, der findet ihn hier. Wir haben an Hand dieses Beitrags eine Reihe von Politikern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und im Europaparlament informiert. Außerdem alle Redaktionen deutscher Tageszeitungen, zusätzlich auch ARD und ZDF. Mit einem vorhersehbaren Ergebnis: Eine Hand voll Politikerbüros hat sich gemeldet und versichert, man kenne die Problematik und werde sich darum kümmern. Alle anderen haben geschwiegen. Ausnahmslos alle sind bis heute durch völlige Untätigkeit aufgefallen. Wir haben die Hoffnung aufgegeben, dass noch irgendjemand den Mut aufbringt und in aller Öffentlichkeit über dieses zerstörerische Potential berichtet. Die Wirkung könnte verheerend sein. Dafür will niemand die Verantwortung übernehmen. Unseren LeserInnen empfehlen wir dringend, sich der absehbaren Wirkung dieser "Massenvernichtungswaffe" bewusst zu werden. Sie bleibt nicht auf die Kunden der betroffenen Banken beschränkt, die wird es jedoch zu allererst treffen. Zypern lauert um die Ecke. Die folgende Grafik stammt aus dem Beitrag und macht den gewaltigen Irrsinn augenfällig: 





Zypern: Bank wandelt Anleger-Geld in Eigenkapital um
(diepressecom) 37,5 Prozent der Sparguthaben über 100.000 Euro der Bank of Cyprus, des größten Geldinstitut des Landes, sind in Aktien umgewandelt worden. Mehr...

Kommentar: Das ist voraussichtlich erst ein Teil des Raubes der Spareinlagen, weitere 22,5% folgen noch. Böse Zungen behaupten, es könnten auch leicht 100% werden. Im Tausch gegen Aktien. Toll. Das ist aber nicht alles an schlechten Nachrichten. "DIE PRESSE" meldete schon vor einigen Tagen "Zypern: Auch Versicherer und Hilfsgruppen sollen zahlen" und schreibt dazu: "Zypern muss bei seiner Sanierung noch mehr Unternehmen und Organisationen als bisher vorgesehen finanziell in die Pflicht nehmen. Auch heimische Versicherer, Wohltätigkeitsorganisationen und private Bildungseinrichtungen sollen nun herangezogen werden, teilte die zypriotische Notenbank mit. Eigentlich sollten diese verschont bleiben. Mit der Maßnahme soll vermieden werden, dass die Belastung privater Sparer noch größer wird. Die Zwangsabgabe für Versicherer und Wohltätigkeitsorganisationen soll bei 27,5 Prozent auf ihre Spareinlagen bei der Bank of Cyprus - der größten Bank des Landes - liegen." Mehr dazu hier. Aber auch an dieser Stelle ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Niemand weiss bisher, wieviel Geld die Bank of Cyprus wirklich benötigt. 


"Austeritätspolitik ist unwissenschaftlich und gefährlich"
(heise/telepolis.de) Wissenschaftler aus Griechenland und den USA zeigen in einer Studie die nachteiligen Folgen der Sparmaßnahmen im Gesundheitssektor in Griechenland auf.
Wissenschaftler von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki und der University of New Mexico haben die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und der verordneten Sparmaßnahmen auf die medizinische Versorgung der Menschen untersucht. Das Ergebnis ihrer Forschung bezeichnen sie als "weitaus schlimmer, als wir uns dies vorgestellt haben". Und sie sehen Griechenland nur als Beispiel für das, was als Folge der Austeritätspolitik auch in anderen Ländern droht oder schon der Fall ist. Mehr...


Kommentar: Ein Beitrag, der Beachtung verdient. Diese absehbaren Konsequenzen der deutschen Austeritätspolitik in Europa werden hierzulande beharrlich ignoriert oder von den europäischen Krisenmanagern in Berlin höchstens mit gespieltem Bedauern kommentiert.Für uns haben diese Leute vor dem Hintergrund steigender Selbstmordraten und der Verweigerung lebenserhaltender Medikamente als unmittelbare Folgen aus den aufgezwungenen Spardiktaten "Blut an ihren Händen". Dabei geht es auch anders.  Staaten in Lateinamerika wie Argentinien, Venezuela oder Bolivien haben den Zwängen durch den IWF widerstanden, die Finanzierung des öffentlichen Gesundheitssystems zu reduzieren, wodurch sich wirtschaftliche und gesundheitliche Faktoren verbessert hätten. Diese Verbesserungen hätten gezeigt, sagen die Autoren mit Verweis auf andere Studien, "dass die Austeritätspolitik unwissenschaftlich, gefährlich und widerstehbar ist".


"Der Wille der Griechen ist gebrochen"
(welt.de) Demonstranten? Steinewerfer? Nichts davon. In aller Ruhe peitscht das Athener Parlament brutale Sparmaßnahmen durch. Das zeigt: In Griechenland herrscht jetzt die Apathie. Mehr... 

Kommentar: "Die Menschen sind terrorisiert, demoralisiert, sehen keinen anderen Weg". Für uns klingt das eher nach Pulverfass und die Lunte brennt.


Will Weidmann den Euro nicht mehr?
(tagesanzeiger.ch) In einem vertraulichen Papier äusserte die Deutsche Bundesbank grösste Vorbehalte gegen die Krisenpolitik der EZB. Die Kritik geht so weit, dass Ökonomen die wahren Absichten der Buba infrage stellen. Mehr...

Kommentar: Ein hervorragender Beitrag aus der Feder unserer Schweizer Nachbarn. Schlüssig vorgetragen. Passt auf jeden Fall in das Bild, das die Bundesbank seit der von ihr torpedierten Gründung der EWU mehr oder weniger klar abgibt. Alt-Kanzler Helmut Schmidt nannte sie einst einen "Staat im Staate" (hier). 


Studie lobt den Euro
(n-tv.de) Angesichts der Schuldenkrise sind viele Deutsche der Meinung, mit der D-Mark ginge es ihnen heute besser. Eine Studie besagt indes, dass Deutschland vom Euro kräftig profitiert. Das gilt selbst für den Fall, dass die Bundesrepublik einen Großteil ihrer Forderungen aus den verschiedenen Euro-Rettungsmaßnahmen abschreiben müsste. Mehr...

Kommentar: In der Pressemitteilung der "Bertelsmann-Stiftung" heißt es dazu: "Deutschland profitiert in erheblichem Maß vom Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Modellrechnung der Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. 'Die Mitgliedschaft Deutschlands in der Währungsunion reduziert die Kosten des internationalen Handels und schützt vor starken Wechselkursschwankungen', sagte Vorstandsvorsitzender Aart De Geus. 'Eine Rückkehr zur D-Mark würde erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten. Die Deutschen würden Einkommen und Arbeitsplätze verlieren', sagte De Geus weiter. (...) Eine Rückkehr zur D-Mark wäre daher selbst bei einer rein wirtschaftlichen Betrachtung schädlich." Mehr dazu hier. Ja, wir sind der gleichen Auffassung und haben diese in den vergangenen Jahren schon mehrfach begründet. Die Studie liefert Substanz (hier und hier). Obwohl wir mit der "Bertelsmann-Stiftung" so unsere Probleme haben... Deshalb überlassen wir es unseren LeserInnen, inwieweit sie sich darauf einlassen.


Hans-Olaf Henkel: Haltet den Dieb!
(handelsblatt.com) Wann haben schon einmal so viele Indizien auf einen Verdächtigen hingewiesen, wie die auf den Euro als Hauptschuldigen für die Misere in der Euro-Zone? Trotzdem wird alles getan, um den Schuldigen entkommen zu lassen. Mehr...

Kommentar: HOH at his best. Wie gewöhnlich krude Thesen. Unser "Quoten-Michel" für die eingangs versprochenen "gegensätzliche Meinungen". Meinungsmacher für das deutsche "BILD"-ungsbürgertum und die Stammtisch-Führer. Der sich für uns schon deshalb in höchstem Maße disqualifiziert, weil er seit 2006 die Bank of America (BofA) als „Senior Advisor“ für den deutschsprachigen Raum berät, um ihre Marktposition im Investment Banking in Deutschland auszubauen. Die BofA gehört zu den "too-big-to-rescue"-Banken, die weiter hemmungslos und mit viel krimineller Energie die Welt verzocken.


Spanien: reale Einzelhandelsumsätze mit -10,9% zum Vorjahresmonat
(querschuesse.de) Heute Morgen berichtete das spanische Statistikamt INE die Daten zu den realen Einzelhandelsumsätzen für den Monat März 2013. Auch im siebten Monat nach der Mehrwertsteuererhöhung von 18% auf 21% geht es mit den Einzelhandelsumsätzen kräftig abwärts. Man kassiert auch in Spanien weiter die “Erfolge” der Wirtschafts- und Finanzpolitik, einem Gemisch von Ausgabenkürzungen des Staates kombiniert mit Steuererhöhungen, Erhöhungen von administrativen Preisen und Lohnkürzungen. Die unbereinigten realen Einzelhandelsumsätze brachen im März 2013 mit -10,9% zum Vorjahresmonat ein, nach -10,4% im Februar, nach -8,7% im Januar, nach -10,8% im Dezember 2012, nach -8,6% im November, nach -9,1% im Oktober und nach dem Rekordeinbruch von -13,6% im September. Mehr...

Kommentar: Eine brutale Entwicklung. Noch zwei Charts dazu die zeigen, wie stark die Einbrüche ausfallen: 






Das Fazit im Beitrag ist unmißverständlich: "Es bleibt absurd auf die Produktionskapazitäten und das Produktionspotenzial von 2013 mit einem Konsum (Binnennachfrage) von Ende der 90er zu antworten, denn dies wird immer auch zu einer Kontraktion der Produktion, der Investitionen und der erzielten Einkommen führen. Aus diesem Prozess kann niemals eine Gesundung der Staatsfinanzen oder auch der Volkswirtschaft als Ganzes hervorgehen, wenn NICHT adäquat oder besser darüber hinaus, die Nachfrage aus dem Ausland die entstandene Lücke füllt. Nur das Ausland wird und kann diese Lücke nicht füllen, da wichtige Handelspartner Spaniens sich selbst in wirtschaftlicher Kontraktion befinden und von ihnen ebenfalls Nachfrageschwäche ausgeht. Aber ohne positive Geschäftserwartungen werden eben Unternehmen auch in Spanien nicht investieren, da helfen auch keine weiteren Lohnsenkungen, denn diese zementieren nur die Schwäche der Binnennachfrage." 


Dunkle Wolken am Konjunkturhimmel
(manager-magazin.de) Die Gesamtlage der Wirtschaft trübt sich nun offenbar doch zusehends ein. So hat sich das Euro-Geschäftsklima überraschend verschlechtert. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften gibt immer stärker nach - und die Exporteure schlagen regelrecht Alarm. Mehr...

Kommentar: Es ist für uns nicht denkbar, dass die Rezession/Depression in weiten Teilen Europas kein tiefen Spuren in Deutschland hinterlässt. Logisch werden Bundesregierung und ihre Helfershelfer dafür sorgen, dass die Nachrichten vor der Bundestagswahl im September nicht allzu schlecht ausfallen. Wetten?   


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.

Montag, 29. April 2013

Standpunkt 619 - Nachrichten-Ticker, 28.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Island – Austerität – Dirk Müller versus Euro – Demokratie in Not – EZB


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir haben mit den Arbeiten für das neue Update begonnen und hoffen weiter auf Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch nützliche Kritik. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung!


Island: Bank-Kunden aus Europa werden Vermögen verlieren
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die EU-Gegner um Bjarni Benediktsson haben die Wahl gewonnen. Nun werden sie die ausländischen Anleger zur Kasse bitten, um die Banken des Landes zu stabilisieren. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es geht um einige Milliarden Euro, auf denen Großbritannien und die Niederlande sitzenbleiben. Die britische und holländische Regierung waren gegenüber den heimischen Kunden der drei isländischen Pleite-Banken aufgrund eines Zahlungsversprechens der damaligen isländischen Regierung in Vorlage getreten und hatten die Verluste ausgeglichen. Dieses Versprechen war auch Voraussetzung dafür, dass IWF und die skandinavischen Staaten ein Darlehen zur Verfügung gestellt haben, um die Pleite Islands abzuwenden. Nachdem die Hilfsgelder eingegangen waren, wurde das Zahlungsversprechen gegenüber Großbritannien und Holland durch zwei Referenden wieder einkassiert. IWF und die skandinavischen Staaten haben auf diesen Vertragsbruch nicht reagiert. Großbritannien und die Niederlande verweigern seit dem die Zustimmung zu einem EU-Beitritt Islands. Es ist lächerlich wenn die Isländer unter diesen Umständen so tun, als wäre es ihre Entscheidung, die Verhandlungen mit der EU über einen Beitritt nicht mehr fortzusetzen. Island hat der EU nichts zu bieten, deshalb ist es kein Verlust, dass die Verhandlungen nicht fortgesetzt werden. Die EU sollte dem Land die Vergünstigungen als Beitrittskandidat schleunigst entziehen. Die Isländer haben mittels ihrer drei Banken einige Millionen Menschen in Europa mit hohen Renditeversprechen regelrecht ausgeraubt und sich damit einen überdurchschnittlichen Lebensstandard finanziert (zeitweise die höchste Porsche-Dichte auf der Welt!). Statt die Verantwortung für fehlende Aufsicht und Kontrolle der Banken zu übernehmen, täuschten und tricksten sich die Isländer um die Pleite der Banken und ihres Staates herum. Anders als in Zypern, wurden die heimischen Anleger von der Bankenpleite nicht betroffen. Denen wurden ihre Einlagen - mit Hilfe der internationalen Darlehen - nahezu vollständig ersetzt.  

In unseren Augen unglaublich, aber international wird die Insel für diesen Lug und Trug begeistert gefeiert. Ihr Umgang mit den heimischen Pleite-Banken gilt als großes Vorbild (beispielsweise hier, hier und hier). Dieses Theater bestätigt die alte Volksweisheit "Frechheit siegt". 

Für die Regierung hat sich ihr Einsatz nicht gelohnt. "Isländer entlassen die Krisenmanager" meldet das "manager magazin" über den Ausgang der Parlamentswahl. Mehr dazu hier.  


Die Scheinheiligkeit der Sparfreunde
(handelsblatt.com) Sparen ist das politische Credo der Zeit. Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Krise dürften Kanzlerin Merkel die Wiederwahl sichern. Dabei gibt es gleich mehrere Gründe gegen das Streben nach Austerität. Mehr...

Kommentar: Für das regierungsfreundliche "Handelsblatt" ein bemerkenswerter Beitrag. Der Autor, Marek Dutschke, entlarvt in seiner Analyse nicht nur die Scheinheiligkeit, sondern auch den Nonsens hinter den ständigen Sparforderungen der Politiker aus dem deutschen Regierungslager. Erfrischend. Flott zu lesen. 


Dirk Müller: "Der Euro ist falsch konstruiert"
(handelsblatt.com) Der Börsenmakler und Buchautor Dirk Müller hält den Euro für einen Fehler. Im zweiten Teil des Interviews erklärt er, wie Europa aus der Krise kommen könnte und was er von Leuten hält, die seine Thesen zu platt finden. Mehr...

Kommentar: Was ist aus dem Dirk Müller bloß geworden, der uns vor einigen Jahren noch sehr eloquent und gut verständlich die Krise in Europa und ihre wahren Hintergründe erklärt hat? Offensichtlich ist er von diesen Tugenden völlig abgerückt. Will "Meinung machen". Treibt seine eigene Sau durchs mediale Dorf und schreibt ein Buch darüber. Was der Ex-Mister-Dax vorschlägt ist, mit Verlaub gesagt, kompletter Unfug. Regionale Zahlungsmittel in den einzelnen Staaten und den Euro als übergeordnete Währung beibehalten. Das funktioniert nie, sondern ist der Einstieg in den Zusammenbruch der Gemeinschaftswährung. Das Grundproblem, die Bankenkrise, bleibt außerdem bestehen. Der ist mit dieser Maßnahme nicht beizukommen. Wie zahlen die PIIGS-Staaten die Milliarden Euro Hilfspakete für die Banken zurück? Mit ihren neuen, stark abwertenden Landeswährungen? Oder doch mit ihren Ersparnissen, wie es sich die EU für die Zukunft vorstellt? Was geschieht mit dem billionenschweren Bilanzmüll der Banken? Wird der, wenn die Ersparnisse und Vermögen aufgebraucht sind, einfach weiter sozialisiert? Darauf bleibt Müller die Antworten schuldig. 

Unseren LeserInnen hilft zur Einschätzung der Müller'schen These vielleicht der Blick auf die ursprünglichen Ziele der Europäischen Währungsunion (EWU). Dazu greifen wir zurück auf eine Untersuchung des Konstanzer Professors (em.) Nikolaus Läufer, der sich in den 1990er Jahren immer wieder mit den Gegnern des Euro gestritten hat. In "Europäische Währungsunion – Pro und Contra" hat sich Läufer sehr gründlich mit der Gemeinschaftswährung beschäftigt. An dieser Stelle einige seiner Erläuterungen: "Flexible Wechselkurse sind und bleiben im realen Bereich ein problematisches Anpassungsinstrument. Im monetären Bereich sind Wechselkursanpassungen bei unabhängigen nationalen Geldpolitiken und freiem Kapitalverkehr unverzichtbar. Sie werden aber verzichtbar, wenn die Geldpolitik wie in der EWU kooperativ bzw. einheitlich gestaltet wird. (...) Es müsste im übrigen ein leichtes sein, durch Ausgestaltung der innereuropäischen Fiskalpolitik, die dadurch entstehende Lücke auszufüllen. Wenn sich im Laufe der Zeit dieser Bedarf eindringlich anmelden sollte, dann wird es auch zu den notwendigen institutionellen Veränderungen kommen. Für ein solches Vorgehen sprechen auch historische Vorbilder. Schliesslich gibt es in den USA auch keine flexiblen Wechselkurse zwischen den Einzel-Staaten und die dort operierenden interregionalen Ausgleichsmechanismen waren auch nicht von Anfang an vorhanden und wurden vor allem nicht als Ersatz für fehlende Wechselkursflexibilität eingeführt, sondern sind eine unbeabsichtigte Folge der Einführung des vielgeschmähten Wohlfahrtsstaates (New Deal). (...) Die EWU-Währungsunion ist eine Methode zur Errichtung einer konsistenten, widerspruchsfreien monetären Ordnung in Europa. (...) Ich halte die EWU auch für ein Mittel zur Überwindung eines schädlichen Nationalismus, der in Europa noch immer aufrecht herumlaufen darf. Oder will hier jemand behaupten, wir hätten uns die Köpfe noch nicht genug eingeschlagen?" Das komplette Papier gibt es hier.  


Die Antiquiertheit der Demokratie
(heise/telepolis.de) Wozu noch Wahlen abhalten, wenn es keine Wahl mehr gibt? Haben Sie schon diese neusten Wirtschaftsfakten verinnerlicht? Laut Michael Spence, dem Wirtschafts-Nobelpreisträger von 2001, soll ein "wohlwollend autoritäres System" die optimalen Voraussetzungen für langfristiges Wirtschaftswachstum bieten, da Demokratien innerhalb eines "zu kurzen Zeithorizonts" agieren. Solche vordergründig ketzerischen Ideen können inzwischen tatsächlich Ökonomen, die Hohepriester des Kapitalkultes, am ehesten öffentlich artikulieren, ohne breiten Widerspruch zu ernten. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Einer der wichtigsten Beiträge der letzten Wochen, geht es doch um den längst vermuteten Abbau der repräsentativen Demokratie: Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus (Art. 20 GG). "Stattdessen solle eine strikte Auslese der Führungselite nach 'intellektuellen Fähigkeiten und moralischen Standards' stattfinden. Innerhalb einer solchen Meritokratie  könnte auch eine neue Stimmgewichtung etabliert werden.  'Denkbar wären mehr Stimmen für Menschen mit besserer Erziehung.' Überdies seien Wahlen nur auf lokaler Ebene sinnvoll, wo 'falsche Entscheidungen nicht so sehr ins Gewicht' fielen." Die vom Autor angeführten Beweise für die konsequente Umsetzung einer "marktkonformen Demokratie", weit weg von den Verfassungen der Länder, sind erschreckend eindeutig. Für viele Regierungen ist das bereits beschlossene Sache, während die Wissenschaft gerade damit beginnt, diesen Weg akademisch zu ebnen. Ein eindrucksvolles Beispiel liefert der kanadische Philosoph Daniel A. Bell, den der "SPIEGEL" kürzlich von einer Ökonomen-Konferenz so zitiert: "Ich glaube nicht, dass Demokratie der beste Weg ist". Weiter heißt es in dem Beitrag: "Bei einem Wirtschaftskongress in Hongkong zeigt sich, wie sehr die Finanzkrise die westliche Geisteselite verunsichert hat. Selbst für Nobelpreisträger ist China das neue Vorbild. Und die ersten Philosophen fangen bereits an, über das Ende der Demokratie nachzudenken." Mehr dazu hier. Eine schreckliche Vorstellung. 


Asmussen: EZB kein ultimativer Problemlöser
(n-tv.de) Die Fed macht es, die Bank of Japan macht es: Mit aller Kraft pumpen große Notenbanken Geld in das Finanzsystem, um der Konjunkturentwicklung auf die Beine zu helfen. Für die Europäische Zentralbank taugen diese Programme aber nicht als Blaupause, mahnt Top-Banker Asmussen. Er sieht die EZB vielmehr an den Grenzen ihres Mandats. Mehr...

Kommentar: Machen wir uns nichts vor, solche Äußerungen dienen nur dem Zweck, das Feld für die geplante Beteiligung der Sparer an der Rettung der Banken vorzubereiten. Eigentlich hat die EZB ihre Möglichkeiten nämlich noch nicht ernsthaft ausgereizt.  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.


Sonntag, 28. April 2013

Standpunkt 618 - Nachrichten-Ticker, 27.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: EZB – Europa in Not – Ökonomen – undemokratisches Europa – Dieter Nuhr zur Krise – Auswanderungen – Derivate-Bombe in der WestLB – Deutsche Bank versus Steuerhinterzieher


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir haben mit den Arbeiten für das neue Update begonnen und hoffen weiter auf Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch nützliche Kritik. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung!


Die EZB überschreitet ihr Mandat massiv
(handelsblatt.com) Die Debatte um die EZB-Krisenpolitik reißt nicht ab. Nachdem die Bundesbank scharfe Kritik geäußert hat, legt nun der CDU-Haushälter Willsch nach. Er warnte ausdrücklich vor einer Euro-Rettung zu Lasten Deutschlands. Mehr...

Kommentar: Klaus-Peter Willsch wiederholt immer wieder die gleichen Argumente. International wird anerkannt, dass die EZB mit ihrer Krisenpolitik der Politik ausreichend Zeit verschafft hat, dringende Probleme durch geeignete Entscheidungen zu lösen. Passiert ist nichts, die vergangenen Monate sind nutzlos verstrichen. Lieber streiten Leute wie Willsch darüber, ob die EZB mit ihren Maßnahmen das Mandat überschreitet. Ständig wird bei der unterstellten Mandatsüberschreitung so getan, als knüpfe die EZB ihre Maßnahmen an keine Auflagen. Das ist falsch. Die Messlatte liegt hoch wenn es darum geht, Staatsanleihen zu kaufen. Bereits im November 2011 hat die Friedrich-Ebert-Stiftung ein Papier mit dem Titel "Keine Angst vor EZB-Käufen von Staatsanliehen". Verfasser sind die Volkswirtschaftler Sebastian Dullien und Heike Joebges. Die sich genau mit dem Thema beschäftigen, das die EZB 2012 zu einer der Waffen (Bazooka) gegen die Krise in Europa gemacht hat. Unter dem Abschnitt "Letzte Rettung EZB" heißt es u. a.: "Die EZB könnte durch massive Ankäufe von Staatsanleihen, möglicherweise kombiniert mit der Zusage, über einen gewissen Zeitraum die Anleihekurse nicht unter ein gewisses Niveau (und damit die Zinsen nicht über ein gewisses Niveau) steigen zu lassen, die Kurse stabilisieren. Die Erfolgsaussichten sind unter Ökonomen weitgehend unumstritten.  Da  die  EZB  unbegrenzt  Euro  schöpfen und gegen Staatsanleihen eintauschen kann, ist sie, anders als der EFSF, nicht dem Verdacht ausgesetzt, dass die zur Verfügung stehenden Mittel nicht reichen könnten. Aus diesem Grund wäre eine Spekulation gegen das Versprechen der EZB sinnlos. Dies alleine könnte schon die Märkte beruhigen und die Kurse stabilisieren, sodass die EZB bei einem solchen Versprechen möglicherweise noch nicht einmal große Volumina an Anleihen aufkaufen müsste. Grundsätzlich spricht auch Art. 123 AEUV nicht gegen eine  solche  Politik, da dort nur der 'unmittelbare' Erwerb von Staatsanleihen verboten ist, alleine durch diese Qualifizierung aber der mittelbare Erwerb, also aus der Hand von Banken oder anderen Investoren, erlaubt ist. Man könnte sogar argumentieren, dass eine solche Politik im Rahmen des Mandates der EZB liegt, 'für Preisstabilität' zu sorgen. Die EZB-Käufe würden schließlich dem Risiko eines Auseinanderbrechens der Euro-Zone entgegen wirken, welches massive Wechselkursverwerfungen mit Deflation in einigen Euro-Ländern und heftiger Inflation in anderen Euro-Ländern zur Folge hätte." Mehr dazu hier. Dullien und Joebges beschäftigen sich auch mit dem immer wieder geäußerten Vorwurf (u. a. von Hans-Werner Sinn) die Anleihekäufe der EZB "würden enorme Risiken für die Haushalte der anderen Euro-Länder mit sich bringen, weil im Falle eines Zahlungsausfalls der Anleihen das Eigenkapital der EZB verringert würde und die Mitgliedstaaten gezwungen sein könnten, neues Kapital nachzuschießen." Die beiden Wissenschafter stellen dazu fest: "Dieses Argument verkennt, dass eine Notenbank nicht wie eine normale Geschäftsbank funktioniert. Eine Notenbank kann ohne Einschränkungen ganz ohne Eigenkapital  oder  sogar  mit  negativem  Eigenkapital  funktionieren. Von daher würden auch noch so große Abschreibungen auf Aktiva der EZB keinen Nachschuss von Kapital durch die Euro-Staaten notwendig machen." Ergo muss auch der Steuerzahler nicht dafür aufkommen. 

Die Einwände von Willch kranken, wie übrigens bei allen seinen Mitstreitern, daran, dass keine alternativen Lösungen angeboten werden, die praktisch durchführbar sind. Da kommt nichts, absolut nichts. Der gern gebrauchte Vorschlag "Austritt eines Landes aus der Eurozone" birgt unabsehbare Risiken. Auf Einhaltung der Maastricht-Kriterien zu pochen ist, vor dem Hintergrund der Krise, eine lächerliche Forderung, die schon zu normalen Zeiten kaum zu erfüllen ist, wie die regelmäßigen Verstösse Deutschlands und Frankreichs seit 2002 gezeigt haben. 


Quelle: tagesanzeiger.ch


Die Ursache ist klar: "Ein Defizit-Wert von 3% ist mit einem Schuldenstand von 60% auf lange Sicht nur vereinbar, wenn eine nominelle Wachstumsrate von 5% vorliegt. Das ist die typische Wachstumsrate der BRD in den 80er Jahren. Es ist daher der Eindruck entstanden, als seien die Kriterien für die BRD maßgeschneidert worden." So formuliert es Nikolaus K.A. Läufer von der Universität Konstanz 1997 in seiner Untersuchung "Die Maastricht-Kriterien - Fug oder Unfug?" (hier).


What Is Killing Europe
(zerohedge.com) The bigger the real-life problems, the greater the tendency for people to retreat into a reassuring fantasy-land of abstract theory and technical manipulation.  Many people have little or no understanding of what is presently taking place in Europe. This is because it is reported nowhere, discussed in public by no one and carefully hidden in the data supplied by the European Central Bank.  What I will discuss today is the prime mover, in my opinion, of the destabilization of the European economies and yet, like the debt to GDP ratios on the Continent; just because it isn’t counted does not mean that it does not exist. I will endeavor to explain it as simply as possible. Read more...

Kommentar: Ein bisschen Gedankenfutter für unsere LeserInnen. Brandgefährlich: Die Politik sucht nicht ernsthaft einen Ausweg aus diesem Dilemma, sondern verschärft es noch. Das Ziel ist klar definiert: Es geht um den Diebstahl der Ersparnisse und Vermögen der 99%er in Europa. Es ist ruhig geworden um diese Pläne der EU, die Vorbereitungen laufen aber weiter auf Hochtouren, das ist sicher. Es trifft alle, auch die Deutschen, die sich bisher noch in Sicherheit wiegen. Dabei geht es keinesfalls um die Rettung des Euro durch Deutschland, wie es gerne an den heimischen Stammtischen behauptet wird. Es geht einzig und allein um den Versuch, weite Teile der europäischen Finanzindustrie abzusichern. Damit das einigermaßen geordnet vor den Augen der Öffentlichkeit über die Bühne gehen kann, haben Politik und Banken anfangs die Bankenkrise (siehe auch hier, hier und hier) in eine Staatsschuldenkrise umgedeutet und zielgerichtet durch die milliardenschweren Hilfspakete auch tatsächlich diese Staatsschuldenkrise produziert. Zwei Grafiken zum Thema: 


Quelle: dgb.de



Quelle: zerohedge.com


Taghizadegan: "Je mehr Ökonomen, desto schlechter"
(diepresse.com) Die "Experimente der Volkswirte" hätten unglaublichen Schaden angerichtet, sagt Philosoph Rahim Taghizadegan. Die Krise sei erst vorbei, wenn die Menschen erkennen, dass sie nicht so wohlhabend sind, wie sie glauben. Wir sind im Jahr fünf der Krise. Ein klarer Weg hinaus ist nicht in Sicht. Wie kann es sein, dass sich die Ökonomen nach hunderten Jahren Streiterei noch nicht einig sind? Rahim Taghizadegan: Die Ökonomie ist von Ideologie durchdrungen. Gleichzeitig hat sie die fundamentalsten Auswirkungen auf Einkommen und Strukturen in der Gesellschaft. Entsprechend groß sind die Interessen. Einer der größten Irrwege der vergangenen 100 Jahre ist aber der Eifer der Ökonomen, die Prognosefähigkeit der Naturwissenschaften zu erreichen. Dieser Versuch muss scheitern. Mehr...

Kommentar: Ein bemerkenswerter Beitrag, den wir rundherum empfehlen. Er lohnt sich und schärft den Blick auf die Aussagen der deutschen Top-Ökonomen wie Sinn oder Homburg und die Gruppe um Bernd Lucke, die gerade mit einer neuen Partei in den Kampf gegen den Euro zieht (hier). Noch weiteren Lesestoff von Rahim Taghizadegan gibt es: hier, hier und hier.


"Wir sind inzwischen ein vollkommen undemokratisches System"
(format.at) Erich Streissler ist Optimist – geht es nach ihm, dann hat Europa eigentlich keine Probleme. Denn die Europäer sind Meister des Weiterwurschtelns. Die wahre Katastrophe steuert laut Streissler auf die USA zu. Nach Obama erwartet er einen enormen Verfall des US-Dollar, der die weltwirtschaftliche Desintegration zur Folge haben wird. Mehr...

Kommentar: Noch ein lesenswerter Beitrag, dieses Interview mit dem österreichischen Ökonomen Erich Streissler. Schon einige Wochen alt, aber immer noch höchst aktuell. Seine Meinung unterscheidet sich wohltuend vom Mainstream und bietet allen genügend Stoff, um sich eine Meinung zu bilden, vollkommen unabhängig von den Thesen des "BILD"-ungsbürgertums. Ergänzend noch ein aufschlussreiches Zitat von Streissler aus dem Februar 2012: "Da die hauptsächlichen EU-Dirigenten von einmaliger Unkenntnis und einmaliger Unfähigkeit sind, kann man nicht sagen wie lange sie mit Täuschungsmanövern der Öffentlichkeit herumspielen werden.


Dieter Nuhr: "In Deutschland ist grundsätzlich immer Krise"
(format.at) Kabarettist Dieter Nuhr erklärt, warum sich der Pessimist in der Evolution durchgesetzt hat, warum nur Schafskäse Griechenland retten kann und wieso er statt der Wehrpflicht eine Reispflicht für sinnvoll hält. Mehr...

Kommentar: Es ist Wochenende und Zeit für einen weiteren Beitrag, den wir empfehlen. Nicht ganz ernst zu nehmen. Oder doch? Die Entscheidung überlassen wir den LeserInnen. 


Auf nach Afrika!
(zeit.de) Sie fliehen vor dem Niedergang in ihrer Heimat: Viele Portugiesen suchen Arbeit in der früheren Kolonie Angola. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir haben bereits vor einiger Zeit über diese Entwicklung in Portugal berichtet. Damals war es auch die ZEIT, die berichtet hat: "Portugiesen suchen Zuflucht in der Ex-Kolonie". Mehr dazu hier. Offensichtlich hat sich die Tendenz nur noch weiter verschärft. Eine irre Entwicklung, Europäer verlassen ihr Land und suchen eine Zukunft in Afrika. Auswanderungen sind aber nicht nur ein portugiesisches Problem, Irland und Lettland sind ebenfalls bereits seit längerer Zeit davon betroffen (hier und hier). Insgesamt sind es schon einige Hunderttausende, die ihr Land verlassen haben. Wir erwähnen es nur der Ordnung wegen: Es handelt sich immer um gut ausgebildete Leute, die eigentlich zu Hause gebraucht werden, falls sich die Wirtschaft noch einmal erholen wird. 


WestLB: In Düsseldorf tickt eine 1,5 Billionen Euro Derivaten-Bombe
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Nachfolgebank der WestLB, in deren Aufsichtsrat der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sein segensreiches Wirken entfaltete, ist eine Geisterbank. Mehr...

Kommentar: Eines der Mosaiksteinchen zur heimischen Bankenkrise und höchst gefährlich. DIE Massenvernichtungswaffe (O-Ton Warren Buffett) schlechthin und nicht mehr zu entschärfen. Offen ist nur noch der Zeitpunkt ihrer vernichtenden Wirkung.


"Null Toleranz" für Steuerhinterzieher
(wirtschaftsblatt.at) Die Deutsche Bank will keine Toleranz gegenüber Steuerhinterziehung zeigen. Dies sei "ein kriminelles Delikt", sagte der Co-Chef der Bank, Jürgen Fitschen, dem Deutschlandfunk. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eine lächerliche Show, die Fitschen da abzieht. Die Deutsche Bank steckt bis zum Hals in diesem Dreck. Die Bank ist aktuell tief in einem der größten Steuerbetrugsskandale der USA verwickelt. Klangvolle Namen sind dabei. Mit den US-Finanzbehörden hat die Deutsche Bank einen Vergleich über eine Strafzahlung von 554 Millionen USD geschlossen. Jetzt suchen die betroffenen US-Anleger ihr Glück und haben die Bank auf Schadenersatz verklagt. Nachzulesen in "Deutsche Bank: Die Steuersparer", mehr dazu hier.  
  

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.