Dienstag, 2. April 2013

Standpunkt 592 - Nachrichten-Ticker, 01.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: Europa-Krise ohne Ende – Bundesregierung und EU-Kapitalverkehrskontrollen – Zypern: 100% Verlust – Schwellenländer versus Euro – VW-Jobwunder China – Japan und die Inflation – USA: "Jail not Bail"? – Kanada in Not 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung zyprischer Sparer zeigt, das Thea verdient nach wie vor größtes Interesse. Für das Frühjahr bereiten wir ein neues Update vor und sind für Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch Kritik offen und dankbar. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ der immer noch höchst aktuellen letzten Ausgabe gefallen: "Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird" (hier).  Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Fünf von 17 Dominosteinen sind gefallen – der Stand in der Euro-Krise
(format.at) Fünf der 17 Euro-Staaten brauchen bereits internationale Finanzhilfe. Sorgen bereitet Italien und weiterhin Spanien, Slowenien gilt inzwischen als weiterer Problemfall. So ist die Lage in der Eurozone...
Nach dem Hilfspaket für Zypern gelten unter Ökonomen Spanien und Slowenien als nächste Kandidaten für den Euro-Rettungsschirm. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter 48 Volkswirten rechnen 36 Ökonomen damit, dass Zypern nicht die letzte Rettungsaktion war. Mehr...


Kommentar: Die Experten haben in ihre Glaskugeln geschaut und machen ihre Vorhersagen über die Fortsetzung der europäischen Krise. Merkwürdigerweise nicht dabei sind Malta und Luxemburg, von denen offensichtlich für die Fachleute keine unmittelbare Gefahr für die Eurozone ausgeht. Das sehen nur die zweit- und drittklassigen deutschen Politiker anders. Die sollten sich erst einmal die Struktur des Finanzmarktes, die Geschäftstätigkeit und die Eigentumsverhältnisse der Banken in diesen beiden Ländern ansehen. Dann wäre auch diesen Leuten klar, ein wenig Kenntnis der Zusammenhänge vorausgesetzt, dass deren Situation mit Zypern absolut nicht vergleichbar ist. 


Regierung: Kapitalverkehrskontrollen in der EU grundsätzlich verboten
(bundestag.de) Die Bundesregierung steht Kapitalverkehrskontrollen grundsätzlich skeptisch gegenüber. Dies schreibt sie in ihrer Antwort (17/12565) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/12326) zu Anpassungsprogrammen, Rezession und sozialer Notlage in Griechenland. Zwar will sich die Regierung nicht dazu äußern, wie sich die Lage in Griechenland bei frühzeitigem Einsatz von Kapitalverkehrskontrollen entwickelt hätte, weist aber auf die sehr engen rechtlichen Grenzen für solche Kontrollen in der EU hin: „Kapitalverkehrskontrollen innerhalb der EU sowie im Verhältnis zu Drittstaaten sind nach den europäischen Verträgen im Interesse des Gemeinsamen Binnenmarktes grundsätzlich verboten. Innerhalb der EU sind Ausnahmen hiervon, das heißt Beschränkungen der Kapitalverkehrsfreiheit, nur bei Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung denkbar.“ Mehr...

Kommentar: Dieser Text ist klar formuliert und beweist unmißverständlich die Doppelzüngigkeit der  Bundesregierung im Umgang mit europäischem Recht. Im Fall Zypern fehlte es eindeutig an der Voraussetzung "Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung". Dort diente die Kapitalverkehrskontrolle lediglich dem Zweck, bis zur Schaffung einer rechtlichen Handhabe für den Zugriff auf die Konten bei den Banken in Zypern, die Verfügung der Konteninhaber zu blockieren. Das ist Annexion mit nicht-militärischen Mitteln. Das ist Totalitarismus, der gerade in Europa Einzug hält. Die EU verkommt zu einer Bananenrepublik. Wann werden weitere Grundrechte abgeschafft? Es scheint nur eine Frage der Zeit!


Zypern-Anleger müssen mit 100 Prozent helfen
(derstandard.at) Was nicht zwangsweise in Anteilsscheine umgewandelt wird, lässt der Zentralbankchef erst einmal einfrieren. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Das Ergebnis von Annexion, Totalitarismus und Bananenrepublik. Wir haben bereits vor zwei Tagen darüber berichtet (hier). Es waren die Amerikaner, die diesen, wie wir finden, ungeheuerlichen Vorgang öffentlich gemacht haben: "And Scene: Big Cypriot Depositors Facing Complete Wipe Out". Mehr dazu hier. Das deutsche "BILD"-ungsbürgertum wird Beifall klatschen im Glauben, davon nicht betroffen zu sein. Ein tragischer Irrtum, dem das Volk in der Vergangenheit schon mehrfach zum Opfer gefallen ist. Hartnäckig weigern sich die Deutschen, aus ihrer eigenen Geschichte zu lernen. Scheinbar beginnt die für viele erst mit der Gründung der Bundesrepublik am 23. Mai 1949. Hoffentlich haben unsere Nachbarn, trotz fehlender geschichtlicher Lehren, mehr Weitsicht. 


Ist der Ruf erst ruiniert ...
(stern.de) Die Zypern-Rettung ist ein Tabubruch. Der Staat bedient sich an Konten von Sparern, auch Europäer in anderen Ländern fürchten um ihr Geld. Wie geht es weiter mit der Eurokrise? Hier ein paar Fakten. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein Sterndeuter-Beitrag, diese Mischung aus ein paar Fakten und vielen Mutmaßungen. Nichts Genaues weiß man nicht. Jedenfalls tut man so beim stern. Ein Artikel, den es sich lohnt in einigen Wochen noch einmal nachzulesen und an dem zu messen, was bis dahin zur Lösung von Europas Krise getan worden ist 


Währungsreserven: Schwellenländer stoßen Euro ab
(faz.net) Die Schwellenländer verlieren Vertrauen in den Euro. Im Krisenjahr 2012 haben sie ihre Bestände der europäischen Währung verkleinert. Der Euro wird keine bedeutende Reservewährung. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Schäuble hält den Euro für stark. Andernorts ist man offenbar anderer Ansicht. Europas Anspruch war jedenfalls ein anderer, wie dieser Beitrag zeigt: "Der Euro: treibende Kraft in einem globalisierten Finanzsystem", vom 11.11.2002. Mehr dazu hier. Wirklich lesenswert. 


VW will Jobs schaffen - vor allem in China
(manager-magazin.de) "Wir stehen zu Deutschland und Europa", sagt VW-Konzernchef Winterkorn. Neue Jobs wird der Autobauer aber primär in China schaffen. Dort wächst der Konzern am stärksten und baut auch die meisten neuen Fabriken. Markt, Produktion und Beschäftigung verschieben sich zusehends. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Nur noch eine Frage der Zeit, wann die ersten VW aus chinesischer Produktion auf Deutschlands Straßen unterwegs sind. Und der VW-Betriebsrat wird, ebenso das Land Niedersachsen, eine unrühmliche Rolle bei dieser Verlagerung von Produktion und Arbeitsplätzen spielen. Andere werden schon deutlicher: "VW verlagert Jobs nach China" überschreibt n-tv einen Beitrag zum gleichen Thema und fasst zusammen: "Volkswagen baut inzwischen fast jeden dritten Wagen in Asien. Die Folge: Der Konzern exportiert nicht nur immer mehr Autos, sondern auch Arbeitsplätze nach Fernost. In nur vier Jahren wächst die Zahl der Mitarbeiter in Asien um mehr als das Doppelte. In Deutschland werden dagegen viel weniger Stellen aufgebaut – oder künftig sogar verloren gehen." Mehr dazu hier


Aus Japan rollt eine Inflationswelle heran
(focus.de) Japans Premier Abe will mit einer ultralockeren Geldpolitik das wirtschaftliche Siechtum seines Landes beenden und die Inflation schüren. Die Folgen wird die ganze Welt zu spüren bekommen. Mehr...

Kommentar: Schon wieder wird die Inflationsangst geschürt. Es geht um 2% Inflation, die Japan anstrebt. Daraus eine Inflationswelle für die ganze Welt herzuleiten, ist absoluter Nonsens. Im Beitrag selbst heißt es auch nur, "es ist wahrscheinlich, dass eine globale Inflationsbewegung ihren Ausgangspunkt im Land der aufgehenden Sonne nehmen wird." Wir erinnern daran, dass seit nunmehr vier Jahren in schöner Regelmäßigkeit in den deutschen Leitmedien davon geschrieben wird, die von den Notenbanken bereitgestellte Liquidität sorge für einen steilen Anstieg der Inflation. Bis heute ist davon nichts zu spüren. Daran wird auch Japans neue Geldpolitik wenig ändern. 


US-Aufseher fordert Gefängnisstrafen für Banker
(handelsblatt.com) Wenn Banker in gravierender Weise gegen das Gesetz verstoßen haben, sollen sie ins Gefängnis. Das fordert ein Mitglied der US-Marktaufsicht. Auch die Geldstrafen für Einzelne und Firmen sollen drastisch angehoben werden. Mehr...

Kommentar: Sollte Amerika tatsächlich den Mumm haben und kriminelle Banker in den Knast stecken? Wir können es kaum glauben. Noch ist es der Plan nur eines Mannes. Zu wenig, um der Sache Geltung zu verschaffen. Erst muss eine weitere, schlimmere Krise passieren, bevor auf Druck der Öffentlichkeit die verantwortlichen Personen endlich mit Freiheitsentzug bestraft werden. Das wäre jedenfalls nützlicher als jeder Regulierungsversuch.


Canada’s economy: On thinning ice
(economist.com) Disappointing exports, stalled investment and fiscal austerity leave the overstretched consumer as Canada’s only hope for growth. Read more...


Quelle: economist.com

Kommentar: Was dieser Beitrag beschreibt, kommt nicht überraschend. Leserinnen, die unseren Blog schon länger verfolgen, wissen, dass wir uns schon sehr früh auf eine Krise Kanadas festgelegt haben. Zu Zeiten, in denen hierzulande die Leitmedien das Land noch zum Vorbild verklärt haben. Beispielhaft nennen wir einen Beitrag des FOCUS, erschienen am 16.12.2009: "Kanadas Banken strotzen vor Kraft". Weiter heißt es: "Kanada nahm seine Großbanken früh und entschlossen an die Leine – heraus kam das gesündeste Finanzsystem der Welt." Mehr dazu hier. Das war damals schon falsch, obwohl nicht völlig aus der Luft gegriffen. "Das Weltwirtschaftsforum  kürte das kanadische Bankensystem zum gesündesten der Welt. Auf einer Skala von eins bis sieben erreichte Kanada den Wert 6,8. Deutschland, die USA und Großbritannien landeten auf den Plätzen 39, 40 und 44." So der FOCUS im Beitrag. Gedacht war der Artikel primär als Seitenhieb gegen Europa, wo gerade die Spekulationen gegen Griechenland ihren Anfang nahmen. "Die Angst geht um" titelte am 08.12.2009 das HANDELSBLATT und schreibt in der Einleitung: "An der Börse in Griechenland brechen die Aktienkurse ein. Ausländische Investoren ergreifen die Flucht, nachdem die Ratingagentur Fitch die Bonität des Landes heruntergestuft und einen düsteren Ausblick gegeben hat. Droht den internationalen Finanzmärkten die nächste große Krise?" Mehr dazu hier. Die folgende Grafik stammt aus dem aktuellen Economist-Artikel und macht eines der kanadischen Probleme augenfällig: 


 
  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.