Donnerstag, 4. April 2013

Standpunkt 594 - Nachrichten-Ticker, 03.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthema: Europäische Republik? – Hurra, Deutschland! – Einlagensicherung? – „Merkel-Garantie“? – Arbeitslosigkeit – Laiki Bank-Katastrophe – Dänemark


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir haben mit den Arbeiten für das neue Update begonnen und hoffen weiter auf Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch nützliche Kritik. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung! 


Es lebe die europäische Republik!
(faz.net)  Hört endlich auf die Träumer, sie sind die wahren Realisten. Sie retten Europa und die Demokratie. Kein Nationalstaat kann heute noch alleine Probleme lösen. Mehr...

Kommentar: Ein "charmanter" Beitrag, durch und durch "verträumt". Die Schaffung einer "europäischen Republik". Unmöglich, zwischen Theorie und Praxis liegen wieder einmal Welten. Zu groß sind die Defizite. Wir meinen nicht die pekuniären, davon gibt es genug. Was fehlt sind mutige und aufrichtige Politiker, die mit Wahrhaftigkeit für den europäischen Gedanken einstehen. Intellektuelle, die den Schneid haben, sich in die Politik einzumischen und ihre Finger in die vielen Wunden zu legen, mit denen Europa mittlerweile übersät ist. Ökonomen, die vor der Öffentlichkeit über diesen Wahnsinn aufklären. Journalisten, die sich Joseph Pulitzer verpflichtet fühlen und nicht den Mächtigen. Außerdem Menschen, die sich nicht gegenüber den Nachbarn in nationalistischen und rassistischen Ressentiments verlieren, die solidarisch sind. Die begreifen, dass nur ein „Unus pro omnibus, omnes pro uno“ (lateinisch für "Einer für alle, alle für einen") Europa aus diesem Schlamassel retten wird. Die Wirklichkeit ist anders. Korrumpierte, selbstsüchtige, machtgeile PolitikerInnen lügen und betrügen, tricksen und täuschen sich durch die Krise in Europa. Skrupellos richten sie damit Europa zugrunde. Zum Nutzen einiger Weniger. Ziel ist es, ein durch und durch marodes Finanzsystem am Leben zu erhalten. Um jeden Preis. Die Zwischenbilanz ist verheerend. Massenverschuldung, Massenarbeitslosigkeit, Armut und Elend, Seuchen und Verzweiflung haben in weiten Teilen Europas bereits Einzug gehalten. Wir schreiben das Jahr 2013 und Millionen Europäer leben in Knechtschaft, seit Martin Luther der Begriff für den Zustand der Rechtlosigkeit und Ausbeutung. Luther lebte von 1483 bis 1546! Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Der Murks geht unvermindert weiter. Die Krise wird von Woche zu Woche und von Rettungsaktion zu Rettungsaktion nur noch schlimmer. Bankenunion, Fiskalpakt oder Schuldenbremse sind auch keine ernsthafte Lösung. Alles kein guter Nährboden für den Aufbau einer europäischen Republik. Wir befürchten, Europa muss erst gänzlich in Trümmer liegen, bevor etwas neues entstehen kann. 


Uns geht's besser, als wir glauben
(manager-magazin.de) Trotz Zypern-Krise und Euro-Zitterpartie: Deutschland wächst. Die derzeitigen Prognosen sind sogar viel zu pessimistisch. In Wahrheit dürfte die Bundesrepublik vor einem zweiten Wirtschaftswunder stehen. Mehr...

Kommentar: Ein Beispiel für journalistischen Hurra-Patriotismus. Fokussiert, wie könnte es auch anders sein, auf Deutschland. Rundherum geht Europa in die Binsen (sorry, liebe Österreicher und Schweizer, Euch wird es auch erwischen), aber hierzulande erleben wir angeblich ein neues Wirtschaftswunder. Diese Aussage gründet der Autor auf eine stark aufgehellte Stimmung in den deutschen Unternehmen, die durch aktuelle Umfragen festgestellt worden ist. Deutschland soll davon profitieren, dass jetzt auch Frankreich und Holland in einer Rezession versinken. Das ist hanebüchen. Selbst das Fazit, ganz zum Schluss, enthält nur ein Fünkchen Wahrheit: "Deutschland mag derzeit viel besser dastehen als die üblichen Prognostiker glauben. Aber Realität wird das goldene Zukunftsszenario nur, wenn es gelingt, Europa in der Balance zu halten." In Wahrheit geht es Deutschland nur deshalb noch besser, weil Europa eben nicht ausbalanciert ist. Wer hat das wohl zu verantworten? Die folgende Grafik zeigt die aktuellen Erwartungen: 





"Wir sitzen auf einem zu hohen Ross"
(manager-magazin.de) Seit wenigen Wochen ist Marcel Fratzscher neuer Präsident des DIW. Der Ökonom sagt im Interview, warum er einen Bank Run auf Zypern fürchtet - und warnt, dass Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit über Steuererhöhungen für Reiche oder Lohnerhöhungen aufs Spiel setzt. Mehr...

Kommentar: Bei seinen Analysen hat Fratzscher einige gute Ansätze - die er mit seinen Lösungsvorschlägen wieder zunichte macht. Der Mann kommt einfach nicht raus, aus seiner neoliberalen Ecke. Die Reichen weiter zu schonen und auf nennenswerte Lohnerhöhungen zu verzichten, gehört zu den überkommenen neoliberalen Grundsätzen. Das wird auf Dauer nicht funktionieren. Vor diesem Hintergrund verdient dieses Interview Beachtung, weil Fratzscher irgendwann seine Meinung der Realität anpassen muss. Wetten? 

Zur Erinnerung, obwohl es erst einige Monate her ist: Das DIW hat - bisher einmalig in Deutschland - der Politik eine Richtlinien für eine Zwangsabgabe an die Hand gegeben: "Eurokrise, Staatsverschuldung und privater Reichtum: Vermögensabgaben - ein Beitrag zur Sanierung der Staatsfinanzen in Europa" (hier). Lesen lohnt sich - für alle. 


Österreich: Banker fordern Selbstbehalt für Spareinlagen
(diepresse.com) Experten fordern eine Reform der Einlagensicherung: Gerät eine Bank in eine Schieflage, sollen auch kleine Sparer zur Kasse gebeten werden. Mehr...

Kommentar: Die Schlinge zieht sich zu, für die Sparer in Europa. Jetzt wird doch schon über eine Beteiligung der Einlagen bis 100.000 Euro bei einer Bankenpleite diskutiert. Europäische "Völker hört die Signale", es wird alle treffen. 10% Eidenanteil? Leute, lasst euch bitte keinen Bären aufbinden, es geht um mehr - viel mehr - am Ende um alles. Garantiert! 


De Maizière: Garantie der Spareinlagen "ist nicht zu Ende gedacht"
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Im Oktober 2008 gab es in Deutschland erstmals seit den 1920er Jahren wieder erste Anzeichen eines realen Bank-Runs: Daraufhin garantierte Angela Merkel die Sicherheit der Spareinlagen. Ihr damaliger Kanzleramtsminister, Thomas de Maizière, räumt nun ein: Die Bundesregierung hatte nicht die geringste Ahnung, was sie eigentlich garantiert. Mehr...

Kommentar: Ein wirklich aufschlussreicher Beitrag, der nur einen Schluss zulässt: Die "Merkel-Garantie" ist vollkommen wertlos. Obwohl diese Garantie im Zusammenhang mit Zypern gerade wieder erneuert wurde. Das ist Volksverdummung. Und sie funktioniert. Unsere LeserInnen sollten es besser machen. 


Die Ökonomie der Arbeitslosigkeit
(fuw.ch) Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit bleibt das grösste wirtschaftliche Drama der Industriestaaten. Die Rezepte der Ökonomen sind klar, doch sie entsprechen nicht unbedingt dem gängigen Wirtschaftswissen. Mehr...

Kommentar: Nur keine Angst vor diesem Beitrag, die wichtigsten Passagen sind verständlich geschrieben, der Rest kann getrost übersprungen werden. Führt Beweis über die Ursachen der Massenarbeitslosigkeit in Südeuropa. Das hat wenig mit dem zu tun, was uns täglich von den deutschen Politikern und Leitmedien suggeriert wird. Das Thema wird Europa noch lange beschäftigen.


Laiki Bank – der Countdown zur Katastrophe für Zypern
(format.at) Am letzten Mittwoch im März versammeln sich die Direktoren der zyprischen Laiki Bank im sechsten Stock ihrer Konzernzentrale. Umrahmt von den Ölgemälden ihrer Vorgänger an der Spitze der Traditionsbank treten sie einer nach dem anderen zurück. Damit besiegeln sie das Ende der Bank, die Zypern fast ruiniert hat. "Es war wie bei einer Beerdigung", sagte einer der Anwesenden anschließend. Der Tod des 112 Jahre alten Geldhauses markiert das Ende einer verzweifelten Suche nach einem Ausweg aus einer Zwickmühle, die mit der Rettung Griechenlands begann. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag verdient Beachtung. Er beschreibt die wahren Hintergründe der Bankenpleite in Zypern. Nichts davon passt zu den offiziellen Thesen in Deutschland, die von Bundesregierung und Leitmedien verbreitet werden. 


IWF warnt Dänen vor Risiko bei Immo-Krediten
(derstandard.at) Mit tilgungsfreien Krediten haben sich viele Dänen eine Immobilie gekauft. Das hat die Verschuldung der privaten Haushalte drastisch erhöht Kopenhagen - Das Konstrukt klingt bekannt. Mit billigen Krediten werden Immobilien gekauft in der Hoffnung, der Wert der Häuser und Wohnungen steigt stetig. 2007 wurde das für viele US-Hausbesitzer zum Verhängnis, die zu strukturierten Produkten geschnürten Immobilienkredite zum Auslöser der Finanzkrise. Mehr...

Kommentar: Der IWF hat es endlich gemerkt, es ist "was faul im Staate Dänemark". Dabei haben die Dänen schon lange eine veritable Bankenkrise. Schon mehrfach sind Zentralbank und Staat den Banken mit Milliardenhilfen beigesprungen. Da ist es sehr verwunderlich, dass Dänemark immer noch zum harten Kern der Top-Ratings gehört. Triple-A ist lächerlich. Das Land wird ein Sanierungsfall. Wir lernen daraus: Krise geht auch ohne Euro.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.