Samstag, 13. April 2013

Standpunkt 602 - Nachrichten-Ticker, 11.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Menschenwürde in Deutschland – Reichtum – Wachstum – Europa-Krise – Austerität versus Wachstum – Griechenland – Frankreich – Oberlehrer Deutschland – Euro-Rettung durch Lohnverzicht – Bankgeheimnis in Österreich – China in Not


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir haben mit den Arbeiten für das neue Update begonnen und hoffen weiter auf Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch nützliche Kritik. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung!


Hinweis: In unserem "Standpunkt 600 - Nachrichten-Ticker" haben wir uns unter der Überschrift "Auf ein Wort!" ausführlich mit den Gefahren des neuen europäischen Rettungsmodells à la Zypern für jeden von uns beschäftigt. Der Beitrag ist nach wie vor brandaktuell. Es besteht Handlungsbedarf! Wer ihn noch nicht gelesen hat, empfehlen wir dringend es hier nachzuholen.


Die Würde des Menschen ist unauffindbar
(heise/telepolis.de) Zur Reise eines öffentlichen Soziologen durch das Land der Tafeln und Suppenküchen. Was haben der Genfer See, Castrop-Rauxel, ein Sammellager für Asylbewerber in Bayern, eine Suppenküche in Thüringen und ein Sozialkaufhaus an der belgischen Grenze gemeinsam? Es sind Stationen innerhalb der Entstehungsgeschichte des Buches Schamland - Die Armut mitten unter uns, das am 12. April erscheint. Mehr...

Kommentar: Eine erschreckend stimmige Überschrift für den durch Schröders Agenda 2010 verstetigten Zustand im Land. Machen wir uns nichts vor, die Krise wirkt verstärkend. Den Rest besorgt die Politik: Eine neue Agenda ist in Vorbereitung, 2020. Eine neue Runde der Entwürdigung. Der Beitrag ist keine leichte Kost, verdient aber ungeteilte Aufmerksamkeit.  


Der Reichtum der Deutschen
(fr-online.de) Deutsche Haushalte sind im Schnitt ärmer als spanische oder
italienische, heißt es in einer Studie der EZB. Doch der Bericht hat Mängel. Wir zeigen, wo Deutschlands Stärken liegen. Mehr...


Kommentar: Ein Nachtrag zu gestern, den Beiträgen über die armen Deutschen (hier). Noch eine Minderheitenmeinung: eine kritische Auseinandersetzung mit der Studie. 


Mission Globales Wachstum
(project-syndicate.org)  Welches ist die dringlichste wirtschaftliche Priorität für so verschiedenartige Länder wie Brasilien, China, Zypern, Frankreich, Griechenland, Island, Irland, Korea, Portugal, Großbritannien und die Vereinigten Staaten? Es sind nicht Schulden und Defizite, und es ist auch nicht der Umgang mit den Nachwirkungen von unverantwortlicher Kreditaufnahme und -vergabe. Diese Dinge sind zwar relevant und in einigen wenigen Fällen dringlich. Aber die Herausforderung Nummer eins, der sich diese Länder stellen müssen, ist die Entwicklung von Wachstumsmodellen, die inmitten einer säkularen Neuordnung der Weltwirtschaft besser bezahlte und sicherere Jobs in ausreichendem Umfang bieten. Sowohl aus theoretischen als auch aus praktischen Gründen kann diese Herausforderung weder einfach noch rasch angegangen werden. Und wenn sie angegangen wird, wird der Prozess höchstwahrscheinlich unvollständig und ungleichmäßig verlaufen, die Unterschiede betonen und knifflige Koordinationsfragen auf nationaler, regionaler und globaler Ebene aufwerfen. Von Mohamed A. El-Erian. Mehr...

Kommentar: El-Erian ist als Chef von PIMCO eine richtig große Nummer im internationalen Finanzgeschäft. Ähnlich wie bei George Soros, lohnt es sich bei einem Beitrag von El-Erian genauer hinzusehen. Besonders für Europas Krisenmanager vom Schlage einer Angela Merkel oder eines Wolfgang Schäuble. Wenigstens dann, wenn sie es mit Europa gut meinen würden. Was scheinbar nicht der Fall ist. Alle anderen finden wenigstens einige Schnipsel Wahrheit über die Hintergründe der Krise und ihre wirksame Bekämpfung. Hervorstechend seine Feststellung, dass hochverschuldete Regierungen durch die hohen Kosten dorthin gebracht wurden, die "sie zur Schadensbegrenzung für das verantwortungslose Verhalten von Banken aufbringen mussten." Leider erwähnt El-Erian mit keinem Wort die immensen Risiken, die nach wie vor im verantwortungslosen Verhalten der Banken liegen. Die dadurch bedingten Rettungsversuche blockieren jede politische Entscheidung für Maßnahmen zum dringend notwendigen Wirtschaftswachstum in den Krisenstaaten. Ganz im Gegenteil, wie das Beispiel Zypern wieder zeigt. Die vermeintliche Rettung zerstört gleichzeitig die Realwirtschaft. Firmen müssen schliessen, schlagartig gehen Jobs verloren, wegen fehlender sozialer Absicherung beginnen Not und Elend. Die Menschen rutschen in die Armut. Diese bereits begonnene Entwicklung zeigt deutlich die Absurdität der EZB-Studie über die Vermögensverhältnisse in Europa. Solche Rettungen verschärfen ein weiteres Mal die Krise, wie demnächst weiter zu beobachten sein wird


Who’s next in line in the eurozone crisis? Portugal and Slovenia are the prime candidates
(openeurope.org.uk) Both Portugal and Slovenia could need external assistance of some sort
The troubles in Cyprus have set off a new examination of the health of the eurozone, with a particular focus on which country might be next in line for a bailout and the extent to which shareholders and depositors will take losses when banks fail (bail-ins). Much of the attention has settled on two countries. Portugal, which has been propelled back into the headlines, with the country’s constitutional court recently ruling against some of the government’s EU-mandated budget cuts. Secondly, Slovenia, which is facing a massive banking crisis, in turn providing another potential testing ground for the eurozone’s vaguely defined ‘bail-in’ plans. Below we provide a quick rundown of the key points to watch in each country. Read more...

Kommentar: Portugal ist altbekannt. Seit Monaten schon einer der Musterknaben unter Europas Krisenstaaten, der andere ist Irland. Dumm gelaufen, beide Staaten stehen an für eine Erleichterung der Kreditbedingungen durch die EU, die wahrscheinlich beschlossen wird (müssen). Griechenland kann so viel Entgegenkommen nicht erwarten. Zurück zu Portugal. Das Land ist am Ende. Die Wirtschaft befindet sich in einer Rezession, es herrscht Massenarbeitslosigkeit, die Menschen kämpfen mit Not und Elend. Die Regierung steht massiv in der Kritik. Portugal ist ein Pulverfass, kein Musterknabe. Der slowenische Leidensweg hat gerade erst begonnen. Das Land braucht dringend Hilfe von der EU. Und muss dafür einen hohen Preis zahlen. Genau wie die anderen Krisenstaaten. Dabei könnte die EU Sloweniens Rettung aus der Portokasse bezahlen und ohne drakonische Sparmaßnahmen. Slowenien wurde in die Eurozone geschoben und gezogen, der Wirtschaft das übliche kapitalistische "Erfolgsmodell" verpasst: Wachstum auf Pump. Das Ende war absehbar. Die nächste Entwicklungsstufe auch: Schuldenknechtschaft. 


“Nobody in Europe” sees a “contradiction” between austerity and growth
(neweconomicperspectives.org) The two most revealing sentences about the gratuitous Eurozone disaster – the creation of the deepening über-Depression – was reported today.  The context (rich in irony as I will explain) is that U.S. Treasury Secretary Lew spent his Spring Break in Europe meeting with his counterparts.  The Wall Street Journal’s article’s title explains Lew’s mission and its failure: “U.S. Anti-Austerity Push Gets Cool Reception in Europe.”  Here are the sentences that capture so well why Germany’s destructive economic policies caused the über-Depression: ““Nobody in Europe sees this contradiction between fiscal policy consolidation and growth,” said Mr. Schäuble. “We have a growth-friendly process of consolidation.”
Wolfgang Schäuble is Germany’s finance minister.  “Fiscal consolidation” is his euphemism for austerity. “Austerity” is an infamous word to tens of millions of Europeans. “Growth-friendly” is his euphemism for causing the über-Depression. I have explained in a recent column that current unemployment rates in the European periphery are often multiples of the average unemployment rates in large European nations from 1930-1938. Current unemployment rates in the U.K. and France are broadly comparable to their average unemployment rates in 1930-1938.  
Schäuble’s economic policies (austerity) have proven catastrophic.  They are contrary to everything we have learned in economics.  In my April 9, 2013 column criticizing the New York Times’ coverage of the self-destructive austerity the EU and the IMF inflicted on Cyprus I quoted Paul Krugman’s devastating criticism of the EU austerians’ dishonest response to their failures and the massive misery they have inflicted. From William K. Black. Read more...


Kommentar: Black nimmt bei seiner Analyse kein Blatt vor den Mund. Er entlarvt die deutsche Austeritätspolitik in Europa als Katastrophe an der EU und EZB, halbherzig unterstützt von IWF, unverdrossen festhalten. Black schreibt: "Economists have known for at least 75 years that austerity is likely to make economic contractions more severe.  The eurozone’s infliction of austerity has produced precisely the self-inflicted damage that economists predicted.  The European leaders who caused this wholly gratuitous economic disaster, unsurprisingly, will not admit or remedy their errors." 


Griechenland: Paukenschlag – die Arbeitslosenquote klettert auf 27,2%
(querschuesse.de) Wie das griechische Statistikamt (ELSTAT) heute berichtete, stieg die saisonbereinigte offizielle Arbeitslosenquote im Januar 2013 in Griechenland um +1,5 Prozentpunkte zum Vormonat, auf 27,2%. Die Quote der Jugendarbeitslosigkeit kletterte auf 59,3%. Dies sind Daten zum griechischen Arbeitsmarkt, die nicht nur von einer schweren Depression zeugen, sondern auch weiter den strammen Weg in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kollaps zeichnen. Die sinnentleerte Strategie der Troika und ihrer griechischen Vollstrecker, welche eine unterentwickelte Volkswirtschaft mit undifferenzierten Sparmaßnahmen, Steuererhöhungen und Erhöhungen administrativer Preise überziehen, wird in einem absoluten realwirtschaftlichen
Fiasko enden.
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Kommentar: Steffen Bogs' Auswertungen sprechen für sich. Mit seinem Fazit kommt er auf den Punkt: "Die Daten zur griechischen Arbeitslosigkeit bleiben ein absolutes Desaster und Zeichen einer übelsten Depression, des realwirtschaftlichen Niederganges und des Versagens der Troika, die mit ihren Maßnahmen die Rezession prozyklisch anfeuert und letztlich ein nahezu volkswirtschaftliches Verbrechen an der griechischen Wirtschaft exekutiert." Zwei Grafiken aus dem Beitrag machen das Dilemma augenfällig: 



 



Survive la France!
(zeit.de) Frankreichs Präsident ist schwach. Doch er ist weiß Gott nicht das größte Problem: Das Land braucht nicht weniger als eine Revolution. Mehr...

Kommentar: Frankreich-Bashing auf intellektuell hohem Niveau. Geschickt verpackt. Das ist sich die ZEIT natürlich schuldig. Nur, steht es uns zu? Beispielsweise Kritik zu üben an der Affäre um das "Schweizer Konto" des Budgetministers? Hat sich Frankreich damals eingemischt, als Helmut Kohl seine Spendenaffäre hatte (hier), oder die hessische CDU ihre Erbschaften aus der Schweiz (hier) und Wolfgang Schäuble sich partout nicht an die 100.000 DM Spende erinnern konnte, die durch seine Hände gegangen sind (hier)? Nein, wir haben dazu nichts gefunden. Die Franzosen haben sich rausgehalten. Kein Sterbenswörtchen war aus Paris zu hören. Woher nehmen sich die Deutschen heute das Recht, sich einzumischen? Gute Ratschläge zu verteilen und am Ende gleich noch, zur Lösung der Probleme im Nachbarland, eine Revolution vorzuschlagen. Das kann nur einen Grund haben: Deutschland weiss es schon wieder besser. 


Praeceptor Europae ("Lehrer Europas", Anm. d. Verf.)
(german-foreign-policy.com) In Berlin mehren sich Warnungen vor einer Zunahme von Unruhen bei südeuropäischen Protesten gegen die deutschen Krisen-Spardiktate. Der Unmut über die deutsche Politik, der bereits vergangenes Jahr von Regierungsberatern aufmerksam und mit Sorge beobachtet wurde, wächst in Südeuropa und tritt bei Teilen der jeweiligen nationalen Eliten, aber auch bei Massendemonstrationen immer offener zutage. Der deutsche Außenminister warnt, "die Fliehkräfte in Europa" seien "noch nie so groß" gewesen wie heute. Ein Berliner Politikwissenschaftler äußert, es sei höchst gefährlich, den gegen die deutsche Dominanz gerichteten Unmut "achselzuckend oder gar arrogant" zu missachten: Die Bundesrepublik werde zweifellos dafür "die Rechnung präsentiert bekommen". Wolfgang Merkel, Professor an der Humboldt-Universität, rät zu einem vorsichtigeren Vorgehen: "Am deutschen Sparwesen wird die Europäische Union sicherlich nicht genesen." Die Brisanz der Entwicklung wird durch eine aktuelle Analyse der International Labour Organization (ILO) verdeutlicht. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit, dass es in der EU zu umfassenden sozialen Unruhen kommt, seit Beginn der Krise deutlich gestiegen. Mehr...

Kommentar: Pflichtlektüre. Eine denkwürdige Analyse über den Oberlehrer Deutschland und die Folgen seiner nur mühsam kaschierten Großmannssucht in Europa. In letzter Zeit häufen sich die Warnungen vor zunehmenden Unruhen in Europa, ausgelöst durch die brachialen Spardiktate deutscher Krisenpolitik. Deutschland zwingt mit seiner Politik des "nichts Geben, alles Nehmen" Millionen Europäer in eine jahrelange Schuldenknechtschaft. Deutschland verfolgt dabei primär lediglich zwei Ziele: Die Rettung seiner Banken und den Ausbau seiner wirtschaftlichen Vormachtstellung in Europa. Skrupellos, kompromisslos. Dafür wird sogar der Tod vieler Menschen in Kauf genommen, die unter dem Joch der Spardiktate keinen Ausweg wissen und sich das Leben nehmen (in Griechenland, Spanien, Italien, Portugal an der Tagesordnung!), oder denen aus Geldmangel lebensrettende Medikamente verweigert werden (in Griechenland, Spanien, Portugal). Das Finanzsystem in den Krisenstaaten wird systematisch zerstört, dadurch die Wirtschaft ruiniert, echte Reformen verhindert. Deutschland fordert ein neues "Geschäftsmodell" in diesen Staaten, beraubt sie jedoch gleichzeitig jeglicher Finanzkraft. Es ist ein Raubzug, oder ein Krieg mit anderen Mitteln. Die Bibel drückt es so aus: "Der Reiche hat die Armen in seiner Gewalt; wer sich Geld leiht, wird zum Sklaven seines Gläubigers." (Altes Testament Sprüche Salomos 22:7). Der 2. US-Präsident John Adams (1735 - 1826) hat es einmal so formuliert: "Es gibt zwei Wege, ein Land zu erobern und zu unterwerfen: durch das Schwert oder durch Schulden." 


Ökonom fordert für Euro-Rettung Lohnverzicht
(welt.de) Deutschland sollte nach Ansicht des Wirtschaftsweisen Volker Wieland auf Lohnerhöhungen zugunsten von mehr Beschäftigung verzichten. Davon könnten auch die Menschen in Euro-Krisenländern profitieren. Mehr...

Kommentar: Was dieser Experte empfiehlt, wird in Deutschland schon seit Jahren praktiziert. Entgegen den Vorstellungen der EU-Wirtschaftspolitik erleben die Deutschen seit 1998 einen Stillstand bei Löhnen und Gehältern, während in anderen Länder die Menschen im gleichen Zeitraum erhebliche Einkommenszuwächse verzeichnen konnten. Die deutsche Wirtschaft hat so ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den europäischen Nachbarn gesteigert. In Verbindung mit der beinahe unbegrenzten Finanzkraft deutscher Banken, schuf man dauerhafte Leistungsbilanzüberschüsse. Höhlt auf diese Weise die Handelspartner bis heute quasi aus. Die Einführung des Euro begünstigte zusätzlich diese Entwicklung. Wieland will diesen Zustand weiter festzementieren, noch auf Jahre Löhne und Gehälter in Deutschland niedrig halten. Mehr Beschäftigung entsteht dadurch nicht, vom Niedriglohnsektor abgesehen. Wieland möchte Wanderarbeiter. Das ist neoliberaler Humbug. Die Menschen in den Krisenstaaten brauchen einigermaßen gut bezahlte Arbeitsplätze zu Hause, nicht im fernen Deutschland. Scheinbar soll eine Transferunion nach altem Vorbild entstehen: Erinnert es nicht sehr stark an die 1960er und 70er Jahre, als Millionen Gastarbeiter Monat für Monat Teile ihrer Löhne in die Heimat geschickt haben? Wirtschaftlicher Nutznießer wäre in der Hauptsache - wieder einmal - Deutschland: Billige Arbeitskräfte, die mit Teilen ihrer Einkünfte hierzulande den Konsum befeuern und mit dem Rest die ferne Heimat sponsern. 

Es findet sich aber auch ein wenig Bemerkenswertes im Text: "Wenn man schaut, wie Spanien in diese Krise hineingekommen ist, dann war das nicht ein Problem der Staatsschulden." Im Zusammenhang mit der Kostenverteilung bei den Rettungsversuchen am Beispiel Spanien findet Wieland: "Fair ist, dass auch Investoren, die durchaus auch aus dem Ausland kommen, darunter aus Deutschland, beteiligt werden. (...)  Das müssen nicht gleich die Inhaber von Giro-Einlagen sein, sondern idealerweise Anleihebesitzer." Glasklare Aussagen, leicht verständlich, oder? 


Bankgeheimnis – warum Österreich die "heilige Kuh" hütet
(format.at) Österreich riskiert, zum Buhmann in der EU zu werden: Die Alpenrepublik hält mittlerweile als einziges Land innerhalb der Union krampfhaft an ihrem Bankgeheimnis fest und hat sich damit bereits den Unmut der EU-Kommission zugezogen. Zwar hatten sich beide Regierungsparteien zuletzt offen für Verhandlungen zur Bekämpfung der internationalen Steuerkriminalität gezeigt. Experten sind jedoch skeptisch, ob Österreich dem Vorbild Luxemburgs rasch folgen könnte und seinen Widerstand aufgibt. Das hat seinen Grund: Das Bankgeheimnis wird als Relikt aus der Nachkriegszeit seit Jahrzehnten wie eine heilige Kuh gehütet und ist sogar in der Verfassung verankert. Mehr...

Kommentar: Österreich sorgt sich. Vor allen Dingen um den Abzug von ausländischem Geld von den heimischen Bank. Das hätte fatale Folgen: Die kommende Krise aus Osteuropa würde so noch zusätzlich verstärkt. Eine üble Verquickung unglücklicher Umstände. Das gilt es zu verhindern. Die Erfolgsaussichten halten wir für gering. Lediglich einen halbwegs geordneten Rückzug halten wir für möglich. Österreichs Bankenchefs dementieren hartnäckig und die Österreicher insgesamt hören es nicht gerne: Es kommt die Zeit, da benötigt das Land ein Rettungspaket. Spätestens dann "berechnet" die EU Österreich als Gegenleistung die Forderung, das Bankgeheimnis abzuschaffen


Chinas Bonität gesenkt
(derstandard.at) Fitch zeigt sich besorgt über das stark angewachsene Schattenbankenwesen und senkt die Kreditwürdigkeit von "AA-" auf "A+". Die Ratingagentur Fitch hat China vor den Gefahren des undurchsichtigen Bankensektors für die Staatsfinanzen gewarnt. Es gebe große Sorge über die massive Ausweitung des Schattenbankenwesens und die schwer zu durchschauende Kreditaufnahme lokaler Stellen, sagen die Fitch-Experten. Eine Krise auf dem grauen Finanzmarkt könnte das reguläre Bankensystem infizieren.Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eine unscheinbare Meldung mit riesiger Sprengkraft. Leicht zu überlesen. In der Vergangenheit gab es schon wiederholt Hinweise auf dieses besondere chinesische Problem. Bereits vor zwei Jahren haben wir vor 700 bis 800 Milliarden Dollar fauler Kredite gewarnt (und ein mitleidiges Lächeln geerntet). Aktuell titelt die "Deutsche Wirtschafts Nachrichten" zutreffend "Gigantische Kreditblase bedroht China" und schreibt dazu: "Das jüngste Downgrade Chinas ist ein Anzeichen dafür, dass die Kreditflut gefährliche Ausmaße angenommen hat. Die Wirtschaft in China wächst nur noch langsam. Die Kreditblase hingegen wächst immer schneller." Mehr dazu hier. Diese Grafik stammt aus dem Beitrag: 
 



In den USA meldet beispielsweise "zerohedge.com": "The True Chinese Credit Bubble: 240% Of GDP And Soaring" und schreibt: "Several months ago we pointed out  [9] something not fully grasped by the broader public: the Chinese corporate debt bubble is the largest of any developed and developing country, and at 151% of GDP (and rising rapidly) is the biggest in the world. What is better known is that corporate debt is just one part of the total debt picture, which also includes consumer loans, government debt and other "shadow debt" credit in the case of China. So how does China's true debt picture as a percentage of debt look? As the chart below from Goldman shows, in 2013 the total credit outstanding in China is expected to rise to a whopping 240% of GDP, and continue rising from there at an ever faster pace." Read more here. Wir können nicht anders, wir sehen uns voll und ganz bestätigt. Eine anschauliche Grafik aus diesem Beitrag: 



Deutschlands Konzernmanagern mit Schwerpunkt China sollten langsam Tränen in die Augen schießen und die Nächte könnten schlaflos werden.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.