Montag, 15. April 2013

Standpunkt 604 - Nachrichten-Ticker, 13.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: EU versus Sparer – Schäuble und Offshore Leaks – Steuerspar-Unternehmen – Gold – Portugal – Amerika


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir haben mit den Arbeiten für das neue Update begonnen und hoffen weiter auf Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch nützliche Kritik. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung!


Hinweis: In unserem "Standpunkt 600 - Nachrichten-Ticker" haben wir uns unter der Überschrift "Auf ein Wort!" ausführlich mit den Gefahren des neuen europäischen Rettungsmodells à la Zypern für jeden von uns beschäftigt. Der Beitrag ist nach wie vor brandaktuell. Es besteht Handlungsbedarf! Wer ihn noch nicht gelesen hat, empfehlen wir dringend es hier nachzuholen


EU-Kommissar will auch reiche Sparer zur Kasse bitten
(stern.de) Vorbild Zypern? Wer mehr als 100.000 Euro auf seinem Konto hat, muss zittern: EU-Kommissar Michel Barnier plant, im Falle einer Bankenpleite auch betuchte Sparer zur Verantwortung zu ziehen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die Enteignung der Sparer in Europa nimmt weiter Konturen an. Uns wird immer klarer, wie die Sache laufen wird. Der Vorschlag des DIW ist (vorläufig) vom Tisch, der geht Merkel/Schäuble & Co. nicht weit genug. Masterplan für einen Einstieg in die Enteignung ist das Modell "Back to Mesopotamia? The Looming Threat of Debt Restructuring“ von Boston Consulting Group (BCG) aus 2011. BCG empfiehlt zur Lösung der Krise in Europa: Eine "europaweite Vermögensabgabe auf flüssiges Vermögen von 33% mit einem Freibetrag von 100 000 Euro (Karl-Martin Hentschel: Das dürfte auf einen Abgabesatz von 50% hinauslaufen). Außerdem eine "europaweite Vermögensabgabe auf Immobilien – um diese gerecht an der Finanzierung zu beteiligen." Begleitet wird das Ganze durch einen Schuldenschnitt und die Einführung von Eurobonds. Das reicht immer noch nicht. Die systemrelevanten Banken lassen sich damit nicht retten. Das dürfte den europäischen Krisenmanagern schon längst bewußt sein. Deren Rettung wird man sich bis ganz zum Schluss aufheben. Die Kunden dieser Banken werden ihre Einlagen verlieren (vgl. Zypern) und um den Rest kümmern sich die Steuerzahler. Spätestens ab diesem Zeitpunkt gilt auch der Freibetrag von 100.000 Euro nicht mehr. Dann geht es endgültig ans "Eingemachte". Einzelheiten zum BCG-Modell gibt es hier.

In der EU ist ein hartes Feilschen im Gange. Die "SZ" meldet "Schäuble will Staaten doppelt für Banken zahlen lassen" und schreibt in der Einleitung: "Geht es nach Wolfgang Schäuble, werden die nächsten Banken-Rettungen ganz anders verlaufen. Auf einem Ministertreffen in Dublin fordert er: Staaten sollten erst einmal selbst Geld in marode Geldhäuser pumpen, bevor sie Hilfe vom deutschen Steuerzahler bekommen. Nur wollen seine Kollegen da nicht mitziehen." Mehr dazu hier. Was Schäuble will, erhöht nur weiter die Staatsschulden und verschärft die Schuldenknechtschaft in den betroffenen Ländern. Hintergrund dieser Forderung ist die Tatsache, dass die beiden systemrelevanten, deutschen Banken im Grunde unrettbar pleite sind. Trotzdem wird man mit allen Mitteln den Versuch unternehmen, beide Banken irgendwie zu retten. Wenigstens Teile davon. Damit beginnt in Deutschland die finale Enteignung. Damit die einigermaßen glatt über die Bühne geht, muss sie vorher EU-weit bereits stattgefunden haben. Dafür wird die Bundesregierung sorgen. 

Die EZB ist dabei und macht Druck. So meldet der österreichische "FORMAT" folgerichtig "EZB will klare Regeln zur Lastenteilung bei Bankenpleiten" und schreibt weiter: "Nach den Turbulenzen um die Beteiligung von Kontoinhabern an der Zypern-Rettung hat das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, klare Regeln für die Lastenteilung bei der Abwicklung maroder Banken gefordert." Mehr dazu hier.


Jäger wider Willen
(taz.de) Finanzminister Schäuble gefällt sich in einer neuen Rolle. Nach dem "Terminator" in Zypern spielt er nun den "Robin Hood der ehrlichen Steuerzahler" in Deutschland. Mit Weitsicht und Beharrlichkeit habe er im Kampf gegen Steuerflucht und Bankgeheimnis mehr erreicht als sein Amtsvorgänger Steinbrück, der die Kavallerie in die Schweiz schicken wollte, brüstet sich Schäuble. Aber der Minister schmückt sich mit fremden Federn. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Seit Jahren ist bekannt, was angeblich durch Offshore-Leaks jetzt ans Licht kommt. Jederzeit hätten die Staaten schon Zugriff auf die Vermögen nehmen können, die über die Steueroasen vor der heimischen Steuer versteckt werden. Nach unserer Kenntnis gibt es bereits entsprechende "geheime" Abkommen/Absprachen mit den meisten Steueroasen. Bisher hat man die "Reichen und Mächtigen" in Ruhe gelassen und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Was wir erleben, ist eine Menge Theaterdonner, extra veranstaltet für das breite Publikum, um die Aufmerksamkeit von den Gemeinheiten abzulenken, die sich die Politik gerade neu ausdenkt. "Der deutsche Finanzminister ist keine treibende Kraft, sondern Getriebener" heißt es am Schluss des Beitrags. Nein, Schäuble ist auch kein Getriebener, er ist Teil des Schauspiels. Nur einer von den schlechten Schauspielern. Da ist sogar Österreichs "STANDARD" skeptisch und titelt in diesem Zusammenhang "Offshore-Leaks: Nur ein paar Routinefragen ...". Einleitend heißt es dort: "Während die beteiligten Medien stolz ihren "Scoop" aufbereiten, stellen manche Beobachter Fragen. Woher kamen die Daten? Wem nützen sie? Und: Könnte es sein, dass das "Datenleck" gar keines ist?" Mehr dazu hier. Der Beitrag stammt von Wolfgang Michal. Er kommt zu einer bemerkenswert "stimmigen" Einschätzung: "Auch viele Regierungen hätten ein gutes Tatmotiv für die Enthüllung; vor allem hätten sie die geeigneten Mittel, um an die Daten zu gelangen. Ihre Staaten sind hoch verschuldet und suchen nach neuen Einnahmequellen. Die Reichen und die Superreichen, die Waffenhändler und die Drogenbarone, die sich dem Zugriff von Steuerbehörden und Polizei seit Jahrzehnten erfolgreich entziehen, sind in der Finanzkrise wieder frisch ins Visier geraten. Und die Politiker reagieren auf das 'Datenleck' so, als hätten sie nur darauf gewartet. Wann schlägt der erste von ihnen eine Art Zypern-Lösung vor (ein Rasieren der Briefkasten-Eigner)? Es könnte also durchaus sein, dass hier gar kein Datenleck vorliegt, sondern ein geschicktes Spiel über Bande stattfindet." Wir beobachten die Sache weiter. 


Die Kunst des Armrechnens
(fr-online.de) Unternehmen nennen ihre Steuersparmodelle Double Irish und Dutch Sandwich, Kritiker sprechen von Steuervermeidungstaktiken: Wie internationale Konzerne ihre Steuerlast mindern - und wie ein strengeres Bilanzrecht das einfach ändern könnte. Mehr...

Kommentar: Hier und da gibt es scheinbar doch noch Träumer unter den Journalisten. Einer der daran glaubt, alles müsse doch mit rechten Dingen zugehen. Weit gefehlt. Wir leben in einer Gesellschaft von Tricksern und Täuschern, Ethik und Moral sind etwas für Verlierer, ein guter Charakter nur hinderlich, Erpressung an der Tagesordnung. Einiges davon beschreibt der Beitrag, so dass am Ende sicherlich viele LeserInnen reichlich konsterniert den Kopf schütteln. 


Die Hausse bei Gold hat noch gar nicht begonnen
(wirtschaftsblatt.at) Goldexperte Uwe Bergold erklärt, warum das zuletzt negative Sentiment für das Edelmetall positiv ist, die Anleihenblase platzen, die Inflation steigen und der Goldpreis auf über 5000 $ klettern wird. Mehr...

Kommentar: Hören Sie nicht auf den Lockruf des Goldes. Falls doch, dann bitte nur eine kleine Dosierung in Goldmünzen, keine Barren. Wir sind felsenfest davon überzeugt: Es kommt zu einem Goldverbot, allen gegenteiligen Meinungen zum Trotz. Goldbesitz wird kriminalisiert und empfindlich bestraft, von Geldstrafe bis Gefängnis. Die Schweiz oder Liechtenstein sind keine Hilfe, die werden sich an der Jagd auf das Gold beteiligen (müssen). Wer das über Jahre hinweg durchstehen will, der kann sich eindecken. Die Alternative sind Silbermünzen. Ehemalige Zahlungsmittel wie Reichsmark und 5-DM-Stücke aus Deutschland, Schillinge aus Österreich, usw. Die interessiert niemand.


Portugal: Bruttostaatschulden bei 123,6% des nominalen BIPs
(querschuesse.de) Das portugiesische Statistikamt INE (Instituto Nacional de Estatística) berichtete bereits die Daten zum Defizit und zur Verschuldung des portugiesischen Staates (General Government) für das Jahr 2012, im Rahmen des Excessive Deficit Procedure (EDP), laut Maastricht. Im Jahr 2012 betrug das Staatsdefizit -10,596 Mrd. Euro bzw. -6,4% des nominalen BIPs. Die Bruttostaatsschulden kletterten auf 204,458 Mrd. Euro bzw. auf -123,6% des nominalen BIPs. Das sind mehr als nur ernüchternde Ergebnisse in Punkto Staatsschuldentragfähigkeit und -abbau, auch beim “Musterschüler” Portugal. Mehr...

Kommentar: Portugal ist am A..ch. Anders kann man es nicht formulieren, angesichts dieser Daten und der brutalen Spardiktate die Europa dem Land weiter abverlangt. Drei Grafiken aus dem Beitrag, die den desolaten Zustand augenfällig machen: 



 





Amerikas neue industrielle Revolution
(zeit.de) Plötzlich boomt die Industrie der USA wieder. Große Konzerne holen Jobs zurück ins Land – weil die Produktion billiger ist anderswo. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Dieser Beitrag ist kompletter Nonsens. Den beschriebenen Wirtschaftsaufschwung gibt es nicht und eine neue industrielle Revolution sucht man vergebens. Amerikas Verbraucher sehen das wohl ähnlich. Anders als im Beitrag beschrieben - "die Stimmung unter den Konsumenten ist gut" - meldet die Schweizer "Finanz und Wirtschaft" eine andere Entwicklung: "US-Konsumenten sind wenig euphorisch" heißt es da: "Die US-Detailhändler haben im März im Vergleich zum Vormonat einen geringeren Absatz erzielt. Der Verbrauchervertrauensindex der Universität Michigan deutet zudem auf schwächeren Absatz hin." Mehr dazu hier. Noch deutlicher formuliert es "querschuesse.de": "USA: Verbrauchervertrauen mit Neunmonatstief". Mehr dazu hier. Die Grafik aus dem Beitrag: 


 

Steffen Bogs schreibt dazu: "Der Consumer Sentiment Index ist ein reiner Stimmungsindikator, die Daten basieren auf einer telefonischen Umfrage bei privaten Haushalten. Das Verbrauchervertrauen ist ein Frühindikator für die künftigen Konsumausgaben, hierbei spielt vor allem die Erwartungshaltung der Konsumenten eine Rolle. Das Verbrauchervertrauen ist alles andere als irrelevant, da die privaten Konsumausgaben zu 70% des US-BIPs beitragen."

Ähnlich irrational sind die Angaben im "ZEIT"-Beitrag zum US-Automarkt. Bei den US-Herstellern sind die Autos schon verkauft, wenn sie noch die Lager bei den Händlern verstopfen. Wir denken, die deutschen Hersteller zählen ihre US-Verkäufe nicht anders. Die Grafik von "zerohedge.com" zeigt am Beispiel von General Motors was wir meinen: 





Dieser Beitrag stützt unsere Meinung: "Die süßen Boni der US-Bosse" titelt "n-tv.de" und schreibt dazu in der Einleitung: "An der Wall Street steigen die Kurse. Verantwortlich dafür ist nicht etwa eine stark wachsende US-Wirtschaft. Nein, die Fed-Blase sorgt für den Aufschwung. Die Bosse versuchen nicht unangenehm aufzufallen und lassen ihre Gehälter nur minimal erhöhen. Sie konzentrieren sich auf die Sonderleistungen." Mehr dazu hier

Noch ein Blick auf die Arbeitsmarktsituation in den USA mittels der folgenden Grafik zur aktuellen "Labor Force Participation Rate", gefunden bei "zerohedge.com", die sich auf dem Niveau von 1978 befindet:





"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.