Mittwoch, 17. April 2013

Standpunkt 607 - Nachrichten-Ticker, 16.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Schuldenknechtschaft – Krisen-IWF – Eurobonds – Euro-Zusammenbruch – Draghi’s Märchenstunde – China kauft in Deutschland ein Japan


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir haben mit den Arbeiten für das neue Update begonnen und hoffen weiter auf Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch nützliche Kritik. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung!


Hinweis: In unserem "Standpunkt 600 - Nachrichten-Ticker" haben wir uns unter der Überschrift "Auf ein Wort!" ausführlich mit den Gefahren des neuen europäischen Rettungsmodells à la Zypern für jeden von uns beschäftigt. Der Beitrag ist nach wie vor brandaktuell. Es besteht Handlungsbedarf! Wer ihn noch nicht gelesen hat, empfehlen wir dringend es hier nachzuholen


Der Weg zur Knechtschaft: 9.300 Milliarden Euro Banken-Schulden
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Banken in Südeuropa haben mit Hilfe des billigen EZB-Geldes die Staaten gerettet. Nun geht allen die Puste aus und er zeigt sich: Die Rettungsschirme sind viel zu klein. Daher müssen die Sparer und Steuerzahler ran. Mit einer Banken-Union wollen die Südstaaten ihre Spielschulden internationalisieren. Höre, Deutschland, die Signale! Mehr... 

Kommentar: Offensichtlich hat gerade "Schwach-Sinn" Hochkonjunktur. Dieser Beitrag ist randvoll davon. Wir haben in unserem letzten Standpunkt 606 im Zusammenhang mit der EU-Jagd auf die deutschen Sparkonten einen ausführlichen Kommentar abgegeben. Bitte hier noch einmal nachlesen. Wir stellen uns auch weiter dieser Diskussion und bieten unseren LeserInnen deshalb diesen deutsch-nationalen Nonsens an. Wer näher an der Wahrheit ist, lässt sich einfach feststellen: Durch den Abgleich der Aussagen mit den Entwicklungen der europäischen Krise in den kommenden Wochen und Monaten. Wir selbst werden das tun und darüber berichten. Natürlich auch, wenn wir daneben liegen. Die in dem Beitrag angebotenen Zahlen sind nur Schall und Rauch, die Fakten umgedeutet. Wenn es knallt in Europa, dann knallt es richtig. Massenvernichtungswaffe (O-Ton Warren Buffett) ist der Derivatehandel. Dort geht es alleine bei Deutsche Bank, Commerzbank und den beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse offiziell um knappe 190 Billionen USD (2011, hier). Das sind stolze 190.000 Milliarden Euro, von denen 10%, also 19.000 Milliarden Euro bereits ausfallgefährdet sind. Nicht eingeschlossen sind die Volumina, die über sogenannte Schattenbanken abgewickelt werden. Deren Zahlen bleiben im Dunkel, Schattenbanken und Zweckgesellschaften stehen unter keinerlei Aufsicht. Dagegen sind die 9.300 Milliarden Euro echte Peanuts. Und kaum etwas davon steckt im Derivatehandel. Vieles davon, besonders die Anleihenkäufe, sind mit entsprechenden Derivaten abgesichert. Nur löst die im Schadensfall niemand ein, wie das Beispiel der beiden zyprischen Banken und das letzte Rettungspaket für Griechenland gezeigt hat. Die Banken, die den Derivatehandel unter sich abmachen, legen über die "International Swaps and Derivatives Association" (ISDA) in eigener Verantwortung den Leistungsfall fest. Die zyprischen Banken sind einfach auf der Strecke geblieben: Griechische Staatsanleihen futsch, Sicherheiten wertlos, Prämie verloren. Ein Totalausfall. Obwohl die zyprischen Banken im Auftrag von EU/EZB/IWF gehandelt haben. Jetzt zahlen die Kunden der Banken für die Ausfälle. Heute sind wir davon überzeugt, dieser Betrug war von Anfang an so geplant. 


IWF warnt vor Euro-Kernstaatenschmelze
(manager-magazin.de) Frankreich droht nach Meinung des Internationalen Währungsfonds die Rezession. Die Kernländer der Euro-Zone könnten so ihre Funktion als Euro-Stabilitätsanker verlieren. Frankreich hat eine Lösung dafür: Deutsche Verbraucher sollen Frankreich aus dem Problem herauskaufen. Mehr...

Kommentar: Wir sind schon ganz gespannt auf den Tag, an dem es alle Länder in Europa gleichtun und, wie von Deutschland gefordert, die deutschen Reformen umsetzen. Dann verliert Deutschland 25-30% seiner Exporte, den größten Teil seiner Leistungsbilanzüberschüsse und seine Vormachtstellung in Europa. Bis dahin sind weite Teile des Mittelstandes in der Hand chinesischer Investoren, Zentrale und Know-how bereits in China. VW produziert in seinen neuen Fabriken in Asien und beliefert von dort auch die europäischen Märkte. Andere heimische multinationale Konzerne handeln ähnlich. Was machen dann die Spardiktatoren, die deutsch-nationalen Ökonomen, die Überbleibsel der "Alternative für Deutschland"? Oder das ahnungslose "BILD"-ungsbürgertum, dem plötzlich die Finanz- und Lebensplanung um die Ohren fliegt? Alle werden versuchen, sich herauszureden. Nur das oberste 1% schlägt sich auf die Schenkel und reibt sich die Hände. Operation gelungen, Patient tot. Die Exportnation Deutschland ist am Ende. 


Bloß keine Eurobonds im Kampf gegen die Krise!
(focus.de) Immer wieder fordern Experten und Politiker Eurobonds, um die Schuldenkrise zu überwinden. Doch Gemeinschaftsschulden sind keine Lösung – und würden Deutschland Milliarden kosten. Mehr...

Kommentar: Immer wieder die gleichen falschen Argumente, da macht dieser Autor keine Ausnahme. Wer sich unvoreingenommen über die Hintergründe und Bedingungen der Eurobonds informieren möchte, der kommt um das Konzept nicht herum, das schon seit Mai 2010(!), am Anfang der Euro-Krise, vorliegt. Dessen Einzelheiten haben die Entwickler, Jaques Delpla und Jakob von Weizsäcker, für die Friedrich-Ebert-Stiftung im Juni 2011 unter dem Titel "Eurobonds - Das Blue Bond Konzept und seine Implikationen" noch einmal ausführlich dargelegt. Die Autoren wollen mit ihrem Vorschlag genau das erreichen, was die Gegner den Eurobonds von vorneherein absprechen: "Im Mai 2010 haben wir einen Vorschlag für eine neue Schuldenarchitektur  der  Eurozone  gemacht,  der  eine Reihe von Lehren aus der gegenwärtigen Eurokrise zieht und die Einführung von Eurobonds vorsieht. Ausgangspunkt unserer Überlegungen sind zwei zentrale Ziele für Staatsverschuldung in der Eurozone: i) die zinsgünstige Refinanzierung der Staatsverschuldung in der Eurozone am Finanzmarkt sowie ii) die Eigenverantwortlichkeit eines jeden Staates der Eurozone für die eigene Staatsverschuldung im Sinne der no bailout-Klausel, um fiskalische Disziplin glaubwürdig zu sichern." Das ist eindeutig, oder? Das Konzept der Herren Delpla/von Weizsäcker ist unschlagbar. Bisher jedenfalls. Einzelheiten gibt es hier. Wer sich damit nicht beschäftigt hat, der kann nicht mitreden. 


KfW-Bank spielt Zusammenbruch der Euro-Zone durch
(focus.de) Zwar tun die Politiker alles dafür, dass die Euro-Zone nicht auseinanderfällt. Doch was ist, wenn es doch passiert? Die Staatsbank KfW hat dieses Szenario in einer Simulation durchgespielt – mit erschreckendem Ergebnis. Mehr...

Kommentar: Die KfW (Kreditanstalt für den Wiederaufbau) gilt mittlerweile als erfolgreichste Bank Deutschlands. Offensichtlich hat sie aus ihren Fehlern der Vergangenheit gelernt, was die anderen nicht von sich behaupten können, obwohl sie es tun. Der Beitrag ist uns wegen zwei höchst aufschlussreicher Aussagen des Finanzchefs Bernd Loewen zu den Folgen des Zusammenbruchs aufgefallen: "Aufgrund der Zweit- und Drittrundeneffekte würden wir an die Grenzen unserer Risikotragfähigkeit geführt" (gemeint ist die KfW selbst, Anm. d. Verf.), warnte Loewen. "Die europäische Finanzindustrie könnte ein solches Szenario in der Summe nicht tragen." D. h. alle europäischen Kompetenzteams, wie EU, EZB, Bundesregierung, Parteien, Ökonomen, Medien, usw. spielen, unterstützt vom IWF und der Finanzindustrie, weiter mit dem Feuer, obwohl die Hütte schon brennt. 


Draghi liest die Leviten – anhand irreführender Daten!
(querschuesse.de) Harald Schuhmann vom Tagesspiegel hatte vor 2 Tagen in einem Kommentar “Der deutsche Irrweg” auf die Methoden der EZB, in Gestalt des obersten Zentralbankers, Mario Draghi hingewiesen. Dieser hatte auf dem Treffen der Regierungschefs in Brüssel am 14. März 2013 einen Vortrag gehalten und mittels einer Präsentation vor allem jene Länder kritisiert, die Handelsbilanzdefizite aufweisen und auf den Verlust der dortigen Wettbewerbsfähigkeit hingewiesen, insbesondere auf viel zu hohe Lohnsteigerungen und ein zu niedriges Produktivitätswachstum. Dies klingt auf den ersten Blick schlüssig und “vernünftig”, nur unterlief dem EZB-Chef dabei ein gravierender Patzer. Mehr... 

Kommentar: Den sparen wir uns. Es genügt, den Beitrag zu lesen und sich die Charts mit den Erklärungen näher anzusehen. Zwei davon zeigen wir zur Einstimmung:  







Technologie-Transfer: China holt sich deutsche Mittelständler
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Mittelständische Unternehmen und Patente aus Europa und Deutschland sind beliebt bei chinesischen Investoren. Eine Studie belegt, dass die chinesische Regierung gezielt vorgeht, um deutsche Unternehmen aufzukaufen. Mehr...

Kommentar: Wer unseren Blog schon länger verfolgt, für den ist das keine Überraschung. Wir warnen regelmäßig vor dieser Entwicklung. Unsere Befürchtungen bestätigen sich. Direkt zu der zitierten Studie geht es hier. Die folgende Grafik aus dem Beitrag zeigt den Anstieg der chinesischen Direktinvestitionen in Deutschland seit Beginn der Finanzkrise



"Japan begeht Doppel-Selbstmord"
(format.at) Takeshi Fujimaki, ein früherer Berater von Investmentlegende George Soros, sieht erhebliche Risiken in der Politik der japanischen Notenbank. Ein Marktcrash samt Zahlungsausfall sei nicht zu verhindern. Die “riesige Wette” der Währungshüter, eine konjunkturelle Trendwende durch eine starke Ausweitung der quantitativen Lockerung (QE) zu erreichen, wird nicht funktionieren, so Fujimaki. Die QE-Ankündigung vom Chef der japanischen Notenbank, Haruhiko Kuroda, kommt einem Doppel-Selbstmord zusammen mit der Regierung gleich. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Just for Info. Vielleicht nicht ganz uninteressant vor dem Hintergrund, dass Mario Draghi gerade erst behauptet "Es gibt keinen Währungskrieg" , wie der österreichische "FORMAT" titelt. Und sogar "Unterstützung für die Maßnahmen Japans zur Bekämpfung der Deflation signalisiert" hat. Mehr dazu hier. Der Hedgefonds-Manager Kyle Bass sieht die Sache ähnlich wie Fujimaki. Er erklärt in einem Interview gegenüber der Schweizer "Finanz und Wirtschaft": "Für Japan beginnt der Anfang vom Ende". Bass "sieht für Japan keinen Ausweg aus dem Schuldenproblem." Mehr dazu hier.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.