Donnerstag, 18. April 2013

Standpunkt 608 - Nachrichten-Ticker, 17.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Deutsche Zwangsabgabe – Gold-Crash – Zypern-Modell – Bankenreform – Deutscher Automarkt China – Irland – Kanada – US-Kriegsgesetz versus Banken


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir haben mit den Arbeiten für das neue Update begonnen und hoffen weiter auf Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch nützliche Kritik. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung!


Hinweis: In unserem "Standpunkt 600 - Nachrichten-Ticker" haben wir uns unter der Überschrift "Auf ein Wort!" ausführlich mit den Gefahren des neuen europäischen Rettungsmodells à la Zypern für jeden von uns beschäftigt. Der Beitrag ist nach wie vor brandaktuell. Es besteht Handlungsbedarf! Wer ihn noch nicht gelesen hat, empfehlen wir dringend es hier nachzuholen.


Folgen der teuren Euro-Rettung: Droht auch Deutschlands Sparern eine Zwangsabgabe?
(focus.de) Die Zypern-Krise zeigt, dass Sparer um ihr Geld fürchten müssen. Deutschland ist für perfekte Verwaltung bekannt – und hat alle Voraussetzungen dafür geschaffen, eine Enteignung à la Zypern per Knopfdruck zu starten. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Beginnt endlich ein Kurswechsel innerhalb der deutschen Leitmedien? Ausgerechnet der FOCUS macht zaghaft den Anfang und berichtet über die Fortschritte bei den Methoden zur Enteignung der Bürger in Deutschland. Das finden wir wirklich erstaunlich. Bisher haben die deutschen Mainstream-Medien sich gegenseitig dabei überboten, Angela Merkel und ihren Schergen gefällig zu sein. Getreu dem Motto, das Heinrich von Kleist (1777 - 1811) einmal so beschrieben hat: „Journalistik ist die Kunst, das Volk glauben zu machen, was die Regierung für gut findet." 

Und der FOCUS legt nach. "Die deutsche Einlagensicherung hängt am seidenen Faden" titelt das Nachrichtenmagazin zutreffend. Weiter heißt es: "Der Angriff auf die europaweit garantierten Spareinlagen wurde in Zypern vorerst abgewehrt. Warum diese aber auch in Deutschland keineswegs sicher sind. (...)  die gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland hängt seit jeher am seidenen Faden. Darüber kreist stets das Damoklesschwert der Zwangsenteignung. Nämlich dann, wenn die Institute selbst und ihr jeweiliger Verband kein Geld mehr haben." Mehr dazu hier. Eine wirklich sehr gute Analyse der deutschen Verhältnisse. Am Ende weiss jeder, warum die "Merkel-Garantie" (hier) und die Aussage des Sparkassen-Präsidenten Georg Fahrenschon (hier) absolut nichts wert sind. Und wir uns völlig zu Recht seit unserer ersten Ausgabe "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" im Juli 2011(!) (hier) die Finger wund schreiben, um vor den Folgen zu warnen. Bisher eher mit bescheidenem Erfolg. Kaum jemand unternimmt was. Wir rechnen deshalb mit einem Blutbad bei den Ersparnissen, bzw. Vermögen der 99%er. Nur das reiche und superreiche 1% wird mit einem blauen Auge davon kommen. 


Quelle: sueddeutsche.de



Leitet der Gold-Crash den Zusammenbruch des Finanz-Systems ein?
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Hinter dem dramatischen Absturz des Gold-Preises könnte eine geheime Strategie der Zentralbanken stehen. Möglicherweise will die Politik den Gold-Markt regulieren. So könnte den Anlegern, deren Bank-Guthaben zur Plünderung freigegeben wurden, der letzte Fluchtweg in eine sichere Anlage versperrt werden. Ein Gold-Verbot würde die Sparer zwingen, ihre Gold-Vermögen zur Bank zu tragen – wo sie dann der Zwangsabgabe unterliegen. Mehr...

Kommentar: Geheime Strategie hin oder her. Sicher ist: Es kommt früher oder später zu dem beschriebenen Goldverbot. Noch gibt es dafür keine Beweise, nur eine Reihe von Indizien. Wir finden es jedenfalls erstaunlich, dass mittlerweile sogar diejenigen ein Goldverbot befürchten, die bisher felsenfest vom Gegenteil überzeugt waren. Dieser ausschweifende Beitrag ist ein Beleg dafür. 


Ran an die Bank
(zeit.de) Der Fall Zypern zeigt: Die Europäer lassen sich von der Kreditwirtschaft nicht länger erpressen. Kommt jetzt ein Gesetz zur Abwicklung maroder Institute? Mehr...

Kommentar: Das Enteignungsmodell Marke "Zypern" findet immer mehr Zustimmung. Selbst bei denen, die für ihre kritische Haltung gegenüber den Rettungsplänen aus Brüsssel, Berlin und Washington bekannt sind. Das ist gefährlich, so wird die Enteignung salonfähig gemacht. Die gesamte europäische Bankenlandschaft ist durch und durch marode, allen voran die deutsche. Bei den Summen um die es geht, bleibt die Konfiskation der Sparguthaben nur der berühmte "Tropfen auf den heißen Stein". Vor diesem Hintergrund macht auch die Einführung von Eurobonds vorläufig keinen Sinn. Erst müssen Finanzindustrie und Finanzmärkte von Grund auf reformiert werden, ohne dass dafür die Ersparnisse herangezogen werden. Dazu muss man bei den Banken anfangen, die letztlich Nutznießer der uferlosen Rettungsaktionen sind, den angeblich systemrelevanten Banken in Europa. Die stecken hinter den notleidenden Geschäftsmodellen in Südeuropa. Wieder bestätigt sich die alte Volksweisheit: "Der Fisch stinkt vom Kopf her." Das gilt ganz besonders in der Finanzindustrie. Schade, dass Mark Schieritz dem aus dem Weg geht.


Was von der Bankenreform übrig blieb
(manager-magazin.de) Aus der Reform wurde ein Reförmchen: Die Aufspaltungspläne aus Berlin und Paris tun den großen Instituten kaum weh. Nur aus Brüssel droht der Branche noch Ärger. Mehr...

Kommentar: Fünf Jahre nach den vollmundigen Versprechungen der G20-Regierungschefs immer noch keine einzige wirksame Reform. Weder in den USA noch in Europa. Die Bankenlobby leistet ganze Arbeit. Und die Politik tut gerade so, als sei alles Nötige auf dem Weg und schon beschlossene Sache. Niemand macht wirklich Druck, auch nicht die Medien, denen man diese Aufgabe eigentlich zutrauen sollte. Dieser Beitrag ist ein weiteres Beispiel dafür. 


Are Germans really poorer than Spaniards, Italians and Greeks?
(voxeu.org) A recent ECB household-wealth survey was interpreted by the media as evidence that poor Germans shouldn’t have to pay for southern Europe. This column takes a look at the numbers. Whilst it’s true that median German households are poor compared to their southern European counterparts, Germany itself is wealthy. Importantly, this wealth is very unequally distributed, but the issue of unequal distribution doesn’t feature much in the press. The debate in Germany creates an inaccurate perception among less wealthy Germans that transfers are unfair. Read...

Kommentar: Noch einmal ein Beitrag zur leidigen EZB-Studie. Dieser stammt von Paul de Grauwe und verdient schon deshalb Beachtung. Der Mann hat seinen eigenen Blick auf die Dinge und kommt auch bei der deutschen Armut zu anderen Ansichten als Teile der deutschen Führungsmedien, Beispiel FOCUS (hier), und Prof. Dr. Max Otte (hier). Leider nur in Englisch verfügbar, durch die vielen Grafiken aber leicht nachzuvollziehen. 


Symbolpolitik gegen Steuerflucht
(heise/telepolis.de) Die EU will das Bankgeheimnis abschaffen und Offshore-Finanzzentren austrocknen. Doch bisher hat sich nicht viel bewegt. Vor allem Deutschland und Großbritannien stehen auf der Bremse. Mehr...

Kommentar: Eine treffliche Analyse der Wirklichkeit rund um Offshore-Leaks. Natürlich ändert das nicht unsere Haltung gegenüber den Steueroasen. Es bleibt dabei: Finger weg! Irgendwann müssen die Staaten doch Ernst machen und wenigstens einen Teil der ausgelagerten Vermögen "nach Hause holen" und besteuern. 


Ökonom prophezeit Euro eine große Zukunft
(focus.de) Die Zahl der Krisenstaaten in der Euro-Zone wächst. Milliarden fließen in ihre Rettung. Aber der Einsatz lohnt sich, ist der Hamburger Top-Ökonom Straubhaar überzeugt. Denn mit dem Euro steige Europas Gewicht in der Welt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Das Ergebnis einer Studie des HWWI.  Das Fazit: „Europa kann mit einem Euro als global wichtiger Währung viele der strategischen Zukunftsfragen, von der Handelspolitik bis hin zu Fragen des Klimawandels oder des Zugangs zu Energie und Rohstoffen, wirtschaftlich, politisch und geopolitisch mit hoher Sicherheit eine maßgeblichere Rolle spielen als ohne Euro.“ Ein starker Euro sichert den Einfluss Europas in der Welt. Mit diesem Anspruch ist die Gemeinschaftswährung auch gestartet. Direkt zur Studie geht es hier. Außerdem lesenswert: "Der Euro: treibende Kraft in einem globalisierten Finanzsystem", eine Rede von Eugenio Domingo Solans, damals Mitglied des EZB-Rats und des EZB-Direktoriums, gehalten am 11. November 2002 vor der Offiziellen Spanisch-Schweizerischen Handelskammer in Zürich (hier)


"China hungert nach deutschen Autos"
(teleboerse.de) Chinas Automarkt boomt. Allein im März legen die Verkäufe um mehr als 13 Prozent zu, im 1. Quartal sogar 17 Prozent. Europas Automarkt dagegen stagniert. Ein Trend, der sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird. China wird damit für alle Autohersteller immer wichtiger. Das birgt aber auch Risiken, wie n-tv.de-Autoexperte Helmut Becker erläutert. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eins gleich vorneweg: Europas Automarkt stagniert nicht, der ist eingebrochen: "EU27: PKW-Neuzulassungen mit -10,2% zum Vorjahresmonat" meldet querschuesse.de (hier). Es ist der 18. Monat in Folge, dass der Absatz zurückgeht. Da kommen die Absatzzahlen aus China gerade recht, um eine positive Nachricht zu kreieren. Dummerweise gibt es auch warnende Stimmen. Christian Geinitz, Wirtschaftskorrespondent aus Peking, ist eine davon. "Deutsche Autobauer setzen zu sehr auf China" findet er und schreibt dazu:  "Noch brummt das Geschäft der deutschen Autobauer in China, ihrem wichtigsten Markt. Aber wie lange noch? Gegen VW, Audi, BMW und Mercedes läuft eine zweifelhafte Verbraucherschutzkampagne. Wie gefährlich das werden kann, zeigen die Boykottaufrufe gegen die Japaner. Deren Markt in China ist zeitweilig zusammengebrochen." Mehr dazu hier und hier
 

Irland: Exporte mit -10,2% zum Vorjahresmonat
(querschuesse.de) Wie das irische Central Statistics Office (CSO) gestern berichtete, sank das unbereinigte Exportvolumen von Waren und Gütern im Februar 2013 um satte -10,2% zum Vorjahresmonat auf 6,646 Mrd. Euro, nach 7,400 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Damit dokumentiert sich auch in Irland weiter realwirtschaftliche Schwäche. Mehr...

Kommentar: Die Entwicklung eines europäischen Musterschülers. Glücklicherweise bleiben auch die Importe unten und es ergibt sich so ein Exportüberschuss von 2,755 Mrd. Euro: 


  


Canada – Running Out of Luck? - 'Economic Superstar' in Trouble
(acting-man.com) Suddenly the heady rush provided by rising commodity prices and the biggest credit expansion in the country's history is wearing off in Canada. We are reminded by China's slowdown in growth that prices for commodities are, as all prices, determined by marginal demand. Since contrary to the manufacturing industry, their producers are not 'price setters' but must simply take what the market is giving them, the effects of aforesaid marginal demand become noticeable rather quickly. As long as China's demand for industrial raw materials seemed to be growing at very high rates with nary an interruption, commodity producing countries like Canada and Australia experienced an unprecedented boom. Read...

Kommentar: Es steht schlecht um Kanada, das Land steckt in der Krise. Da gibt es nichts mehr zu beschönigen. Das Verhältnis der Schulden zum Einkommen der kanadischen Haushalte ist im Verlauf der Finanzkrise weiter deutlich gestiegen: 




Damit ist klar, die Kanadier können es auch nicht besser. Der Kapitalismus ist halt doch überall gleich. 


USA gehen mit Kriegsgesetz gegen Banken vor
(sueddeutsche.de) Nach fünf Jahren verjähren in den USA Verdachtsfälle von Wirtschaftskriminalität - eigentlich. Nun fand die amerikanische Justiz einen Weg, um Banken auch später noch vor Gericht bringen zu können. Mehr...

Kommentar: Die Amerikaner bleiben kreativ am Ball. Leider wird auch in den USA niemand persönlich für seine kriminellen Machenschaften zur Rechenschaft gezogen. 


Quelle: secretsofthefed.org


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.