Samstag, 20. April 2013

Standpunkt 610 - Nachrichten-Ticker, 19.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Deutsche für Zwangsabgabe – EU-kommission weiter für Spardiktat – Eurozone – Irland – Portugal – Spanien – Immobilienblase in Holland 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir haben mit den Arbeiten für das neue Update begonnen und hoffen weiter auf Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch nützliche Kritik. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung!


Allensbach: Zwei Drittel der Deutschen begrüßen Banken-Zwangsabgabe
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Mehrheit der Deutschen hat offenkundig nicht verstanden, was die Zypern-Zwangsabgabe bedeutet. In einer Umfrage geben 69 Prozent an, dass sie es richtig finden, dass die Spar-Guthaben in Zypern rasiert wurden. Mit ihnen selbst hätten die Vorgänge nichts zu tun, sagen die Deutschen laut einer Allensbach-Umfrage. Die Propaganda wirkt. Im Verein mit Ideologie und Halbwissen sogar perfekt. Mehr...

Kommentar: Das ist für uns keine Überraschung. Die Deutschen waren schon immer voller Begeisterung dabei, wenn ihnen das Fell über die Ohren gezogen wurde. Demnächst ist es wieder soweit. Die Vorbereitungen dazu laufen längst auf vollen Touren. Währenddessen glauben sie blind und taub an die leeren Versprechungen von Angela Merkel (hier) und Georg Fahrenschon (brandaktuell hier). In Wahrheit sind das dreiste Lügen. Denen unter unseren LeserInnen, die mit viel Gottvertrauen darauf hoffen, es wird schon alles gutgehen, raten wir dringend, ein Zitat des deutschen Schriftstellers Jean Paul (1763 - 1825) zu bedenken: "Wer die Augen nicht zum Sehen benutzt, wird sie später zum Weinen gebrauchen." 


EU-Kommission will trotz Rechenfehler weiter sparen
(sueddeutsche.de) Er mag die 90-Prozent-Warnung: Olli Rehn verteidigt den Sparkurs der EU in der Schuldenkrise - obwohl Ökonomen Rechenfehler in der 90-Prozent-Studie gefunden haben, die Rehn so oft zitiert hat. Ein bisschen bewegt sich der Kommissar nun doch. Mehr...  

Kommentar/Ergänzung: Um was es geht, hat die F.A.Z. so zusammengefasst: "Drei Ökonomen bezweifeln, dass mehr als 90 Prozent Schuldenquote das Wachstum vernichtet. Sie glauben, dass die Welt sich von einer falschen Studie blenden lasse." Der Beitrag ist mit "Wie schädlich sind Staatsschulden?" überschrieben (hier). Es geht um die Studie „Growth in Time of Debt“ (hier) der Harvard-Ökonomen Kenneth S. Rogoff und seiner Kollegin Carmen Reinhart, in der sie behaupten,  "dass in Ländern und Phasen mit hoher Verschuldung von mehr als 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts das mittlere Wachstum um gut einen Prozentpunkt niedriger lag." Alle Welt hat sich von dieser Studie leiten lassen, u. a. eben auch EU/EZB/IWF.  Jetzt haben drei Ökonomen von der University of Massachusetts (UMASS), Thomas Herndon, Michael Ash und Robert Pollin, nachgerechnet und sind zu dem Ergebnis gekommen, die Studie von Rogoff/Reinhart sei falsch und schlampig gerechnet. Der SPIEGEL folgert daraus "Excel-Panne stellt Europas Sparpolitik in Frage" (hier). Die komplette Studie der drei Ökonomen "Does High Public Debt Consistently Stifle Economic Growth? A Critique of Reinhart and Rogoff" gibt es hier. Rogoff und Reinhart haben ihren Rechenfehler bereits zugegeben, beharren jedoch weiter auf der grundsätzlichen Aussage ihrer Studie. Die Schweizer Finanz und Wirtschaft beschäftigt sich unter dem vielsagenden Titel "Shitstorm, mal anders" mit der neu ausgebrochenen Diskussion. Mehr dazu hier. Lesenswert.
Olli Rehn und der EU-Kommission ist das egal. Europas Krisenmanager haben die Studie von Rogoff/Reinhart in der Vergangenheit sowieso nur dazu benutzt, ihren Spardiktaten in den Krisenländern einen wissenschaftlich fundierten Anstrich zu geben.  Die SZ gibt die Erklärung von Rehn so wieder: "Die Studie habe er nur zitiert, um seine Analyse zu illustrieren, sagte er der griechischen Zeitung Kathimerini. "Aber ich will klarstellen, dass wir unsere Maßnahmen nicht auf eine einzige Studie begründen, sondern viele Dinge erwägen: reichlich Studien, aber natürlich auch eigene Analysen." Rehn betonte, dass gesunde Staatsfinanzen die Grundlage für nachhaltiges Wachstum seien." Ausweichmanöver eines Dünnbrettbohrers. Europa muss weiter leiden. 


Euro-Land zermürbt sich selbst
(manager-magazin.de) An diesem Wochenende steht Europa in Washington wieder am Pranger. Der Internationale Währungsfonds liefert zur Frühjahrstagung weiteres Material gegen den bisherigen Kurs. Die Krisenländer machen Fortschritte. Aber die Geduld ihrer Bewohner wird auf eine harte Probe gestellt. Mehr...  

Kommentar/Ergänzung: Dieser Beitrag beschreibt in einer Mischung aus Dichtung und Wahrheit den Zustand der Krise. Hauptsächlich Dichtung, wenig Wahrheit. Irland und Portugal machen so große Fortschritte, dass sie bald schon den Rettungsschirm verlassen sollen. Da stellt sich die Frage, aus welchem Topf die Milliarden kommen sollen, die beispielsweise für Portugal noch benötigt werden (hier). Irland ist lange noch nicht über den Berg (hier und hier). Die EU benötigt dringend einen Erfolg, um die Qualen der anderen Länder weiter zu rechtfertigen. Daher diese Freudenmeldungen. Der Ökonom Thomas Mayer fällt ein hartes Urteil: "Die Euro-Zone steckt in größeren Schwierigkeiten als je zuvor" betitelt das manager magazin ein Interview mit dem ehemaligen Deutsche Bank-Chefvolkswirt. Einleitend heißt es: "In der Euro-Zone haben sich die Kapitalmärkte etwas entspannt. Doch die Südeuropäer leiden immer stärker unter der Rezession. Im Gespräch mit manager magazin online erklärt Ökonom Thomas Mayer, warum die Krise noch Jahre andauern wird." Mehr dazu hier. Mayer erwartet erhebliche Probleme für die Realwirtschaft in Europa. Er vergleicht die Zukunft der europäischen Krise mit einem jahrelangen Krebsleiden. Sein Lösungsansatz, ein Zurück zu den Maastricht-Kriterien, ist aber wenig erfolgversprechend. Mayer will mit uralten Mitteln eine Krise bekämpfen, die durch modernste Methoden der Finanzindustrie verursacht wurde, einer Kombination aus krimineller Energie und Gier. Das kann nicht funktionieren. 


In Irland droht säumigen Schuldnern Urlaubsverbot und Nahrungs-Rationierung
(wirtschaftsblatt.at) 36 Euro für Bekleidung und 247 Euro für Nahrungsmittel sollen insolvente Iren laut Irlands Privatinsolvenz-Agentur ISI pro Monat zur Verfügung haben. Verschuldung der privaten Haushalte beträgt noch immer mehr als 200 Prozent des verfügbaren Einkommens. Die Richtlinien setzen einen "Lebensstandard, der auf den Notwendigkeiten basiert, und nicht auf dem, was man will. Aber "sie erlauben mehr als nur ein Überleben und ermöglichen eine sinnstiftende Beteiligung an der Gesellschaft", schreibt die ISI. Mehr...

Kommentar: Sieht so die irische Erfolgsgeschichte aus? Die Wiedergeburt des keltischen Tigers? Wohl kaum. Die irische Regierung schafft die Voraussetzungen, um auf Jahre hinaus das Elend im eigenen Land zu verwalten. Mehr ist das nicht. Diese Entwicklung als Erfolg zu verkaufen, ist wohl eher ein Angriff auf die Intelligenz. 


Portugal: der Blick auf lange Datenreihen
(querschuesse.de) Die portugiesische Zentralbank hat u.a. eine historische Datenreihe zum nominalen BIP, zu den nominalen Bruttoanlageinvestitionen und zur Entwicklung der Arbeitslosenquote in Portugal. Nicht wirklich überraschend offenbaren diese Daten, noch nie seit den 50er Jahren verlief die Entwicklung des nominalen BIPs, wie auch der Bruttoanlageinvestitionen so mies, wie seit dem Beitritt zum gemeinsamen Währungsraum. Noch nie war auch die portugiesische Arbeitslosenquote so hoch. Auch Portugal war denkbar ungeeignet für die gemeinsame Währung und verlor wirtschaftlich von Anfang an und vor allem stetig. Mehr...

Kommentar: Der andere Erfolgskandidat. Wir ersparen uns weitere Worte und zeigen drei Charts aus dem Beitrag










Delogierungen: Spanien räumt weiter
(derstandard.at) Die Lockerungen beim Hypothekengesetz machen Spaniern, die vor der Zwangsräumung stehen, wenig Hoffnung. Nur wenige profitieren. Mehr...

Kommentar: Die Regierung Rajoy knechtet die Spanier. Wir bleiben dabei, ihre Tage sind gezählt. Zu recht. 


Immobilienblase in den Niederlanden - Der Albtraum vom Eigenheim
(stern.de) Wohneigentum für alle! So wollte es die Regierung in Den Haag. Lange ging das gut. Dann platzte die Immobilienblase. Die Niederlande, bisher Inbegriff der Stabilität in Europa, rutschen in die Krise. Mehr...

Kommentar: Jetzt ist es amtlich, die deutschen Medien nehmen von "Holland in Not" Kenntnis. Der Beitrag liefert eine gute Beschreibung der Probleme und ihrer Ursachen. Für die Niederländer wird es noch schlimmer. Nicht mehr lange und der EU-Rettungsschirm kommt in Sicht. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.