Sonntag, 21. April 2013

Standpunkt 611 - Nachrichten-Ticker, 20.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Auf ein Wort! – S&P warnt Österreicher – Märchenstunde – Schuldengrenze fehlerhaft


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir haben mit den Arbeiten für das neue Update begonnen und hoffen weiter auf Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch nützliche Kritik. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung!


Auf ein Wort!
Wir haben uns bereits vor Tagen, im Standpunkt 600, sehr ausführlich mit dem Thema Enteignung durch Zwangsabgaben nach dem "Zypern-Modell" zur Bankenrettung beschäftigt. Unser Fazit war eindeutig:  "Bewegen Sie sich und schaffen Sie Ihre Ersparnisse, bzw. Ihr Vermögen raus aus Europa. In eine Region, die den zu erwartenden Erschütterungen standhält und wo die Achtung des Eigentums Verfassungsrang genießt. Tun sie etwas. Lassen Sie unbedingt die Finger von jeder Steueroase! Suchen Sie sich kundige Hilfe. Wenn Ihnen dazu nur Ihre Bank, Ihr Versicherungsvertreter oder Strukturvertriebler einfällt, dann machen Sie es besser alleine." Mehr dazu hier. Es lohnt sich auf jeden Fall, den gesamten Beitrag zu lesen. 

Heute müssen wir nachjustieren. Wir wollen unsere LeserInnen, vor allen Dingen diejenigen die sich alleine durchschlagen, nicht im Regen stehen lassen. In den letzten Wochen haben wir uns primär auf die Entwicklung in Europa konzentriert, die durch die Ereignisse in Zypern an Dynamik zugenommen hat. Jetzt zeichnet sich ab, dass die Maßnahmen rund um die Zypern-Hilfe, von Rettung kann keine Rede sein, ihren "Siegeszug" um die Welt antreten. Vor zwei Tagen veröffentlichte zerohedge.com unter der Überschrift "Fed Governor Stein Warns When A TBTF Bank Fails, Depositors Will Be Cyprus'ed" einen Beitrag mit brisantem Inhalt und einer anschaulichen Grafik über die Unmöglichkeit des US-Einlagensicherungsfonds FDIC, auch nur eine der "too big to fail" (TBTF) US-Banken zu retten. Mehr dazu hier. Diesen Beitrag haben die deutsche-wirtschafts-nachrichten.de einen Tag später zum Anlass für folgende Meldung genommen: "US-Notenbank: Auch in den USA kommt die Zwangs-Abgabe". Weiter heißt es dort: "In einer Rede zur „Regulierung große Finanzinstitute“ warnte Jeremy Stein von der US-amerikanischen Zentralbank Fed vor einer Zwangsabgabe für Bankkunden in den USA. Der Bankenstatus des „too-big-to-fail“ (TBTF) gilt für den amerikanischen Bankensektor mehr denn je. Ein weiterer Bailout der Banken sei ausgeschlossen. Jeremy Stein wörtlich: 'Was den Punkt der TBTF-Banken angeht, habe ich keinen Zweifel daran, dass die privaten Investoren die Verluste bezahlen müssen… Auch wenn das zu einem Resultat führt, dass schmutziger und kostspieliger ist, als wir es uns im Idealfall vorstellen würden… Die Fed kann ihre Not-Instrumente nicht zu einem Bailout für private Institute heranziehen'." Mehr dazu hier. Die vollständige Rede "Regulating Large Financial Institutions" von Jeremy Stein steht hier

Damit ist klar, auch die USA werden sich einer Zwangsabgabe bedienen (müssen), um ihre systemrelevanten Banken vor der Zerstörung zu bewahren. Im Unterschied zu Europa wird Amerika jedoch mit diesem Instrument behutsam umgehen. Während in Europa fast täglich ein weiterer Krisenstaat zur "Todeszone" für Sparer erklärt werden kann, gibt es in den USA noch keine politische Mehrheit für eine solche Zwangsabgabe. Regierung und Fed werden sie als allerletztes Mittel einsetzen, während es in Europa an erster Stelle der Maßnahmen zur Rettung der Banken steht. 

Nach wie vor gilt unsere Aussage, Ersparnisse und Vermögen müssen so schnell wie möglich raus aus Europa. Wer uns bereits näher kennengelernt hat, der weiss, dass wir die USA für die sichere Verwahrung der Ersparnisse und Vermögen favorisieren. Hände weg von Steueroasen, auch wenn Singapur draufsteht, einer der Favoriten unter den "Reichen und Schönen", und Standort der größten Auslandsniederlassung der Schweizer UBS! (Es dauert nicht mehr lange und es kommen unschöne Nachrichten aus Singapur. Die Amerikaner haben längst den Daumen drauf.) Dabei bleiben wir nach wie vor, trotz dieser jüngsten Nachricht. Wichtiger ist es vielmehr, die Einzelheiten der "Verwahrung" in den Staaten auf die Folgen einer möglichen Zwangsabgabe auszurichten. Das bedeutet einigen Mehraufwand, der alleine nicht so ohne weiteres zu bewältigen ist. 

Jetzt aufgeben gilt nicht. Europa arbeitet mit Hochdruck an der "Bankenrettung durch die Sparer", wie der deutsche Finanzminister gerade wieder ausdrücklich betont: "Schäuble: "Sparer-Beteiligung wie in Zypern muss der Normalfall sein" meldet Österreichs FORMAT und schreibt u. a.: "Die Beteiligung von Eigentümern, nachrangigen Anleihegläubigern und dann ungesicherten Anlegern muss der Normalfall sein, wenn ein Finanzinstitut in eine Schieflage gerät", sagte Schäuble der "Wirtschaftswoche". Anderenfalls würden "Banken mit riskanten Geschäften fette Gewinne machen, aber im Fall eines Scheiterns dann die Verluste der Allgemeinheit aufbürden." Und: "Das darf nicht sein." Schäuble nahm Dijsselbloem, der für ähnliche Äußerungen kritisiert worden war, in Schutz. "Herr Dijsselbloem ist in der Substanz zu Unrecht gescholten worden. Und auch nicht von mir." Mehr dazu hier. Ähnliches meldet n-tv: "Staat nimmt Kleinsparer in die Pflicht - Schäuble macht den Dijsselbloem" heißt es dort ganz offen. Mehr dazu hier. Der Beitrag macht sich erst gar nicht die Mühe zu verbergen, dass alle Sparer, auch die Kleinen, gemeint sind. 

Nirgendwo in Europa ist es mehr sicher. Nicht in den vielen bekannten Steueroasen, nicht in Österreich, nicht in Norwegen, etc. Das ist vorbei. In Europa ist niemand mehr, der sich den Plänen der EU in den Weg stellt, oder denjenigen hilft, die sich dagegen zur Wehr setzen wollen. Alles andere besorgen Devisen- und Kapitalverkehrskontrollen. Daran muss denken, wer immer noch Gefahr läuft, der Regierungspropaganda auf den Leim zu gehen. Deren Erfolgsrezept geht zurück auf den Macher hinter Europas dunkelster Stunden, dem GröFaZ: "Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwerten, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Wort das Gewollte sich vorzustellen vermag." Für den Rest hat schon vor Jahren (1999) der Luxemburger Jean-Claude Juncker der Wahrheit die Ehre gegeben: "Wenn es ernst wird, muss man lügen. 

Wer seine Ersparnisse in Europa lässt, der wird ein Blutbad erleben. Da hilft es auch nicht, wenn man weiss, dass Millionen Andere das gleiche Schicksal erleiden werden. Jeder ist sich selbst der Nächste. 


Abschliessend noch einige Beiträge vom Tage, die wir für so wichtig halten, dass wir sie unseren LeserInnen vorstellen möchten. Wie immer kurz kommentiert. 


Standard & Poor's: Banken gefährden Spareinlagen in Österreich
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Standard & Poor's spricht eine unmissverständliche Warnung an die österreichischen Sparer aus: Für die Rating-Agentur sind die Rücklagen der österreichischen Banken genau so schwach wie in Irland, Italien oder Frankreich. Mehr...

Kommentar:  Der Beitrag kommt zu einem eindeutigen Fazit, dem wir nichts mehr hinzufügen: "Aufgrund dieser Risiken sind auch die Bankkunden in Österreich einer gesteigerten Gefahr ausgesetzt, Opfer einer Zwangsabgabe zu werden." 

 
Das Märchen von den reichen Südstaaten in Europa
(welt.de) Eine Studie der Europäischen Zentralbank lieferte das Bild vom armen Deutschen, der den reichen Südländern unter die Arme greift. Doch die Statistik ist verzerrt. Ein Faktencheck belegt das. Mehr...

Kommentar: Was die F.A.Z. nicht schafft, ist der WELT scheinbar gelungen, ein unverstellter Blick auf die Missstände der EZB-Studie und die wirklichen Fakten. Wenn auch mit gehöriger Verspätung. Der Beitrag ergänzt unsere Berichterstattung der vergangenen Tage. 


"Es gibt keine Anzeichen für eine historische Schuldengrenze"
(handelsblatt.com) Die US-Ökonomen Reinhard und Rogoff lieferten die Grundlage für radikale Sparmaßnahmen. Nun haben Michael Ash und zwei Fachkollegen schwere Fehler in ihrer Arbeit gefunden. Die Kritik hat es in sich. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Das Thema lässt uns noch nicht los. Zu sehr beruft sich seit Jahren das offizielle EU-Europa auf diese Thesen. Dieser Beitrag analysiert gekonnt die gegensätzlichen Fakten. Aber eher nichts für "Praktiker". Der Schweizer Tages-Anzeiger titelt "Falsche Wirtschaftsrezepte zweier Harvard-Koryphäen?" und fasst zusammen: "Ein bahnbrechendes Papier der Ökonomen Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart zur Verschuldung von Staaten weckt Zweifel." Mehr dazu hier.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.