Montag, 22. April 2013

Standpunkt 612 - Nachrichten-Ticker, 21.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Vorbild BP – Banken in der Krise – Rezession – Armes Deutschland? – Belgien kriselt – Slowenien auch – Fitch versus Großbritannien – IWF versus Bankgeheimnis


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir haben mit den Arbeiten für das neue Update begonnen und hoffen weiter auf Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch nützliche Kritik. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung!


BP hat die Ölpest mit Gift bekämpft: Giftige Kosmetik
(zeit.de) Drei Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigt sich: Bei der Bekämpfung hat BP mit einer gefährlichen Substanz operiert. Viele Helfer haben mit ihrer Gesundheit bezahlt. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag beschreibt die unfassbare Rücksichtslosigkeit von BP gegenüber Umwelt und Menschen während der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Der Konzern hatte 2010 ganz offensichtlich nur ein Ziel: Einen Schaden  so weit wie möglich zu vertuschen, bzw. zu begrenzen, der aus nackter Gier und Gewinnsucht entstanden ist. Er steht als Beispiel für die unverhohlene Verquickung von Wirtschaft und Politik im ausschließlichen Interesse der Wirtschaft. Nicht anders agiert die Finanzindustrie seit dem endgültigen Ausbruch der Finanzkrise 2008. Es wird versteckt, getrickst und getäuscht, die Politik instrumentalisiert, während sich der Schaden, für die Öffentlichkeit nicht sichtbar, immer weiter vergrößert. 


Banken sind Europas größtes Problem
(n-tv.de) Europas Wirtschaft schwächelt und steht IWF-Schätzungen zufolge vor der Rezession. Für die OECD hängt dies vor allem mit der Schwäche des Bankensektors zusammen. Während europäische Unternehmen stärker als anderswo von Bankenkrediten abhängig sind, entfernen sich die Finanzinstitute immer weiter von der Realwirtschaft. Generalsekretär Gurria kennt jedoch einen Ausweg. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wer solche Analysen abliefert, der gibt sich bei näherem Hinsehen der Lächerlichkeit preis. Oder die OECD versucht sich daran, wie alle anderen auch, die Öffentlichkeit zu täuschen. Ein Blick hinter die Kulissen der Wall Street-Banken oder auf die Situation in China lässt nämlich kaum den Schluss zu, dass es andernorts besser aussieht. Wie wenig die Jubelarien von Bank of America und Co. mit der Wirklichkeit zu tun haben, beschreibt der Beitrag "What’s Inside America’s Banks?", erschienen am 02.01.2013 bei The Atlantic. Dort heisst es in der Zusammenfassung: "Some four years after the 2008 financial crisis, public trust in banks is as low as ever. Sophisticated investors describe big banks as 'black boxes' that may still be concealing enormous risks - the sort that could again take down the economy. A close investigation of a supposedly conservative bank's financial records uncovers the reason for the fears - and points the way toward urgent reforms." Read more here. Eine umfassende Analyse, leider nur in Englisch. Für alle, die über den heimischen Tellerrand hinaus sehen wollen. "Chinas Problem mit den Schattenbanken" ist ein Beitrag überschrieben, der kürzlich bei der ZEIT erschienen ist. Mehr dazu hier. Obwohl der Autor die Schwierigkeiten kleinschreibt, lässt sich zwischen den Zeilen das Ausmaß der Probleme immerhin erahnen. Wir wissen von 700 bis 800 Milliarden USD Kredite der Kommunen und Provinzen, die bereits seit längerer Zeit unter Wasser stehen, bei denen Zins und Tilgung schon ganz oder teilweise ausfallen. Vergeudet für unwirtschaftliche Maßnahmen, die keine Einnahmen abwerfen. Im Vergleich zu diesen beiden Beispielen fallen Europas Banken nicht durch noch größere Probleme auf. Die von Gurria präferierte Bankenunion löst nicht das Grundproblem der maroden Bilanzen, erleichtert aber deutlich die Enteignung der Sparer und, am dicken Ende, der Steuerzahler. 


Europa fällt beim Wachstum für Jahre aus
(format.at) Europa bleibt mit seiner unverändert schwachen Konjunktur das Sorgenkind der Weltwirtschaft. "Das Wachstum muss sich in der Eurozone insgesamt erst noch verwirklichen", bemängelte der Lenkungsausschuss des IWF am Samstag zum Abschluss seiner Frühjahrstagung in Washington. Der IWF forderte eine weitere Reparatur des Finanzsektors, Reformen für mehr Jobwachstum und Produktivität sowie eine effektive Bankenunion. Aber auch die Erholung der globalen Wirtschaft ist nach Meinung internationaler Finanzminister längst nicht vollendet. Mehr...

Kommentar: Das kommt heraus, wenn sich Experten sehr intensiv Gedanken machen und ihr so gewonnenes Wissen preisgeben. Viel Theorie, zu wenig Praxis, alles verpackt in leere Worthülsen. Vieles davon ist an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Schliesslich gehörte der IWF in den vergangenen Jahren zu den fleißigen Totengräbern Europas, die das ruiniert haben, was heute vom IWF bemängelt wird. Sinnigerweise fordert der IWF keine Reform des Finanzsektors, sondern "eine weitere Reparatur" und eine "effektive Bankenunion", statt endlich die Umsetzung der Versprechen einzufordern, die im Zusammenhang mit der Finanzkrise von den Regierungen der G20-Staaten vor vier Jahren vollmundig der staunenden Weltöffentlichkeit gegeben wurden. Damit würde sich auch lösen lassen, was der IWF in seinem Finanzstabilitätsbericht bemängelt hat, "dass vor allem in den ärmeren Eurostaaten wegen Schwächen im Finanzsystem die günstigen Kredite noch nicht bei kleineren Unternehmen ankämen." Die Finanzindustrie muss endlich tiefgreifend reformiert werden, weitgehend zurück geführt werden auf ihre ursprünglichen Aufgaben, wie sie Alt-Bankier Ludwig Poullain schon 2004, weit vor der Finanzkrise, beschrieben hat, u. a. hier, in die "Ungehaltene Rede" zum "Sittenverfall im Bankwesen", abgedruckt in der F.A.Z. Was den IWF betrifft: Es gibt reichlich Gelegenheit zu bedauern, dass Dominique Strauss-Kahn sich so leicht hat aus dem Weg räumen lassen...


Wo ist das Geld der Deutschen hin?
(faz.net) Die Deutschen haben wenig Vermögen, das stimmt. Um aber den Wohlstand eines Landes zu würdigen, sollte man besser auf das Volkseinkommen blicken. Mehr...

Kommentar: Die F.A.Z. versucht sich mühsam an einer Schadensbegrenzung ihrer bisherigen Berichterstattung zur EZB-Studie. Reichlich spät, aber immerhin. Die frühere deutsche Qualitätszeitung hatte sich bekanntlich in dieser Sache durch mehrere sehr tendenzöse Artikel ein Eigentor geschossen. Niemand sonst ist ihr so weit gefolgt, obwohl andere deutsche Führungsmedien anfangs die Meinungsbildung in eine ähnliche Richtung betrieben haben. Aber nur für kurze Zeit, die Faktenlage war eindeutig anders. Nun soll es dieser Beitrag, auch für die F.A.Z., ein bisschen richten. Doch nicht so ganz, wenig Vermögen haben die Deutschen nach Ansicht der F.A.Z. immer noch. In diesem Zusammenhang möchten wir auf den "Allianz Global Wealth Report 2012" verweisen, der sich detailliert mit der Vermögensverteilung beschäftigt. Den vollständigen Report gibt es hier. Der österreichische Standard hat seinerzeit eine Grafik der ersten 20 Staaten mit dem höchsten Netto-Geldvermögen pro Kopf veröffentlicht, die wir heute noch einmal zum besseren Verständnis zeigen:


       

Ergänzend dazu die folgende Grafik aus einer Studie der Credit Suisse: 





Belgien - Kampf an drei Fronten
(boeckler.de) Bis zur Finanzkrise stand Belgien gut da. Nun ist das Land auf die Verliererstraße geraten. Die von der EU geforderten Reformen machen die Lage noch schwieriger. Mehr...

Kommentar: Einer der nächsten Kandidaten auf der Liste der Krisenstaaten. Schon der vierte Sparplan in Folge und keine Besserung in Sicht. Ganz im Gegenteil, das Land rutscht in eine Rezession. Die EU bleibt gelassen, schliesslich stehen die Belgier bei den Privatvermögen an der Spitze in Europa. Der Idealfall für das neue Enteignungsmodell der europäischen Krisenmanager. 


Finanzkrise in Slowenien - Schon wieder die Banken
(sueddeutsche.de) Erst Zypern und jetzt auch noch Slowenien: Der Euro-Staat könnte als nächstes Hilfe brauchen, denn die wechselnden Regierungen finden kein Rezept gegen die Krise, die Geldhäuser bereiten sich ihre Probleme selbst. Sollen auch diesmal Aktionäre oder Sparer zahlen? Mehr...

Kommentar: Es ist soweit, Slowenien rutscht in den Abgrund. Das bleibt nicht ohne Folgen für Österreich. Das Land 2004 in die EU aufzunehmen und 2007 in die Eurozone, war eine politische Entscheidung, keine wirtschaftliche. Die Aufnahme in die EU ist vertretbar, in die Eurozone nicht. Da hatte Slowenien nichts verloren. Treu und brav hat das Land anschließend die "erprobten" Geschäftsmodelle übernommen und natürlich auch die damit verbundenen Fehler gemacht. Das Ende war vorhersehbar. Problematisch ist nur, dass die Slowenen über wenig Vermögen verfügen, mit dem sie an der Bankenrettung beteiligt werden könnten. Was für ein Dilemma für die EU. 


Spanien - Gesichter der Bankenkrise
(boeckler.de) 1,4 Millionen Menschen sind von Zwangsräumung betroffen, weil sie die Hypotheken nicht mehr zahlen können. Sie kämpfen für ein Gesetz, das die Banken zwingt, die Wohnungen zum Kaufpreis zurückzunehmen. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag beschreibt noch einmal die unhaltbaren Zustände in Spanien bei den Zwangsräumungen. Die Regierung rührt keinen Finger für die Betroffenen, das Urteil des EuGH (hier) wird ignoriert, bzw. die Gesetze so korrigiert, dass es damit einfach wie bisher weiter gehen kann. Ein Beispiel dafür, wie eine Regierung ohne jeden Skrupel gegen die Interessen einer großen Zahl von Bürgern handelt. Den Banken ist damit trotzdem nicht geholfen, die benötigen auf jeden Fall weitere Milliardenhilfen. 


Auch Fitch entzieht Großbritannien "AAA"
(derstandard.at) Der Ratingriese konstatiert trübere Ausblicke für die wirtschaftliche Entwicklung sowie die staatlichen Finanzen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Unsere Meinung zu Großbritannien sollte hinlänglich bekannt sein. Deshalb bieten wir statt eines eigenen Kommentars einen Beitrag an, der im Januar bei Deutschlandradio erschienen ist und treffend die britischen Verhältnisse beschreibt: "Die britische Industrie ist nur noch ein Schrotthaufen" heißt es dort. Es ist ein Interview mit dem Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser. "Großbritannien ist keine Wirtschaftsmacht in dem Sinne", meint der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser. Im Falle eines britischen EU-Austritts könnten die anderen europäischen Länder sogar eher neue Regeln zur Bändigung des Finanzmarktes finden. "Wenn die Briten drin bleiben, ist das sehr viel schwerer", so Abelshauser. Mehr dazu hier. Sehen wir genauso. 


Bankgeheimnis: IWF-Chefin Lagarde für Abschaffung
(diepresse.com) Die Chefin des Weltwährungsfonds hofft, dass Österreich Luxemburgs Beispiel folgt. Die Schweiz gibt sich indes verhandlungsbereit. Mehr...

Kommentar: Es muss jedem klar sein, wo die Reise hingeht. Und es wird nicht mehr lange dauern. Österreich und Luxemburg liefern sich mit der EU ein Rückzugsgefecht. Bei der Schweiz ist das Bankgeheimnis bereits in Auflösung begriffen. Gegenüber der EU wird diese Tatsache noch ein wenig kaschiert. Für Schweizer Banken und vor allem ihre deutschen Kunden brechen schwere Zeiten an. Vor wenigen Stunden hat der Fall des bisher prominentesten "Opfers" Uli Hoeneß in Deutschland das Licht der Öffentlichkeit erblickt (hier). Soviel ist bereits sicher, es geht nicht um Peanuts (hier). Da kann es nur amüsieren, wenn sich die Schweiz verhandlungsbereit gibt.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.