Mittwoch, 24. April 2013

Standpunkt 614 - Nachrichten-Ticker, 23.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Merkel und die Banken – EU-Schulden – Barroso versus Spardiktat – Niedriglöhne – Dreiklang in Deutschland – Japan goes Europa – EU-Banken – USA


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir haben mit den Arbeiten für das neue Update begonnen und hoffen weiter auf Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch nützliche Kritik. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung!


Merkel warnt vor Geiselhaft durch Banken
(handelsblatt.com) Im Gespräch mit Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart bezieht Bundeskanzlerin Angela Merkel klar Stellung: Die Politik sollte ihre Abhängigkeit von der Finanzindustrie verringern. Dazu müssten die Schulden sinken. Mehr...

Kommentar: Die "Eiserne Lady Kanzlerin" erinnert uns immer mehr an ihre "Vorgängerin" im Geiste, Maggie Thatcher. Die ist in ihrer Amtszeit ständig durch markige Sprüche, aber - wie man heute weiss - selten durch Sachverstand auffällig geworden. Darüber scheiden sich die Geister, vor allen Dingen in Großbritannien selbst, aber längst ist bewiesen: Mit Thatcher's neoliberaler Politik in den elf Jahren ihrer Amtszeit war das wirtschaftliche Schicksal der Briten besiegelt. Heute ist Großbritannien pleite. Wir sind davon überzeugt, dass Angela Merkel mit ihrer Politik Deutschland in eine ähnliche Situation bringen wird. Die regelmäßig hohen Zustimmungswerte in den Umfragen sind kein Gradmesser für die Fähigkeiten der Kanzlerin, eher für die Ahnungslosigkeit der Bevölkerung. Auch das erinnert sehr stark an die Regierungszeit der britischen Premierministerin. 

Wenn Merkel erklärt, "eine Bank darf in der Tat nicht die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft gleichsam zur Geisel nehmen können", dann ist das an Schamlosigkeit kaum zu überbieten. Seit der Entscheidung, Europas Banken zu retten (hier), gilt die Geiselhaft. Die Bundeskanzlerin sorgt seitdem mit ihrer Krisenpolitik für eine Verschärfung dieser Geiselhaft. Sie verursacht eine vor-industrielle Schuldenknechtschaft für Millionen Menschen in Europa, von denen kein Einziger für die Krise verantwortlich ist oder gar ihren Verlauf beeinflussen kann. Anders die Kanzlerin. Sie trägt Verantwortung für beides. Ihre Idee, "wir werden als Staaten und Politiker dann am besten von den Banken unabhängig, wenn wir keine Schulden mehr machen" widerspricht völlig dem Grundsatz des Kapitalismus. Das sollte Merkel längst wissen, auch wenn sie im Sozialismus groß geworden ist. Außerdem ignoriert sie die Tatsache, dass die Krise nicht durch die Schulden der Staaten, sondern durch die Verluste der Banken entstanden ist. Die haben mit ihren überwiegend kriminellen Geschäftsmodellen die Nachfrage nach dem Geld überhaupt erst generiert, das von ihnen anschliessend geschaffen wurde und als Schulden endete, die keiner jemals bezahlen kann. Lockere Gesetze und fehlende Aufsicht haben diese Entwicklung begünstigt. Teile dieser Schulden sind mittlerweile schon in Staatsschulden umgewandelt worden. Das Ergebnis nennt sich heute Staatsschuldenkrise. 

Die Kanzlerin bemängelt, dass die "Banken dazu neigen, erst Staatsanleihen zu kaufen, bevor sie der Wirtschaft Kredite geben". Das ist dreist. Es ist beabsichtigter Teil der Rettungsmaßnahmen, dass mit dem billigen Geld der EZB Staatsanleihen gekauft werden, weil die EZB nicht direkt eingreifen darf. Die Staatsanleihen können dann wieder bei der EZB hinterlegt und zu günstigsten Konditionen beliehen werden. Das Spiel beginnt von vorne. Merkel weiss das, sie blufft einfach.  

Wollte Angela Merkel tatsächlich die Macht der Banken brechen, dann muss sie zuerst begreifen, was Thomas Jefferson (1743 - 1826) bereits zu seiner Zeit, als 3. US-Präsident (1801 - 1809),  über 100 Jahre vor Gründung des Federal Reserve System (Fed), erkannt hat: "Falls das amerikanische Volk jemals die Kontrolle über die Herausgabe ihrer Währung auf banken übertragen sollte, werden diese und die Firmen, die sich um sie bilden, unter dem Einsatz von Inflation und Deflation, dem Volk solange ihr Eigentum wegnehmen, bis die Kinder obdachlos auf dem Kontinent, den ihre Väter einst in Besitz nahmen, aufwachen. Die Herausgabe von Geld soll von den Banken weggenommen werden, und zurück auf den Kongress und das Volk übertragen werden. Ich glaube aufrichtig, dass Banken, mit dem Recht Geld herauszugeben, gefährlicher für die individuellen Freiheitsrechte sind als eine stehende Armee." Leider konnten seine Nachfolger die Machtergreifung der Banken durch die Gründung des Fed im Dezember 1913 nicht verhindern. Die war damals generalstabsmäßig vorbereitet. Wohin das bis heute geführt hat, was von Jefferson schon vor mehr als 200 Jahren beschrieben wurde, macht die folgende Grafik deutlich: 


"The banks are bigger than many of sovereigns"

Unser Fazit: Merkel und Steingart haben nur eine öffentlichkeitswirksame Show abgezogen, mehr war das nicht. Wahlkampf eben. 


EU-Länder machen 576 Milliarden Euro neue Schulden
(spiegel.de) Viele europäische Staaten sparen drastisch - trotzdem sind die Schulden der EU-Länder im vergangenen Jahr um 576 Milliarden Euro gewachsen. 17 Staaten haben sogar mehr neue Schulden gemacht als laut Maastricht-Vertrag erlaubt ist. Mehr...

Kommentar: Spardiktate, die neue Schulden erzeugen. Das ist verrückt, aber logisch. Das Ergebnis von Massenarbeitslosigkeit, Armut, Rezession. Zu Gunsten eines Banken-Bail-outs. Dazu eine Grafik:


Quelle: economist.com   

Da läuft eine ganze Menge schief. 

 
Barroso fordert Abkehr vom Spardiktat
(manager-magazin.de) Angesichts der immer dramatischeren Situation in vielen europäischen Krisenländern fordert EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso eine Abkehr vom reinen Spardiktat. Seine Botschaft: Die Schmerzgrenze ist erreicht. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Barroso versucht sich an einer Palastrevolution. Zur gleichen Zeit betreibt der Schweizer Tages-Anzeiger bereits Ursachenforschung für "Das plötzliche Umschwenken der Sparapostel" und erklärt dazu: "Berlin und Brüssel forderten über Jahre die verschuldeten Südeuropäer auf, den Gürtel enger zu schnallen. Damit ist nun Schluss. Ausgelöst hat den spektakulären Wechsel ein US-Student." Außerdem wird Barroso wie folgt zitiert: "Natürlich ist diese Sparpolitik grundsätzlich richtig, aber sie hat ihre Grenzen erreicht. Eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik muss nicht nur theoretisch stimmen. Sie braucht auch ein Minimum an politischer und sozialer Unterstützung." Mehr dazu hier. Der Autor begründet den Schwenk mit "einer Studie ("Does High Public Debt Consistently Stifle Economic Growth? A Critique of Reinhart and Rogoff", hier, Anm. d. Verf.) an einer Provinzuniversität im Bundesstaat Massachusetts. Dort hatte ein Student namens Thomas Herndon die Zahlen der beiden Ökonomiestars Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff nachgerechnet und dabei festgestellt, dass den beiden ein peinlicher Rechenfehler unterlaufen ist. Das könnte nun grosse Folgen haben: Reinhart/Rogoff ("Growth in Time of Debt", hier, Anm. d. Verf.) haben nämlich damit die sogenannte 90-Prozent-Regel begründet, die besagt, dass das Wirtschaftswachstum einer Nation rapide absackt, wenn die Staatsverschuldung über 90 Prozent des Bruttoinlandprodukts steigt." Die Regel, mit der Berlin, Brüssel und der IWF in Washington immer wieder die Sparwut für die europäischen Krisenländer wissenschaftlich begründet haben. Offensichtlich will Barroso daraus Konsequenzen ziehen. Der österreichische STANDARD berichtet "Genug gespart: EU-Debatte flammt neu auf". Auch dieser Beitrag bezieht sich auf den EU-Kommissionspräsidenten: "Die Sparpolitik stößt für Kommissionspräsident Barroso an ihre Grenzen, ohne schmerzhafte Einschnitte wird es aber nicht gehen, sagen IHS und Wifo." Mehr dazu hier. Ein bemerkenswerter Beitrag, nicht zuletzt wegen der Stellungnahmen der beiden Institute. Barroso hat sich offensichtlich nicht mit Berlin abgestimmt. Von dort kommt Störfeuer: "Deutschland wehrt sich gegen Abkehr vom Sparen" meldet flugs die WELT und schreibt: "EU-Kommissionspräsident Barroso sieht die Grenzen der Sparpolitik erreicht. Das will die Bundesregierung so nicht stehen lassen – und ist wieder einmal ziemlich alleine in Europa und der Welt." Die Zeitung zitiert den Bundesaußenminister mit dem denkwürdigen Satz  "Wachstum kann man nicht durch mehr Schulden kaufen." Mehr dazu hier. Denkwürdig deshalb, weil auch Guido Westerwelle - wie seine Chefin im Kanzleramt - das Wesen des Kapitalismus' nicht verstanden zu haben scheint. Erstaunlich wenn man bedenkt, dass er der FDP angehört und einige Zeit ihr Vorsitzender war. Der Partei also, die sich alleine für wirtschaftskompetent hält (siehe hier und hier). Bis nach Amerika reicht die Nachricht vom Widerspruch: "Less Austerity? Nein, Nein, Nein Says Germany" überschreibt zerohedge.com einen Beitrag und trifft damit den Nagel so ziemlich auf den Kopf. "Tyler Durden" eröffnet diesen Beitrag so: "While I think this policy is fundamentally right, I think [austerity] has reached its limits," was EU President Barroso's firestarter comment yesterday. As the WSJ reports, the IMF also said last week that  the bloc should ease back on austerity, while a number of governments outside the EU have made the same call, arguing that its belt-tightening is holding back the global economic recovery and could end up being self-defeating. Of course, the beggars are once again trying to be choosers as Spain's de Guindos pushes his agenda along this 'growth vs austerity' path, "What we are going to do now is strike a better balance between deficit reduction and economic growth," but it is the bagholders (or money-men) of Europe that has the last word. As we noted yesterday, Merkel's expectations are no more money without ceding sovereignty, this morning it is German MPs who are up in arms as Nobert Barthle condemns Barroso's statements on austerity and Hans Michelbach flatly rejects this path of no resistance as it "undermines fiscal consolidation efforts." Perhaps the most clear message was from Volker Wissing who added, "demanding more money or time would send a 'fatal' signal to financial markets on reforms." With German PMIs so bad this morning, we are reminded of Bill Blain's comment, that ultimately growth is about confidence - and right now, Europe is a very unhappy place." Read more here. Der Mann ist jedenfalls auf Augenhöhe mit der aktuellen Nachrichtenlage. Die erreicht dann auch EU-Kommissionspräsident Barroso am Nachmittag und er hört aufs Wort: "Barroso revidiert Abkehr von Europas Sparpolitik" meldet "manager-magazin.de" und fasst zusammen: "War es ein Missverständnis statt einer Wende in Europas Krisenpolitik? EU-Kommissionschef José Manuel Barroso hatte für Aufsehen gesorgt, weil er die Grenzen des Sparens erreicht sei. Jetzt stellt der Politiker klar: Die EU vollziehe keine Kehrtwende, sondern bleibe bei ihrer Linie." Mehr dazu hier. Das wahr mitnichten ein Missverständnis, das war vielmehr eine schallende Ohrfeige aus Berlin.


"Der Staat subventioniert die Niedriglohnstrategie"
(heise/telepolis.de) Gut 1,3 Millionen Beschäftigte stocken ihren Lohn mit Hartz-IV-Leistungen auf. Ein Interview mit dem Sozialwissenschaftler Gerhard Bäcker. Mehr...

Kommentar: Weiter heißt es: Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger sinkt, doch der prozentuale Anteil der sogenannten Aufstocker steigt weiter an. Während 2007 noch 23,1 Prozent der 5,2 Millionen Hartz-IV-Empfänger ihr Erwerbseinkommen aufstockten, lag ihr Anteil im Oktober des vergangenen Jahres bei 30,4 Prozent - von nun 4,3 Millionen Hartz-IV-Empfängern. Zu diesem Befund kam eine Analyse der offiziellen Arbeitsmarktstatistik, die vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen veröffentlicht wurde." Ein aufschlussreiches Interview zum Thema Niedriglohn, zu dem wir im Kommentar zum nächsten Beitrag eine vielsagende Grafik liefern. Ein weiterer Beleg dafür, wie sich der Standort Deutschland mit staatlicher Förderung Wettbewerbsvorteile gegenüber seinen Nachbarn verschafft. Und die Gewerkschaften schauen zu. 


Deutschland: Dreiklang bei Löhnen, Renten und medianen Nettovermögen
(querschuesse.de) Die jährliche Rentenbestandsstatistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) offenbart Finsternis für Millionen Rentner der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland. 6,117903 Millionen Rentner in Deutschland erhalten eine Rente von unter 500 Euro, beachtliche 13,456166 Millionen Rentner von unter 1000 Euro im Monat. Dabei hatte doch gerade die deutsche Bundeskanzlerin, in Hinblick auf die unangenehme Vermögensstudie der EZB, mit dem Verweis auf die starken staatlichen und betrieblichen Rentensysteme in Deutschland zu punkten versucht: "Aber Vorsicht: Die Statistik ist verzerrt." Pikant, dass die Daten des BMAS in der Auswertung des Rentenbestandes der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung diese These der Bundeskanzlerin zur starken staatlichen Rente überhaupt nicht stützen. Dies zeigt erneut, in der Realität besteht ein konsistenter Dreiklang, mehr als zwei Jahrzehnte konnten die Arbeitnehmer in Deutschland keine Reallohnsteigerungen realisieren, im Umkehrschluss weisen die Daten der EZB auch auf äußerst schwache mediane Nettovermögen bei den privaten Haushalten in Deutschland hin und die Rentenbestandsstatistik eben auf miese Renten, welche nur Spiegelbild der schwachen Löhne sind. Dies passt schlüssig zusammen, denn diese Entwicklung war eine der Grundlagen für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit und die massiven Exporterfolge. Die realisierten Pfründe des einseitigen Exportmodells wiederum häufen sich in den Händen weniger an, weswegen zwischen dem Median-Nettovermögen der privaten Haushalte und den Mean- (durchschnittlichen) Nettovermögen der privaten Haushalte Welten klaffen. Mehr...

Kommentar: Ein klarer Blick darauf, wer daheim die Lasten der deutschen Wettbewerbsvorteile trägt. Der Autor, Steffen Bogs, hat wie immer die Daten vorbildlich und gut verständlich aufbereitet. Das Ergebnis ist ein Desaster. Einige seiner Charts mit den Erklärungen dazu aus dem Beitrag zeigen wir schon jetzt: 






Erklärung von Steffen Bogs: "Die medianen Nettovermögen der privaten Haushalte laut der EZB-Studie: “The Eurosystem Household Finance and Consumption Survey” in den Ländern der Eurozone. Deutschland ist mit 51,400 Euro medianen Nettovermögen je Haushalt Schlusslicht, sogar hinter der Slowakei, Slowenien und den Ländern der Südperipherie. Der Median teilt alle Haushalte und ihre Vermögen in zwei Hälften, genau in der Mitte zeichnet sich ein medianes Nettovermögen von nur 51’400 Euro je Haushalt in Deutschland. Wenn der Median (51’400 Euro) stark zum Mean (Durchschnitt 195’200 Euro) abfällt, ist dies ein deutlicher Befund für eine enorme Ungleichheit bei der Verteilung der Vermögen." 





Erklärung von Steffen Bogs: "Die Mean-(durchschnittlichen) Nettovermögen der privaten Haushalte laut der EZB-Studie: The Eurosystem Household Finance and Consumption Survey in den Ländern der Eurozone. Deutschland ist mit 195’200 Euro durchschnittlichen Nettovermögen je Haushalt wenigstens, wie es auch zu erwarten war, vor der Slowakei, Slowenien, Griechenland und Portugal. Gerade der miese Stand, im Vergleich zu anderen Ländern in der Eurozone, beim medianen Nettovermögen der deutschen Haushalte ist nicht erstaunlich, sondern zwangsläufig, denn hinter den Exporterfolgen und der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands steht eben auch die Nichtteilhabe von Millionen deutschen Arbeitnehmern, die so mies partizipieren, dass ein Vermögensaufbau nahezu unmöglich ist! Über zwei Jahrzehnte Stillstand bei den Reallöhnen hinterlassen Spuren und Millionen prekär Beschäftigte und Niedriglöhner können von einem Vermögensaufbau nur träumen." 





Erklärung von Steffen Bogs: "Die Verteilung der Nettovermögen nach Quantilen in Euro, laut Deutscher Bundesbank (...). Während die untersten 20% der Haushalte eine Nettoverschuldung von -4’640 Euro im Mittel auswiesen, die darauffolgenden 20% ein Nettovermögen von nur 13’070 Euro, weisen die obersten 10% der Haushalte im Mittel ein Nettovermögen von 1,157250 Millionen Euro aus! Die untersten 40% der deutschen Haushalte haben nie partizipiert am Erfolg der deutschen Volkswirtschaft." Das entzaubert irgendwie auch die Soziale Marktwirtschaft deutscher Prägung. 




Erklärung von Steffen Bogs: "Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit, sein erfolgreiches und einseitiges Exportmodell finden seinen Ausdruck eben auch in einem sehr schwachen Zuwachs bei den Lohnstückkosten: Die Entwicklung der nominalen Lohnstückkosten in den DFPIIGS und in der EU17 im Chart seit Q1 2000 bis Q4 2012. Trotz kräftiger Korrektur in Griechenland, Irland, Spanien und Portugal, haben sich die deutschen Lohnstückkosten immer noch viel schwächer entwickelt, obwohl sie sichtbar anziehen. Aber die Entwicklung der deutschen Lohnstückkosten hinkt immer noch deutlich den anderen hinterher. Geradezu erschreckend die immer noch bestehende Divergenz zu Italien und Frankreich. Seit 2000 (=100) bis Q4 2012 stiegen die nominalen Lohnstückkosten in Deutschland (blau) um +10,3%, in Frankreich (rot) um +29,0%, in Portugal (grün) um +20,2%, in Italien (lila) um +35,7%, in Irland (bis Q3 2012 (türkis)) um +22,8, in Griechenland (orange) um +22,2%, in Spanien (hellblau) um +20,2% und in der Eurozone insgesamt (rosa) um +22,8%." Vor diesem Hintergrund muss eigentlich jeder begreifen, dass die Senkung der Lohnstückkosten in den Krisenländern bis unter das deutsche Niveau keine Lösung ist. Oder? 


Geldschwemme: Japaner kaufen spanische Staatsanleihen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Geldschwemme der Bank of Japan macht den japanischen Investoren Sorgen. Nun wollen die Japaner ihr Geld ín europäischen Staatsanleihen anlegen. Insbesondere die Krisen-Staaten bieten attraktive Zinsen. Mehr...

Kommentar: Wollte der japanische Regierungschef Abe nicht mit seiner Abenomics genannten ultralockeren Geldpolitik die heimische Konjunktur antreiben? Wie andernorts auch, scheint das aber nicht so recht zu funktionieren. Statt zu hause die Wirtschaft anzukurbeln, stecken die Investoren ihr Geld viel lieber in hochspekulative Anlagen, für die es eine anständige Verzinsung gibt. Die europäischen Krisenstaaten wird es freuen, ihre Probleme werden zwar nicht gelöst, aber immerhin zweitweise abgeschwächt. 


Zypriotische Bankbilanzen schüren Verdacht gegen Aufsichtsbehörden
(heise/telepolis.de) Anscheinend wurden die Zahlenwerke der Großbanken von Notenbanken und Aufsichtsbehörden so lange milde beurteilt, bis die finanzierenden europäischen Banken ihre Gelder aus Zypern abgezogen hatten. Wirft man einen Blick in die letzten Jahresberichte der gescheiterten zypriotischen Banken, drängt sich die Frage auf, ob die gerade beschlossene "umfassendste und tiefgreifendste Bankenregulierung in der Geschichte der EU" nicht am Thema vorbei geht und allein der Beruhigung des Publikums dienen soll. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag gestattet einen tiefen Blick in die marode Bankenwelt und ihre heillos überforderten Regulierer, Aufseher und Retter. Außerdem vermittelt er einen Eindruck davon, wie wehrlos die Sparer und Anleger einer Enteignung ausgeliefert sind, während andere Interessen gewahrt bleiben. Erinnert uns weitläufig noch einmal an die Rettungsaktion für die Hypo Real Estate (HRE) in Deutschland, bei der es primär nur um eine Schadensbegrenzung der betroffenen Banken gegangen ist, während alle anderen, inklusive die Steuerzahler, herbe Verluste erlitten haben. Interessante Einzelheiten und weiterführende Links dazu bietet die Wikipedia-Seite (noch einmal hier). 


USA schmeicheln sich mit BIP-Berechnung
(derstandard.at) Forschungsausgaben und Lizenzgebühren werden als Vermögenswerte miteinbezogen - das BIP steigt um drei Prozent. Mehr...

Kommentar: Es ist schon (welt)meisterlich, wie sich die USA die Zahlen hinfrisieren. Unübertroffen. So einfach geht das. Wird höchstens getoppt von der eigenen Arbeitslosenstatistik.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.