Donnerstag, 25. April 2013

Standpunkt 615 - Nachrichten-Ticker, 24.04.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Einlagensicherung in Österreich – Defizite in der EU – Eurozone – Wolfgang Münchau in der Krise – Portugal – Schäuble zum Fall Hoeneß – VW und Daimler in Absatznot – USA  


 Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir haben mit den Arbeiten für das neue Update begonnen und hoffen weiter auf Anregungen, Ergänzungen, (Insider-) Informationen oder auch nützliche Kritik. Wir freuen uns über jede gut gemeinte Unterstützung!


Wenn die Bank pleite geht
(derstandard.at) Die wichtigsten Fragen rund um die Einlagensicherung und die Anlegerentschädigung. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag beschäftigt sich mit den Folgen in Österreich. Zur Einstimmung für alle LeserInnen lesenswert. Die Unterschiede sind nicht gravierend. Darauf werden wir in unserem nächsten Update zum Thema Enteignung eingehen. Andererseits erwarten wir, dass die Einlagensicherung im Laufe der weiteren Krise sowieso einkassiert wird. Ihre Lebensdauer ist sehr begrenzt, obwohl Berlin, Brüssel und Frankfurt gebetsmühlenartig das Gegenteil behaupten. 


Austerität lässt Defizit steigen, statt es zu senken
(heise/telepolis.de) Defizitsünder sollen mit noch mehr Zeit belohnt werden, in Brüssel rückt man von der absurden Sparpolitik ab. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Noch eine Zusammenfassung der Ereignisse in den wichtigsten Krisenländern. Die Zahlen sind furchterregend. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung wird in Deutschland plötzlich wieder über das Ende der Eurozone diskutiert. "Merkel-Berater: In spätestens fünf Jahren ist der Euro weg" melden "deutsche-wirtschafts-nachrichten.de". Mehr dazu hier. Der Beitrag bezieht sich auf ein Interview, das Kai Konrad, Wirtschaftsberater der Bundesregierung, der "Welt am Sonntag" gegeben hat: "Regierungsberater sieht Euro-Ende in fünf Jahren", heißt es dort. Einleitend steht da: "Der Vorsitzende des Wissenschaftsbeirats beim Bundesfinanzministerium, Kai Konrad, gibt dem Euro "mittelfristig nur eine begrenzte Überlebenschance". Die Schuldengrenzen in Europa will er abschaffen." Mehr dazu hier. Konrad liefert die Ideen gleich mit, die die Eurozone endgültig zerstören. Ein Brandstifter. 


Ohne Wachstum wird die Euro-Zone zerbrechen
(welt.de) Finanzminister Schäuble glaubt, dass nur Sparen aus der Krise führt. Doch die Realität widerlegt ihn schon seit zwei Jahren. Die Euro-Zone – getrieben von Berlin – fährt einen riskanten Kurs. Mehr...

Kommentar: Ein ganz ordentlicher Beitrag, der sich da in die "Welt" verirrt hat. Die in der Regel nur schreibt, was der Bundesregierung das Krisengeschäft erleichtert. Wahrscheinlich versucht der Autor deshalb am Ende doch noch, auf die üblichen Reformpläne einzuschwenken, zu denen die Bundeskanzlerin die Problemländer zwingen muss, wie er meint


Warum Barroso falsch liegt
(spiegel.de) Kommissionspräsident Barroso hat sich endlich was getraut, als er die harten Sparauflagen der EU in Frage stellte. Doch seine Kritik geht am Ziel vorbei: Es sind nicht die Euro-Südstaaten, die zu sehr knausern. Sondern Länder wie Deutschland. Mehr...

Kommentar: Wolfgang Münchau erklärt uns in seiner Kolumne wieder einmal die Krise und versucht sich an einer Lösung vor dem Hintergrund der neuen Defizitzahlen, die aus den Krisenländern gemeldet werden. Nur, was Münchau beschreibt ist nicht neu und an der deutschen Schuldenbremse beispielsweise haben sich in der Vergangenheit auch schon andere die Zähne ausgebissen. Natürlich sind Schuldenbremse hier und Fiskalpakt dort schädlich, genauso aber auch die Sparprogramme als Gegenleistung für die Hilfsmaßnahmen von EU/EZB/IWF für die Krisenländer. Das wirkliche Problem, um das auch Münchau einen großen Bogen macht, sind die Milliarden Euro Müll in den Bilanzen der europäischen Banken, die sich leider nicht einfach in Luft auflösen, sondern Stück für Stück sozialisiert werden (müssen). Da stehen Beträge an, die sich weder durch knüppelharte Sparprogramme, noch durch die Zuwächse aus gigantischen Konjunkturprogrammen ausgleichen lassen. Selbst die kompletten Ersparnisse und Vermögen der Menschen in den betroffenen Ländern werden dazu nicht ausreichen, befürchten wir. Die Übergriffe auf die Spareinlagen in Zypern waren nur ein kleiner Vorgeschmack auf die zukünftigen Aktionen in Europa. Natürlich möchte niemand Überbringer dieser üblen Nachrichten sein. Deshalb gelangen die Wahrheiten nur in halbwegs verträglichen Dosierungen an die Öffentlichkeit. Daran hält sich auch Wolfgang Münchau - und schweigt. 


Ein Hauch von Nelkenrevolution
(heise/telepolis.de) In Portugal wird der Ruf nach Sturz der skandalgeschüttelten konservativen Regierung lauter. Mehr...

Kommentar: Was in diesem Beitrag beschrieben wird, haben wir schon mehrfach prophezeit. Die Portugiesen können sich sogar eine Militärregierung vorstellen, so hoffnungslos ist mittlerweile die Lage im Land. Während die europäischen Krisenmanager Portugal als folgsamen Musterknaben für den Erfolg der Sparprogramme durch das mediale Dorf treiben. Übrigens, "die Nelkenrevolution bezeichnet den linksgerichteten Aufstand großer Teile der Armee in Portugal am 25. April 1974 gegen die autoritäre Diktatur des sogenannten Estado Novo. Sie verdankt ihren Namen den roten Nelken, die den aufständischen Soldaten – im Rahmen des allgemeinen Volksfestes und der Freude angesichts der Ereignisse – in die Gewehrläufe gesteckt wurden" (Quelle: Wikipedia, hier). 


Schäuble bezeichnet Hoeneß als "bedauernswerten Einzelfall"
(sueddeutsche.de) Wie soll Deutschland mit Steuerkriminellen umgehen? Der Fall Uli Hoeneß bringt das Thema Steuergerechtigkeit auf die Tagesordnung des Bundestags. In einer Aktuellen Stunde drischt die Opposition auf die Regierung ein. Finanzminister Wolfgang Schäuble keilt zurück, verliert sich aber dann in Verfahrensfragen. Mehr...

Kommentar: Die Aussage ist lächerlich. Sie zeigt aber, dass die Bundesregierung nach wie vor keine große Lust hat, der Steuerflucht aus Deutschland einen wirksamen Riegel vorzuschieben. Es soll offensichtlich weiterhin eher dem Zufall überlassen bleiben, oder den Bemühungen einiger Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Steuerflüchtlinge zu enttarnen und dingfest zu machen. Die Offshore-Leaks-Geschichte dient hauptsächlich der öffentlichen Show. Unabhängig davon beobachten wir mit großem Interesse die Entwicklung im Fall Uli H. Vielleicht wird irgendwann nachvollziehbar, warum er im Januar die Nerven verloren hat und das Abenteuer Steuerhinterziehung mit einer Selbstanzeige beendete. 


VW und Daimler im Sog der Eurokrise
(tagesanzeiger.ch) Jahrelang verbuchten die deutschen Autobauer steigende Gewinne. Nun melden VW und Daimler empfindliche Einbußen. Daran schuld sind teilweise überraschende Ursachen. Mehr...

Kommentar: Jetzt also doch. Schlagartig ist die Party zu Ende. Es ist so, wie wir vermutet haben: Das Geschäft in den USA und China reicht nicht aus, die Einbrüche in Europa wettzumachen. Trotz der riesigen Rabatte, die schon länger gewährt werden. Bei Daimler mag auch noch verfehlte Modellpolitik schuld sein. 26% Gewinneinbruch bei VW, sogar 60% bei Daimler (hier), das geht unter die Haut. Schwächelt die deutsche Autoindustrie nachhaltig, dann ist es Essig mit dem prognostizierten Wachstum in 2013/14. 


US Business Cycle Index Plunges Most In 22 Months
(zerohedge.com) While broad US macro-economic data has been sliding rapidly of late - now at equivalently bad levels as we saw in August of last year's 'swoon', we have often seen 'survey-based' data provide some fillip to the hard-data deterioration. Hope and faith that recovery is just around the corner provides just enough to hang new all-time high stock prices on. But... in the last two weeks, the surprises from US business cycle and survey-based indicators have plunged. In fact they have dropped at a pace only matched by 2011's Q2 slump that required global coordinated central bank intervention to save it. Perhaps even more interesting from the chart below, is the lower highs being made in these indicators of the business cycle - which confirm the fading reality of any spillover-effect from QE. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Wie glaubhaft sind vor dem Hintergrund dieser Entwicklung die Lobpreisungen in den deutschsprachigen Medien zu Amerikas Wirtschaft? Die Frage kann sich jeder selbst beantworten. Der Chart aus dem Beitrag sollte bestehende Restzweifel beseitigen: 


Quelle: zerohedge.com

Oder hier: "Raise Your Hand If You Can See The Recovery" betitelt "zerohedge.com" einen Chart, der wenig Hoffnung macht und gleichfalls nicht zu den Meldungen passt, die durch die hiesigen Medien geistern.


Quelle: zerohedge.com

Zur Ergänzung noch zwei weitere Charts, die in ihrer Aussage eindeutig sind: 


Quelle: zerohedge.com


Quelle: zerohedge.com


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.