Freitag, 31. Mai 2013

Standpunkt 651 - Nachrichten-Ticker, 30.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: EU handlungsunfähig – Fiskalpakt vor dem Ende? – Eurozone – Märchenhaftes US-Wirtschaftswachstum


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


"Die EU-Kommission ist handlungsunfähig"
(welt.de) Zwei große Männer Europas: Helmut Schmidt und Valéry Giscard d'Estaing analysieren die Lage der EU und die Konstruktionsfehler der Maastricht-Verträge. Nur für EZB-Chef Draghi gibt es lobende Worte. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wie nicht anders zu erwarten, bleibt Helmut Schmidt bei der Bewertung der Krise in Europa seiner Linie treu. Für ihn ist es "keine Euro-Krise", sondern "allenfalls eine "nicht ganz so gewichtige Krise der Staatsschulden", aber auf jeden Fall eine "Krise der Institutionen". Daraus aber gleich eine Bestätigung der Kritik von Günther Oettinger abzuleiten, wie es der Autor dieses Beitrages tut, halten wir für sehr gewagt. Wir sehen deutliche Unterschiede in der Bewertung. 

Für politischen Sprengstoff quer durch die Parteien hierzulande sorgt gerade die Meldung "Oettinger erklärt Europa zum Sanierungsfall", wie es beispielsweise die WELT formulierte, die seine Aussagen so zusammenfasst: "EU-Kommissar Oettinger macht sich Sorgen um Europa. Einige Länder seien inzwischen unregierbar, Brüssel erkenne die wahre Gefahr nicht. Auch für Kanzlerin Angela Merkel hält er eine Warnung parat." Mehr dazu hier. Es geht um eine Rede, die Oettinger erst vor wenigen Tagen in Brüssel gehalten hat (hier). 

Für Schmidt ist es einzig Mario Draghi und "seine" EZB, die funktionieren. Ein kleiner Nadelstich in Richtung Jens Weidmann und die Bundesbank. Der ehemalige französische Präsident Valéry Giscard d'Estaing ist immer noch ein vehementer Kämpfer für mehr Integration in Europa. Er wünscht sich bis 2030 Europas Führung durch einen "gemeinsamen Finanzminister" und einen "starken Generalsekretär". Schmidt räumt diesem Plan keine Chance ein, jedenfalls nicht bis 2030. Giscards Kritik an der aktuellen französischen Regierung ist verständlich. Ihr vorzuwerfen, sie "habe mit ihrem Lehrmeister Mitterrand gebrochen", halten wir aber für nicht zeitgemäß. Schließlich hat Angela Merkel längst die Europapolitik von Helmut Kohl in die Abstellkammer verbannt. Da ist es der französischen Seite kaum zuzumuten, weiter an den europapolitischen Gemeinsamkeiten zwischen Mitterrand und Kohl festzuhalten. 

Das HANDELSBLATT interpretiert Helmut Schmidt so: "Rüffel des Altkanzlers für Barroso & Co." und schreibt im Vorspann dazu: "Helmut Schmidt hat bei einem Paris-Besuch seinen Unmut über den Zustand der EU zum Ausdruck gebracht. Insbesondere Barroso bekam sein Fett ab. Der deutschen Politik gab er ein politisches Gebot mit auf den Weg." Mehr dazu hier. Für Schmidt, wie immer ein Freund klarer Worte, taugt der jetzige EU-Kommissionspräsident Barroso nichts. Das bestätigt unsere Meinung über das europäische Krisenmanagement: Nieten an den wichtigsten Stellen. 

In diesem Zusammenhang für unsere LeserInnen noch der Hinweis auf einen früheren Beitrag von uns: "Was macht Regierungen handlungsunfähig?" (hier) beschäftigt sich mit dieser Entwicklung seit dem Ausbruch der Finanzkrise. Immer noch aktuell.


Der Fiskalpakt ist tot: Das Ende der EU hat begonnen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der Sparkurs in den Ländern der EU ist zu Ende, bevor er noch richtig begonnen hat. Das Scheitern der EU-Kommission liegt jedoch nicht an der Unfähigkeit der Kommissare, sondern daran, dass die EU als rechtliches Gebilde keine Chance hat, sich gegen die Nationalstaaten durchzusetzen. Nie wird das deutlicher als jetzt, am Höhepunkt der Schulden-Krise. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein Beitrag, passgenau gemacht für den unbedarften Deutschen Michel und die Stammtischhoheit in Deutschland. Erschreckend, wie in solchen Beiträgen "Meinung gemacht" wird. Dichtung und Wahrheit werden auf unsägliche Weise miteinander verwoben, um am Ende einen gefährlichen, weil falschen, Schluss zu ziehen. Den Fiskalpakt zu beerdigen wäre eine sehr gute Entscheidung. Leider ist das letzte Wort dazu noch nicht gesprochen. Für unsere LeserInnen haben wir einige Beiträge zu diesem Thema zusammengestellt, die wir an dieser Stelle kurz vorstellen wollen: 

Die NACHDENKSEITEN bieten eine lesenswerte, gut verständliche, knappe Zusammenfassung:  "Fiskalpakt – der klammheimliche Systemwechsel". Sehr erfreulich sind die Links, die zu nützlichen Ergänzungen führen. Mehr dazu hier. Für diejenigen LeserInnen, die sich zügig einen Überblick verschaffen möchten.   

Der österreichische Ökonom Stephan Schulmeister hat unter der Überschrift "EU-Fiskalpakt: Strangulierung von Wirtschaft und Sozialstaat" dazu einen ausführlichen Beitrag verfasst. Zugegeben, seine Texte sind für Laien nicht immer leicht verständlich. Trotzdem lohnt sich die Auseinandersetzung mit seinem Statement. Schulmeister bezieht eine klare Position: "Die Umsetzung des Fiskalpakts wäre der finale Schritt ans Ende jener Sackgasse, in welche die  EU  vor  20  Jahren  mit  den  Maastricht-Kriterien  eingebogen  ist.  Die 'automatisierte' und kollektive Sparpolitik wird die Wirtschaft in eine langjährige Krise führen und das Europäische Sozialmodell scheibchenweise demontieren." Mehr dazu hier. Eine Pflichtlektüre für alle, die sich näher mit dem Fiskalpakt auseinandersetzen wollen. 

Die Defizite hat auch die Friedrich-Ebert-Stiftung in der Analyse  "Der Fiskalvertrag braucht ein Protokoll" herausgearbeitet: "Der Fiskalpakt geht auf diese offensichtlich gewordenen Defizite der Eurozone mit keiner Silbe ein. Stattdessen konzentriert er sich ausschließlich auf die Regulierung staatlicher Haushaltsdefizite und Schuldenstände. Es ist unbestritten, dass Griechenland seit langem keine solide Finanzpolitik betreibt und unverdient der Währungsunion beitreten durfte. Diese Beschreibung trifft auf die anderen Krisenstaaten  jedoch  nicht  zu.  Irland  und  Spanien etwa haben bis zum Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise den SWP stets vorbildlich eingehalten. Die härteren budgetpolitischen Regeln, die mit dem Fiskalpakt nun implementiert werden sollen, hätten die aktuelle Krise daher nicht verhindert.  Im  Gegenteil zeigt sich in Südeuropa akut, mit welch fataler Wirkung das vermeintliche Heilmittel Austerität die Arbeitsmärkte und das Wachstum einbrechen lässt und die Staaten in einen Teufelskreis noch weiter steigender Verschuldung treibt. (...) Es ist absehbar, dass sich eine große Anzahl von Euro-Staaten ständig in Defizitverfahren befinden wird. Deren Eröffnung soll nach dem Fiskalpakt künftig einem neuen Automatismus folgen. Dann wird der erwartete Kurzzeitgewinn budgetpolitischer Strenge an den Märkten schnell aufgebraucht sein und sich neue Skepsis über die Problemlösungsfähigkeit europäischer Politik breit machen. Das Junktim der Ratifizierung  des  Fiskalvertrags mit  der  Berechtigung  zur  Nutzung  des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM könnte sogar dazu führen, dass die so hoch gehandelten »Brandmauern« gegen die Krise  in  Form  bereitstehender  Finanzhilfen  im  Bedarfsfall nicht zur Verwendung kommen. Das Bestehen auf den Prinzipien der im Fiskalpakt ausgedrückten neoklassischen Wirtschaftsphilosophie könnte so die ausgeklügelte Rettungsschirmsystematik zu Fall bringen und die Zuspitzung der Krise katalysieren." Mehr dazu hier

Sehr nützlich auch ein Positionspapier des DGB: "Fragen und Antworten zum Fiskalpakt" aus dem Juni 2012 (hier). Ganz zum Schluss versuchen sich die Autoren an der Beantwortung einer wichtigen Frage: "Welche Alternativen zum Fiskalvertrag gibt es?" und bieten eine aufschlussreiche Antwort: "Der Fiskalpakt trägt weder zur Beruhigung der Finanzmärkte noch zum Schuldenabbau bei. Er wirkt kontraproduktiv, würgt die Wirtschaft ab und verschlimmert die Krise. Um die Finanzmärkte zu beruhigen und die Lage der Staatsfinanzierung zu stabilisieren braucht es andere Maßnahmen: Gemeinsame Eurobonds können Sicherheit schaffen. Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) eine aktivere Rolle bei der Garantie von Staatspapieren bekäme, würde auch das die Wogen glätten. Dazu sollte der Rettungsfonds (EFSF bzw. ESM) mit einem Zugang zur EZB ausgestattet werden. Vor allem muss jetzt europaweit für Investitionen gesorgt werden. Das heißt: Die Austeritäts- und Kürzungspolitik muss beendet werden. Die enormen Geldvermögen in Europa müssen in realwirtschaftliche Investitionen gelenkt werden." Offensichtlich ist die Zeit noch nicht reif dafür. 

Abschließend noch einen Artikel aus dem SPIEGEL zum Thema: "Folgen des EU-Fiskalpakts - Kontinent der Schuldensünder" aus dem Januar 2012. Darin wurde damals schon nachgewiesen, wie erfolglos dieser Fiskalpakt bleiben wird: "Kaum noch neue Schulden machen und die alten zügig abbauen: Das sind die Regeln des neuen Fiskalpakts. Doch bislang erfüllen nur die wenigsten Euro-Länder die beschlossenen Vorgaben, auch Deutschland nicht. Mindestens vier Staaten haben kaum eine Chance, die Sparansprüche zu befriedigen." Mehr dazu hier

Wie unmöglich die Ziele des Fiskalpakts sind, zeigt die folgende Grafik: 



Das funktioniert einfach nicht, nirgends. Aber leider ist das letzte Wort über die Abschaffung noch nicht gesprochen. 


Spanien: Belohnung trotz Rekord-Defizit
(heise/telepolis.de) Brüssel fordert neben Reformen weiter einen Sparkurs, obwohl Spanien auf diesem Kurs seine Ziele eklatant verfehlt hat. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Planlose Krisenpolitik, eine europäische Spezialität, unter Anleitung der "schwäbischen Hausfrau" in Berlin. Das macht sprachlos. Und erst die rauhe Wirklichkeit. Eine davon beschreibt gerade wieder Steffen Bogs bei "querschuesse.de" so: "Spanien: Sturzflug bei den realen Arbeitnehmerentgelten". Er schreibt u. a.: "Saisonbereinigt schrumpften die realen Arbeitnehmerentgelte zum Hoch aus Q1 2008 bereits um -21,4%. Bei so kräftig kollabierenden Masseneinkommen (Arbeitnehmerentgelten) werden schlussendlich auch die seit vielen Quartalen steigenden Kreditausfälle im Bankensystem zur selbsterfüllenden Prophezeiung." Dazu die Grafik: 




Bogs weiter: "Wie in den anderen Ländern der Südperipherie zieht bisher die Schrumpfung der Arbeitnehmerentgelte, in Folge der hohen Arbeitslosigkeit und der Lohnsenkungen keine nennenswerten Investitionen nach sich, im Gegenteil die Bruttoanlageinvestitionen sinken ebenfalls ungebrochen, aber ohne Investitionen ist die Erzielung von wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und gar von internationaler Wettbewerbsfähigkeit weiter eine Illusion: Zum saisonbereinigten Hoch, aus Q4 2007, betrug der Einbruch bei den Bruttoanlageinvestitionen - 41,2%!" Die Grafik:




 
Noch einmal Steffen Bogs: "Alleine BIP-Schrumpfung (vermeintliche Bereinigung), einhergehend mit Lohnschrumpfungen sind keinerlei Gewähr das private Investitionen fließen, schrumpfen aber auf der Verwendungsseite des BIPs der Konsum (privat und staatlich) und die Investitionen ist die Rezession und der Niedergang sicher, denn diesen Ausfall der Binnennachfrage kompensiert eben die Nachfrage aus dem Ausland (Außenbeitrag: Exporte – Importe) nicht. Und die ausbleibenden Investitionen sichern eben, dass die Wettbewerbsnachteile nicht aufgehoben werden, sondern sich im schlimmsten Fall weiter verstetigen!" Mehr dazu hier.


Euro-Zone fällt im globalen Wettbewerb zurück
(handelsblatt.com) Während sich die USA über gute Wirtschaftsdaten freuen, sieht es für die Euroländer nicht gut aus. Im internationalen Wettbewerbsranking fallen sie ab. Glorreiche Ausnahme ist einmal mehr Deutschland. Mehr...

Kommentar: Nicht wirklich verwunderlich. Warum das so ist hat in dem vorangegangenen Beitrag Steffen Bogs am Beispiel Spanien beschrieben. Sogar das HANDELSBLATT findet die richtige Stelle: "Sparpolitik hat die Probleme verschärft". Wie lange Deutschland davon unbeeindruckt bleibt ist nur eine Frage der Zeit. Diese Rechnung wird auch noch präsentiert. 


Amerika lässt die Euro-Zone richtig alt aussehen
(welt.de) Die USA haben wieder die wettbewerbsfähigste Wirtschaft – Europas
Staaten steigen ab. Alarmierend: Nicht nur Südeuropas Krisenländer fallen zurück, auch Staaten wie die Niederlande oder Finnland. Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Neues aus dem Kapitalismus-Wunderland USA, von den (Welt-)Meistern der Statistik. Die Schlagzeilen im Text sind preisverdächtig: "Europa im Niedergang" heißt es da, oder (Euro-)"Krisenländer stürzen ab". Darin sind sie wirklich meisterlich, die Amerikaner. Mit propagandistischen Meisterleistungen verkaufen sie der Welt ihre marode Wirtschaft als Erfolgsgeschichte. Chapeau. Das können noch nicht einmal die Chinesen besser. Die SZ bringt die magische Zahl schon in der Überschrift: "US-Wirtschaft legt um 2,4 Prozent zu". Im Vorspann heißt es: "Der amerikanischen Wirtschaft geht es weiterhin gut, obwohl sie langsamer wächst als erwartet. Um 2,4 Prozent ist das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2013 gestiegen. Der Hauptgrund für den Erfolg: Die Amerikaner kaufen wieder mehr ein." Mehr dazu hier. Da wirken die mickrigen 0,5% in Deutschland geradezu beschämend. Beschämend ist aber auch die Berichterstattung in den deutschsprachigen Leitmedien. Die übernehmen, was ihnen die offiziellen Daten bieten oder schreiben untereinander ab. Wer die USA bereist, weiß mit der Wirklichkeit hat das nichts zu tun. Ein Indiz dafür lieferte vor einigen Wochen der österreichische STANDARD: "USA schmeicheln sich mit BIP-Berechnung" (hier). Lt. St. Louis-Fed liegt das aktuelle Wirtschaftswachstum tatsächlich nur knapp unter 1%, wie der folgende Chart augenfällig zeigt:  



Quelle: zerohedge.com

Kaum glaubwürdiger sind die Angaben zum Konsumverhalten. Die Entwicklung der Löhne und Gehälter, mittlerweile ist das Niveau von 1995 sogar unterschritten, lässt wenig Raum für Freude am Konsumieren: 


Quelle: zerohedge.com


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.

     

Donnerstag, 30. Mai 2013

Standpunkt 650 - Nachrichten-Ticker, 29.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Revolution in Europa? – EU-Jugendarbeitslosigkeit – Ökonomenstreit – Vorbild Deutschland? – IWF zu China – US-Arbeitsmarkt


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Berggruen-Konferenz: Wolfgang Schäuble warnt vor der Revolution
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Jeder zweite Spanier unter 25 Jahren ist arbeitslos, in Portugal sind es 40 Prozent der Jugendlichen und in Griechenland liegt die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen sogar bei 64 Prozent. Angesichts dieses Ausmaßes wurde am Dienstag die Konferenz „Europe: Next Steps“ in Paris veranstaltet, an der auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble teilnahm.
Der italienische Arbeitsminister Enrico Giovanni kritisierte die aktuellen Zustände in der EU: „Wir müssen eine ganze Generation von jungen Menschen, die Angst hat, retten. Wir haben die am besten ausgebildete Generation und wir stellen sie in die Warteschleife. Das ist nicht akzeptabel.“
Francois Hollande warnte in seiner Eröffnungsrede ebenfalls vor den Folgen der hohen Jugend-Arbeitslosigkeit: „Stellen Sie sich all den Hass vor, die Wut. Aber es ist nicht nur Wut, über die wir tatsächlich sprechen, es geht um mehr. Wir reden über einen vollständigen Verlust der europäischen Identität. Es ist die Idee von Europa, die gerade infrage gestellt wird.“
Besonders interessant war der Auftritt von Wolfgang Schäuble. „Seien wir ehrlich, es gibt keine schnelle Lösung, es gibt keinen großen Plan“, sagte Schäuble: „Wir müssen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit mehr Erfolg haben, sonst werden wir den Kampf um die Einheit Europas verlieren“. Das soziale Modell des europäischen Wohlfahrtsstaates müsse dabei aber bewahrt bleiben, so Schäuble. Schäuble warnte vor amerikanischen Verhältnissen in Europa. Wenn die sozialen Standards, die in den USA existierten, in Europa eingeführt würden, „hätten wir eine Revolution, nicht morgen, sondern noch am selben Tag“, sagte der deutsche Finanzminister. Nicht alles, was die USA zu bieten hätten, sei Gold. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der Beitrag ist offensichtlich inspiriert von einer Meldung der Nachrichtenagentur REUTERS, die schon einen Tag früher meldet: "Germany fears revolution if Europe scraps welfare model". In der Einleitung heißt es dazu: "German Finance Minister Wolfgang Schaeuble warned on Tuesday that failure to win the battle against youth unemployment could tear Europe apart, and dropping the continent's welfare model in favor of tougher U.S. standards would spark a revolution. Germany, along with France, Spain and Italy, backed urgent action to rescue a generation of young Europeans who fear they will not find jobs, with youth unemployment in the EU standing at nearly one in four, more than twice the adult rate. 'We need to be more successful in our fight against youth unemployment, otherwise we will lose the battle for Europe's unity,' Germany's Schaeuble said. While Germany insists on the importance of budget consolidation, Schaeuble spoke of the need to preserve Europe's welfare model. If U.S. welfare standards were introduced in Europe, 'we would have revolution, not tomorrow, but on the very same day,' Schaeuble told a conference in Paris." Mehr dazu hier. Vor diesem Hintergrund noch eine erstaunliche Meldung: "EU in Panik: Angst vor sozialen Unruhen, Sparkurs abgebrochen". In der Einleitung heißt es: "EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat am Mittwoch wie erwartet das vorläufige Ende des Sparkurses in Europa verkündet. Nach Einschätzung der EU verstoßen 20 der 27 Mitgliedsländer in der einen oder anderen Form gegen die Schuldenobergrenzen. Überraschend: De facto sind drei Viertel der EU-Staaten nicht in der Lage, ihre Defizite abzubauen. Die EU erlaubt Frankreich, Polen, Slowenien, Portugal, den Niederlande, Spanien, Lettland, Rumänien und Italien ihre bisherigen Sparbemühungen zu lockern. Für die EU ist die Verlautbarung eine Bankrott-Erklärung. Sie zeigt, dass die EU nicht sparen kann, weil sie bereits so hoch verschuldet ist, dass nur noch eine Fortsetzung des Drogen-Rauschs durch neue Schulden den Crash verhindern kann. Der Grund für die abgesagte Reform, so wie Barroso ihn schildert: Die EU befürchtet, dass es bei weiterem Sparen zu 'sozialen und politischen Unruhen' kommen könnte. Daher verpackte Barroso sein Scheitern auch in einen Appell: Die Verschiebung der Sparziele sei keinesfalls eine Dauerlösung. Die Staaten müssten sich bemühen, die Struktur-Reformen so schnell als möglich umzusetzen." Mehr dazu hier. Ein Trauerspiel, das Europas Krisen-Manager wieder einmal abliefern. Einfach nur erbärmlich. Woran das liegt? An den falschen Beratern! Die ZEIT fragt gerade "Wo sind die Ökonomen?" und stellt im Vorspann fest: "Europa erlebt die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Die Bundesregierung aber lässt sich vor allem von Juristen beraten." Mehr dazu hier. Ein durchaus lesenswerter Beitrag, selbst wenn er hier und da einige Schwächen hat. Zu der Qualität von Juristen als Krisenmanager fällt uns eine sehr lehrreiche Zahl ein: Vor Jahren, noch zu Zeiten des alten Konkursrechts, hat eine Untersuchung ergeben, dass nur 1,8% der beteiligten Rechtsanwälte als Konkursverwalter die betroffene Firma gerettet haben. Wahrlich eine mickrige Zahl. Wie soll es heute gelingen, wo es um den Fortbestand eines ganzen Staatenbundes geht? Für uns ein Unding. Rechtsanwälte sind unfähige Sanierer. 


Die Not der Jugend eint Europa
(zeit.de) Ein neues Programm für Azubis soll die Jugendarbeitslosigkeit in der EU mindern. Die Initiative zeigt: Europa ist durchaus handlungsfähig, wenn alle mitziehen. Mehr...

Kommentar: An Hand dieses Beitrags zeigt sich erneut, dass die ZEIT hauptsächlich Teil der regierungstreuen Propagandamaschine geworden ist. Die Botschaft ist klar: Europa tut etwas für die arbeitslosen Jugendlichen. Und es ist Deutschland, das wesentliche Mittel bereitstellt. Über die Konditionen ist noch nichts bekannt. Das ist der Haken an der Sache. Es wird lange Zeit gestritten werden über die Art und Weise dieser Hilfen. Die Auflagen dafür werden wie immer drakonisch sein. Und die Zinsen hoch. Kein Wort davon im Beitrag. 


Gipfel der Verlogenheit
(spiegel.de) Der EU-Plan zur Aufweichung des Sparkurses ist weder politisch, rechtlich noch moralisch akzeptabel - er löst nicht einmal das Problem der Krise. Die neuen Taschenspielertricks aus Brüssel sind der Höhepunkt der Verlogenheit. Kolumne von Wolfgang Münchau. Mehr...

Kommentar: Wir finden es schon verwunderlich, wie sehr sich Münchau noch über die Verlogenheit der europäischen Krisenmanager im Umgang mit der "heimischen" Krise aufregen kann. Tricksen und Täuschen gehört zu deren Handwerkszeug, seit dem die Finanzkrise unübersehbar 2008 in Europa Einzug gehalten hat. Vor rund einem Jahr hatten wir in dem Beitrag "Europas Lügen haben kurze Beine!" dieses Thema aufgegriffen und ausführlich behandelt (hier). Bis heute hat sich an dieser "Baron-Münchhausen-Mentalität" nichts geändert, ganz im Gegenteil. Und es wird noch schlimmer. Die sich verschärfende Krise erfordert immer neue Lügen, um den Menschen die Ausweglosigkeit ihrer Situation - Schuldenknechtschaft und Enteignung für die Rettung bankrotter Banken in ganz Europa - quasi schmackhaft zu machen. Schön, dass man ab und zu in den eigentlich regierungstreuen Medien noch etwas über solche Schweinereien nachlesen kann. Jeder dieser Beiträge verdient die Beachtung unserer LeserInnen.


Rogoff-Reinhart vs. Krugman
(fuw.ch) Carmen Reinhart, Kenneth Rogoff, Paul Krugman: Alle sind sie Topökonomen, alle haben Gescheites zu dieser Krise zu sagen und doch geben sie sich Saures. Mehr...

Kommentar: Ein Streit auf hohem akademischem Niveau zwischen Alpha-Tieren und mit einem unstreitigen Unterhaltungswert. FINANZ UND WIRTSCHAFT nimmt sich in diesem Beitrag die einzelnen Positionen der Streithähne vor und arbeitet die Unterschiede und Gemeinsamkeiten heraus: "In wesentlichen Fragen sind sich  beide Ökonomen (...) trotz des öffentlich ausgetragenen Streits einig (...)." Diese Aussage bezieht sich auf die von beiden Seiten vorgeschlagenen Lösungsmöglichkeiten für die Krise in Europa, die auf keinen Fall die Linie der Eisernen Lady Kanzlerin Angel Merkel stützen. Gerne und oft wird in Berlin behauptet, sich von Reinhart/Rogoff leiten zu lassen, insbesondere von deren mittlerweile international unter massiver Kritik stehenden Studie "Growth In A Time Of Debt" aus dem Januar 2010 (hier). Krugman hat diese Studie von Anfang an angefeindet, jetzt wurden ihr in einer Untersuchung an der eher unbedeutenden University of Massachusetts grobe Rechenfehler nachgewiesen: "Does High Public Debt Consistently Stifle Economic Growth? A Critique of Reinhard and Rogoff" (hier). Bisher aber kein Grund für Berlin, davon abzurücken. 


Vorbild Deutschland? Von wegen!
(spiegel.de) Die EU-Kommission rüffelt Deutschland für seinen Reformstau, Günther Oettinger sieht die Bundesrepublik bereits auf dem "Höhepunkt der ökonomischen Leistungskraft". Es ist Zeit, dass wir uns endlich eingestehen: Wir sind kein großes Vorbild - weder fürs Sparen noch fürs Reformieren. Mehr...

Kommentar: Ein erstaunlich kritischer Beitrag aus dem Hause SPIEGEL über die nach ihrem eigenem Bekunden so vorbildliche Reformpolitik der Bundesregierung. Der Autor nennt sie kurz und bündig einen Marketingtrick. Dem der SPIEGEL als Teil der bundesdeutschen Propagandamaschinerie regelmäßig Geltung verschafft. Immerhin bleibt er dieses Mal bis zum Schluss unmissverständlich: "Deutschland hat nicht vor, seine Hausaufgaben zu machen und an dem zu arbeiten, was Politiker gemeinhin Zukunftsfähigkeit nennen. Auch für die Währungsunion ist das ein Problem. Schließlich ist ein Lehrmeister, der Krisenstaaten Ratschläge erteilt, sie sich selbst aber verbittet, alles andere als glaubhaft. Von einer Vorbildfunktion ganz zu schweigen."  


Niederlande beginnen mit Kürzungen der Renten
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Das niederländische Rentensystem wackelt. Die Rentenfonds sind unterfinanziert. Während die Arbeitnehmer korrekt einzahlten, haben die Regierung und etliche Unternehmen zu wenig eingezahlt. Sie verließen sich auf hohe Renditen. Doch die Niedrigzins-Politik hat nun zu einer Unterfinanzierung geführt. Die Renten werden gekürzt. Die geringeren Einnahmen der Pensionsfonds aufgrund niedriger Zinssätze und der Rezession haben sich deutlich verringert. Zusätzlich zu den zu wenig von der Regierung und den Unternehmen eingezahlten Beträgen führte dies Ende 2012 zu einem Fehlbetrag von 30 Milliarden Euro. 30 Milliarden Euro, die den Fonds fehlen, um die versprochenen Rentenleistungen abdecken zu können. Mehr...

Kommentar: Das führt zu erheblichen Kürzungen. Offensichtlich kann es sich der Staat nicht leisten, den Fehlbetrag auszugleichen. Das könnte auch daran liegen, dass die Summe wesentlich höher ausfällt. Von 100 bis 200 Milliarden Euro ist die Rede. Hollands Rentner müssen schon seit Jahren Abstriche hinnehmen: Es gab in dieser Zeit keine Anpassung an die Inflation. Wir erinnern daran, Hans-Olaf Henkel sieht die Niederlande als deutschen Partner für einen Nord-Euro, der weiter von ihm gefordert wird. Tatsächlich steckt die Wirtschaft bereits in einer Rezession, der Immobilienmarkt bricht ein und die Banken kriseln. Alles Dinge, die auf Deutschland noch zukommen. Wenigstens eine kleiner Trost für unsere Nachbarn im oberen linken Eck.


IWF kassiert Wachstumsprognose für China
(n-tv.de) Der Internationale Währungsunion schließt sich den vielen skeptischen Stimmen zu China an: Beim Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde wird es im laufenden Jahr wohl nichts mit der 8 vor dem Komma. Sorgen bereitet den Experten aus Washington vor allem der wachsende Schuldenberg. Mehr...

Kommentar: Wenn selbst der IWF gegenüber China mit seiner Prognose in Deckung geht, dann sollte man gewarnt sein. Der IWF ist selten der Zeit voraus, sondern hinkt der tatsächlichen Entwicklung hinterher. Deutschlands neuer Liebling steckt in Schwierigkeiten. 


Gerät Australien in wirtschaftliche Turbulenzen?
(faz.net) Die großen Rohstoffkonzerne streichen geplante Investitionen in Milliardenhöhe. Davon sind viele betroffen: Banken, Handwerker - und nicht zuletzt der Immobilienmarkt. Die Sorgen wachsen. Mehr...

Kommentar: Wir haben schon vor mehr als einem Jahr darüber berichtet, was in Australien los ist. Damals steckte Australien bereits in großen Schwierigkeiten, der Immobilienmarkt geriet aus den Fugen, die Verschuldung der privaten Haushalte erreichte mit 150% des verfügbaren Einkommens ein hohes Niveau und die Banken fingen an ihre Kreditvergabe einzuschränken. Erfreulich, dass die F.A.Z. davon jetzt Notiz nimmt.


10 Under-Reported Realities In The US Labor Market
(zerohedge.com) Beneath the unemployment rate and headline jobs number is a world of labor market signals that few, if any, ever take the time to look at. ConvergEx's Nick Colas analyzes 10 under-reported signals to look for alternative clues about the direction of the job market and, in his words, the results aren’t pretty.  We’re still 2 years away from full employment at the current pace of job growth, and more people are entering the labor force for the first time since the 1980s, adding to already fierce competition for open positions.  Not to mention over 7% of those not in the labor force actually want a job right now (also intensifying competition), and the rate of job growth isn’t enough to offset the number of unemployed workers with expiring benefits.  On the plus side, the number of re-entrants to the labor force is at a 4-year low.  And for those who do have a job, average wages are higher than ever. However, the majority of the analysis shows the labor market remains stubbornly resistant to improvement - despite talking heads belief in 'taper'ing on improvements. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag liefert Informationen zum US-Arbeitsmarkt, die in der Berichterstattung der deutschsprachigen Medien keine Rolle spielen. Die liefern regelmäßig nur, was die offiziellen Daten hergeben. So wünschen sich mehr als 5% der Arbeitnehmer einen Vollzeitjob. Der US-Arbeitsmarkt kennt die Gruppe der Erwerbsfähigen, die "dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung" stehen, immerhin knapp 90 Millionen Menschen. Mehr als 7% davon, immerhin über 6 Millionen, wünschen sich einen Job. Fünf Grafiken dazu: 


Quelle: zerohedge.com





Quelle: zerohedge.com





Quelle: zerohedge.com


Quelle: shadowstats.com


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.

 

Mittwoch, 29. Mai 2013

Standpunkt 649 - Nachrichten-Ticker, 28.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Krisen-Königin – Frankreich-Bashing – Abenomics – US-Häusermarkt – US-Steuerbehörde versus Julius Bär


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Tina – Königin der Krise
(le-bohemien.net) Schon längst hat die Krise die Bundeskanzlerin dazu gebracht, das Zepter an Tina abzugeben. Dabei vergisst sie, dass Tina in Zeiten der Not keine gute Ratgeberin ist, wie uns ein Aktienhändler aus Singapur berichten kann oder uns dies ein japanischer Zugführer bescheinigen würde – wenn Letzterer noch am Leben wäre. Dass die Tina-Rhetorik auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zwar noch Beifall erntet, den Fußsoldaten jedoch misstrauisch stimmen sollte, davon handelt der folgende Artikel. Mehr...

Kommentar: Um es gleich vorweg zu nehmen: Tina steht für "There is no alternative", auf gut deutsch "alternativlos". Dieser Ausspruch wird Maggie Thatcher, der Eisernen Lady aus Britannien, zugesprochen, hat also schon rund drei Jahrzehnte auf dem Buckel. Auf diesen Beitrag haben heute schon die NACHDENKSEITEN hingewiesen. Völlig zu recht, wie wir finden und deshalb schließen wir uns an. Der Beitrag ist eine Wucht und hat vom Anfang bis zum bitteren Ende die ungeteilte Aufmerksamkeit unserer LeserInnen verdient. Das Ende ist bitter, weil es ohne jede Hoffnung auf Veränderung daher kommt: "Nun gibt es aber wirklich überhaupt keine Anzeichen dafür, dass es zu einer sinnvollen Neuregelung der ökonomischen und gesellschaftlichen Verhältnisse kommen könnte. Trotzdem aber legt man, wider besseres Wissen und obwohl das Gefühl einem etwas anderes sagt, sein Schicksal in die Hände einer 'höheren' Macht, die es richten soll. Und das betrifft Arme und Reiche gleichermaßen. So gibt man immer mehr Handlungsalternativen auf und manövriert sich in eine Situation hinein, in welcher die Abkehr vom eingeschlagenen Weg immer schmerzhafter wird, da sie bedeuten würde, die Prinzipien infrage stellen zu müssen, nach denen man bisher sein Leben ausgerichtet hat. Diesen Schmerz überhaupt nicht erst aufkommen zu lassen, dafür steht paradigmatisch die Politik Angela Merkels." ... und speist die hohen Umfragewerte der Kanzlerin. Tragisch. 


Uli Dönch: Frankreich will die Herrschaft über Europa
(focus.de) Die Franzosen leiden unter der deutschen Dominanz, wollen die Märkte abschotten, die Zentralbank entmachten und den Stabilitätspakt endgültig brechen. Wann merken wir endlich, dass unsere Allianz mit den Nachbarn zu Ende ist? Mehr...

Kommentar: Dieser sogenannte Journalist ist ein verbaler Brandstifter. Sein neues Ziel sind die deutsch-französischen Beziehungen, ohne die der Erfolg Deutschlands nach der Gründung als Bundesrepublik nicht möglich gewesen wäre. Und die dafür verantwortlich sind, daß die EU, allen Unkenrufen zum Trotz, jahrzehntelang gut funktioniert hat. Dönch will zerstören, was schon Konrad Adenauer Anfang der 1960er Jahre als elementar wichtig erkannt hat und dessen Basis von ihm, gemeinsam mit dem damaligen  französischen Präsidenten Charles de Gaulle, gelegt worden ist. Leider findet dieser Volksverdummer im heimischen "BILD"-ungsbürgertum Gehör. Metaphorisch kennt die französische Umgangssprache für diese deutsch-nationale Dumpfbacke eine wunderbar zutreffende Bezeichnung: "connard".  


 Abenomics vs. Merkeltilismus – Japans drei Pfeile gegen die Krise
(nachdenkseiten.de) Japans neuer Premier Shinzō Abe beweist, dass es sehr wohl Alternativen zur deutschen Austeritätspolitik gibt. Sein wirtschaftspolitisches Programm der „drei Pfeile“, das nach seinem Schöpfer bereits „Abenomics“ genannt wird, ist dabei in so ziemlich allen Punkten ein nahezu exakter Gegenentwurf zur europäischen Antwort auf die Krise. Mit einer gewagten Kombination aus finanz- und wirtschaftspolitischen Stimuli will Japan seine Volkswirtschaft aus zwei Jahrzehnten Lethargie erwecken. Dies ist zweifelsohne ein Hasardspiel, dessen Erfolg vor allem von der künftigen Lohnentwicklung abhängt. Sollten die Abenomics sich als Erfolg herausstellen, könnten sie auch für Europa zum neuen Leitbild avancieren. Von Jens Berger. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es überrascht uns schon sehr, mit wieviel Begeisterung, ja gerazu Euphorie, die Abenomics in diversen deutschen Blogs gefeiert wird. Nur ein klein wenig zurückhaltender der Beitrag "Abenomics oder Beisenomics? Entscheiden Sie!" bei WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT. Thorsten Hild schreibt in seiner Einleitung: "Abenomics ist die Bezeichnung, die sich für den neuen wirtschaftspolitischen Kurs des japanischen Premierministeres Shinzō Abe in kürzester Zeit eingebürgert hat. Abe setzt auf eine expansive Geld- und Fiskalpolitik, um Japan aus der Deflation zu führen. Ob die japanische Wirtschaft dieser noch eine expansive Lohnpolitik zur Seite stellt, ist noch offen. Wenn nicht, wäre dies Wasser auf die Mühlen der Beisenomics. Denn dann wird die expansive Politik mangels Nachfrage voraussichtlich scheitern. Beisenomics steht für die Politik, die die EU-Kommission, der IWF, vor allem aber Deutschland nun schon seit einigen Jahren der Eurozone aufzwingen: Sie sucht das ökonomische Heil vor allem in staatlichen Ausgabenkürzungen, niedrigen Löhnen, verharmlosend 'Strukturreformen' genannt, und dem Versuch, hierüber alle Länder wettbewerbsfähiger zu machen. Ein besonders hartnäckiger Befürworter dieser Austeritätspolitik ist der Chef der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, Marc Beise." Mehr dazu hier. Natürlich ist die von Merkel oder auch Beise vertretene Krisenpolitik in Europa gescheitert. Aber sehr wahrscheinlich ist auch, dass die japanischen Abenomics ebenfalls scheitern werden. Was Abe gerade versucht, ist für Japan nicht wirklich neu. Seine Partei, die LPD, hat in den mehr als zwanzig Jahren seit Beginn der Krise immer wieder mit solchen Maßnahmen den Umbruch versucht. Jedes Mal ohne Erfolg. Nach unserer Einschätzung liegt die Ursache des Mißerfolges darin, dass die zahllosen Konjunkturprogramme in der Vergangenheit nicht klar genug abgefaßt, nicht staatlich überwacht und der Erfolg nicht kontrolliert worden ist, um ggfs. noch frühzeitig einzugreifen. Man hat schlicht die Konjunkturprogramme sich selbst überlassen und die Verwendung der Milliardenhilfen nicht nachgeprüft. Vor allen Dingen hat man aus den schlechten Erfahrungen nichts gelernt und immer wieder die gleichen Fehler gemacht. Heute, so lässt wenigstens der Beitrag von Jens Berger vermuten, ist alles anders. Doch weit gefehlt, so zumindest unsere Beobachtungen. Mangels lukrativer Investitionsmöglichkeiten in die japanische Wirtschaft wurde erst einmal der heimische Aktienmarkt gepusht und sich mit Staatsanleihen der europäischen Krisenstaaten eingedeckt, also kräftig spekuliert. Japan folgt damit nur den angloamerikanischen Vorbildern. Daraus eine Vorbildfunktion für Europa herzuleiten, ist auf jeden Fall äußerst mutig. 

In den USA wird die Entwicklung in Japan, vorsichtig ausgedrückt, sehr zurückhaltend beurteilt. Nur ein Beispiel: "Japan – Worrisome Trends in Government Spending" bei "acting-man.com". Ein kleiner Auszug: "We recently wrote about Shinzo Abe's desire to beef  up Japan's military and alter the pacifist constitution to do so. Apart from the fact that this will divert scarce resources into wasteful lines of  production that do little more than increase the probability of  war,  an important question is: how will he pay for it? Consider the recent trends in government spending in Japan. We have discussed this topic before, but have recently found a chart that illustrates the central fiscal problem nicely:


The growth in Japan's government spending per category since 1960 (source: Japan's MoF). The two largest and fastest growing items are spending on social security and debt service. Defense spending is fairly small slice of  the overall spending pie, and now Abe wants push its rate of  growth up as well. The two biggest fiscal problems Japan faces are social security spending which is increasing by leaps and bounds as society ages and the debt service, which appears to be in an unstoppable upward spiral in spite of  Japan still enjoying the lowest interest rates in the world. Both items are set to grow appreciably further. Of  course, debt service is what government must now pay for the spending excesses and deficits of  the past." Read more here. Eine sehr gut gefüllte Fundgrube kritischer Beiträge zur neuen japanischen Krisenpolitik bietet außerdem "zerohedge.com". 


Häuserpreise in den USA ziehen weiter an
(manager-magazin.de) Sein Sorgenkind-Image hat der US-Immobilienmarkt längst abgestreift: Im März stiegen die Häuserpreise so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr. Von den Höchstständen der Boomjahre sind sie aber noch weit entfernt. Die Zeichen für einen Aufschwung mehren sich. Mehr...

Kommentar: So oder ähnlich lauten die Nachrichten jüngst in den deutschsprachigen Medien zum US-Immobilienmarkt. Wir haben einige Charts zusammengestellt, die ein sehr viel differenzierteres Bild der Verhältnisse in den USA zeigen und am "Sorgenkind-Image" festhalten: 



Quelle: zerohedge.com
Der Beitrag dazu, "Got Wood? A Housing Recovery Built On Faith" erklärt die Einzelheiten (hier). 


Quelle: zerohedge.com
Auf den ersten Blick fällt auf, dass der aktuelle Durchschnittspreis das Niveau von 2007 erreicht hat. Die Erklärung gibt es hier: "Spot The Bubble: Average New Home Price Soars By Most Ever In One Month To All Time High"



Quelle: zerohedge.com
Dieser Chart zeigt, das Niveau aus der Zeit der US-Immobilienblase ist bereits überschritten. "Chart Of The Day: Crushed US Consumer + All Time High New Home Prices = Record Housing Bubble" liefert die Hintergründe (hier).



Quelle: zerohedge.com
Im Vergleich dazu die Entwicklung des verfügbaren Einkommens. Dazu noch einmal "Spot The Bubble: Average New Home Price Soars By Most Ever In One Month To All Time High" (hier). 

Aktuell erscheint uns der folgende Beitrag bei ZERO HEDGE noch bemerkenswert kritisch zur Entwicklung am US-Häusermarkt: "Haunted By The Last Housing Bubble, Fitch Warns Gains Are Outpacing Fundamentals" (hier).


US-Steuerbehörde will Kundendaten von Julius Bär
(tagesanzeiger.ch) Nach der UBS und der CS ist nun auch die Bank Julius Bär von einem Amtshilfegesuch betroffen. Es verlangt Kundendaten aus dem Zeitraum von 2002 und 2012. Mehr...

Kommentar: Konsequent und Stück für Stück arbeitet die US-Steuerbehörde IRS die Schweizer Banken ab. Bank Julius Bär - ein Loch mehr im Schweizer Käse Bankgeheimnis. Auf diesem Weg nimmt auch die Gefahr für deutsche Steuerflüchtlinge zu. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.

Dienstag, 28. Mai 2013

Standpunkt 648 - Nachrichten-Ticker, 27.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Europas Krise – Flassbeck versus Euro – EZB-Geldschwemme – Niederlande – Vorbild Deutschland – Deutsche Bank – Abenomics


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


"Europa hat nicht das intellektuelle Rüstzeug, um mit der Krise fertigzuwerden"
(format.at) Dominique Strauss-Kahn ist nicht gut auf Europa zu sprechen. "Die goldenen Zeiten Europas sind vorbei", sagte der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) beim Astana Economic Forum in Kasachstan. Er erwarte keine wirklichen Lösungen für die Krise in Europa. Alfred Gusenbauer, der aktuell unter anderem den kasachischen Präsidenten berät, schloss sich "weitgehend an". Mehr...

Kommentar: DSK und der Österreicher Alfred Gusenbauer waren jahrelang Teil des europäischen Politik-Systems, sie sind Insider. Deshalb muss man ihre Meinung zu Europa ernst nehmen: "In Ländern, in denen jeder Zweite oder Dritte junge Mensch ohne Arbeit sei, werden ein paar Prozent Wachstum nicht ausreichen, sagte Gusenbauer. Stattdessen nahm er die Politik in die Pflicht. Ziel müsse sein, eine 'verlorene Generation' zu verhindern. 'Was wären wir für eine Gesellschaft, die so etwas zulässt?' Wenn der Markt keinen Job für Junge zur Verfügung stelle, könne man nicht einfach sagen: Pech gehabt, so Gusenbauer." 


Asmussen sieht Stabilitätspakt in Gefahr
(handelsblatt.com) EZB-Direktor Jörg Asmussen kritisiert Pläne der EU, den Stabilitätspakt zugunsten von Investitionen in den Krisenländern zu lockern. Europa dürfe nicht zwischen guten und schlechten Schulden unterscheiden. Mehr...

Kommentar: Nach dem vorangegangenen Beitrag möchten wir auch gleich ein Beispiel für das fehlende "intellektuelle Rüstzeug" in Europa geben. Jörg Asmussen ist, neben vielen anderen, eines dieser Defizite an den Schalthebeln Europas, treffend auch so zu umschreiben: "Krisen-Management nach dem Jeans-Prinzip: Nieten an den wichtigsten Stellen." 


Den Euro nicht um jeden Preis erhalten
(zeit.de) Die Chancen der Währungsunion wurden nicht genutzt. Ihre Auflösung darf kein Tabu sein. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag stammt von Heiner Flassbeck. Der Ökonom ist jahrelang durch seine konsequente Haltung für den Euro aufgefallen. Gerade scheint sich bei ihm eine Wandlung zu vollziehen. Weil ihn die Hoffnung verlässt, dass die europäischen Krisenmanager überhaupt in der Lage sind die nötigen Maßnahmen für die Lösung der Krise endlich einzuleiten. Flassbeck sieht die Zeit schwinden, in der eine erfolgreiche Wende überhaupt noch möglich ist. Bei den Folgen, die Flassbeck für den Ausstieg aus dem Euro beschreibt, fehlt uns die Schilderung über den Umgang mit dem billionenschweren Müll in den Bilanzen der europäischen Banken. Fürchtet Flassbeck etwa, als Überbringer schlechter Nachrichten gebrandmarkt zu werden? Oder will er mit diesem Beitrag nur wachrütteln? 


Die "Geldschwemme" der EZB ist nur eine Legende
(wirtschaftsblatt.at) Wie die Fed und die Bank of Japan überflute auch die EZB den Markt mit frischem Buchgeld und beschwöre dadurch die Gefahr einer Hyperinflation herauf, heißt es. Mehr...

Kommentar: Dann ist ja alles in bester Ordnung. Und niemand muss sich Gedanken machen um die vielen Blasen weltweit, bei den Staatsanleihen, an den Aktien- und Immobilienmärkten, bei den Rohstoff- und Nahrungsmittelspekulationen. Es scheint eine Welt voller Luftschlösser. Warum werden für die Aufrechterhaltung dieser Luftgeschäfte aber ganze Völker in die dauerhafte Schuldenknechtschaft überführt? Ein paar Hundert Milliarden Euro notleidende Kredite in den Bilanzen der Banken Südeuropas sind Schall und Rauch - dann genügt ein einfacher Buchungsvorgang, um sie auf Null zu stellen. Genauso die Risiken aus dem Derivatehandel. Was ist das Problem? Das weltweite Finanzcasino wäre am Ende - und damit das Geschäftsmodell der Wall Street und ihrer Verbündeter. 


Niederlande kämpft um „AAA”-Status
(handelsblatt.com) Das Land steckt in der Rezession, viele volkswirtschaftliche Indikatoren schlagen negativ aus: Die Niederlande muss um seine erstklassige Bonität bangen. In Brüssel sieht man es optimistischer: Tiefer geht nicht mehr. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die Niederlande werden längst von den Ratingagenturen geschont. Alle Anzeichen sind negativ, schon seit Monaten verschlimmert sich die Lage kontinuierlich. Die Banken stecken in Schwierigkeiten, außer der Rabobank sind alle Großbanken bereits vom Staat mit Milliarden Euro gestützt worden. Das Vertrauen gegenüber den Niederlanden damit zu begründen, dass die einheimischen Pensionsfonds über viel Geld verfügen, ist fatal. Die Regierung hat bereits damit begonnen die Fonds anzuzapfen. Es ist auch in Holland nicht alles Gold was glänzt. Die Rezepte der Regierung zur Krisenbekämpfung sind nicht gerade innovativ: "Niederlande streichen bis zu 18.000 Stellen" meldet vor wenigen Tagen das HANDELSBLATT:  "Die niederländische Regierung weitet ihr Sparprogramm aus und will nun binnen fünf Jahren bis zu zwölf Prozent der Stellen im öffentlichen Dienst streichen." Mehr dazu hier


"Die Deutschen waren mutig"
(zeit.de) Die Krisenländer sollten von Deutschland lernen, sagt Ángel Gurría, Generalsekretär des Industrieländerklubs OECD. Gerade Frankreich könne sich einiges abschauen. Mehr...

Kommentar: Interview mit einem Optimisten von Amts wegen. Rosige Aussichten, wenn man Gurria Glauben schenkt. Wir tun es nicht. Wieder kein Wort zur Lösung der Bankenkrise, die sich geschickt hinter den Problemen verbirgt, mit denen sich der OECD-Generalsekretär beschäftigt. Oder Kritik an der Sparpolitik in Europa. Den Zustand, den Gurria in Deutschland lobt, den gibt es nicht mehr. Der wurde mit der Agenda 2010 endgültig abgeschafft. Deutschland, ein Vorbild für Frankreich? Betrachtet man die Schäden die Deutschland seit Jahren in Europa anrichtet, nicht wirklich! 


Deutschland braucht die Deutsche Bank
(zeit.de) Die Deutschen fremdeln mit der Deutschen Bank und ihrem britischen Chef. Doch auf der Hauptversammlung bemüht man sich um Freundlichkeit. Mehr...

Kommentar: Armes Deutschland. Wie schlecht ist es um das Land bestellt, wenn es auf eine Bank angewiesen sein soll, die in jede kriminelle Machenschaft der weltweiten Finanzindustrie verwickelt ist, die ihre Bilanzen fälscht, die mit ihrer skrupellosen Geschäftspolitik für Hunger und Tod verantwortlich ist, die Menschen in den Selbstmord treibt und über der längst der Pleitegeier kreist? Der Chefs vorstehen, die in dieser Gemengelage bis zum Hals drinstecken und die für ihre Beteiligung an den betrügerischen Geschäften der Bank endlich persönlich zur Verantwortung gezogen werden müsste. Stichwort "Jail not Bail". Die ZEIT ist sich wirklich für nichts mehr zu schade. 


Paul Krugman: Japan the Model – Japan als Vorbild
(nachdenkseiten.de) Noch vor einer Generation wurde Japan allgemein als wirtschaftlicher Musterknabe bewundert – und gefürchtet. Business Bestseller hatten Samurai Krieger auf dem Einband und versprachen eine Einführung in die Geheimnisse des japanischen Management; Thriller von Autoren wie Michael Crichton stellten japanische Unternehmen als nicht aufzuhaltende Brummer dar, die ihre Vorherrschaft auf den Weltmärkten rapide verfestigten. Dann verfiel Japan in eine scheinbar endlose Rezession, und die Welt verlor weitgehend das Interesse. Die wichtigsten Ausnahmen waren so eine Handvoll Wirtschaftler, und in dieser Gruppe waren auch der jetzige Präsident der Federal Reserve Ben Bernanke und meine Wenigkeit. Diese von Japan besessenen Ökonomen betrachteten die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Inselstaates nicht als Beweis japanischer Inkompetenz, sondern als Omen für uns alle. Wenn so ein großes, wohlhabendes und politisch stabiles Land derart stark ins Straucheln kommen konnte, könnte dann nicht, so fragten sie sich, ziemlich das Gleiche auch anderen Ländern passieren? Tatsächlich konnte und tat es das dann auch. Dieser Tage sind wir alle, wirtschaftlich gesprochen, Japaner – und darum ist das anhaltende wirtschaftliche Experiment in dem Land, wo alles anfing, so bedeutsam, nicht nur für Japan, sondern für die ganze Welt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Neues vom "Keynesianer-Rambo" aus Amerika. Krugman erklärt die "Abenomics" zum neuen Heilsbringer für die ganze Welt. Für ihn ist die Sache schon zu Gunsten der neuen japanischen Geldpolitik entschieden. Obwohl die letzte Messe noch lange nicht gelesen ist. Krugman ist geradezu euphorisch und hat alle vernünftigen Bedenken gegenüber dem japanischen Modell bei Seite geschoben. Vielleicht behält Krugman recht, uns fehlt der Glaube. Wir haben noch nicht einmal Hoffnung. Japan doktert seit mehr als zwanzig Jahren an seiner Krise herum. Sehr oft schon mit den gleichen Maßnahmen wie heute. Ohne Erfolg. Was gibt Krugman die Zuversicht, dass heute eine solche Maßnahme Erfolg hat? Die aktuelle Geldpolitik Japans ist genauso planlos wie die der US-Notenbank. Treibt die Börse, aber nicht die Wirtschaft an. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass diese Politik in der Bank of Japan selbst höchst umstritten ist. Österreichs FORMAT meldet gerade "In der Bank of Japan rumort es" und fasst zusammen: "Der aggressive Kurs der japanischen Notenbank ist nicht nur im Ausland umstritten, sondern auch intern. Mehrere Mitglieder des neunköpfigen Führungsgremiums machten gegen das Erreichen einer Inflationsrate von zwei Prozent binnen zwei Jahren mobil und setzten einen flexibleren Zeitkorridor durch, der maximal drei Jahre erlaubt." Mehr dazu hier. Andere erklären: "Die Geldpolitik der Bank of Japan ist bereits gescheitert". Der FORMAT schreibt zu den Hintergründen: "Alle Augen sind gebannt auf den japanischen Aktienmarkt gerichtet, der sich seit vergangener Woche auf einer Achterbahnfahrt befindet. Aber das wirklich Haarsträubende kommt vom Bondmarkt. Als die japanische Notenbank am 4. April ihre Schocktherapie gegen die Deflation ankündigte, aufbauend auf monatlichen Staatsanleihenkäufen von sieben Billionen Yen und einer Verdoppelung der Geldmenge, wollte Bank of Japan-Chef Haruhiko Kuroda eines damit wohl nicht bezwecken: Einen Abverkauf bei den Staatsanleihen und steigende Renditen – doch genau das ist passiert. Das Paradoxe: Um einen weiteren Sell-Off zu verhindern, wird die BoJ noch deutlich tiefer in die Taschen greifen müssen. Die Frage ist, ob sie den "fiskalischen Kollaps" überhaupt verhindern wird können." Mehr dazu hier. SLE überschreibt seinen aktuellen Beitrag bei "querschuesse.de" mit "Kursrutsch Nr. 2 in Tokio: Warnschuss gegen Abenomics" und meint: "Nachdem der Nikkei am Donnerstag um 7,32 Prozent eingebrochen war, sich aber am Freitag nach starkem Auf und Ab mit einem leichten Plus von 0,89 Prozent aus der Woche verabschiedet hatte, startete er zum Wochenauftakt erneut mit einem deutlichen Minus von 3,22 Prozent. Das ist nicht das, was sich der konservative japanische Premier Shinzo Abe und der neue Präsident der Bank of Japan von ihren Maßnahmen zur Bekämpfung der Deflation und der Wirtschaftsflaute in Japan erwartet haben. Die milliardenschweren Stimulierungsmaßnahmen für die Wirtschaft und die ultra-lockere Geldpolitik sollten die Zuversicht in die Erholung der japanischen Wirtschaft stärken und die Anleger in die Aktienmärkte treiben. In den vergangenen Wochen hatte das geklappt. Jetzt sind erstmals die Zweifel an dieser „Abenomics“ genannten Politik durchgeschlagen. Der Kurseinbruch in der vergangenen Woche ist kein Ausrutscher gewesen. Das ist heute klar geworden." Mehr dazu hier. "Japan: Der größte Währungskrieg seit hundert Jahren hat begonnen" behauptet "deutsche-wirtschafts-nachrichten.de". Dort heißt es u. a.: "Japan hat ein extremes geldpolitisches Experiment gestartet und druckt so viel Geld wie nie zuvor. Das Land will Inflation erzeugen, indem es die Importe über eine Entwertung des Yen teurer macht. Bereits in der vergangenen Woche war es zu enormen Kurschwankungen auf dem japanischen Aktienmarkt gekommen. Am Donnerstag hatte der Nikkei zwischenzeitlich 15.926 erreicht. Am Montag fiel der Nikkei erneut um 3,73 Prozent auf 14.024 Zähler. Mit einer derartige Volatilität müsse man rechnen bei einem Land, das 'an der Schwelle zu einer fiskalischen und wirtschaftlichen Katastrophe steht', schreibt der Finanzberater John Mauldin im Business Insider. (...) Die japanische Regierung und die Zentralbank versuchen seit 24 Jahren, eine Inflation herbeizuführen. Derzeit streben sie eine Inflation von 2 Prozent an. Um dies zu erreichen werten sie die eigene Währung ab und machen Importe teurer. Doch die japanischen Importe machen nur etwa ein Sechstel des BIP aus, so Mauldin. Japan müsste den Yen um 15 bis 20 Prozent pro Jahr abwerten gegenüber den Währungen der großen Handelspartner. Bisher ist dies gelungen. Der Wert des Yen gegenüber den Währungen der großen Handelspartner um circa 20 Prozent gefallen. Damit hat Japan den ersten Schuss des Währungskriegs abgefeuert. Und bisher hat das Land leichtes Spiel gehabt. Die Schwierigkeiten für Japan beginnen, sobald die Handelspartner in den Währungskrieg einsteigen." Mehr dazu hier. Die folgende Grafik aus dem Beitrag zeigt, was Japan seit Jahren fehlt: Wachstum. 


   


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.