Freitag, 3. Mai 2013

Standpunkt 623 - Nachrichten-Ticker, 02.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: EZB-Zinssenkung und die Folgen – Altersarmut "am Ende" – Vermögensschwund – Niederlande – Frankreich


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


EZB will mehr Kreditvergaben erzwingen
(derstandard.at) Damit der abermals gesenkte Leitzins von 0,5 Prozent bei den Firmen ankommt, erwägt die Europäische Zentralbank, Banken zu bestrafen. Mehr...

Kommentar: Die Erfolgsaussichten dieser Zinssenkung gehen nach unserer Einschätzung gegen Null. Wir glauben auch nicht daran, dass es der EZB um eine Verbesserung der Kreditvergabe geht. Vielmehr versteckt sich hinter dieser Maßnahme eine weitere Erleichterung der Liquiditätsbeschaffung für die (notleidenden) Banken. Gleichzeitig hat die EZB nämlich auch die unbegrenzte Bereitstellung von Liquidität um ein weiteres Jahr verlängert. Ebenfalls wirkungslos bliebe "eine Art Strafgebühr für bei der EZB geparkten Gelder". Die Banken wählen dann einfach den Weg über den Kauf von Staatsanleihen oder anderen, teilweise hochspekulativen, Anlagen, die sie dann wieder bei der EZB gegen billige Liquidität eintauschen. Das Spiel beginnt neu und geht immer so weiter. Eine "Never Ending Story". Der wunderbare Effekt: Es lassen sich aus der Zinsdifferenz herrliche Gewinne generieren, mit denen die Banken ihre Bilanzen verschönern und die sie anschliessend öffentlichkeitswirksam präsentieren. Nur so ist die ganze Sache den Banken nützlich. Aus Krediten für die Realwirtschaft sind keine ausreichenden Gewinne zu erzielen. Die folgende Grafik stammt aus dem Beitrag und zeigt die Entwicklung seit Einführung des Euros im Vergleich zum Dollar: 





"Die Türe für Negativzinsen aufgemacht"
(tagesanzeiger.ch) Die EZB senkt ihren Leitzins. Welche Wirkung entfacht die Maßnahme? Und was zaubert Mario Draghi als Nächstes aus dem Hut? Antworten vom Sarasin-Ökonomen Alessandro Bee. Mehr...

Kommentar: Eine Bewertung der EZB-Maßnahme aus Sicht unserer Schweizer Nachbarn. Wohlwollend inszeniert von Allessandro Bee, Ökonom bei der Baseler Bank Sarasin. Lesen schadet nicht. 


Die Grenzen der Geldpolitik
(faz.net) Wie mächtig sind Zentralbanken? Hilft eine expansive Geldpolitik mit der Gießkanne? Und was bringt die aktuelle Leitzinssenkung der EZB? Wenig! Sie wird weder Nutzen noch Schaden anrichten. Mehr...

Kommentar: Dies ist eine Bewertung aus strenger deutscher Sicht. Da ist einer mächtig auf dem Holzweg. Schwadroniert davon, dass "energische Schritte" unternommen werden müssen,  "um Banken und besonders die Kreditmärkte leistungsfähiger zu gestalten, damit sich produktive Unternehmen leichter finanzieren können. Die Bilanzen vieler im Prinzip zukunftsfähiger Banken in Südeuropa, aber auch anderswo, brauchen eine Stärkung durch zusätzliches Eigenkapital." Welche Banken er wohl damit meint? Abschliessend verlangt er noch, wie könnte es auch anders sein, dass es möglich sein muss, "Banken ohne nachvollziehbares Geschäftsmodell abzuwickeln." Das Verfahren sollen die Regierungen liefern. Eine wichtige Gruppe wird in dem Beitrag vergessen: Die bankrotten, aber systemrelevanten Banken, die um jeden Preis gerettet werden (müssen). Als deren Interessenvertreter fungiert die EZB - und verschiebt deshalb ständig die Grenzen ihrer Geldpolitik.


Neues Zinstief frisst Sparguthaben auf
(diepresse.com) Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag den Leitzins auf ein historisches Tief von 0,5 Prozent gesenkt. Zudem stellt sie den Banken ein Jahr lang unbegrenzt Geld zur Verfügung. Mehr...

Kommentar: Gleiche Aussage, wechselnde Kulisse. Die Grafik zeigt die jährliche Inflationsrate von 1970 bis 2005. Teilweise waren enorme Ausschläge dabei. Wer sich noch daran erinnert der weiss, dass die Sparzinsen in diesen Jahren regelmäßig deutlich, 4% waren keine Seltenheit, unter der jeweiligen Inflationsrate gelegen haben. Heute liegen die Sparzinsen 0,5 bis 0,75% unter der Inflationsrate. Wer sich bindet, der erhält heute Zinsen jenseits der Infaltionsrate von aktuell 1,5%. 


Quelle: besema.de


Am Ende
(sz-magazin.sueddeutsche.de) Fast jeder zweite Berufstätige in Deutschland fürchtet, dass die Rente im Alter nicht zum Leben reichen wird. Für Andrea Linke aus Berlin ist diese düstere Ahnung längst Realität. Aus dem Alltag einer Frau, die vier Jahrzehnte lang geschuftet hat und trotzdem mit der Armut kämpft. Mehr...

Kommentar: Natürlich liegt es uns fern, den LeserInnen das Wochenende zu versauen. Trotzdem, manchmal können wir auf Befindlichkeiten keinerlei Rücksicht nehmen und müssen voll draufhalten. In diesem sehr ausführlichen Beitrag geht es um die nach offizieller Lesart in Deutschland nicht vorhandene Altersarmut und den täglichen Kampf ums Überleben, wenn Rente und Lebenshaltungskosten einfach nicht zusammenpassen. In Zukunft ist das in dem Beitrag beschriebene Szenario kein Einzelfall mehr, sondern das Schicksal einer breiten Bevölkerungsschicht. Gefördert durch die aktuellen Ereignisse, in deren Folge den Menschen ihre Ersparnisse und große Teile ihrer privaten Altersvorsorge geraubt werden.


Deutsches Vermögen schmilzt dahin
(fr-online.de) Die Deutschen sollten ihr Geld künftig lieber im eigenen Land investieren, wenn sie es mehren wollen. Bei Anlagen im Ausland droht ein massiver Wertverlust. Mehr...

Kommentar: Wer auf diesen Ratschlag hört, der muss mit dem Klammersack gepudert worden sein. Für die Sicherung der Ersparnisse (der kleinen Leute) und Vermögen (der Mittelklasse) sind in den kommenden Monaten und Jahren geopolitische Strategien nötig. Wer dazu nicht den Mut findet, den erwartet ein finanzielles Desaster ("Blutbad" trifft es eigentlich besser, Anm. d. Verf.). Deutschland, sogar Europa, so viel ist sicher, dürfen bei diesen Überlegungen keine Rolle spielen. Sicherlich, Financial Repression wird es zukünftig auch anderswo auf der Welt geben. Das zu wissen, ist jedoch schon die halbe Miete bei der Auswahl eines geeigneten, krisenfesten Standortes. In diesem Zusammenhang betonen wir noch einmal ausdrücklich: Finger weg von den üblichen Steueroasen! Das wird nicht gutgehen. Wirklich geschützt sind dort nur die Vermögen der superreichen 1% auf der Welt. Die weltweit ein paar Millionen "Reichen und Schönen" bleiben ebenso außen vor wie der ganze Rest. Deutschland kann gerade so einen Fall bestaunen. 


Niederlande: PKW-Neuzulassungen mit -25,6%
(querschuesse.de) Die niederländische Automobilvereinigung (De Rijwiel en Automobiel Industrie Vereniging/RAI) berichtete heute  von einem kräftigen Einbruch bei den PKW-Neuzulassungen. Im April 2013 brachen die PKW-Neuzulassungen um -25,6% zum Vorjahresmonat ein, auf schlappe 30’538 PKWs. Dies waren die zweitschwächsten PKW-Neuzulassungen in einem April seit April 1980!! Mehr...

Kommentar: Ein klares Indiz für den Zustand des Landes. Rezession ist angesagt. Dagegen hilft auch nicht der neue König. Der ist bestenfalls für eine kurze Zeit als Ablenkung geeignet. No Way Out. Das Land wird in eine tiefe Rezession rutschen. Es sei denn, es verabschiedet sich früher als die anderen vom Sparkurs. Dann besteht ein Rest Hoffnung.


Warum die "Grande Nation" des François Hollande das größte Problem Europas ist
(focus.de) „Präsident Hollande wirtschaftet Frankreich herunter“: FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle ist entsetzt über die Krise im Nachbarland. Tatsächlich ist das Land zum größten Problem Europas geworden – doch die Ursachen liegen weiter zurück. Mehr...

Kommentar: Den Deutschen wird bescheinigt, von Wirtschaft nichts zu verstehen. Brüderle und der Autor dieses Beitrages sind das beste Beispiel dafür. Die Vorwürfe an die Adresse Frankreichs erinnern sehr stark an die Ausfälligkeiten Angela Merkels gegenüber Griechenland, die sich später alle als vollkommen haltlos erwiesen haben. Sie sind schwachsinnig. Die folgenden Grafiken zeigen, dass die Franzosen längst nicht so viel falsch gemacht haben, wie ihre deutschen Nachbarn heute behaupten


Nichts dran, an der Geschichte von den faulen Franzosen, wie dieser Vergleich zeigt. Die Griechen sind die fleissigsten.



Deutschland ist es, das im Vergleich mit seinen Partnern völlig aus dem Rahmen fällt. 

 Diese Übersicht zeigt keine negative Auffälligkeit Frankreichs. 



Frankreich ist oberhalb des vereinbarten Inflationsziel. Deutschland gehört dort ebenfalls hin, so war es verabredet. 



Vorbildlich auch Frankreichs Situation bei den Niedriglöhnern. Oder bei der Einkommensarmut (neuere Daten liegen uns leider nicht vor):




Anders als Deutschland, wurde Frankreich sofort von den Auswirkungen der Finanzkrise getroffen. Grund ist die starke Ausrichtung seiner Exportwirtschaft auf Südeuropa. 

Quelle: tagesanzeiger.ch
Frankreich hat sich seit Einführung des Euro bis zur Europa-Krise auf Augenhöhe mit Deutschland befunden. Trotz eines dauernden Leistungsbilanz-Defizits. 

Die nächsten Wochen und Monate werden bestätigen, was wir versuchen, unseren LeserInnen regelrecht einzutrichtern: Das größte Problem Europas sind seine systemrelevanten Banken. Daran ändert auch das gerade in Deutschland so beliebte Frankreich-Bashing nichts. Vielmehr sehen wir darin einen Ausdruck von Rat- und Hilflosigkeit der deutschen Politikelite im Umgang mit der europäischen Krise. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.