Sonntag, 5. Mai 2013

Standpunkt 625 - Nachrichten-Ticker, 04.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Europa-Krise – Rezession – Barroso „küsst“ Merkel – Frankreich-Bashing – Keynes’ Schuld – Griechenland – Deutschland – US-Finanzreform – China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Ist das der Anfang vom Ende?
(tagesanzeiger.ch) Nach drei Jahren voller Marktstress fallen die Verschuldungskosten für Spanien, Italien und Frankreich auf Rekordtiefs. Ist die Eurokrise damit abgehakt? Eine Checkliste mit fünf Punkten. Mehr...

Kommentar: Der Krisencheck von unseren Nachbarn aus der Schweiz. Aber es herrschen merkwürdige Ansichten. Nahe 4% Zinsen für eine Staatsanleihe gelten als Fortschritt. Vor dem Hintergrund, dass die EZB gerade die Zinsen auf 0,5% gesenkt hat. Oder die Darlehen von EU/IWF an einige ausgewählte osteuropäische Nicht-Euro-EU-Staaten nur knapp über 3% liegen. Von stabilen Regierungen ist die Rede, ausgerechnet Italien wird beispielhaft genannt. Sicher? Die spanische Regierung steckt in einem kapitalen Korruptionsskandal und in Portugal denken die Menschen über eine Militärregierung nach. Bei den wirtschaftlichen Aussichten und der Beurteilung toxischer Bankbilanzen bleibt der Krisencheck erstaunlich vage. Wenig überraschend dann auch das "geteilte" Fazit:  "Mit Blick auf das Finanzsystem ist die schlimmste Phase der Eurokrise wohl ausgestanden. Eine erneute Zuspitzung wie in den Jahren 2010, 2011 und 2012 scheint wenig wahrscheinlich. Für eine allgemeine Entwarnung ist es trotzdem noch zu früh. Zu viele Baustellen sind im Eurogefüge noch vorhanden, zu trüb ist der wirtschaftliche Ausblick." So ist der Beitrag eigentlich wertlos. 


Eurozone: Die Rezessionswahrheit
(format.at) Die Eurozone kommt wirtschaftlich nicht auf die Beine. Die EU-Kommission erwartet 2013 das zweite Rezessionsjahr in Folge. In vielen Ländern werden Arbeitslosigkeit, Staatsdefizit und Neuverschuldung weiter steigen. Ein Überblick über die erwartete Entwicklung in den kriselnden Euro-Ländern. Mehr...

Kommentar: Jetzt ein Krisencheck unserer österreichischen Nachbarn? Nein, es sind nur die jüngsten Zahlen der EU-Kommission. Von der Überschrift abgesehen verkneift sich der Autor eine Wertung


"Merkel versteht am besten, was in Europa passiert"
(welt.de) Der Kommissionspräsident lobt die Bundeskanzlerin in höchsten Tönen für Kompetenz und Engagement – er wünschte, mehr Regierungschefs würden sich so einbringen. Ein sachter Hinweis an Frankreich. Mehr...

Kommentar: Barroso, der Speichellecker. Oder sollte Barroso etwa das Buch "Von der Kunst der Arschkriecherei" (hier) gelesen haben? Wäre zumindest eine Erklärung für diesen Auftritt. Denn sachlich ist er durch nichts begründet.


Koalitionspolitiker warnen vor Nachsicht mit Frankreich
(handelsblatt.com) Die Andeutung von EU-Währungskommissar Olli Rehn, Frankreich mehr Zeit für die Haushaltssanierung zu geben, stößt bei Union und FDP auf Empörung. Einen Sonderbonus dürfe es nicht geben. Schon gar nicht für Frankreich. Mehr...

Kommentar: Es geht munter weiter mit dem Frankreich-Bashing. Wir haben in unserem Archiv gestöbert und sind auf einige Beiträge gestossen, von denen wir drei zum Weiterlesen empfehlen: "Defizit-Verfahren gegen Deutschland und Frankreich" (hier), aus der Zeit als beide Regierungen noch dicke Freunde waren bei der Abwehr von Sanktionen. Der Beitrag "Defizitverfahren gegen Deutschland" geht einer interessanten Frage nach: "Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde fast jede Woche in den Medien über den Stand der Dinge im laufenden Defizitverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland berichtet. Zwischenzeitlich ist es ruhig geworden um den 'Defizitsünder Deutschland'. Dieser Beitrag geht der Frage nach, warum das so ist und wie es überhaupt dazu kam, dass die Bundesrepublik über mehrere Jahre hinweg am Pranger der Währungshüter stand?" Mehr dazu hier. "Neues Defizitverfahren gegen Deutschland" meldet am 07.10.2009 die DW: "Die EU-Kommission hat Defizitverfahren gegen Deutschland und acht weitere EU-Staaten auf den Weg gebracht. Begründet wurde das mit der ausufernden Staatsverschuldung. Hohe Strafen gelten aber als unwahrscheinlich." Mehr dazu hier. Schon wieder messen Deutschlands ge-"BILD"-ete Volksvertreter mit zweierlei Maß.


Und jetzt, Mister Keynes?
(diepresse.com) Mit der jüngsten Zinssenkung sollen Unternehmer zum Investieren angeregt werden. Heißt es. Ziel der Aktion ist allerdings jemand ganz anderes. Mehr...

Kommentar: Franz Schellhorn erklärt seinen österreichischen Landsleuten mit diesem Beitrag wie beschränkt er die Welt sieht: Die Maßnahmen der Notenbanken und Regierungen John M. Keynes in die Schuhe zu schieben, ist schon ein starkes Stück. Wieder einer, der missbräuchlich mit den Thesen des britischen Ökonomen umgeht. Tatsächlich hat Keynes schon einmal Pate gestanden als es darum ging eine Krise zu bewältigen. Der US-Präsident Franklin D. Roosevelt hat sich, bei seinem New Deal zur Bewältigung der Great Depression in den USA, von seinen Ideen leiten lassen. Mit großem Erfolg, wie man weiss. Damals hat Roosevelt dafür gesorgt, dass das Geld auch tatsächlich in die Programme geflossen ist, die für die dringend notwendigen Jobs gesorgt haben. Das ist heute nicht der Fall, da sind alleine die Banken Nutznießer. Die kaufen die Staatsanleihen nicht, um die Staaten zu finanzieren, sondern um zu spekulieren, Gewinne zu generieren und ihre Bilanzen zu frisieren. Wir hätten erwartet, dass Schellhorn diese offensichtlichen Zusammenhänge erkennt. Vielleicht will er aber auch nur seine LeserInnen in die neoliberale Irre führen. 


Was die Statistiken über Griechenland verschweigen
(welt.de) Offizielle Zahlen zur griechischen Wirtschaft zeichnen ein verheerendes Bild: Sechs Jahre Rezession, jeder vierte Grieche ist arbeitslos, die Schulden sinken kaum. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Mehr...

Kommentar: Einer der wachsweichen Versuche, die Austeritätspolitik in Europa zu rechtfertigen. In diesem Fall am Beispiel Griechenlands. Der Autor ist wohl selbst nicht so recht davon überzeugt und setzt zum Schluss seines Beitrages dicke Fragezeichen.  


Schluss mit Sparen: Verkehrsminister fordern 7 Milliarden mehr von Schäuble
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Politik räumt ihr Versagen bei der Erhaltung der deutschen Infrastruktur ein. Die Verkehrsminister wollen es nun wieder gut machen. Dazu fordern sie mehr Geld. Doch bei Großprojekten kann die Politik nur selten Erfolge vermelden. Mehr...

Kommentar: Das wäre wenigstens ein Anfang, um den Investitionsstau der öffentlichen Hand von 100 Milliarden Euro in Deutschland abzubauen und damit die Binnennachfrage anzukurbeln. Wir sehen darin eine nützliche Maßnahme, statt solche Aufgabe früher oder später einer Public-Private-Partnership (PPP) anzuvertrauen. 


Too-Big-to-Fail Takes Another Body Blow
(rollingstone.com) Minds are changing on Too Big to Fail. A month ago, it was just something in the air. Now, it looks like we're headed for a real legislative confrontation. And man, is the finance sector freaking. Last week, on April 24th, Democratic Senator Sherrod Brown of Ohio and Louisiana Republican David Vitter introduced legislation called the "Terminating Bailouts for Taxpayer Fairness Act of 2013 Act," or the "Brown-Vitter TBTF Act" for short. The bill is a gun aimed directly at the head of the Too-Big-To-Fail beast. During the Dodd-Frank negotiations a few years ago, Brown teamed up with Delaware Democrat Ted Kaufman to introduce an amendment that would have physically capped the size of the biggest banks. The amendment was bold and righteous but was slaughtered on the floor by a 61-33 margin, undermined by leaders of both parties – 27 Democrats voted against it. Brown-Vitter offers a different and, in a way, more elegant solution to the problem than Brown-Kaufman. Rather than impose size limits, it simply insists that banks with over $500 billion in assets maintain higher capital reserves than are currently required. Companies like J.P. Morgan Chase, Wells Fargo, Morgan Stanley, Goldman Sachs, Citigroup and Bank of America will have to keep capital reserves of about 15 percent, about twice the current amount. Read more...

Kommentar: Pflichtlektüre. Leider nur in Englisch erhältlich. Aber es lohnt sich. Genauso auch als Ergänzung "Wall Street's War", der Kampf der Wall Street gegen die Finanzregulierung in den USA: "Congress looked serious about finance reform – until America's biggest banks unleashed an army of 2,000 paid lobbyists." Read more here. Vor wenigen Monaten hat der österreichische "FORMAT" einen ebenfalls lesenswerten Beitrag zum Thema veröffentlicht: "Reportage: Bei deutschen Landesbanken brennt's". Dort heißt es im Vorspann: "In Deutschland geht die Angst um, dass Landesbanken wieder in Bedrängnis geraten, wenn es mit der Wirtschaft bergab geht und die Lage in der Bankenbranche angespannt bleibt. Manche Beobachter fühlen sich angesichts der bedrohlichen Nachrichten aus dem Norden Deutschlands bereits an die Finanzkrise 2008 erinnert, als eine Landesbank nach der anderen beim Staat um Hilfe betteln musste." Mehr dazu hier. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Deutschland seinen nationalen Bankenrettungsfonds (SoFFin) aufladen muss... 


"Risiko in China wird unterschätzt"
(fuw.ch) Rajiv Jain, der Top-Fondsmanager der Bank Vontobel, warnt im Interview mit "Finanz und Wirtschaft" vor einer Bankenkrise in China und setzt auf Tabak- und Nahrungsmittelaktien. Mehr...

Kommentar: Just for info. Wir schreiben schon länger über diese Krise. Lesen  Sie selbst. 
 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.