Dienstag, 7. Mai 2013

Standpunkt 627 - Nachrichten-Ticker, 06.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: „Jail Not Bail“ in Deutschland – Welche Eurokrise? – Lügen mit Zahlen – Deutsche „Bad Banks“ – Griechenland – Europas Schattenwirtschaft – S&P mit und ohne QE


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Regierung droht Finanzmanagern mit Gefängnis
(faz.net)  Durch ein neues Gesetz drohen den Vorständen von Banken und Versicherern fünf Jahre Haft, wenn sie ihr Unternehmen in eine Schieflage bringen. Der Plan ist umstritten. Mehr...

Kommentar: Wir haben uns verwundert die Augen gerieben. Sollte die Bundesregierung doch Ernst machen gegen die Ganoven in der Finanzindustrie? Nicht wirklich. Es ist Wahlkampf. Da gilt es die richtigen Themen zu besetzten. "Jail Not Bail" ist eines davon. Großes Theater für das Publikum. Das geltende Strafrecht bietet genügend Möglichkeiten, um den Bankstern den Prozess zu machen.  Fälle von Vorsatz gibt es genug. Bisher hat der Staat daran kein Interesse.

  
Wirtschaft: Es gibt gar keine Eurokrise!
(presseurop.eu) Glaube Sie an den „modernen Mythos”, der besagt, dass die Einheitswährung kurz vor dem Zerfall steht? Das sollten Sie nicht, denn das einzige Problem ist, dass immer mehr Länder im Wettbewerb als Verlierer dastehen. Mehr...

Kommentar: Ein bemerkenswerter Beitrag, der die ganze Aufmerksamkeit unserer LeserInnen verdient. Der Autor erklärt leicht verständlich die Krise in Europa - mit wenigen Worten. Vorbildlich. 


Quelle: presseurop.eu



Lügen mit Zahlen
(heise/telepolis.de) Wie mit der Manipulation statistischen Materials Politik gemacht wird. 

Was tun, wenn die Realität partout nicht mit den eigenen ideologischen Dogmen in Übereinstimmung gebracht werden kann? Ganz einfach: Man biegt sich die Realität solange zurecht, bis sie in das entsprechende ideologische Raster hineingepresst werden kann. Nichts eignet sich zur Umdeutung gesellschaftlicher Gegebenheiten besser als die Manipulation von Zahlen, denen inzwischen eine fast schon mythische Ausstrahlung innewohnt. In einer Gesellschaftsformation, die auf die uferlose numerische Akkumulation von Geldwerten fixiert ist, stellt das auf einen Zahlennenner gebrachte Faktum die höchste Autorität dar. Nichts ist im Spätkapitalismus so irrational wie die rationalen Zahlen. Mehr...

Kommentar: Die ultimative Pflichtleküre in diesen Tagen. Der Autor, Tomasz Konicz, liefert einen erstklassigen Beitrag ab. Alles ist hervorragend recherchiert und wird von ihm fundiert vorgetragen. Leute wie Hans-Werner Sinn, Hans Olaf Henkel, die Herrschaften der "Alternative für Deutschland", oder die "Talk-Show-Darsteller" sollten sich daran ein Beispiel nehmen. An Hand aktueller Beispiele entlarvt Konicz das Spiel von Lug und Trug. Umfangreich und mit vielen Links. Das Richtige für das verlängerte Wochenende.


Geheimsache "Bad Banks" – 600 Milliarden Euro Schrott, der von der Krise übrig blieb
(format.at) Mehr als eine halbe Billion Euro - das ist eine Zahl mit elf Nullen. So viel "Schrott" haben große deutsche Banken in den Jahren bis zur Finanzkrise in ihren Bilanzen angehäuft. 637 Milliarden sind es genau. Jeder achte Euro, den sie in den Büchern haben, sollte dort nicht mehr sein. Die Banken selbst nennen freilich nicht alles Schrott, was sie an riskanten Krediten oder Wertpapieren ganz offiziell abgeschoben haben: in staatliche "Bad Banks", interne Abbau-Einheiten und andere Park-Positionen, die blumige Namen tragen wie "Value Portfolio". Mehr...

Kommentar: Wir glauben nicht daran, dass nicht mehr Milliarden-Müll in den Bilanzen deutscher Banken schlummert. Europaweit sollen es sagenhafte 18,2 Billionen Euro sein (hier). Das sind 18.200 Milliarden Euro, oder 44% der Vermögenswerte der Banken. Der Anteil deutscher Banken daran muss höher sein. Der Autor hüllt sich über die Herkunft seiner Zahlen in Schweigen (Reuters?). Davon abgesehen aber ein nützlicher Beitrag über die Situation im Land des Musterknaben. 


Griechenland: "Es ist Zeit, sich zu erheben"
(heise/telepolis.de) An eine Rettung über den aktuellen Eurorettungsschirm und die damit verbundenen Sparmaßnahmen glaubt in Athen niemand mehr. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Noch ein Beitrag, der die volle Aufmerksamkeit unserer LeserInnen verdient. Inklusive der Links, die angeboten werden. Zeigt die Diskrepanz zwischen der Berichterstattung in den deutschsprachigen Leitmedien und der Wirklichkeit. Unter diesen Umständen sind dringend Durchhalteparolen gefordert: "Währungsfonds lobt Griechenland" meldet "n-tv.de" und schreibt: "Der Internationale Währungsfonds fordert die Geberländer auf, Griechenlands Schuldenlast zu verringern. Für weitere Einschnitte bei den Staatsausgaben bestehe praktisch kein Spielraum mehr." Mehr dazu hier. Dagegen betitelt "DER TAGESSPIEGEL" einen aktuellen Beitrag über Griechenland ganz anders: "Wir stehen vor einer humanitären Krise" heißt es da. Mehr dazu hier. Es bleibt explosiv in Griechenland. 


Europe's Shadow Economy: As Big As Germany
(zerohedge.com) On an unweighted average basis, European shadow economies are 22.1% of total economic activity or around $3.55 trillion (as large as Germany's whole economy). A report by Tax Research, suggests that Austria and Luxemburg have the smallest shadow economies in the euro area at 9.7% of GDP, while Bulgaria at 35.3% and Romania at 32.6% top the list. Of the major economies, Germany clocks in at 16%, France at 15%, Italy at 27% and Spain 22.5%. Stunningly, in terms of tax revenues lost, the shadow economy translates into an estimated €864bn or just over 7% of euro area GDP and, in context, accounts for 105.8% of the enture healthcare spending of the EU. It appears that more and more Europeans have no choice but to shift to a shadow economy (as taxes rise among other things), and this is the biggest threat to the entire economy. This is likely one reason the 'austerity' actions have not been successful since far less taxes are being paid via the conventional channels. Read more...

Kommentar: Statt eines Kommentars gibt es noch die Charts aus dem Beitrag. Die sprechen Bände - Deutschland in bester Gesellschaft: 











This Is The S&P With And Without QE
(zerohedge.com) For a while there, it seemed that even the densest of career economists who try to pass for stock pundits on financial comedy TV, were starting to get that without the Fed's (and the ECB's, and the BOE's, and the BOJ's) QE, the market would be much, much lower (whether 500 points lower as Gundlach suggested or much more, remains unclear). After all: by now it should have been clear to most that QE is doing nothing for the economy, and everything for the stock and bond market (here we certainly agree: there is a bond bubble, which by implication there is an even more massive stock bubble too - anyone who says the two are unlinked can be immediately put on mute). Read more...

Kommentar: Das Ergebnis von Liquidität auf Abwegen. Geld, das eigentlich neue Jobs schaffen soll, sorgt statt dessen für neue Höchststände an den Börsen. Zwei Charts aus dem Beitrag machen die Situation augenfällig: 








"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.