Mittwoch, 8. Mai 2013

Standpunkt 628 - Nachrichten-Ticker, 07.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Zypern – Hans Werner Sinn und die Eurokrise – Frankreich – Bad Bank EZB


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Von wegen Russendisko
(capital.de) Zyperns Banken sind pleite, weil sie auf eine Rettung Griechenlands gewettet haben. Das galt auch bei uns mal als löblich und schlau. Mehr...

Kommentar: Wir wollen mit diesem Beitrag noch einmal daran erinnern, was Zypern tatsächlich in die Bredouille gebracht hat. Das hat natürlich wenig mit den Statements zu tun, die in den deutschen Leitmedien verbreitet werden. Dort geht es normalerweise nur darum, den Zyprern ein "selbst schuld" an das Revers zu heften.


Ifo-Chef Sinn hält Euro-Austritt Deutschlands für verkraftbar
(focus.de) Hans-Werner Sinn will zwar am Euro festhalten. Die Folgen eines Austritts Deutschlands hält der Chef des Münchner Ifo-Instituts allerdings für überschaubar. Die Horrorszenarien seien übertrieben. Schuldenländern wie Griechenland empfiehlt er sogar den Austritt – mit einem „deutschen Marshall-Plan“. Mehr...

Kommentar/Ergänzung:  Wir bleiben dabei: Der von den deutschen Medien regelmäßig zum Top-Ökonomen erklärte Hans-Werner Sinn ist für uns ein akademischer Scharlatan. Statt Fakten zu liefern, gründet Sinn seine Thesen auf starke Worte und seinen Ruf als Chef des ifo-Instituts. Das ist schon lange zu wenig, aber das deutsche "BILD"-ungsbürgertum hängt an seinen Lippen und verbreitet fleißig seine Meinungen an den Stammtischen. So behauptet Sinn, "stärkere Aufwertungen könnte die Bundesbank jederzeit verhindern, indem sie ausländische Wertpapiere gegen eigene Währung erwirbt, ähnlich wie die Schweizer Notenbank es tat." Wieder einmal vergleicht der "Top"-Ökonom Äpfel mit Birnen. Eine seiner Spezialitäten. Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat gegen die eigene Währung werthaltige Euro-Wertpapiere gekauft, ohne jedes Ausfallrisiko. Wertet nach einem EWU-Austritt die neue deutsche Währung auf, bis zu 50% erwarten Eperten gegenüber Währungen schwacher Länder, dann muss die Bundesbank ausländische Wertpapiere in den Währungen kaufen, die abwerten, also minderwertig sind, um sich der Aufwertung entgegenzustemmen. Sinn empfiehlt also genau die Maßnahme, vor der er innerhalb der EWU immer wieder warnt. Deshalb ist es nur logisch, auch für Sinn, "Deutschland solle den Euro aus politischen Gründen nicht verlassen, weil der Euro ein zentrales europäisches Integrationsprojekt sei." Das Interview bei der "WELT", überschrieben mit "Deutschland kann auch ohne den Euro existieren" gibt es hier. Es ist erst ein paar Tage her als Hans-Werner Sinn bei der "F.A.Z." erklärt, "Es lohnt sich, den Euro zu verteidigen". Zu Lasten der schwachen Länder, versteht sich"Starökonom Hans-Werner Sinn plädiert im Interview für eine Währungsunion der Starken und verlangt höhere Opfer von den Sparern und den Banken", schreibt das Schlachtschiff unter den deutschen Printmedien in der Zusammenfassung. Mehr dazu hier. "Eine Währungsunion der Starken"? Welcher Starken? Im Übrigen treibt Sinn immer noch die gleichen Säue durch das mediale Dorf: Die angeblichen Bankenpleiten in den USA auf Kosten der Gläubiger (= Sparer) und die Target2-Salden zu Lasten der deutschen Steuerzahler. Weder haben in den USA die Sparer Verluste erlitten, noch müssen die deutschen Steuerzahler für Target2 aufkommen. Sinn täuscht die LeserInnen des Beitrages ganz bewußt. Ein Blick in die Liste der "Bank Closing Information" (hier) der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) oder bei "nachdenkseiten.de", wo bereits im August 2012 in dem Beitrag "Die SPD, Hans Werner Sinn und die Billionenfrage" die Zusammenhänge rund um Target2 gut verständlich erklärt werden. Mehr dazu hier. Was dort steht, vor allen Dingen aber auch mit den entsprechenden Fakten belegt wird, unterscheidet sich deutlich von dem Nonsens, den Hans-Werner Sinn durch die Medien streut. Im April hat sich Sinn bei "project-syndicate.org" mit der Frage "Deutschland raus aus dem Euro?" beschäftigt. Mehr dazu hier. Der Beitrag ist eine Replik auf George Soros, der in den Tagen zuvor beispielsweise via "SPIEGEL" verlangt hat "Falls jemand den Euro verlässt, sollte es Deutschland sein". Was Soros meint, fasst der Beitrag so zusammen: "Die Euro-Krise verschärft sich und droht die gesamte Europäische Union auseinander zu reißen. Das befürchtet Investorenlegende George Soros. In einem Essay für SPIEGEL ONLINE fordert er Deutschland dazu auf, gemeinsame Staatsanleihen für die Euro-Zone zuzulassen - oder den Euro aufzugeben." Mehr dazu hier. Reflexartig widerspricht Hans-Werner Sinn in seinem Beitrag dem US-Milliardär. Verweigert Euobonds, verlangt weiter die gescheiterte Austeritätspolitik, ignoriert weitgehend die Finanzkrise als Ursache der Krise in Europa und widerspricht vehement dem Austritt Deutschlands aus der EWU. Ziemlich planlos, was Hans-Werner Sinn in diesen Tagen in der Öffentlichkeit abliefert. 


"Frankreich ist nirgendwo, einfach nicht da"
(format.at) Die EU-Größe Frankreich ist weniger präsent, sie verliert in Brüssel an Einfluss, in wichtigen Fragen ist ihre Stimme nicht zu hören. Ein Sinnbild der wirtschaftlichen Kräfteverschiebung Richtung Berlin. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Leider erweist sich der französische Ministerpräsident, der Sozialist François Hollande, auch ein Jahr nach seiner Wahl als innen- und außenpolitischer Schwächling. Zu unserem großen Bedauern. Wir hatten in die Wahl von Hollande sehr große Hoffnungen für Europa gesetzt. Und sind bitter enttäuscht. Keine Spur von seinen Wahlkampfversprechungen, keine neue Ideen für Europa, keine Kraft, sich gegen die Politik der Bundesregierung zu behaupten, von Durchsetzung gar nicht zu reden. Unsere österreichischen Nachbarn fühlen scheinbar ähnlich. Der "FORMAT" macht gleich weiter: "Es gibt einen Staat, aber es ist ein Staat, der total bankrott ist" überschreibt Jochen Hahn seinen Beitrag zum Thema. Er fasst zusammen: "Zypern hat eisernen Besen der Troika zu spüren bekommen und steht vor verlorenem Jahrzehnt. In Italien geht das politische Chaos den gewohnten Gang. Dass Slowenien der nächste Kandidat für den ESM ist, steht praktisch fest. Aber was ist mit Frankreich? Frankreich taumelt langsam ins Epizentrum der Krise. Noch sind Medien und Märkte aufgrund der Akutfälle Zypern, Griechenland, Spanien, Italien, Portugal und Irland zwar einigermaßen abgelenkt. Aber der Zustand der „Grande Nation“ dürfte noch heuer zum dominierenden Thema der Euro-Schuldenkrise werden und damit wohl zum bislang eskalierendsten Kapital der Gemeinschaftswährung." Mehr dazu hier. Aufschlussreich, woran Hahn die Not Frankreichs festmacht. Da könnte er sich mit Deutschlands Politikern abgesprochen haben. Oder mit dem neoliberalen deutschen Kampfblatt "FOCUS". Das hat gerade Ursachenforschung betrieben und seine Analyse mit "Die sieben Großbaustellen des Francois Hollande" überschrieben. Zum Glück für Frankreich liefert der Autor in bester deutscher Oberlehrermanier das Pflichtenheft gleich mit: "Ein Jahr nun ist Frankreichs Staatspräsident Hollande an der Macht. Vorzuweisen hat er bisher vor allem Negativrekorde und eine Wirtschaftskrise. Welche Probleme er angehen muss." Mehr dazu hier. Noch einmal Österreichs "FORMAT". Der treibt die Kritik an Frankreich auf ganz besondere Art und Weise auf die Spitze und titelt "Frankreich steht noch, weil Deutschland es will". Schauer der Wollust müssen im Berliner Regierungsviertel geradezu explodiert sein. Der Autor behauptet: "Was läuft anders in Frankreich? Wieso wird das Land trotz katastrophaler Fundamental-Daten nach wie vor zu Kerneuropa gezählt. Wieso steht dieses Land noch? Solange Frankreich am Tropf des deutschen guten Willens hängt, bleibt Frankreich nicht nur ein höherer Schuldendienst, sondern auch – und hier wird es gefährlich – die längst fällige Strukturreform erspart." Mehr dazu hier. Frankreich-Bashing "Made in Austria". Wir freuen uns schon auf unseren persönlichen Schauer der Wollust, wenn sich die Vorwürfe an die Adresse Frankreichs als "falsche Fährte" erweisen und mit einem lauten Knall zerplatzen. Zwei Charts die zeigen, dass sich Frankreich nichts vorwerfen lassen muss, ganz anders Deutschland: 








Einer, der natürlich wieder seine Chance wittert den Euro zu diskreditieren, ist Hans-Olaf Henkel. Also nutzt er die Gunst der Stunde und bringt sich und Deutschland wieder gegen Frankreich in Stellung. "Frankreich – Deutschland: Scheidung nötig! Teil 2" überschreibt er seinen aktuellen Gastbeitrag für das "Handelsblatt". Henkel zieht gleich mit seiner Gesinnung blank: "Wenn Hans-Werner Sinn darauf hinweist, dass Frankreich und Deutschland 'aus politischen Gründen' in einem gemeinsamen Euro verbleiben sollen, dann heißt das im Klartext: Er findet dafür keine ökonomischen Gründe mehr." Mehr dazu hier. Ein Volksverhetzer und Brandstifter, der nicht im Interesse Deutschlands handelt, sondern ausschliesslich im eigenen und dem seines Brötchengebers, der Bank of America (hier). 


Die EZB könnte zur Bad Bank für Südeuropa werden
(welt.de) Die EZB prüft offenbar den nächsten Tabubruch: Sie will Banken in Krisenländern verbriefte Kredite abkaufen – und riskiert damit hohe Verluste, für die am Ende der Steuerzahler aufkommen müsste. Mehr...

Kommentar: Schnell wieder ein bisschen Panik im Land verbreiten. Völlig zu Unrecht. Bitte dazu noch einmal den Beitrag "Die SPD, Hans Werner Sinn und die Billionenfrage" lesen (hier). Es lohnt sich. Glättet die Nerven. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.