Donnerstag, 9. Mai 2013

Standpunkt 629 - Nachrichten-Ticker, 08.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Undank für Deutschland – Sparkurs – EZB – Japan-Experiment – Portugal – Banken-Risiken reloaded – USA


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Undank der Euro-Nachbarn ist der Deutschen Lohn
(focus.de) Wir helfen halb Europa, doch wir ernten Hass und Nazi-Vergleiche. Die Attacken – auch aus Frankreich – werden so aggressiv, dass uns selbst ein José Manuel Barroso in Schutz nimmt. Wie lange lassen wir uns das alles noch gefallen? Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Neuigkeiten von der Dumpfbacke und beleidigten, deutschen Leberwurst Uli Dönch. Der "FOCUS" zählt sich zu den deutschen Qualitätsmedien, leider erfüllen seine JournalistInnen über weite Strecken diesen Anspruch nicht. Die alte Losung "Fakten, Fakten, Faktern" hat mittlerweie fingerdicken Staub angesetzt. Heute gilt "Täuschen, Täuschen, Täuschen". Geschrieben wird für Regierung, "BILD"-ungsbürger und Stammtischhoheit. Aufruhr statt Aufklärung scheint die Devise. Mittendrin Uli Dönch, einer der Steigbügelhalter der Kanzlerin. Ob der irgendwann einmal wegen Mittäterschaft belangt werden kann? Oder für die Unterstützung einer kriminellen Vereinigung? Wir wünschen uns nämlich immer noch die Einrichtung eines Finanzverbrechertribunals nach dem Vorbild der UN-Tribunale in Den Haag, um alle zu bestrafen, die mit höchster, krimineller Energie Billionen-Schäden verursacht haben - und die von Politik, Journaille und Wissenschaft gedeckt wurden, bzw. weiter gedeckt werden. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Dönch die Herren Barroso und Sinn zu seiner Unterstützung zitiert. Im übrigen bleibt sich der Autor bis zum Ende des Beitrags treu, den er mit diesem dümmlich-deutsch-nationalistischen Fazit beschließt: "Doch was können wir tun? Uns bleiben zwei Möglichkeiten. Entweder Deutschland setzt sich dem Steinehagel auf ewig aus – als eine Art Buße für die Vergangenheit. Oder aber wir retten uns außer Reichweite – und bringen uns in Sicherheit vor Steinewerfern und Verleumdern." Da kann man doch nur kotzen, oder?

Die rauhe Wirklichkeit, die dem deutschen Michel einfach nicht in den Kram passt, sieht anders aus. Damit beschäftigt sich aktuell der Beitrag "Am deutschen Wesen" von "german-foreign-policy.com". Fundiert, faktenreich und leicht verständlich, wie sich das gehört. Im Vorspann heißt es dazu: "Eine aktuelle Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung bestätigt den finanziellen Nutzen des Euro für Deutschland. Der Analyse zufolge kann die Bundesrepublik dank der EU-Einheitswährung in den nächsten zwölf Jahren einen volkswirtschaftlichen Profit von rund 1,2 Billionen Euro erwarten, auf den sie mit der D-Mark verzichten müsste. Insbesondere könne sie hoffen, im Jahr 2025 ein um bis zu 170 Milliarden Euro höheres Bruttoinlandsprodukt zu schaffen als ohne die europäische Währung. Gleichzeitig weisen Kritiker - zum wiederholten Male - darauf hin, dass der maßgeblich nach deutschen Plänen geformte Euro zwar der Bundesrepublik Vorteile garantiert, diese aber strukturell nicht auf alle Länder der Eurozone übertragbar sind. So urteilt der Wirtschaftswissenschaftler Mark Blyth in der renommierten US-Fachzeitschrift Foreign Affairs, es sei schlicht unmöglich, dass alle EU-Staaten das lukrative deutsche Exportmodell nachahmten - es gebe dann ja nicht genügend Käufer. Scharfe Kritik hat zuletzt auch der französische Publizist Luc Rosenzweig geäußert. Mit dem Amtsantritt der rot-grünen Bundesregierung im Jahr 1998 habe die Bundesrepublik begonnen, ihre Interessen international hart und ohne Rücksichten durchzusetzen - bis hin zu den aktuellen Spardiktaten, schreibt Rosenzweig und vergleicht das aktuelle Auftreten Berlins mit der Machtpolitik des Deutschen Kaiserreichs." Den gesamten Text gibt es hier. Eine wichtige Lektüre, die Leuten wie Dönch der Täuschung, also ihrer üblen Machenschaften, überführt. 



Ende des Sparkurses: EU stellt Weichen für die Inflation
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die erneute Zins-Senkung der Europäischen Zentralbank (EZB) signalisiert: Die EZB ist bereit, sich in den Dienst der europäischen Schulden-Politik zu stellen. Gleichzeitig mit dieser richtungweisenden Entscheidung verkündete der französische Finanzminister Pierre Moscovici am Sonntag das Ende des Sparkurses in Europa. In einem Interview mit Radio Europa 1 sagte Moscovici, er habe die Zustimmung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dass Frankreich sich nicht mehr an die im Fiskalpakt festgelegten Defizit-Grenzen zu halten habe. Man erlebe das Ende des Dogmas vom Sparen. Mehr...

Kommentar: Turnusmäßig wird wieder einmal versucht, die Inflation herbei zu schreiben. Dieser Beitrag ist ein Beispiel dafür. Wir werden erleben, wieder zum x-ten Mal ohne Erfolg. Unseren LeserInnen empfehlen wir: Bleiben Sie entspannt was die Inflation betrifft, die Gefahr für ihr Vermögen lauert in einer anderen Ecke, der Fortsetzung der Bankenrettungen in ganz Europa. Deren Folgen lassen sich mit ein bisschen Inflation nicht beikommen, da müssen stärkere Mittel zur Anwendung kommen. Das neue Zaubermittel aus der europäischen Hausapotheke hört auf den deutschen Namen "Enteignung". Dagegen wären ein paar Prozentpunkte Inflation eine homöopathische, gut verträgliche Behandlung. So viel Zeit haben die europäischen Krisenmanager aber nicht. 


Die Impotenz der EZB
(fuw.ch) Die Europäische Zentralbank hat ihre Zinsen gesenkt und will noch weiter gehen. Das ändert nichts daran, dass sie bei ihrem größten Problem ziemlich hilflos ist. Mehr...

Kommentar: Hintergrundinformationen. Der Beitrag beschreibt, warum es mit dem Plan der EZB für eine bessere Kreditversorgung der Realwirtschaft nicht klappt. Und warum einige der gebeutelten Krisenstaaten besonders davon betroffen sind. Nicht immer leicht verständlich, deshalb nur etwas für die besonders interessierten LeserInnen. Eine Grafik aus dem Beitrag: 






Das japanische Experiment
(project-syndicate.org)  Nach Jahren kleinerer Anpassungen hat Japan nun einen bedeutenden politischen Paradigmenwechsel eingeleitet. Die Reaktionen darauf reichen von großem Optimismus, dass das Land nun endlich seine 25 Jahre dauernde wirtschaftliche Stagnation hinter sich lassen könnte bis hin zur Sorge, wonach der dramatische Kurswechsel die Situation womöglich noch verschlimmert. Doch während sich die Debatte natürlich auf die wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Manöver Japans konzentriert, könnte der Erfolg der Maßnahmen durchaus von anderen Ländern abhängen. Von Mohamed A. El-Erian. Mehr...

Kommentar: El-Erian, Top-Manager bei der Allianz-Tochter PIMCO, beschreibt die neue japanische Geldpolitik, gemeinhin auch als "Abenomics" bekannt. Ein guter Beitrag für alle, die sich näher mit diesem neuen japanischen Weg aus der mehr als zwanzig Jahre andauernden Krise befassen wollen. 


Neue Troika-Sparpläne für Portugal
(heise/telepolis.de) Auch in der Regierung wird die Kritik an immer neuen Sparplänen stärker, während sich die Lage im Land ökonomisch, politisch und sozial zuspitzt. Mehr...

Kommentar: Die Tage der portugiesischen Regierung sind gezählt, da sind wir uns ganz sicher. Danach ist alles möglich, auch eine Militärregierung. Das wäre auf jeden Fall auch eine neue Erfahrung für die Krisenmanager in Brüssel und Berlin. Wir freuen uns darauf. 


Neue Risikolust der Banken – Fed-Berater warnen, doch keiner hört zu
(format.at) Ein Banker-Ausschuss, der die US-Notenbank Fed berät, hat im Februar vor einer aufgrund der Geldschwemme gestiegenen Risikolust der Finanzinstitute und einer Preisblase bei US-Agrarland gewarnt.
Die US-Notenbank überlegt derzeit, wie lange sie ihre beispiellose Lockerung der Geldpolitik fortführen soll, darunter die Anleihekäufe im Volumen von monatlich 85 Mrd. Dollar. Die Banker im Fed-Beratungsausschuss unterstützten im Februar 2013 die lockere Geldpolitik, hatten sie aber interessanterweise im September 2012 abgelehnt. Vor der Risikobereitschaft der Finanzinstitute warnten sie sogar bereits im Dezember 2011. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eine der Ursachen für die bilanzierten Milliarden-Gewinne der US-Banken: Hochriskante Geschäfte, die an Intensität noch weiter zunehmen. Es gibt noch weitere Schadstellen: "Banks Warn Bernanke Of The First Two Bubbles: Student Loans And Farmland" meldet "zerohedge.com". Mehr dazu hier. Der folgende Chart aus dem Beitrag zeigt die Entwicklung der "Farmland-Blase":





Krise treibt Amerikaner in den Selbstmord
(welt.de) Die offiziellen Zahlen sind besorgniserregend – und die Dunkelziffer ist wahrscheinlich viel höher: In den USA nehmen sich immer mehr Menschen das Leben. Eine Altersgruppe ist besonders betroffen. Mehr...

Kommentar: Offensichtlich nicht nur ein Problem in den europäischen Krisenstaaten. Die Krise nimmt hüben wie drüben einen ähnlichen Verlauf. 


Republikaner wollen Arbeitslosenstatistik abschaffen
(heise/telepolis.de) Zur Begründung dienen ähnliche Befürchtungen, wie sie deutsche Volkszählungsgegner in den 1980er Jahren hegten. Mehr...

Kommentar: So geht es natürlich auch... Statt beschönigen gleich ganz abschaffen.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.