Freitag, 10. Mai 2013

Standpunkt 630 - Nachrichten-Ticker, 09.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Europa – Europa-Krise – Niederlande – Niall Ferguson versus Europa – Hans-Werner Sinn versus George Soros – China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Das Ende des dummen Europas
(presseurop.eu) Brüssels Entscheidung, Madrid und Paris mehr Zeit einzuräumen, um die Staatsfinanzen zu sanieren, ist ein Zeichen dafür, dass die Union letztendlich doch noch über den nötigen gesunden Menschenverstand verfügt, meint Le Monde. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein kapitaler Irrtum, dem dieser Beitrag aufsitzt. Nach wie vor ändert Europa nicht seine Krisenpolitik. Bei diesen Maßnahmen geht es immer nur um ein bisschen Kosmetik, mehr nicht. Berlin bleibt im Kern eisenhart und Brüssel erhält kaum Spielraum. In Wahrheit bereitet Europa die Verschärfung seiner Sparpolitik vor. So interpretieren wir den Beitrag "Europa distanziert sich vom IWF" der österreichischen "DIE PRESSE". Dort heißt es in der Einleitung: "Die Troika hat ausgedient - jedenfalls, wenn es nach EZB-Direktor Jörg Asmussen geht. Europa brauche den Internationalen Währungsfonds bald nicht mehr, so die Botschaft." Mehr dazu hier. Der IWF drängt immer stärker auf eine Abschwächung der Austeritätspolitik und das ist mit Berlin (noch) nicht zu machen. Zur Begründung  fällt den europäischen Krisenmanagern nach mehr als drei Jahren ganz überraschend auf, dass der IWF in erster Linie US-amerikanische Interessen vertritt. Einfach nur lächerlich. Unsere LeserInnen sollten dieser fadenscheinigen Begründung nicht auf den Leim gehen. 


Quelle: presseurop.eu


Lichtblicke im Schuldensumpf
(handelsblatt.com) Seit mehreren Jahren hält die Schuldenkrise Europa in Atem. Doch aus mehreren hochverschuldeten EU-Ländern gibt es überraschende Positivsignale. Die aktuellen Entwicklungen in Spanien, Irland, Griechenland und Portugal. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein Versuch, die zerstörerische Austeritätspolitik schönzuschreiben. Das Feld wird bereitet: Für die Fortsetzung der von Deutschland oktroyierten Sparpolitik und für die Wiederwahl der Eisernen Lady Kanzlerin. Schon einen Tag vorher meldete Deutschlands neoliberales Kampfblatt per Gastkommentar allen Ernstes "Die Reformen im Euro-Raum wirken". Mehr dazu hier. Offensichtlich sehen da einige Autoren nicht genau hin oder ignorieren einfach die Tatsachen. "Griechenland: Quote der Jugendarbeitslosigkeit schnellt auf 64,2%" meldet unser Lieblingsstatistiker Steffen Bogs bei "querschuesse.de". Und liefert wenig erfreuliche Fakten: "Die Quote der Jugendarbeitslosigkeit kletterte um +4,9 Prozentpunkte zum Vormonat, auf skandalöse 64,2%. Diese Daten vom griechischen Arbeitsmarkt zeugen weiter von einer schweren wirtschaftlichen Depression." Weiter schreibt Bogs: "Welche Dimension das Arbeitsmarkt-Desaster in Griechenland hat, verdeutlicht sich auch, wenn man die Zahl der Beschäftigten zur Gesamtzahl der Bevölkerung in Relation setzt. Nur 31,5% der Bevölkerung müssen mit ihren Jobs und den daraus generierten Einkommen die griechische Volkswirtschaft am Laufen halten und aus der geleisteten Wertschöpfung müssen u.a. Staatsschulden und eine immense Nettoauslandsverschuldung getragen werden, ein nahezu aussichtsloses Unterfangen, angesichts so einer miesen Rate." Zum Schluss versucht er sich aber noch an einem positiven Ausblick:  "Die Daten zur griechischen Arbeitslosigkeit bleiben bis dato ein Skandal und Zeichen einer heftigen Depression und des realwirtschaftlichen Niederganges, bisher unnötig und kontraproduktiv durch prozyklische Maßnahmen befeuert. In den nächsten Monaten dürfte saisonal bedingt etwas Entlastung kommen, beginnender Tourismus und damit saisonale Jobs im Dienstleistungssektor dürften wenigstens temporär etwas Schärfe aus der Entwicklung nehmen." Na also, geht doch. Es lohnt sich, hier den gesamten Beitrag zu lesen. Die folgenden beiden Grafiken aus dem Beitrag zeigen augenfällig die griechische Massenarbeitslosigkeit: 







Bezeichnend der steile Anstieg seit Beginn der Sparpolitik zur Bekämpfung der Krise in Europa. Logisch auch, dass Steffen Bogs die aktuelle Situation in Griechenland schon nicht mehr als Rezession, sondern schon als Depression beschreibt. 

Selbst die "deutsche-wirtschafts-nachrichten.de", in letzter Zeit eher unentschieden bei der Bewertung der Krise, titelt unter diesen Umständen "Depression: Zwei von drei jungen Griechen arbeitslos"  und erwartet eine Stärkung des illegalen Sektors: "Die Schattenwirtschaft dürfte in den kommenden Monaten dieselbe Größe erreichen wie die reguläre Wirtschaft." Mehr dazu hier. "n-tv" meldet unterdessen, "auch in Portugal steigt die Arbeitslosigkeit auf einen Rekordstand." Dort sind es immerhin auch schon 42%. Mehr dazu hier. Zu den Verhältnissen in Spanien meldet sich ebenfalls Steffen Bogs eindrucksvoll zu Wort: "Spanien: Industrieproduktion mit -9,8%". Bogs schreibt u. a.: "Der Output der breit gefassten Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) sank um unbereinigte -9,8% zum Vorjahresmonat. Nur um die Anzahl der Arbeitstage bereinigt, ging es allerdings nur um -0,6% zum Vorjahresmonat abwärts, der schwächste Rückgang seit 19 Monaten und dies weist auf eine erste mögliche, potentielle Stabilisierung hin. Ungeachtet dieser Möglichkeit ist das Niveau der Industrieproduktion in Spanien eine Katastrophe." In seinem Fazit versprüht er wenigstens eine kleine Hoffnung: "Auch Spanien verfehlt seit Ende 2007 immer weiter sein Produktionspotential und dies ist das Gegenteil von dem was nötig wäre, eine Ankurbelung der industriellen Wertschöpfung und damit auch von Jobs und Einkommen, woraus auch Steuereinnahmen des Staates generiert werden könnten und insgesamt die Schuldentragfähigkeit der Volkswirtschaft steigen würde. Der bisherige Einbruch war allerdinge so gravierend, dass die Chance einer Bodenbildung auf diesem Niveau, wenigstens temporär steigt." Mehr dazu hier. Eine der vielen Grafiken aus dem Beitrag zeigt den Rückfall auf das Niveau von 1994: 





Stodgy Netherlands is nation that’ll blow up euro
(marketwatch.com) Which euro-zone country is most deeply in debt? The profligate Greeks, with their generous state-funded pensions? The Cypriots and their banks stuffed with dodgy Russian money? The recession-hit Spaniards or the boom-and-bust Irish? Read more...

Kommentar: Das bedeutet das endgültige Aus für den Nord-Euro, selbst wenn Hans-Olaf Henkel noch einige Zeit auf dieser Idee herumreiten wird. Holland ist wirklich in Not. Wir haben das schon beschrieben, als die Experten noch immer vom Gegenteil überzeugt waren. Der Punkt geht an uns. Die folgende Grafik stammt aus dem Beitrag und zeigt eines der gravierenden Probleme unserer Nachbarn an der Küste



Die Niederlande entwickeln sich unaufhaltsam zu einem echten Krisenherd für Europa. Daran ändert auch das andauernde Frankreich-Bashing nichts.


Das europäische Projekt ist gescheitert
(presseurop.eu) Die Europäische Union begründet sich auf wirtschaftliche, politische und geopolitische Kriterien, nach denen man sie auch beurteilen sollte. Das Urteil des englischen Historikers Niall Ferguson ist gnadenlos. Mehr...

Kommentar: Ferguson ist berüchtigt für seine verbale, scharfe Klinge. Er ersetzt damit gerne auch stichhaltige Argumente. Ein echter Brite eben. Ferguson sollte endlich offensiv den britischen Austritt aus der EU fördern, statt die jahrzehntealten Ressentiments ständig neu aufzuwärmen. Niall Ferguson ist halt doch ein akademischer Klugscheißer.  


"Die Argumente von George Soros stechen nicht"
(faz.net) Deutschland kann Eurobonds nicht akzeptieren. Der Großinvestor Soros fordert also faktisch das Ende des Euro. Doch selbst wenn Deutschland austräte, hätten die südlichen Länder ein erhebliches Wettbewerbsproblem. Mehr...

Kommentar: Deutschland wird Eurobonds akzeptieren - aber erst nach der Bundestagswahl. Daran führt kein Weg vorbei. So lange gefällt sich Hans-Werner Sinn bei diesem Thema als Störenfried. Seine Argumente gegen die Sozialisierung sind schwach. Natürlich darf es nicht darum gehen, die Rettungspakete für die Banken zu sozialisieren. Leider ist das aber der Plan. Zusätzlich versteckt hinter einer Bankenunion.


China sitzt in der Kreditfalle
(zeit.de) Absurde Bauprojekte, riskante Anlagen: Nach der internationalen Krise hat sich das Land eine eigene Finanzblase geschaffen. Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag, auf den wir natürlich besonders gerne hinweisen. Bestätigt er doch voll und ganz unsere Bedenken gegenüber dem chinesischen Wirtschaftsmodell. China kocht halt auch nur mit Wasser und hat sich offenbar vorgenommen, die Fehler des Westens nachzuahmen. Der Kapitalismus funktioniert überall gleich.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.